Die operative Planung bzw. Budgetierung schließt an die strategische Planung an und soll als Vorausrechnung die zu erwartenden Erfolgsaussichten des anstehenden Wirtschaftsjahres möglichst genau und objektiv „vorhersagen“. Sie beinhaltet eine systematische ertrags-, kosten- und gewinnmäßige Einschätzung der zukünftigen Geschäftsperiode und ist deshalb in fast allen Unternehmen eines der zentralen Führungsinstrumente. Das ist die eine Seite. (Vgl. Pfläging 2003, S 11; Schätzing 2004, S 473)
Die andere Seite beschreibt der Harvard-Professor Michael Jensen so: „Die Budgetierung in Unternehmen ist – wie jeder weiß – ein Witz. Sie verbraucht eine Menge Manager-Zeit, zwingt sie in langweilige, endlose Sitzungsrunden und angespannte Verhandlungen. Sie gibt Managern Anreiz zu lügen und zu schummeln, Ziele herunterzuspielen und Ergebnisse aufzublasen, und sie bestraft sie, wenn sie die Wahrheit sagen.“ (Pfläging 2003, S 11)
Die vorliegende Abhandlung beschäftigt sich nach der Klärung zentraler Begriffe hauptsächlich mit den Grundlagen der Budgetierung, wie es auch der Titel der Arbeit verlangt. Im Mittelpunkt steht also die operative Unternehmensplanung, wobei der Prozess der Budgeterstellung praxisorientiert am Beispiel der Hotellerie aufgezeigt wird. Ein weiterer Schwerpunkt der schriftlichen Ausarbeitung liegt darüber hinaus auf der kritischen Betrachtung der traditionellen Budgetierung. Alternative Konzepte und deren Vor- und Nachteile werden dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen und Begriffsabgrenzungen
2.1 Controllingbegriff
2.2 Definition Planung
2.3 Definition Budget – Budgetierung
3. Operative Planung
3.1 Gründe für die operative Planung
3.2 Das betriebliche Planungssystem
3.2.1 Zielplanung vs. Maßnahmenplanung
3.2.2 Der Planungszeitraum
3.2.3 Das Ausmaß an Operationalität
3.2.4 Der Geltungsbereich
4. Grundlagen der Budgetierung
4.1 Wesen und Zweck der Budgetierung
4.2 Budgetierungsarten
4.3 Der Prozess der Budgeterstellung
4.3.1 Der Budgetierungsprozess am Beispiel der Hotellerie
4.3.2 Null-Basis-Budgetierung
5. Kritische Betrachtung
5.1.1 Beyond Budgeting
5.1.2 Better Budgeting
5.1.3 Advanced Budgeting
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Aspekte der Budgetierung als zentrales Führungsinstrument innerhalb des operativen Controllings zu beleuchten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Budgetierungsprozesse praxisorientiert gestaltet werden können und welche kritischen Schwachstellen traditionelle Budgetierungssysteme aufweisen.
- Grundlagen und Definitionen der operativen Planung und Budgetierung
- Strukturen und Abläufe betrieblicher Planungssysteme
- Budgetierungsprozesse in der Hotellerie anhand des USALI-Schemas
- Kritische Analyse traditioneller Ansätze und Darstellung moderner Alternativen (Beyond, Better und Advanced Budgeting)
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Der Budgetierungsprozess am Beispiel der Hotellerie
Erfolgsbudgets sind „operative Pläne, die Betriebserträge und Kosten bzw. Erträge und Aufwendungen als Ergebnis der betrieblichen bzw. unternehmerischen Tätigkeiten enthalten“. (Vgl. Holleis 1996, S 68)
„Mit dem Instrument des Erfolgsbudgets wird also versucht, den Betriebsablauf zukünftiger Perioden (…) in seinen finanziellen Größen vorwegzunehmen, zu planen.“ (Holleis 1996, S 69)
„Die budgetierte Erfolgsrechnung ist im Beispiel eine Art primitive mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung.“ (Horváth 2003, S 237)
Typischerweise sind folgende Hotel-Mitarbeiter beim Budgetierungsprozess beteiligt: General Manager, Controller, Rooms Division Manager, F&B Manager, FO Manager, Sales Manager, Abteilungsleiter. (Vgl. Holleis 1996, S 78)
Im ersten Schritt der Budgeterstellung wird das Absatz- bzw. Umsatzbudget monatsweise erstellt, welches sowohl das Umsatzziel wie auch den Leitfaden für die Erstellung des Kostenbudgets darstellt. Auf dieser Basis kann im zweiten Schritt das Kostenbudget, gegliedert nach den einzelnen Abteilungen, erstellt werden. Die einzelnen Abteilungsergebnisse werden nach dem Schema des Uniform System of Accounts (USALI¹) budgetiert:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Budgetierung als Führungsinstrument ein und stellt die kritische Auseinandersetzung sowie die Praxisorientierung der Arbeit vor.
2. Definitionen und Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie Controlling, Planung und Budgetierung definiert, um eine gemeinsame Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Operative Planung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung, Vorteile und das System der operativen Planung und differenziert zwischen Zielplanung, zeitlichen Horizonten und Geltungsbereichen.
4. Grundlagen der Budgetierung: Hier werden die Funktionen, Arten und der konkrete Prozess der Budgeterstellung, insbesondere mit Bezug auf die Hotellerie und das Null-Basis-Budgeting, behandelt.
5. Kritische Betrachtung: Dieses Kapitel analysiert die Schwachstellen der traditionellen Budgetierung und stellt neuartige Konzepte wie Beyond, Better und Advanced Budgeting vor.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Budgetierung zusammen, würdigt die kritischen Einwände und betont die Notwendigkeit visionärer Führung bei der Einführung moderner Budgetierungsmethoden.
Schlüsselwörter
Budgetierung, operative Planung, Controlling, Hotellerie, USALI, Null-Basis-Budgetierung, Beyond Budgeting, Better Budgeting, Advanced Budgeting, Unternehmensführung, Kostenmanagement, Budgetprozess, Soll-Ist-Vergleich, betriebliche Planung, Führungsinstrument.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen der Budgetierung als wesentlichem Bestandteil des operativen Controllings in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Planungssystematik, dem Prozess der Budgeterstellung, der Anwendung in der Hotellerie sowie der kritischen Reflexion traditioneller und moderner Budgetierungskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Prozess der Budgeterstellung theoretisch zu fundieren und praxisnah darzustellen, während gleichzeitig die Grenzen klassischer Methoden aufgezeigt und alternative Ansätze diskutiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf der Analyse und Synthese relevanter Fachliteratur zum Thema Controlling und Budgetierung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die operative Planung, die theoretischen Grundlagen der Budgetierung inklusive ihrer Erstellungsprozesse sowie eine kritische Betrachtung aktueller Trends.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Budgetierung, operatives Controlling, Planungssysteme, USALI, sowie moderne Ansätze wie Beyond und Better Budgeting.
Wie wird der Budgetierungsprozess in der Hotellerie spezifisch dargestellt?
Der Prozess wird praxisorientiert unter Verwendung des „Uniform System of Accounts“ (USALI) erläutert, wobei verschiedene Funktionsbereiche eines Hotels einbezogen werden.
Was unterscheidet die Null-Basis-Budgetierung von herkömmlichen Verfahren?
Die Null-Basis-Budgetierung (ZBB) plant konsequent vom „Null-Punkt“ aus, wodurch Vergangenheitswerte ignoriert werden, um Kosten effizienter zu hinterfragen und zu senken.
Warum wird die traditionelle Budgetierung kritisiert?
Kritiker bemängeln unter anderem den hohen Zeitaufwand, die Förderung von Kurzfristdenken, das Hemmen von Innovationen und die Gefahr der Manipulation.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Beyond, Better und Advanced Budgeting?
Während Beyond Budgeting auf eine radikale Abkehr von starren Budgets setzt, konzentriert sich Better Budgeting auf die Effizienzverbesserung des Bestehenden und Advanced Budgeting sucht einen Kompromiss durch Integration strategischer Zielgrößen.
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- Mag. (FH) Christian Brandstätter (Author), 2007, Grundlagen der Budgetierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143248