Dieses Skript soll einen Überblick über die Entwicklung und die wichtigsten Anwendungsgebiete der Hypnotherapie geben. Dabei wurde auf eine Mischung aus praktischen Beispielen und wissenschaftlichen Texten geachtet, um den
universitären Anspruch, aber auch den studentischen Erwartungen an „Handwerkszeug“ gerecht zu werden. Solch ein Spagat ist sicherlich nur durch die Akzeptanz von Redundanz möglich, kann aber gerade deswegen Neugier wecken, sich daran anschließend vertieft mit speziellen Gebieten dieses kreativen und konstruktiven Ansatzes zu beschäftigen.
Inhaltlich ist das Skript dabei weitgehend an den Störungsgebieten der ICD-10 orientiert, ergänzt dies aber auch durch weitere Anwendungsgebiete, z.B. das Mentale Training.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Geschichte der Hypnose
Pater Gassners hypnotische Techniken der Scherzkontrolle
Die Epoche des Hypnotismus und der Suggestion
Die Epoche der deutschen ärztlichen Hypnose und des autogenen Trainings
Moderne Hypnotherapie nach Milton Erickson
Bühnenhypnose und Konzepte moderner Hypnotherapie
Bühnen- und Showhypnose
Barabasz, A. F. (2004). Hypnose-Konzepte: Fragen und Durchbrüche in der Forschung
Spiegel, D & Kosslyn, S (2004) Glauben ist Sehen: Die Neurophysiologie der Hypnose.
Halsband, U. (2004). Mechanismen des Lernens in Trance: funktionelle Bildgebung und Neuropsychologie
Trance, Suggestion und Suggestibilität
Was zeichnet den hypnotischen Zustand aus?
Suggestibilitätsmessung
Ein modernes Messverfahren: Der Freiberger Imaginations-, Relaxations- und Suggestibilitätstest (FIRST) von Scholz (2002)
Raz, A (2007). Suggestibility and Hypnotizability: Mind the Gap
Suchterkrankungen
Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung mit „Smokex®“
Potter, G (2004). Intensive Therapy: Utilizing Hypnosis in the Treatment of Substance Abuse Disorders
Beiglböck, W & Feselmayer, S (1994). Hypnotherapie mit Suchtkranken – Theoretische Modelle und therapeutische Konzepte.
Gerl, W. (1997). Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung – Was macht sie effektiv?
Depression
Ablauf einer hypnotherapeutischen Behandlung depressiver Patienten
Yapko, M (2001). Hypnosis in Treating Symptoms and Risk Factors of Major Depression.
Yapko, M (2001). Hypnotic Intervention for Ambiguity as a depressive Risk Factor.
Angststörungen
Einleitung
Interventionsschritte zur Therapie von Angststörungen
Janouch, Paul (1997). Hypnotherapie bei Angststörungen.
Prior, M. (1991). Ericksonsche Hypnose in der Behandlung von Klienten mit Prüfungsängsten.
Woddy, Z; Lewis, V; Snider, L; Grant, H; Kamath, M; Szechtman, H (2005). Induction of compulsive-like washing by blocking the feeling of knowing: an exerimental test of the security-motivation hypothesis of Obsessive-Compulsive Disorder
Posttraumatische Belastungsstörungen
Hypnotherapie bei PTBS
Appel, PR (1999). A Hypnotically Mediated Guided Imaginary Intervention for Intrusive Imaginery: Creating Ground for Figure
Psychosomatik
Vorgehen bei psychosomatischen Patienten
Schlafstörungen
Walter, H; Lesch, OM; Stöhr, H; Grünberger, J; Gutierrez-Lobos, K (2006). Reaction to Pain Stimulus Before and During Hypnosis Measured by Pupillary Reaction
Hypnotherapie bei Kindern und Jugendlichen
Cohen, D; Olness; K; Colwell S. & Heimel, A. (1990). Entspannung und mentales Vorstellungstraining in der pädiatrischen Sprechstunde. Selbsthypnose in der Behandlung von 505 Kindern und Jugendlichen.
Anbar, RD & Slothower, MP (2006). Hypnosis for treatment of insomnia in school-age children: a retrospective chart review.
Hypnose in der Somatik
Fallbericht: Reduzierung der Blutungen unter Narkose
Fallbericht: Behandlung einer Zahnbehandlungsangst
Riegel, B (2009). Adjuvanter Einsatz der Hypnotherapie in der Behandlung onkologischer Patienten
Leistungssteigerung im Sport
Mentales Training
Lidgett, DR (2000). Enhancing Imagery Through Hypnosis: A Performance Aid for Athlets.
Morton, PA (2003). The Hypnotic Belay in Alpine Mountaineering: The Use of Self-Hypnosis for the Resolution of Sports Injuries and for Performance Enhancement.
Ablauf einer hypnotherapeutischen Sitzung
Kompetenz eines Hypnotherapeuten
Übungen
Zielsetzung & Themen
Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und die wichtigsten Anwendungsgebiete der Hypnotherapie. Ziel ist es, den Lesern eine fundierte Grundlage zu vermitteln, wie hypnotherapeutische Techniken effektiv bei verschiedenen Störungsbildern – von Suchterkrankungen und Depressionen bis hin zu Angst- und Belastungsstörungen – eingesetzt werden können, um die Selbstheilungskräfte und Ressourcen des Unbewussten zu aktivieren.
- Grundlagen und Geschichte der Hypnose
- Klinische Anwendungsfelder der Hypnotherapie
- Neurophysiologische Mechanismen von Trance und Suggestion
- Methoden zur Leistungssteigerung und Schmerzkontrolle
- Rolle des Therapeuten und hypnotherapeutische Kompetenz
Auszug aus dem Buch
Spiegel, D & Kosslyn, S (2004) Glauben ist Sehen: Die Neurophysiologie der Hypnose.
Dieser Artikel stellt grundlegende Gedanken zu einer Theorie der Hypnose vor und fasst neurowissenschaftliche Befunde, die für diese Ansicht sprechen, zusammen. Die Theorie basiert auf dem Gedanken, dass Hypnose die Aufmerksamkeit moduliert. Hierdurch wird a) das Gleichgewicht zwischen den Komponenten der Aufmerksamkeit derart verlagert, dass das exekutive System eine intensive Fokussierung auf internal erzeugte Vorstellungsbilder ermöglicht; b) das Gefühl, Verursacher von Handlungen zu sein, durch die Veränderung in der aufmerksamkeitsgerichteten Verarbeitung reduziert; c) die Erwartungshaltung während der Wahrnehmungsverarbeitung durch die Vorstellungsbilder, auf die fokussiert wird, beeinflusst, was wiederum die Wahrnehmung selbst beeinflussen kann.
Die hypnotisch induzierte Fokussierung auf die Erwartung, spezifische Stimuli zu erhalten, ist so stark, dass sie zu stabilen Illusionen führen kann oder dass vorhandene Wahrnehmungsobjekte in den Bereich außerhalb der bewussten Wahrnehmung verlegt werden. d) Das Ergebnis einer derartigen Verarbeitung ist, dass Personen unter Hypnose eher Wahrnehmungen manipulieren und auf Wörter reagieren, als Wörter zu manipulieren und auf Wahrnehmungen zu reagieren, wie das üblicherweise der Fall ist. Übereinstimmende Forschungsergebnisse bekräftigen die Tatsache, dass hypnotische Instruktionen, die Wahrnehmung zu verändern, zu kongruenten Veränderungen in den entsprechenden sensorischen Cortices führen, so dass die wahrgenommenen Veränderungen als real erscheinen.
Zusammenfassung der Kapitel
Geschichte der Hypnose: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Hypnose von Pater Gassner bis hin zu Milton Erickson.
Bühnenhypnose und Konzepte moderner Hypnotherapie: Hier werden Vorurteile gegenüber der Hypnose durch einen wissenschaftlichen Blick auf moderne Konzepte entkräftet.
Trance, Suggestion und Suggestibilität: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen hypnotischer Zustände und die Methoden zur Messung von Suggestibilität.
Suchterkrankungen: Der Fokus liegt auf der hypnotherapeutischen Behandlung von Sucht, insbesondere der Raucherentwöhnung.
Depression: Es wird der Ablauf einer hypnotherapeutischen Behandlung bei depressiven Patienten detailliert dargestellt.
Angststörungen: Dieses Kapitel beschreibt therapeutische Vorgehensweisen und Fallbeispiele bei verschiedenen Angstzuständen.
Posttraumatische Belastungsstörungen: Hier wird der therapeutische Einsatz bei traumatischen Erfahrungen thematisiert.
Psychosomatik: Das Kapitel widmet sich der Behandlung psychosomatischer Patienten und Schlafstörungen.
Hypnotherapie bei Kindern und Jugendlichen: Es werden spezifische hypnotherapeutische Ansätze für die pädiatrische Praxis erläutert.
Hypnose in der Somatik: Dieser Teil beleuchtet den Einsatz von Hypnose in der somatischen Medizin und Schmerzkontrolle.
Leistungssteigerung im Sport: Hier wird die Anwendung von mentalem Training zur Steigerung der sportlichen Leistung behandelt.
Ablauf einer hypnotherapeutischen Sitzung: Das Kapitel strukturiert den formalen Ablauf einer therapeutischen Hypnose-Sitzung.
Kompetenz eines Hypnotherapeuten: Hier werden die Qualifikationskriterien für seriöse Hypnotherapeuten definiert.
Übungen: Praktische Anleitungen für Selbsthypnose und mentale Techniken.
Schlüsselwörter
Hypnotherapie, Milton Erickson, Trance, Suggestibilität, Suchterkrankungen, Raucherentwöhnung, Depression, Angststörungen, Psychosomatik, Schmerzkontrolle, Mentales Training, Sportpsychologie, Neurowissenschaften, Neurophysiologie, Bildgebung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Einführung in die theoretischen Grundlagen und die praktischen Anwendungen der modernen Hypnotherapie, basierend auf dem Ansatz von Milton Erickson.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Behandlung von Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen Leiden sowie der Leistungssteigerung im Sport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hypnotherapie als wissenschaftlich fundiertes Verfahren effektiv in therapeutische Konzepte integriert werden kann, um Patienten zu befähigen, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden sowohl theoretische Abhandlungen als auch empirische Studien (z.B. mittels PET und fMRT) herangezogen, um die Wirksamkeit und die neurologischen Grundlagen der Hypnose zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Anwendungsgebiete bei verschiedenen Störungsbildern, Methoden der Sitzungsgestaltung, Techniken zur Schmerzreduktion und spezifische Ansätze für besondere Zielgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hypnotherapie, Milton Erickson, Trance, Suggestibilität, Neurophysiologie, Ressourcenorientierung und Selbsthypnose.
Wie hilft Hypnose konkret bei der Raucherentwöhnung?
Hypnose hilft, durch die Nutzung der "Entsprechung von Symptom und hypnotischem Phänomen" neue, rauchfreie Identitäten zu etablieren und durch das Setzen paradoxer Interventionen den Suchtdruck zu minimieren.
Warum ist die "Stellvertreter-Technik" bei Psychosomatik nützlich?
Sie ermöglicht eine Einführung der Beobachterperspektive, durch die der Patient Distanz zu seinem Symptom gewinnen und leichter Informationen über hilfreiche Verhaltensänderungen erhalten kann.
Kann man durch Hypnose die Prüfungsangst überwinden?
Ja, durch Techniken wie Zeitprogression und die Transformation von Problemphänomenen in konstruktive Ressourcen wird der Patient befähigt, die Prüfungssituation gelassener und mit besserem Abruf der eigenen Kenntnisse zu meistern.
- Quote paper
- Björn Riegel (Author), 2010, Einführung in die Hypnotherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143353