Der Geheimbund der Freimaurer und ihre Gegner


Seminararbeit, 2006

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der Geheimbund der Freimaurer
1. Geheimbünde
2. Was ist Freimaurerei?
3. Entstehung und Entwicklung der Freimaurerei
a) Entstehung der Freimaurerei
b) Entwicklung der Freimaurerei in Deutschland

II. Freimaurerische Anthropologie, Symbole und Rituale
1. Anthropologie
2. Symbole und Rituale

III. Freimaurerei und ihre Gegner
1. Freimaurerei, Staat und Politik
2. Freimaurerei und Kirche
3. Verbot und Verfolgung im Dritten Reich

Schluss

Literaturverzeichnis
1. Aufsätze und Monographien
2. Internetquellen

Einleitung

Diese Hausarbeit trägt den Titel "Der Geheimbund der Freimaurer und ihre Gegner". Zunächst werde ich den Titel erläutern. Geheimbünde sind Gemeinschaften, deren Strukturen und Zielvorstellungen gegenüber Nichteingeweihten geheim gehalten werden. Ein wichtiges Merkmal dieser Organisationen sind Initiationsriten. Der Geheimbund der Freimaurer entstand im 17. Jahrhundert und tritt für Freiheit, Brüderlichkeit und Toleranz ein. Ziel der Vereinigung ist die ethische Vervollkommnung ihrer Mitglieder. In der gesamten Geschichte wurden die Freimaurer von verschiedenen Gegnern unterdrückt. Sie wurden aufgrund ihres Freiheitsverständnisses besonders unter der Herrschaft von totalitären und absolutistischen Regimen verfolgt. Ihre Geheimhaltung wurde immer wieder kritisiert. Die Kirche erklärte aus verschiedenen Gründen, auf die ich später näher eingehen werde, die Unvereinbarkeit der Freimaurerei mit der Kirche. Die Freimaurer wurden besonders zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und verboten. Es entstanden Verschwörungstheorien. Juden und Freimaurer wurden z. B. für das Versagen der Deutschen im Ersten Weltkrieg verantwortlich gemacht.

Im Folgenden werde ich auf den Aufbau meiner Hausarbeit näher eingehen. Einleitend stelle ich den Begriff "Geheimbünde" allgemein dar. Daraufhin beantworte ich die Frage: "Was ist Freimaurerei?" Hierbei gebe ich einen kurzen Überblick über die Struktur und Überzeugungen dieser Organisation. Dann werde ich die Entstehung und Entwicklung der Freimaurerei darlegen. Die Anfänge der Freimaurer liegen in England in den Steinmetzgilden. Diese Vereinigung breitete sich schnell in ganz Europa aus. Danach gehe ich auf die freimaurerische Anthropologie ein. Dabei beziehe ich mich auf die vier Grundideale der Freimaurer: “Freiheit“, “Brüderlichkeit“, “Toleranz“ und “Transzendenz“. Ich werde die Symbole und Rituale darstellen, da diese in der Freimaurerei eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind auf drei Zentralthemen beschränkt: "Wer bin ich? Der Einzelne in seiner Umwelt. Den eigenen Tod bestehen." Daraufhin werde ich verschiedene Gegner der Freimaurerei anführen. Diese habe ich in Staat, Kirche und Nationalsozialisten gegliedert, da diese die Hauptkontrahenten der Freimaurerei darstellen. Zum Abschluss meiner Arbeit werde ich eine kurze Zusammenfassung heraus arbeiten. Hierbei gehe ich noch einmal auf die zentralen Aspekte dieses Themas ein.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich bei dieser Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Ich habe aus der Vielzahl an Quellen und Literatur einige repräsentative Grundlagen und Beispiele ausgewählt.

I. Der Geheimbund der Freimaurer

1. Geheimbünde

Geheimbünde oder Geheimgesellschaften werden als "Vereinigungen, deren Struktur, Absichten und Ziele der sozialen Umwelt geheim bleiben sollen[1] " definiert. Sie sind überlokal und überverwandtschaftlich organisiert, kennzeichnend ist eine exklusive Mitgliedschaft und gleiche Ziele. Die Mitglieder werden durch die anderen Mitglieder gewählt. Die Aufnahme ist oft mit Initiationsritualen verbunden. In diesen wird auch das Geheimwissen oder die Geheimlehre vermittelt. Die Geheimlehre umfasst Wissen das nur Eingeweihten zugänglich und streng geheim zu halten ist. Sie sind als soziologisch-religiöses Phänomen in allen Epochen der Zivilisationsgeschichte nachweisbar. In der Regel handelt es sich dabei um Männerbünde.[2] Geheimbünde sind auf unterschiedliche Ziele und Interessen ausgerichtet: kultisch-magische, religiöse, humanitäre, politische, revolutionäre oder auch kriminelle Ziele. Zu den Geheimbünden zählen u. a. Männerbünde vieler Naturvölker, Freimaurer, Opus Dei und Rosenkreuzer.[3]

2. Was ist Freimaurerei?

Die Freimaurerei ist eine international verbreitete humanitäre Gemeinschaft. Unter der Achtung der Würde des Menschen tritt sie für Toleranz, freie Persönlichkeitsentfaltung und Brüderlichkeit ein. Die Freimaurer gehen davon aus, dass menschliche Konflikte ohne zerstörerische Folgen ausgetragen werden können. Vorraussetzung dafür ist ein starkes Vertrauensverhältnis, dieses wird unter den Mitgliedern durch Verschwiegenheit nach außen gefördert. Ziel dieser Vereinigung ist die geistige und ethische Vervollkommnung ihrer Mitglieder. Durch Rituale werden den Mitgliedern die vier Grundideale der Freimaurerei: "Freiheit", "Brüderlichkeit", "Toleranz" und "Transzendenz" näher gebracht. Die rituellen Arbeiten werden in folgenden drei Graden[4] durchgeführt: Lehrling, Geselle und Meister. Darüber hinaus gibt es noch Hochgrade. Durch verschiedene Symbole wird die Verbundenheit der Mitglieder verstärkt. Die Freimaurerei entstand aus den mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften, Werte und Ziele leiten sich aus ihrer Entstehungsgeschichte ab.[5]

Die Logen der Freimaurer sind eingetragene Vereine. "Heute umfasst die Freimaurerei ca. 6 Millionen Mitglieder in etwa 45 000 Logen der Welt. In totalitären Systemen ist sie aufgrund ihres Charakters als "verschwiegene Bruderschaft", ihrer Freiheitsvorstellung und praktizierten Toleranz verboten."[6] Satzungen und Schriften der Freimaurer sind allerdings für jeden in Stadtbibliotheken und Archiven einsehbar.

3. Entstehung und Entwicklung der Freimaurerei

a) Entstehung der Freimaurerei

Über die Entstehung der Freimaurerei gibt es verschiedene Theorien und Legenden. Erwiesen ist, dass die Anfänge der Freimaurerei im 17. Jahrhundert in England im Kirchenbauhandwerk und in den Gilden der Steinmetze liegen. "Diese nahmen aus nicht exakt zu klärenden Gründen nach und nach Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Kirche und Politik in ihre Reihen auf, die den Vorgang des Kirchen- oder Tempelbaus mystisch und moralisch interpretierten und symbolisch weiterführten."[7]

Es vollzog sich ein Wandel von der Werkmaurerei zur spekulativen oder symbolischen Maurerei. In einzelnen Logen überwogen Ende des 17. Jahrhundert schon die Nicht-Werkmaurer. 1717 vereinigten sich in London erstmals mehrere Logen zu einer Großloge.[8] James Anderson verfasste mit den "Alten Pflichten" 1723 die erste freimaurerische Konstitution. Diese regeln das Verhältnis der Logenmitglieder untereinander, zu ihrer nicht maurerischen Umgebung, zu Religion und Politik. Von England aus breitete sich die Freimaurerei schnell auf dem ganzen Kontinent aus. 1737 entstand die "Loge d`Hambourg", 1738 wurde Friedrich II. von Preußen aufgenommen. 1741 entstand unter seinem Protektorat die Loge "Aux Trois Globes" in Berlin, die spätere Großloge "Zu den drei Weltkugeln". Es entstanden weitere Logen in Breslau, Prag und Wien.[9]

[...]


[1] s.v. Geheimbund, In: Brockhaus Enzyklopädie, Band 10, (1. Aufl. o. J.), 21. völlig neu bearbeitete Aufl.,

Mannheim 2006, S. 332.

[2] Vgl. s.v. Geheimbund, In: Brockhaus Enzyklopädie, Band 10, (1. Aufl. o. J.), 21. völlig neu bearbeitete Aufl.,

Mannheim 2006, S. 332f.

[3] Vgl. s.v. Geheimbünde, In: Wörterbuch der Soziologie, (1. Aufl. o. J.), 4. überarbeitete und ergänzte Aufl.,

Stuttgart 1994, S. 263.

[4] Johannisgrade: nach Johannes dem Täufer, Schutzpatron der Steinmetzgilden.

[5] Vgl. Reinalter, H.: Die Freimaurer, (1. Aufl. 2000), 4. Aufl., München 2004, S. 7.

[6] Reinalter, H.: Die Freimaurer, (1. Aufl. 2000), 4. Aufl., München 2004, S. 8.

[7] Agethen, M.: Geheimbund und Utopie, Illuminaten, Freimaurer und deutsche Spätaufklärung, Band 11,

München 1984, S. 55.

[8] Hierbei handelt es sich um eine historische Theorie, die nicht eindeutig belegt werden kann. Vgl. Reinalter, H.:

Die Freimaurer, (1. Aufl. 2000), 4. Aufl., München 2004, S. 12.

[9] Vgl. Reinalter, H.: Die Freimaurer, (1. Aufl. 2000), 4. Aufl., München 2004, S. 10f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der Geheimbund der Freimaurer und ihre Gegner
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Geheimnis und Geheimhaltung
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V143305
ISBN (eBook)
9783640525607
ISBN (Buch)
9783640525836
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geheimbund, Freimaurer, Freimaurerei, Freimaurerische Anthropologie, Freimaurerische Symbole, Freimaurerische Rituale, Gegner der Freimaurer, Staat, Politik, Kirche, Verfolgung im Dritten Reich
Arbeit zitieren
Rosa Jorczig (Autor), 2006, Der Geheimbund der Freimaurer und ihre Gegner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143305

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