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Die internationale Krise um die Mandschurei und die deutsch-sowjetischen Beziehungen

Title: Die internationale Krise um die Mandschurei und die deutsch-sowjetischen Beziehungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Reiß (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Sebastian Haffner überschreibt sein Werk über die Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit als Teufelspakt. Eigentlich meinte er damit zwar der Hitler-Stalin-Pakt von 1939, jedoch charakterisiert diese Überschrift sehr treffend die Diskontinuität im Verhältnis der beiden Länder von 1917 bis 1941, mit all seinen Wandlungen und Widersprüchlichkeiten und der Ambivalenz, die einem Teufelspakt innewohnen muss. Nach dem Vertrag von Brest-Litowsk und nach Rapallo im Zweckbündnis vereint, als die Underdogs von Versailles. In den darauffolgenden Jahren in ideologisch gegensätzlicher Koexistenz benachbart. Dann wiederum einerseits misstrauisch andererseits opportun gegenüberstehend. Seit dem Antikomminternpakt ideologisch konfrontiert, dennoch gegen Polen wieder zwielichtig paktierend, um zuletzt mit unerbittlicher Härte gegeneinander Krieg zu führen.
Eine Ambivalenz, die sich auch in der unterschiedlichen Haltung zum seit der Wirtschaftskrise in den frühen 1930er-Jahren seinem Ende entgegensehenden Völkerbund ausdrückte. Die Geschichte der Beziehungen der beiden Diktaturen musste immer auch mit der Geschichte der internationalen Beziehungen aller großen, welt-weit agierenden Staaten, ob sie nun Völkerbundsmitglieder waren, werden wollten oder diesen Status abzustreifen ersuchten, unlösbar verknüpft sein.
Eine in die Zeit der Abrüstungsverhandlungen fallende und für die Entwicklung des Völkerbundes ebenso wie für den Weg zum Antikomminternpakt entscheidende Episode deutsch-sowjetischer Beziehungen war die internationale Krise in Fernost. Die japanische Okkupation einer chinesischen Provinz namens Mandschurei, war eine zwar indirekte, deswegen aber keineswegs unwichtige Episode deutsch-sowjetischer Beziehungen. Diese Krise offenbarte zum einen die Schwäche der Sowjetunion und zum anderen die Schwäche des Völkerbundes. In der Folge eröffnete sie eine neue Phase der japanischen und der deutschen Außenpolitik. Angesichts der Unentschlossenheit gerade jener Völkerbund-Mitglieder, die an der Aufrechterhaltung des Versailler Vertrages interessiert sein mussten, trauten sich japanischen Strategen und die Regierung des Deutschen Reiches, mit zunehmender Unverhohlenheit, außenpolitisch immer machtvoller zu agieren.
Neben der Darstellung der Mandschurei-Krise und dessen internationalen Kontextes, sind die Vorboten eines zunehmend angespannten Verhältnisses zwischen den beiden Diktaturen Gegendstand dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Mandschurei-Krise im Geflecht der internationalen Beziehungen

2.1 Die Mandschurei zwischen Japan und China

2.1.1 Die Mandschurei

2.1.2 Der Überfall

2.1.3 Manchukuo

2.2 Die Mandschurei zwischen der U.d.S.S.R. und Japan

2.2.1 Anhaltendes Mistrauen

2.2.2 Die Gefahr der Eskalation

2.3 Die Mandschurei-Krise im Völkerbund

2.4 Die deutsche Haltung zur Krise

2.4.1 in der Tradition des auswärtigen Amtes

2.4.2 unter Hitler

3. Die Konsequenzen aus der Mandschurei-Krise

4. Schlussbemerkung

5. Quellen und Literatur

5.1 Quellen

5.2 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Mandschurei-Krise der 1930er Jahre als einen zentralen Wendepunkt in der internationalen Politik der Zwischenkriegszeit. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der Krise auf die deutsch-sowjetischen Beziehungen sowie die Entwicklung der japanischen und deutschen Außenpolitik zu analysieren und dabei die Schwäche des Völkerbundes als ordnungspolitischen Akteur aufzuzeigen.

  • Die Eskalation des Konflikts zwischen Japan und China in der Mandschurei.
  • Das Spannungsfeld zwischen der Sowjetunion und Japan im Kontext der territorialen Bedrohung.
  • Die Rolle des Völkerbundes und dessen Handlungsunfähigkeit in der Krise.
  • Die Transformation der deutschen Außenpolitik von der Weimarer Tradition hin zum Nationalsozialismus.
  • Die Vorboten des Antikomminternpakts und die außenpolitische Neuorientierung totalitärer Staaten.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Die Gefahr der Eskalation

Japanische Beschwichtigungen, sowjetische Transportrechte würden durch die militärische Intervention nicht berührt und eigene Truppentransporte würden bezahlt, leiteten langhaltende Verhandlungen zwischen der U.d.S.S.R. und Japan ein. Eine neues sowjetisches Angebot zu einem Nichtangriffspakt wurde aber von der japanischen Regierung nicht beantwortet. Für die nahezu wehrlose Sowjetunion war dies eine massive Bedrohung. Die Rote Armee sah sich mit der Tatsache konfrontiert, dass auf gerade jenen Eisenbahnstrecken, für die ihre Führung eigentlich Rechte geltend machen müsste, der japanische Aufmarsch an die Grenzen Sibiriens stattfindet, während man für die Versorgung von Wladiwostok jetzt vollständig von der Zustimmung der Japaner abhängig war. Die zeitlich begrenzte Ausweitung der Kämpfe zwischen Japanern und Chinesen in Schanghai musste für die Rote Armee die Befürchtung wecken, der Eroberung die Mandschurei sei nicht das Ende, sondern erst der Anfang gewaltsamer japanischer Expansion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Mandschurei-Krise in den Kontext der deutsch-sowjetischen Beziehungen während der Zwischenkriegszeit ein und definiert sie als Vorboten für die künftige geopolitische Spannungsentwicklung.

2. Die Mandschurei-Krise im Geflecht der internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Interessenkonflikte zwischen Japan und China, die Bedrohungslage für die Sowjetunion sowie die zögerliche Reaktion des Völkerbundes und die wechselhafte deutsche Außenpolitik.

3. Die Konsequenzen aus der Mandschurei-Krise: Das Kapitel erläutert, wie das japanische Vorbild und die Schwäche des internationalen Systems die Außenpolitik des Dritten Reiches maßgeblich beeinflussten und den Weg in den Antikomminternpakt ebneten.

4. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung bilanziert die Krise als Wegbereiter für den kommenden Krieg und als Symptom für den Zerfall der Nachkriegsordnung.

5. Quellen und Literatur: Dieses Verzeichnis listet die für die Untersuchung herangezogenen diplomatischen Dokumente sowie die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Mandschurei-Krise, Völkerbund, Sowjetunion, Japan, Deutschland, Außenpolitik, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Antikomminternpakt, Zwischenkriegszeit, Kwantung-Armee, Geopolitik, Revisionspolitik, Lytton-Bericht, Friedenssicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die internationale Dimension der Mandschurei-Krise Anfang der 1930er Jahre und deren Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Weltmächten, insbesondere in Bezug auf Japan, die Sowjetunion und das Deutsche Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der japanischen Expansion, der diplomatischen Handlungsunfähigkeit des Völkerbundes, der Bedrohung der sowjetischen Interessen sowie dem Wandel der deutschen Außenpolitik nach 1933.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Mandschurei-Krise als Katalysator für eine aggressivere Außenpolitik des NS-Regimes fungierte und die Schwäche der internationalen Friedensordnung verdeutlichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Primärquellen, diplomatischer Dokumente und relevanter Fachliteratur, um die Kausalzusammenhänge der damaligen Außenpolitik aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der regionalen Konflikte in der Mandschurei, die Reaktionen der Sowjetunion, das Scheitern des Völkerbundes an der Krise sowie den ideologischen Wandel innerhalb des deutschen Auswärtigen Amtes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mandschurei-Krise, Völkerbund, deutsch-sowjetische Beziehungen, japanischer Expansionismus und deutsche Revisionspolitik.

Warum war der Verkauf der chinesischen Osteisenbahn (C.E.R.) für die Sowjetunion so wichtig?

Der Verkauf war ein notwendiges Zugeständnis Moskaus, um einen drohenden Krieg mit Japan zu vermeiden, da die Sowjetunion aufgrund des laufenden Fünfjahresplans militärisch und ökonomisch geschwächt war.

Welche Rolle spielte die sogenannte "Wilhelmstraße" in diesem Kontext?

Das Auswärtige Amt, symbolisiert durch die "Wilhelmstraße", befand sich in einem internen Transformationsprozess zwischen der vorsichtigen Tradition der Weimarer Zeit und der forscheren, ideologisch geprägten Außenpolitik unter Hitler.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Mandschurei-Krise auf das Deutsche Reich?

Der Autor sieht in der Mandschurei-Krise ein "Präzedenzfall" für den eigenmächtigen Revisionismus, der Hitler dazu animierte, ebenfalls die Grenzen des Völkerbund-Systems zu ignorieren und eine neue außenpolitische Dynamik zu entfalten.

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Details

Title
Die internationale Krise um die Mandschurei und die deutsch-sowjetischen Beziehungen
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department für Geschichte)
Course
Der Teufelspakt - Die deutsch-sowjetischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit
Grade
1,7
Author
Stefan Reiß (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V143406
ISBN (eBook)
9783640517565
ISBN (Book)
9783640517763
Language
German
Tags
Mandschurei Manchukuo U.d.S.S.R. Japan China Völkerbund Mandschurei-Krise Auswärtiges Amt Russland Südmandschurische Eisenbahn Kwantung-Armee Chiang Kaishek Tanaka Mukden-Zwischenfall K.P.d.S.U. Wladivostok Fünfjahresplan Molotov Wilhelmstrasse Radek Pazifikkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Reiß (Author), 2009, Die internationale Krise um die Mandschurei und die deutsch-sowjetischen Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143406
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