Der Demokratiebegriff in der politischen Ideengeschichte vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2009

12 Seiten


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Begriff und Gegenstand der Demokratietheorie: „Idee“ und „Geschichte“
2.1 Dimension des Demokratiebegriffs
2.2 Historische Verortung des Demokratiebegriffs

3. Konzeptionelle Zusammenhänge zwischen Demokratievorstellungen und historischen Ereignissen
3.1 Aristoteles
3.2 Frühe Neuzeit
3.3 Demokratievorstellungen in der Moderne: Kommunitarismus
3.3.1 Politikgestaltung in der modernen Demokratie

4. Ideengeschichtliche Entwicklung des Demokratiebegriffs – ein Vergleich der Demokratiebegriffe

5. Fazit

Literatur

1. Einleitung

Praxis wie Theorie der Demokratie und der Demokratietheorien stehen vor neuen Herausforderungen. Während erstere im internationalen Weltgeschehen in ihren vielfältigen Formationen den Beweis ihrer Wirksamkeit Effizienz erbringt, ist die Theorie gefordert, die praktischen Erfahrungen mit den verschiedenen Demokratieformen und Demokratievorstellungen zu vergleichen und systematische Zusammenhänge zu konstruieren. Dabei ist vor allem ein besseres Verständnis über die Demokratie, ihrer historischen Entwicklung und den Wirkungszusammenhängen mit den historischen Ereignissen gefragt.

Diese Arbeit konzentriert sich auf die Rekonstruktion der Entwicklung des Demokratiebegriffs. Zudem wird danach gefragt, in welcher Relation die daraus rekonstruierten Vorstellungen von Demokratie zur tatsächlichen Staatsform sowie den ideologischen Implikationen stehen. Beispielhaft wird dafür die Antike (Aristoteles), die frühe Neuzeit (Hobbes und Locke) sowie moderne Demokratietheorien (Kommunitarismus) untersucht.

2. Begriff und Gegenstand der Demokratietheorie: „Idee“ und „Geschichte“

In allen Zeitepochen seit der Antike gab es Kontorversen über die „richtige“ Demokratie. Diese Vorstellungen unterscheiden sich in ihren Sichtweisen über die ordnungspolitische Gestaltung des Gemeinwesens sowie in den Verhaltensprinzipien der Politiker, implizieren jedoch ein einheitliche ideologische Ausrichtung, nämlich das Gleichheitsprinzip der Bürger sowie das damit verbundene optimistische Menschenbild eines politisch aktiven Bürgers.

2.1 Dimension des Demokratiebegriffs

Demokratietheoretischen Ansätze zur Erklärung dieser Staatsform richten ihren Fokus folglich zumeist auf den Geltungsbereich der Demokratie und damit der Frage nach der Abgrenzung des Staates von der Gesellschaft sowie der Frage nach der Gestaltungsform des konkreten politischen Handelns und damit der Aktiv- und Passivlegitimation der Herrschaftssubjekte. Der Demokratiebegriff enthält somit eine Vielzahl unterschiedlicher Wertvorstellungen und ist in der Praxis zudem mit sich ständig veränderten gesellschaftlichen Problemlagen konfrontiert, was auf theoretischer Ebene zu Neudefinitionen des Demokratiebegriffes führt: „In den gesellschaftlichen Teilsystemen, insbesondere dem mit der wissenschaftlich-technischen Entwicklung befassten, fallen heute Entscheidungen mit umfassender Tragweite für die Gesellschaft und ihre natürliche Umwelt, auf die die Politik nur noch reagieren kann. Schon in den Entscheidungsprozessen der gesellschaftlichen Teilsysteme muss verstärkt über mögliche Folgen der dort getroffenen Entscheidungen nachgedacht werden.“[1]. Der Demokratiebegriff enthält folglich sowohl Vorstellungen über die Lebensformen einer Gesellschaft als auch über politische Ordnungen. Ideologische Annahmen bezüglich der menschlichen Verantwortung und Freiheit als Grundlage der demokratischen Gemeinschaft und die Problematisierung des Friedens bilden dabei die Grundlagen eines Theorievergleichs des Begriffs Demokratie von der Antike bis zur Gegenwart. Die historisch vorherrschende Staatsform wird als Ausgangspunkt für die Untersuchung der ideengeschichtlichen Entwicklung des Demokratiebegriffs gewählt.

2.2 Historische Verortung des Demokratiebegriffs

In dieser zugleich historischen Betrachtung der gelebten Demokratie erhalten die gesellschaftlichen Ereignisse eine kollektive historisch bedingte Identität. Erhalten diese Ereignisse neben der historischen eine nationale Zugehörigkeit, dann spielen historische Ereignisse auch für die gesellschaftliche Definition von Demokratie und damit verbundene Wertevorstellungen eine zentrale Rolle. Eine wesentliche Annahme bei der Untersuchung der historischen Entwicklung des Demokratiebegriffes ist es, dass es einen spezifischen Zusammenhang zwischen den durch Staat und Volk gelebten Staatsformen sowie den historischen Ereignisse gibt, und dass sich dies auch in der Reflexion über die Demokratie widerspiegelt. Die Analyse des Demokratiebegriffs kommt aus dieser Perspektive nicht umhin, in ihre Definitionen das Historische mit zu berücksichtigen.

Aus der Perspektive einer historisch verankerten Demokratietheorie gilt: Die Staatsform allein garantiert keine tatsächliche Demokratie. Es kommt auf die inneren Einstellungen ihrer Mitglieder an. Die richtige Einstellung der Menschen allein kann aber ebenfalls keine Demokratie garantieren, es kommt auf den historischen Kontext an und in diesem Zusammenhang gibt es Indizien dafür, dass die Berücksichtigung des historischen Kontextes in den demokratietheoretischen Analysen hervorragend geeignet ist, heutige Demokratien in der Welt zu analysieren und die Demokratie so theoretisch zu verorten.

[...]


[1] Klein, 1995: 11

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Demokratiebegriff in der politischen Ideengeschichte vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V143430
ISBN (eBook)
9783640523535
ISBN (Buch)
9783640524259
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratiebegriff, Ideengeschichte, Altertum, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Birgit Schröer (Autor), 2009, Der Demokratiebegriff in der politischen Ideengeschichte vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143430

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