Theorie und Praxis der Demokratie und der Demokratietheorien stehen vor neuen Herausforderungen. Während erstere im internationalen Weltgeschehen in ihren vielfältigen Formen den Beweis ihrer Wirksamkeit erbringt, ist die Theorie gefordert, die praktischen Erfahrungen mit den verschiedenen Demokratieformen und Demokratievorstellungen zu vergleichen und systematische Zusammenhänge zu konstruieren. Dabei ist vor allem ein besseres Verständnis über die Demokratie, ihrer historischen Entwicklung und den Wirkungszusammenhängen mit den historischen Ereignissen gefragt. Diese Arbeit konzentriert sich auf die Rekonstruktion der Entwicklung des Demokratiebegriffs. Zudem wird danach gefragt, in welcher Relation die daraus rekonstruierten Vorstellungen von Demokratie zur tatsächlichen Staatsform sowie den ideologischen Implikationen. Beispielhaft wird dafür die Antike (Aristoteles), die frühe Neuzeit (Hobbes und Locke) sowie moderne Demokratietheorien (Kommunitarismus) untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff und Gegenstand der Demokratietheorie: „Idee“ und „Geschichte“
2.1 Dimension des Demokratiebegriffs
2.2 Historische Verortung des Demokratiebegriffs
3. Konzeptionelle Zusammenhänge zwischen Demokratievorstellungen und historischen Ereignissen
3.1 Aristoteles
3.2 Frühe Neuzeit
3.3 Demokratievorstellungen in der Moderne: Kommunitarismus
3.3.1 Politikgestaltung in der modernen Demokratie
4. Ideengeschichtliche Entwicklung des Demokratiebegriffs – ein Vergleich der Demokratiebegriffe
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die ideengeschichtliche Entwicklung des Demokratiebegriffs von der Antike bis in die Moderne zu rekonstruieren und in Bezug zu den jeweiligen zeitgenössischen politischen Staatsformen und Ideologien zu setzen.
- Historische Herleitung und Wandlung des Demokratiebegriffs
- Vergleich der Demokratietheorien von Aristoteles, Hobbes und Locke
- Rolle des Kommunitarismus in der modernen Politik
- Zusammenhang zwischen politischer Theorie, Gemeinwohl und gesellschaftlicher Identität
- Einfluss von Krisen und Gefahrenpotentialen auf Demokratietheorien
Auszug aus dem Buch
3.1 Aristoteles
Die antiken Denker (Platon, Aristoteles) haben im Rahmen der Polis erstmals diese politische Form hinterfragt und analysiert. Der Begriff „Polis“, von dem unser heutiger Begriff „Politik“ abstammt, bezeichnete das Gemeinwesen der Bürger, d. h. unseren heutigen Staat. Zentral in Aristoteles Werk ist die dort zum ersten Mal eingeführte Trennung zwischen dem öffentlich und dem privaten Leben: „Die Gemeinschaft der Menschen gliedert sich von der kleineren zur größeren Gemeinschaft. Erst kommt das Haus mit der Familie, dann das Dorf, danach die Polis, darüber der Staat und dann schließlich die ganze Welt.“.
Alle wirtschaftlichen Belange wurden dabei der Hausgemeinschaft zugeordnet, die Politik umfasst nur das politische Zusammenwirken der gleichgestellten Bürger. Die Polis bestand aus einer Verfassung und den Ämtern und die Bürger dieser Ordnung hatten an der beratenden, regierenden oder richterlichen Gewaltteil. Die Politik gehört für Aristoteles zum Bereich der praktischen Philosophie und ist zugleich eine Fortsetzung der Ethik. Ziel seiner Ethik ist, herauszufinden, was für den Menschen das Gute ist. Das Gute ist dabei für den Menschen die Glückseligkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen moderner Demokratietheorien und definiert das Vorhaben, den Demokratiebegriff ideengeschichtlich zu rekonstruieren.
2. Begriff und Gegenstand der Demokratietheorie: „Idee“ und „Geschichte“: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Dimension des Begriffs sowie die Notwendigkeit einer historischen Einordnung der Demokratietheorie.
2.1 Dimension des Demokratiebegriffs: Hier wird der Fokus auf den Geltungsbereich der Demokratie und die Abgrenzung von Staat und Gesellschaft gelegt.
2.2 Historische Verortung des Demokratiebegriffs: Das Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen historischen Ereignissen, kollektiver Identität und der Definition demokratischer Werte.
3. Konzeptionelle Zusammenhänge zwischen Demokratievorstellungen und historischen Ereignissen: Es werden Vergleichsdimensionen festgelegt, um verschiedene Demokratievorstellungen anhand von Gefahrenpotentialen und historischem Kontext zu klassifizieren.
3.1 Aristoteles: Die Untersuchung befasst sich mit der antiken Konzeption der Polis, der Trennung von privatem und öffentlichem Leben sowie der Definition der besten Staatsform.
3.2 Frühe Neuzeit: Das Kapitel analysiert den Liberalismus bei Hobbes und Locke unter dem Aspekt des Naturzustands und der Sicherung von Freiheitsrechten.
3.3 Demokratievorstellungen in der Moderne: Kommunitarismus: Hier wird der Kommunitarismus als Gegenentwurf zum Liberalismus hinsichtlich sozialer Identität und Wertekonsens dargestellt.
3.3.1 Politikgestaltung in der modernen Demokratie: Dieser Abschnitt thematisiert die veränderte Struktur der Politikgestaltung und die Interdependenz zwischen Politik und gesellschaftlichen Organisationen.
4. Ideengeschichtliche Entwicklung des Demokratiebegriffs – ein Vergleich der Demokratiebegriffe: Das Kapitel synthetisiert die Erkenntnisse und stellt die Entwicklung von antiken gesinnungsethischen Ansätzen hin zu modernen kommunikationstheoretischen Theorien dar.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie sich Gemeinwohlorientierung im historischen Verlauf unterschiedlich auf die Freiheit der Bürger auswirken kann.
Schlüsselwörter
Demokratietheorie, Ideengeschichte, Aristoteles, Liberalismus, Kommunitarismus, Staatsform, Gemeinwohl, Politikgestaltung, Historischer Kontext, Freiheit, Gewaltenteilung, Demokratiebegriff, Politische Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ideengeschichtlichen Entwicklung des Demokratiebegriffs und dessen Bedeutung von der Antike bis ins 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Verortung von Demokratie, der Wandel von Herrschaftsverständnissen und das Spannungsfeld zwischen Staat und Individuum.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, in welcher Relation die aus der Ideengeschichte rekonstruierten Demokratievorstellungen zur tatsächlichen Staatsform sowie zu den ideologischen Implikationen stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-vergleichende Methode angewandt, um die verschiedenen Demokratietheorien systematisch zu klassifizieren und ihre Zusammenhänge mit historischen Ereignissen zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert exemplarisch das antike Denken (Aristoteles), den Liberalismus der frühen Neuzeit (Hobbes, Locke) und den modernen Kommunitarismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Demokratietheorie, Ideengeschichte, Staatsform, Gemeinwohl und politischer Liberalismus charakterisieren.
Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Aristoteles von der der frühen Neuzeit?
Aristoteles fokussiert auf die Tugendhaftigkeit der Bürger in der Polis, während der Liberalismus der Neuzeit den Schutz von Freiheitsrechten und die Begrenzung staatlicher Macht durch Verträge in den Vordergrund stellt.
Welche Rolle spielt der Kommunitarismus für das Verständnis moderner Demokratie?
Der Kommunitarismus betont die Bedeutung gemeinschaftlicher Identität und Werte für die soziale Ordnung, was als Gegenpol zur liberalen Betonung des Individuums fungiert.
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- Birgit Schröer (Autor:in), 2009, Der Demokratiebegriff in der politischen Ideengeschichte vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143430