Möglichkeiten zur Förderung der Work - Life - Balance


Seminararbeit, 2009
28 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsübersicht

A. Einleitende Darstellung
I. Die Work – Life – Balance und ihre Daseinsberechtigung
II. Problemaufriss
III. Gang der Untersuchung

B. Allgemeines Verständnis

C. Der Slogan „Work – Life – Balance“ und seine Definition
I. Individualität als zu berücksichtigender Faktor
II. Definition – „Work – Life – Balance“

D. Gesetzliche Grundlagen

E. Hintergrund der zunehmenden Präsenz

F. Work Life Balance vs. Arbeitswissenschaft

G. Work – Life – Balance vs. Beruf & Familie
I. Geschlechtsspezifische Differenzierung hinsichtlich der noch typischen Familienwelt
II. Forschungen für eine familienfreundlichere Arbeitswelt als Grundlage der Förderung der Work – Life – Balance

H. Ursache fehlender Sensibilität
I. Volkswirtschaftliche Auswirkungen
II. Private Auswirkungen
III. Etwaige Folgen der Auswirkungen

I. Work – Life – Balance und ihr Kernziel – Gesunde Zufriedenheit

J. Balance als integratives Ziel

K. Möglichkeiten zur Förderung der Work – Life – Balance
I. Möglichkeiten auf der Mikroebene
1. Mögliche Förderung im segmentativen Bereich
2. Mögliche Förderung durch Hilfestellungen bei Betreuungspflichten
3. Mögliche Förderung durch zugebilligte Arbeitsbefreiungen
II. Mögliche Förderung durch integrative Politik
1. Mögliche Förderung durch Flexibilisierung in zeitlicher Hinsicht
2. Mögliche Förderung durch Flexibilisierung in räumlicher Hinsicht
III. Mögliche Förderung durch die Personalentwicklung

L. Möglichkeiten auf der Makroebene
I. Mögliche Förderung durch Umgestaltung der Unternehmenskultur
II
II. Mögliche Förderung durch bessere Entlohnung
III. Mögliche Förderung durch Vorbildverhalten in der Führungsebene
IV. Mögliche Förderung durch ausreichende Kommunikation

M. Fazit

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Abkürzungsverzeichnis

Verweis: Hildebert / Kirchner, Abkürzungsverzeichnis der Deutschen Rechtsprache, 6. Auflage 2008, Berlin – New York

A. Einleitende Darstellung

I. Die „Work – Life – Balance“ und ihre Daseinsberechtigung

Die Menge, der in den letzten Jahren zu dem Slogan “Work – Life - Balance“ bekannt gegebenen Schriften, Herausgaben und Veröffentlichungen ist stetig angestiegen.

Und da deren Inhalte, überwiegend den Eindruck vermitteln, dass sie einen Appell an die Lebensführung der vornehmlich qualifiziert arbeitenden Menschen, insbesondere ihrer sie beschäftigenden Unternehmen richten, hat sich das anhäufende Schrifttum auch wahrnehmbar erhöht.

Hinsichtlich dessen und der neu aufkommenden Praxis, zeichnet sich dabei als ein geradezu innewohnender Aspekt, die Auseinandersetzung mit den Angelegenheiten der möglichen Vereinbarkeit, von Beruf und Familie im heutigen Berufsleben ab, wobei

jedoch berücksichtigt werden muss, dass das Spektrum, was unter dem Slogan „Work Life Balance“, in Wort und Schrift abgehandelt wird, sich stet erweitert.

Gerade zu der sich stellenden Problematik ihrer Vereinbarkeit, neben anderen, zählen zu der „Work – Life – Balance“, die mit der wandelnden Zeit, sich zunehmend ändernden Leistungsanforderungen, Ansprüche und die wachsende Beanspruchung der Menschen in ihren Berufen.

War es früher gegeben, dass die Menschen sich überwiegend selbst versorgend lebte und es daher keiner Trennung zwischen Arbeits- und Berufsleben bedurfte, so erfuhren mit der Zeit und der permanent steigenden Bürokratisierung, die beiden Bereiche unterschiedliche Prägungen - hinsichtlich der in die gesellschaftliche Struktur eingebetteten, institutionalisierten Verhaltensregeln[1] und der freien, der nach der Erwerbstätigkeit folgenden privaten Zeit.[2]

Ob der zahlreichen Schriften aber, die sich nunmehr mit den Slogan „Work – Life – Balance“ auseinandergesetzt haben, ist es bisher nicht gelungen, für diesen eine eindeutig definierende Begrifflichkeit zu finden. Des Weiteren ist es auch augenscheinlich, dass der Slogan „Work- Life – Balance“, noch längst nicht abschließend, gerade hinsichtlich seiner Verkettung zu den unterschiedlichsten Lebensbereichen, untersucht wurde.

Vielmehr, scheint er zunächst nur ein ungenauer, ein unpräziser Ausdruck für die verschiedenartigen Schilderungen oder darstellenden Veranschaulichungen von Verknüpfungen der Erwerbstätigkeit der Menschen und ihrer außerhalb ihres Berufes verfolgten Beschäftigungen zu sein. Daher wird in der vorliegenden Arbeit disputiert, ob sich aus dem warum der zunehmenden Präsenz des Themas, unter Zuhilfenahme der unterschiedlichsten Perspektiven, wie der der Arbeiter - und Unternehmersichten, unter Zuhilfenahme der Arbeitswissenschaft, Eingrenzungen und Möglichkeiten zur Förderung des Slogans „Work – Life – Balance“ finden lassen.

II. Problemaufriss

Stützend auf den Slogan „Work – Life – Balance“, soll hier die Frage gestellt werden, ob es Möglichkeiten gibt, die eine ausgewogene Balance zwischen der Arbeitzeit und der Zeit außerhalb derer herstellen können bzw. sie gegebenenfalls erhalten, da die Zeit häufig dazu genutzt wird, um quantitativ Konflikte zu ermitteln.[3]

Hierbei soll die üblich zurückgedrängte Subjektivität der „Work – Life – Balance“, stärker Berücksichtigung finden, sodass auch die mittelbar aufgewendete Energie[4], als kaum messbarer Faktor, zumindest in vergleichender Darlegungsform mit einfließen kann.

Daher liegt das Augenmerk darauf, etwaige unterschiedliche Möglichkeiten, die von Unternehmen genutzt werden könnten, in ihrer Vielfalt darzulegen, um sodann ihre Sinnhaltigkeit und Auswirkung auf die „Work – Life – Balance“ des Individuums feststellen zu können, damit im besten Fall Unternehmen, sich dem für sie noch problematischen Thema nähern und seine für sie positive Wirkung begreifen können.

III. Gang der Untersuchung

Zur tiefgehenden Aufarbeitung wird zunächst der Slogan „Work – Life – Balance“ als Basis zur Argumentationsfindung aus verschiedenen Blickpunkten beleuchtet, um ihn seiner Begrifflichkeit nach, hinsichtlich seiner Grundlagen und Ursachen, eine zunächst zweckmäßige Definition zu geben, um sodann die zunehmende Popularität zu hinterfragen, sowie den alltäglichen Zusammenhängen und Auswirkungen auf den Grund zu gehen, damit aus dem erarbeiteten Grundverständnis selbst, etwaige Möglichkeiten zur Förderung der „Work – Life – Balance“ erarbeitet werden können.

B. Allgemeines Verständnis

Der Slogan „Work –Life – Balance“ ist bei näherer Betrachtung grundlegend nachvollziehbar. Er bietet als solches vom Wortlaut her, nur wenig Raum für Spekulationen. Die Person jedoch, die sich mit ihm ggf. auseinandersetzt, vor allem, weil sie selbst im Berufsleben steht, kann er einen Anreiz vermitteln, hinsichtlich der von ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit, schon im heutigen, schneller werdenden Berufsleben erlebten Stressfaktoren, aus diesen motiviert, sich näher mit ihm zu befassen bzw. sofern eine Auseinandersetzung mit der „Work – Life – Balance“ vor allem in der beruflichen Umgebung noch nicht Einzug gehalten hat, seine allgemeinverständliche Grundaussage, -Work – Life – Balance-, als Zustand sich hinsichtlich dessen positiven Ausdrucks zunehmend herbeizuwünschen.

Dabei ist es doch bekannt, dass es in vielen Unternehmen schon eine zahlreiche Menge von vergleichbaren Konzeptionen gibt, die grundsätzlich geläufig sind, nun aber nur durch den Slogan „Work – Life – Balance“ einen neuen Auftrieb erfahren.

Hinsichtlich derer, werden ja schon die Anpassungsfähigkeiten der Unternehmen an die individuellen Situationen der Arbeitnehmer aufgezeigt, besonders bezüglich ihres Privatlebens, eingehend ihrer Familien. Und dies wird vor allem, durch die bestehenden Bemühungen der Unternehmen, mittels Darbietungsoffensiven hinsichtlich von Freizeitangeboten, Sport – und anderen Möglichkeiten, wie die zur Weiterbildung und Kinderbetreuung zur Vermeidung von Stressfaktoren bei ihren Arbeitnehmern, deutlich.

Diesbezügliche Parallelen sind auch im englischsprachigen Raum führender Wirtschaftsländer erkennbar,[5] wobei es auch hierbei die nicht unbekannten Wegbereiter gibt, an die mit den angerissenen Themen ein Bezug hergestellt wird. So zeigt die allgemein untersuchende Auseinandersetzung dort zwischen der Beziehung von Berufswelt und dem „übrigen Leben“, hinsichtlich der langjährigen Untersuchungen von Beruf und Familie, auch schon traditionelle Züge.

Wurde in der Vergangenheit, vorzugsweise ein Augenmerk auf die spezifische Situation von Müttern hinsichtlich ihrer Reibungspunkte, berufliche Tätigkeit und die Pflichten der Betreuung gerade jüngerer Kinder gerichtet, so zielt der gegenwärtige Blick eher, wie auch in Deutschland, auf das Zusammenspiel unterschiedlicher Arbeits – und Lebenssparten beider Geschlechter ab, um möglichst eine familiengerechtes Arrangement in der Arbeitswelt zu finden - um so auch mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Betrachtung, eine familienfreundlichere Personalpolitik in Gang setzen zu können.[6] Betreffend dieser aufgezeigten Blickpunkte und hinsichtlich des immer beliebter werdenden Slogans der „Work – Life – Balance“, zeigt sich, dass sich die aufdrängenden Fragen und Probleme zu diesem populärer werdenden Thema, wohl eher ausweiten werden, wenn nicht proportional und vor allem zeitnah, mit Blick auf die gegenwärtige Praxis, immer wieder neu, wohl fundierte Antworten erarbeitet werden.

C. Der Slogan – „Work – Life – Balance“ und seine Definition

Die Slogan „Work – Life – Balance“, hat bisher, wie oben schon angeführt, noch keine genaue Definition erfahren. Hält man in der Literatur Ausschau, um ihn erklärt oder ggf. schon beschrieben zu finden, so stößt man in der Regel durchweg nur auf sehr allgemeine gehaltene Begriffsbestimmungen. Auffällig dabei ist, dass oft nur nach der Beurteilung durch den Proband in eigener Person gefragt und seine ggf. vorhandene Begnügung mit seiner Arbeits- und Lebenssituation als „Work – Life – Balance“ verstanden wird.

Jedoch ist dabei prekär, das zumeist die Auswirkungen einer „Balance“ mit dem Sinngemeinten der „Work – Life – Balance“ auf eine Stufe gestellt werden.[7] Der Slogan „Work – Life – Balance“ kann so nur schwerlich eine Eingrenzung erfahren.

Außerdem wird im Schrifttum, gemäß den schon vollzogenen Analysen, unter dem Slogan „Work – Life – Balance“, weitestgehend nur abgehandelt, ob die Zeit in ihrem Umfang in einem korrekten Verhältnis zum einer beruflichen Tätigkeit steht. Jedoch werden darüber hinaus, mit nachschauendem Blick, die Kontroversen zwischen Beruf und Familie unter die Lupe genommen, ob diese Gebiete ggf. mit subjektiven Präferenzen konform seien.

Hinsichtlich dessen, schiene es daher wohl nicht gewagt, die Konsequenzen sich stetig erhöhender Arbeitszeiten, mit Rücksicht auch auf deren geschlechtliche Verteilung aufzugreifen, um somit dem in der Gesellschaft zunehmend ansteigenden Problem der „Work – Life – Balance“ Lösungswege aufzeigen zu können.

Versteht eine Ansicht in der Literatur, übergeordnet unter der Bezeichnung „Work – Life – Balance“, nur die Kennzeichnung eines Themengebietes,[8] so geht eine andere davon aus, dass es sich hinsichtlich dieses Themas, um ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf – und Privatleben handelt, wobei das Ziel verfolgt wird, private Interessen und Familienleben mit den Anforderungen der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. Bei wiederum anderen, wird in der Überschrift dieses Komplexes die Meinung vertreten, die „Work – Life – Balance“ sei nur ein Zustand, bei dem im besten Fall Beruf und Privatleben miteinander harmonisieren. Teils, wird es sogar angeführt, dass die „Work – Life – Balance“ dahingehend zu verstehen sei, das sie nur den Gehalt der Arbeit in einen passenden Blickwinkel zum Leben als solches rücken soll.[9] Der Wortlaut der „Work – Life – Balance“ selbst, wird also in verschiedenster Art und Weise aufgefasst und interpretiert und bedarf daher einer näheren Betrachtung, gerade weil ihm bei allen Interpretationen immanent ist und sein wird, dass er letztendlich eine Bewertung für die Gegebenheiten darstellt, die bei jeder Person im Verhältnis Beruf und Arbeit aus der Natur der Sache, mehr oder weniger verschiedenartig sind. Dies wohl auch gerade deshalb, weil jede interpretierende Person, für sich ein Individuum ist und daher die „Work – Life – Balance“ aus diesem heraus, mannigfaltige Unterschiede erfährt.

I. Individualität als zu berücksichtigender Faktor

Daher sind bei Fragen, die sich hinsichtlich der „Work – Life – Balance“ ergeben, um auch der Vielfältigkeit des Lebens gerecht zu werden, grundlegend, die Individualität und die Situation einer Person, für die sie im Zeitpunkt der aufgestellten Frage ermittelt werden soll, hinsichtlich der Effizienz zu berücksichtigen, wobei diese sich schon regelmäßig daraus ergeben wird, dass jede Person als solche in Abhängigkeit von u.a. Lebensalter und Lebensumständen einen anderen Fokus in ihrem Leben hat.

Während die eine Person, eine bestimmte Auffassung von Lebensführung hat, teilt wiederum eine andere diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.

So ist vermutlich, ein Teil der Gesellschaft, respektive der Eltern, neben der beruflichen Karriere eher dazu geneigt, die verbleibende Zeit, über die Arbeit hinaus, seinen Kindern zu widmen. Ein anderer Teil aber, vornehmlich der Kinderlosen, wird dagegen wohl eher zum Beruf einen Ausgleich wie Sport oder andere kulturelle Möglichkeiten favorisieren. Hinsichtlich beider Kategorien aber, ist es bei der Ermittlung der „Work – Life - Balance“ zu beachten, das individuelle Merkmale, wie die Generation der die jeweilige Person angehört, berücksichtigt werden. Ebenfalls müssen die etwaigen sozialen Hintergründe mit einfließen. Wichtig hierbei ist zum Beispiel, welcher Schicht die betreffende Person angehört, ob sie einer Tätigkeit nachgeht, sie unter Umständen einer der derzeitig Millionenfachen Arbeitslosen, Jugendlicher, Erwachsender, Rentner, männlich oder weiblich ist und neben diesen insbesondere, wie der bisherige Bildungsweg der jeweiligen Person war.

Zwar sollte im Allgemeinen, die „Work – Life – Balance“ für alle Erwerbstätigen als erstrebenswert gelten. Jedoch, so hat sich gezeigt, ist sie besonders von Bedeutung, bei jenen hoch qualifizierten Berufen, die mit besonderer Verantwortung verbunden sind. Besondere Verantwortung heißt mehr Stress. Mehr Stress bedeutet, dass jene Berufe besonders anfällig sind für Fehler, die gerade dort möglichst nicht auftreten sollten.

So kann es sich im speziellen Falle eines Unfalls - infolge eines Pilotenfehlers, einer Fehlbehandlung eines Arztes, Fehlberatung eines Bankers oder Juristen oder Managers, nachhaltiger im negativen Sinne auswirken, als wenn zum Beispiel ein Dreher an einer Werkbank, ein metallenes Eisenstück falsch bearbeitet, das ohnehin im nachhinein noch der Qualitätskontrolle unterliegt.

[...]


[1] Vgl Perlow, 1998, S.328.

[2] Vgl. Hoff/ Hörrmann – Lecher, 1992, S.55

[3] Vgl. Greenhaus/Beutell, 1985,S. 76ff.

[4] Vgl. Peseschkian 2002, S.31

[5] Vgl. Johnson, Lero u. Rooney,2001, S.150;Vgl. Gerlmaier u Kastner,2001, S.195-226

Im englischsprachigen Raum führender Wirtschaftsländer ist die Möglichkeit der Erreichung einer „Work – Life – Balance“ ein fast gleichwertiges Ziel wie ein guter Verdienst

[6] So auch Marianne Resch 2003, S. 2

[7] Vgl. Clark, 2000, S.751

[8] Vgl. Marianne Resch, 2003, S.2

[9] Susann Cramm:Your Work our Life,in:CIO Magazine, Juni 2005,Jg.18,Nr.16, ISSN0894-9301,S.38-40

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten zur Förderung der Work - Life - Balance
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Personalmanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V143426
ISBN (eBook)
9783640516759
ISBN (Buch)
9783640516636
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine, für dieses hierzulande noch schwierige Thema, eindeutig gute Arbeit.
Schlagworte
Work - Life - Balance / Personalmanagement
Arbeit zitieren
Sirko Archut (Autor), 2009, Möglichkeiten zur Förderung der Work - Life - Balance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143426

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