In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema
„Hackerkultur“. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Buch „Auf digitalen Pfaden: die Kulturen von Hackern, Programmieren, Crackern und Spielern“, u.A. von Roland Eckert. Interessante Informationen über den Hacker als Mensch bot mir das englische Original „The New Hacker´s Dictionary“, zusammengestellt von Eric S. Raymond. Um den rechtlichen Aspekt abzudecken, befasste ich mich mit der Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde (Jur. Fakultät d. Universität Passau) von Kerstin Müller „Hacker und Computer-Viren im Internet – eine strafrechtliche Beurteilung“. Tiefgreifendere Informationen bot mir das Buch „Die Wunschmaschine – Vom Entstehen der Computerkultur“ von Sherry Turkle.
Die einen halten sie für kriminelle Datendiebe und Spione, die anderen sehen in ihnen eine Art „elektronischen Robin Hood“ (Turkle 1984, 290), der Informationen frei zugänglich macht. Hacker sind umstrittene Computernutzer, die jedoch oft zu Unrecht beschuldigt werden. Feine Unterschiede zwischen Hackern und Crackern, zwischen Ethik und Geldgier auf dem elektronischen Datenhighway gilt es zu beachten. Diese Einführung in die Welt der Hacker, in die Hackerkultur, soll helfen, diese Menschen,
die für und mit der Maschine Computer leben, zu verstehen und ihr Handeln ein wenig nachvollziehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Überblick über die Hackerlandschaft
1. Internet
1.1 Anfänge
1.2 Aufbau und Struktur
2. BTX
2.1 Der Haspa-Hack
3. Telefon
3.1 Capt’n Crunch und die Blue Box
II. Geschichte des Hackertums
1. Allgemein
1.1 Deutschland speziell: Der Chaos Computer Club
III. Hackerkultur
1. Allgemein
2. Der Hack
3. Der Hacker
3.1 Motivation des Hackers
3.2 Paradox des Hackers
3.3 Image des Hackers
4. Hackerethik
IV. Abgrenzungen / Computerkriminalität
1. Problemzonen des Hackens
1.1 Strafrechtliche Beurteilung des Hackens
1.2 Crasher
V. Ausblick / Perspektiven des Hackers
1. Der Hacker als Künstler und Sicherheitsexperte
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Hackerkultur, analysiert deren Entstehungsgeschichte sowie soziologische Aspekte und setzt sich kritisch mit der Abgrenzung zwischen ethisch motiviertem Hacken und Computerkriminalität auseinander.
- Historische Entwicklung der Hackerlandschaft und des Internets
- Die Hackerethik als zentrales Selbstverständnis
- Motivationen und Lebenswelt von Hackern
- Unterscheidung zwischen Hackern und kriminellen "Crashern"
- Der soziologische Wandel des Hackers vom Außenseiter zum Sicherheitsexperten
Auszug aus dem Buch
3.1 Motivation des Hackers
Es gibt unterschiedliche Motivationen für einen Computerfreak zum Hacker zu werden. So ist der erste Punkt zunächst Neugierde und Ausprobieren. Dies ist meist die Motivation derjenigen, die sich nicht ernsthaft mit dem Hacken auseinandersetzen möchten und nur aus Interesse an fremden Computersystemen zum Hacken kommen. Bei mehreren Fehlschlägen verliert diese Art der Hacker größtenteils die Motivation und wendet sich vom Hacken ab.
Für andere Hacker liegt der Schwerpunkt bei der Abenteuerlust und dem Thrill. Parallelen zum Spiel zeigen sich hier, indem der Hacker die Motivation verliert, sobald er die Aufgabe (das Eindringen in fremde Rechnernetze) gelöst hat. Für sie bedeutet das Knacken eines Codes nicht der Zugang zu Informationen, sondern sie hacken für den bloßen Kick. Der Hacker ist kein „Information Seeker“ sondern ein „Sensation Seeker“.
Herausforderung und intellektueller Wettkampf ergeben die Motivation für diejenigen, die nach der totalen Beherrschung eines Computersystems streben. Dies ist die Motivation der meisten Hacker, die sich dabei an der Hackerethik orientieren und nach gefundenen Sicherheitslücken die Systembetreiber warnen.
Andere Hacker hingegen legen den Schwerpunkt bei der kritisch-kreativen Computernutzung und politischer Aufklärung. Ihr Ziel ist die Datendemokratie in der Informationsgesellschaft: Sie gehen kritisch mit dem Medium Computer um und versuchen, Missstände der Schlüsseltechnologien aufzudecken. Diese Polit-Hacker sind größtenteils unter den Anhängern des CCC zu finden, im Allgemeinen allerdings nicht oft vertreten.
„Cybernaute“, deren Motivation Science Fiction-Begeisterung und Entdeckerdrang ist, sehen das Hacken als eine Art Eroberung neuer Welten und den Computer als ihr Raumschiff. Ihre Tätigkeit steht in engem Zusammenhang mit ihrer Vorliebe für Science Fiction, insb. „STAR TREK - Raumschiff Enterprise“ und „STAR WARS“. Sie streben auf ihrer Reise durch den Cyberspace die totale Symbiose zwischen dem Computer/dem Netz und sich selbst an.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der thematischen Schwerpunkte und der verwendeten Literatur zur Hackerkultur.
I. Überblick über die Hackerlandschaft: Historische Darstellung der Netzwerke und technischer Vorläufer des Internets sowie Fallbeispiele früher Hacking-Ereignisse.
II. Geschichte des Hackertums: Darstellung der Entstehung der Hacker-Subkultur am MIT und die Entwicklung spezifischer Strukturen in Deutschland durch den Chaos Computer Club.
III. Hackerkultur: Analyse der soziologischen Identität, der Motivationen, des Images und der grundlegenden Ethik von Hackern.
IV. Abgrenzungen / Computerkriminalität: Diskussion der moralischen Grauzonen des Hackens und Abgrenzung zum kriminellen Verhalten von sogenannten Crashern.
V. Ausblick / Perspektiven des Hackers: Betrachtung der zukünftigen Rolle des Hackers als Sicherheitsexperte und gesellschaftlicher Akteur.
Schlüsselwörter
Hacker, Hackerkultur, Chaos Computer Club, Hackerethik, Internet, Cyberspace, Computerkriminalität, Datendemokratie, Computerfreak, IT-Sicherheit, Soziologie, Digitalisierung, Phreaking, Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Einführung in die Welt der Hacker, beleuchtet deren Geschichte, kulturelle Identität und ethische Grundsätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Hacker-Kultur, der Motivation des Handelns, der Hackerethik sowie der Abgrenzung zu kriminellen Aktivitäten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das oft missverstandene Handeln von Hackern in einen soziologischen und historischen Kontext zu setzen, um ihr Verhalten nachvollziehbarer zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Primärquellen, darunter Fachliteratur, Dissertationen und soziologische Studien zur Computerkultur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den technischen Überblick, die historische Einordnung, eine detaillierte soziologische Betrachtung der Akteure sowie die rechtliche Abgrenzung zur Computerkriminalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hackerethik, Chaos Computer Club, Cyber-Kultur, Sensation-Seeking, Datendemokratie und die Unterscheidung zwischen Hackern und Crashern.
Warum spielt der Chaos Computer Club (CCC) eine so zentrale Rolle?
Der CCC ist maßgeblich für die Etablierung einer Hacker-Subkultur in Deutschland verantwortlich, die sich über die reine Technik hinaus auch politisch und kritisch positioniert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen einem Hacker und einem Crasher?
Während der Hacker primär von intellektueller Neugier oder einer Ethik der Offenheit getrieben ist, verursacht der Crasher vorsätzlich Schäden oder zerstört Daten aus destruktiven Motiven.
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- Anna Zafiris (Author), 2002, Hackerkultur: Überblick über die Hackerszene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143294