„Der Star ist das Team.“
Unter einem Team versteht man eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, bzw. an geteilten Zielen arbeiten und dabei verschiedene Rollen übernehmen. In der jüngsten Vergangenheit wurden durch Teamarbeit erstaunliche Ergebnisse erzielt, von Erfindungen in der Luft- und Raumfahrt bis zur Erforschung des menschlichen Genoms. Außerdem trägt die Arbeit im
Team zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung bei, wenn wir also mit anderen Zusammenarbeiten, lernen wir mehr, als wenn wir alleine arbeiten würden. Um gemeinsame Anstrengungen erfolgreich bewältigen zu können, ist Kommunikation eine wichtige Voraussetzung. Ob das Vorhaben letztendlich aber ein Erfolg wird, hängt maßgeblich von der Güte der Kollaboration der einzelnen Teammitglieder ab. Da das Projektmanagement grundsätzlich die Zusammenarbeit eines Teams bedingt, ist neben den Sachzielen des Projekts ein Hauptaugenmerk auf die Beziehungsebene und somit auf die Teamentwicklung zu richten.
Bei Projekten werden meist interdisziplinäre Teammitglieder mit unterschiedlichstem Background benötigt. Bei Großprojekten kann es durchaus vorkommen, dass diese Mitglieder aus mehreren Dutzend Sparten kommen. In der Regel werden die Teammitglieder speziell für das Projekt akquiriert, nach dem eine Selektion nach den gewünschten Anforderungen vorausgegangen ist. Aufgrund der hohen Heterogenität der Mitglieder hinsichtlich ihrer individuellen
demo-, geo- und soziografischen Herkunft ist es im Hinblick auf das Projektergebnis von höchster Wichtigkeit, dass sich das Team positiv entwickelt und proaktiv kollaboriert. Ist eine positive Teamentwicklung nicht gegeben, so sind nicht zwingend die Projektziele in Gefahr, in jedem Falle bleibt aber das Ergebnis
unter dem vorhandenen Potential, was somit als Ressourcenverschwendung angesehen werden kann.
Mit der vorliegenden Arbeit sollen im Kapitel 2 zunächst die Grundlagen geschaffen werden, bevor sich Kapitel 3 mit dem Aufbau von Projektteams beschäftigt. Hierbei wird das Hauptaugenmerk auf die personelle Besetzung des Projekts, sowie die Teamorganisation gelegt. Kapitel 4 und 5 behandeln die Entwicklung eines vordefinierten Teams. Kapitel 5 beschreibt die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman. Zuletzt wird ein Fazit gezogen, wobei spezifische Handlungsempfehlungen auch in den einzelnen
Kapiteln gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen und Begriffsabgrenzungen
2.1 Organisationsentwicklung als Bedingung für Teamarbeit
2.2 Projektmanagement
3. Aufbau von Projektteams
3.1 Auswahl des Projektleiters
3.2 Auswahl des Projektteams
3.3 Formen der Projektteamorganisation
4. Vorgehen bei der Teamentwicklung
4.1 Grundregeln bei der Einführung von Teamarbeit
4.2 Visionen und Leitbilder
4.3 Entwicklung der Teamidentität
4.4 Klärung der Rollen für einzelne Teammitglieder
5. Phasen der Teamentwicklung (nach Tuckman)
5.1 Formierungsphase (Forming)
5.2 Konfliktphase (Storming)
5.3 Normierungsphase (Norming)
5.4 Arbeitsphase (Performing)
5.5 Teamauflösung (Adjourning)
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Prozess der Teamentwicklung innerhalb von Projekten, um bei zunehmend interdisziplinären und komplexen Projektstrukturen den Projekterfolg zu sichern und Ressourcenverschwendung zu vermeiden.
- Grundlagen der Organisationsentwicklung als Basis für Teamarbeit
- Kriterien für den Aufbau und die Organisation von Projektteams
- Methoden zur gezielten Entwicklung der Teamidentität
- Detaillierte Darstellung der Teamentwicklungsphasen nach Tuckman
- Rollenkonzepte und Erfolgsfaktoren für eine effektive Projektleitung
Auszug aus dem Buch
5.2 Konfliktphase (Storming)
Während der Konfliktphase werden gruppendynamische Prozesse durchlebt, mit dem Ziel, die soziale Position (Rolle) eines jeden Teammitglieds zu bestimmen. Jedes Projektmitglied versucht seine Interessen zu behaupten und durchzusetzen. Häufig wird in dieser Phase auch der Projektleiter in Frage gestellt, da die Aggression der Teammitglieder vermehrt zugelassen wird. Die Konfliktphase ist ein wichtiger Schritt innerhalb der Teamentwicklung und kann daher keinesfalls als Störung angesehen werden. Sämtliche Konflikte und Auseinandersetzungen sind notwendig, damit die Teammitglieder den richtigen Platz innerhalb der Gruppe einnehmen können.
Keinesfalls darf der Projektleiter in dieser Phase Auseinandersetzungen und Widersprüchen aus dem Wege gehen. Ferner ist es notwendig, dass sich dieser klar innerhalb der Gruppe positioniert und dafür Sorge trägt, dass sich jedes Teammitglied integriert wird, ohne deren Individualität aufzugeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Bedeutung von Teamarbeit für den Projekterfolg und erläutert die Problematik bei der Zusammenstellung interdisziplinärer Projektgruppen.
2. Grundlagen und Begriffsabgrenzungen: Erläutert den Zusammenhang zwischen Organisationsentwicklung und teambasiertem Arbeiten sowie grundlegende Definitionen von Projektmanagement.
3. Aufbau von Projektteams: Analysiert die Auswahlkriterien für Projektleiter und Teammitglieder sowie verschiedene Organisationsformen wie Kernteams.
4. Vorgehen bei der Teamentwicklung: Behandelt praktische Regeln für die Teameinführung, die Entwicklung von Visionen, Identität und die Klärung von Rollen.
5. Phasen der Teamentwicklung (nach Tuckman): Beschreibt detailliert die fünf Phasen Forming, Storming, Norming, Performing und Adjourning.
6. Schlussfolgerung: Fasst zusammen, warum Projektmanagement-Kompetenz und die Beherrschung der Methodik zur Teamentwicklung für moderne Großprojekte unabdingbar sind.
Schlüsselwörter
Teamentwicklung, Projektmanagement, Tuckman-Modell, Organisationsentwicklung, Teamidentität, Projektleiter, Gruppendynamik, Forming, Storming, Norming, Performing, Adjourning, Rollenverteilung, interdisziplinäre Teams, Teameffektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Phasen der Teamentwicklung im Kontext des modernen Projektmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Aufbau von Projektteams, der Rollendefinition, der Identitätsbildung und der Anwendung des Tuckman-Modells.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Bedeutung einer positiven Teamentwicklung für den Projekterfolg darzustellen und Handlungsempfehlungen für den Projektleiter abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf Fachliteratur zu Organisationspsychologie und Projektmanagement basiert und diese auf Projektstrukturen anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst den Aufbau von Teams, organisatorische Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Phasenanalyse nach dem Modell von Tuckman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Projektmanagement, Teamentwicklung, Gruppendynamik und die klassischen Phasenmodell-Begriffe wie Storming oder Performing.
Warum ist die "Konfliktphase" laut Autor kein negatives Zeichen?
Sie wird als notwendiger gruppendynamischer Prozess angesehen, um die soziale Position der Mitglieder zu klären und den Platz im Team zu finden.
Welche Rolle spielt der Projektleiter bei der Teamauflösung?
Er sollte die Leistungen würdigen, strukturiertes Feedback geben und die Reintegration der Mitglieder in die Linie unterstützen.
- Quote paper
- B.A. Markus Fost (Author), 2010, Teamentwicklung (Phasen) im Projektmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143290