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Sektorale Reformen in Indien unter besonderer Beachtung des Industriesektors

Title: Sektorale Reformen in Indien unter besonderer Beachtung des Industriesektors

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Reinhard Humplmair (Author)

Business economics - Miscellaneous
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[...] Hätte der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht unverzüglich einen hohen Kredit gewährt, so wäre der Bankrott nicht mehr abzuwenden gewesen. Die mit diesem Kredit verbundenen Auflagen führten 1991 in Verbindung mit einer neuen Regierung zu einer Reihe umfassender und bemerkenswerter Wirtschaftsreformen in Indien, vor allem in den Bereichen Finanzen, Internationaler Handel und Industrie.
In der Folge dieser Reformen vollzog sich in Indien eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung. Die Wachstumsraten etablierten sich im Mittel im hohen einstelligen Bereich, es entwickelte sich ein starker Dienstleistungssektor in dem Indien vor allem im Softwarebereich zur Weltspitze aufstieg. Allerdings ist zu beobachten, dass im Gegensatz zu anderen aufstrebenden Wirtschaftsnationen der Wandel sich nicht so sehr stark auf die Fertigungsindustrie bezieht, die eine große Zahl ungelernter Arbeiter beschäftigen würde und den wirtschaftlichen Aufschwung auf eine breite Basis stellen würde.
Darum stellt sich die Frage, warum sich in Indien trotz eines schier unermesslichen günstigen Arbeitskräfteangebotes die fertigende Industrie nicht so stark entwickelt wie in anderen Schwellenländern.
Zunächst werden die Reformen ab 1991 in den einzelnen Sektoren Internationaler Handel, Finanzen, Landwirtschaft und Industrie dargestellt, dann wird der Frage nachgegangen, welche Gründe es für das mangelhafte Wachstum im Bereich der arbeitsintensiven, fertigenden Industrie gibt und welche Reformen umgesetzt werden müssen, damit die wirtschaftlichen Erfolge auch diesen Sektor erreichen und somit den wirtschaftlichen Aufstieg Indiens auf eine breite Basis stellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reformen von 1991

2.1 Auslöser

2.2 Makroökonomische Ziele

2.3 Liberalisierung der Wirtschaft

3 Reformen in den einzelnen Wirtschaftssektoren

3.1 Außenhandel

3.2 Finanzsektor

3.3 Agrarsektor

4 Reformen und Herausforderungen im Industriesektor

4.1 Industriestruktur vor 1991

4.2 Reformen von 1991

4.3 Wirkung und Probleme der Reformen

5 Weitergehende Reformen im Industriesektor

5.1 Deregulierung des Arbeitsmarktes

5.2 Schnellere Abwicklung insolventer Firmen

5.3 Privatisierungen

5.4 Infrastruktur

6 Fortsetzung der Reformen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die wirtschaftlichen Reformen in Indien ab 1991 und untersucht insbesondere, warum sich trotz des hohen Wirtschaftswachstums die arbeitsintensive fertigende Industrie nicht so stark entwickelt hat wie in vergleichbaren Schwellenländern und welche weiteren Reformschritte notwendig sind.

  • Historische Einordnung der indischen Wirtschaftspolitik seit 1947
  • Analyse der Reformschritte in Außenhandel, Finanz- und Agrarsektor
  • Strukturelle Defizite und Herausforderungen im Industriesektor
  • Notwendigkeit von Arbeitsmarkt- und Insolvenzrechtsreformen
  • Bedeutung der Privatisierung von Staatsbetrieben

Auszug aus dem Buch

4.1 Industriestruktur vor 1991

Vor 1991 konnte man Indiens Industrie in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe umfasste 17 Schlüsselindustrien aus den Bereichen Verteidigung, Schwerindustrie, Bergbau, Energie, Transport und Kommunikation. Diese Industrien waren dem Staat vorbehalten, private Unternehmen hatten keinen Zugang. Der zweite Sektor, etwa pharmazeutische oder chemische Produkte, manche Metalle oder Straßenverkehr, waren sowohl staatlichen, aber auch privatwirtschaftlichen Unternehmen zugänglich. Ein dritter Sektor war dem privaten Sektor vorbehalten, er umfasste etwa die Konsumgüterindustrie.

In den Unternehmen des dritten Sektors übte der Staat die Kontrolle dadurch aus, dass für nahezu alle unternehmerischen Entscheidungen wie Firmengründung, Standortwechsel und Produktwechsel Lizenzen vom Staat benötigt wurden. Diese enthielten zum Teil drastische Auflagen und konnten die privaten Unternehmen die Forderungen nicht erfüllen, so konnten sie verstaatlicht werden. In der Praxis expandierte der staatliche Sektor so in Bereiche der Konsumgüterindustrie oder Tourismusbranche, da er viele Firmen, die in Schwierigkeiten geraten waren unter staatliche Verwaltung nahm (vgl. Joshi/Little, 1996, S. 172f)

Zudem war aus Angst vor der Herausbildung mächtiger Industriekonzerne ein Antimonopolgesetz, der “Monopolies and Restrictive Trade Practises Act” (MRTP) erlassen worden. Er sollte die Industriekonzentration in der Privatwirtschaft eindämmen und Kartelle, Preisbindungen und andere Formen der Wettbewerbsverzerrung unterbinden. Großunternehmen wurde die weitere Expansion nur unter restriktiven Bedingungen gestattet, bestimmte Industriezweige waren ganz der Kleinindustrie vorbehalten. Obwohl gut gemeint, verhinderte dieses Gesetz in vielen Teilbereichen der Privatindustrie nötige Investitionen, da kleine Firmen die oft erheblichen Investitionen nicht alleine stemmen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Ausgangslage Indiens als BRIC-Staat, thematisiert die Armutsproblematik sowie die historische Abkehr vom Protektionismus nach der Zahlungsbilanzkrise von 1991.

2 Reformen von 1991: Das Kapitel erläutert die Auslöser der Krise von 1991, wie den Golfkrieg, und definiert die makroökonomischen Ziele sowie die Hinwendung zu einer marktwirtschaftlichen Liberalisierung.

3 Reformen in den einzelnen Wirtschaftssektoren: Hier werden die sektorspezifischen Maßnahmen in den Bereichen Außenhandel, Finanzwesen und Landwirtschaft detailliert dargestellt.

4 Reformen und Herausforderungen im Industriesektor: Dieses Kapitel analysiert die industrielle Struktur vor 1991, die darauf folgenden Liberalisierungsschritte und die anhaltenden Probleme beim industriellen Wandel.

5 Weitergehende Reformen im Industriesektor: Ein Fokus auf notwendige und bereits eingeleitete Reformen in Bereichen wie Arbeitsmarkt, Insolvenzrecht, Privatisierung und Infrastrukturausbau.

6 Fortsetzung der Reformen: Das Fazit fasst zusammen, dass Indien für ein nachhaltiges, inklusives Wachstum die Reformen besonders im Industriesektor forcieren muss, um breite Bevölkerungsschichten aus der Armut zu heben.

Schlüsselwörter

Indien, Wirtschaftsreformen, 1991, Industriesektor, Liberalisierung, Zahlungsbilanzkrise, Privatisierung, Arbeitsmarkt, Insolvenzrecht, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Landwirtschaft, Dienstleistungssektor, Staatsbetriebe, Schwellenland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den wirtschaftlichen Reformprozessen in Indien, die 1991 eingeleitet wurden, und untersucht deren Auswirkungen sowie Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf den Industriesektor.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Reformen des Außenhandels, des Finanzsektors, die Deregulierung des Arbeitsmarktes, die Privatisierung von Staatsunternehmen sowie die industrielle Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, warum die fertigende Industrie in Indien trotz des enormen Wirtschaftswachstums hinter anderen Schwellenländern zurückbleibt und welche Reformen nötig sind, um dies zu ändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturbasierte Analyse aktueller wirtschaftswissenschaftlicher Publikationen, Statistiken und Regierungsberichte zum indischen Wirtschaftsaufbau.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformen von 1991, die Untersuchung spezifischer Sektoren, die Analyse der industriellen Probleme und die Diskussion weiterführender Reformschritte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wirtschaftsreformen, Liberalisierung, Industriesektor, Privatisierung und Arbeitsmarktregulierung.

Welche Rolle spielte das "State Agricultural Produce Marketing Law" für den Agrarsektor?

Dieses Gesetz von 2007 ermöglichte neue Vertriebswege, indem es den Bauern erlaubte, Produkte direkt an Konsumenten oder private Abnehmer zu verkaufen, anstatt sie nur an staatlichen Marktcentern zu festgesetzten Preisen abzugeben.

Warum haben Arbeitsmarktregulierungen einen negativen Effekt auf die Industrie?

Strenge Regeln ab einer bestimmten Unternehmensgröße (insbesondere bei 100+ Mitarbeitern) führen dazu, dass Firmen Entlassungen kaum durchsetzen können, was Unternehmen davon abhält, größere Belegschaften im organisierten Sektor aufzubauen.

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Details

Title
Sektorale Reformen in Indien unter besonderer Beachtung des Industriesektors
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Wirschaftswissenschaften)
Course
Hauptseminar Wirtschaftsentwicklung
Grade
2,0
Author
Reinhard Humplmair (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V143288
ISBN (eBook)
9783640525539
ISBN (Book)
9783640525102
Language
German
Tags
Sektorale Reformen Indien Beachtung Industriesektors
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Reinhard Humplmair (Author), 2009, Sektorale Reformen in Indien unter besonderer Beachtung des Industriesektors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143288
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