Green IT von der Planung bis zur Entsorgung

RZ-Zentralisierungen, Kombinierung und Standardisierung von IT-Geräten, Materialeffizienz-Treiber


Seminararbeit, 2009

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Green IT und die Problemstellung

3 Materialeffiziente Lösungsansätze
3.1 Rechenzentren-Zentralisierung
3.1.1 Virtualisierung
3.1.2 Grid Computing
3.1.3 Cloud Computing
3.1.4 Server Based Computing
3.2 Kombinierung und Standardisierung der IT-Geräte
3.3 Weitere Materialeffizienz-Treiber
3.3.1 Der Blauer Engel
3.3.2 Energy Star
3.3.3 Greenpeace

4 Green IT: von der Planung bis zur Entsorgung
4.1 Planung
4.2 Produktion
4.3 Verwendung (Gebrauch)
4.4 Entsorgung

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Produktlebenszyklus

Abb.2 Recycling im Produktlebenszyklus

1 Einleitung

„Green IT“ ist ein Thema, das heutzutage nicht mehr wegzudenken ist. Die Bestrebungen von Unternehmen „Green IT“ (IT = Information Technology) in die Unternehmungsstruktur zu integrieren werden von mehreren Zielen angetrieben. Aus einer rein betriebswirtschaftlichen Sicht spielt der Kostenfaktor eine wichtige Rolle. Der ständig ansteigende Energiepreis treibt viele Unternehmen dazu, den Energieverbrauch zu drosseln. Der reduzierte Energieverbrauch führt in der Regel zur Verringerung des CO2 - Ausstoßes. Das „Green IT“ bietet mehrere Lösungen an, um bei vorhandenen Kapazitäten dieses Ziel zu erreichen. So kann beispielsweise der Energieverbrauch in den Rechenzentren durch den Einsatz innovativer Kühlsysteme reduziert werden. Die zunehmende Ressourcenknappheit bietet ein weiteres Einsatzfeld für „Green IT“ an.

Mit der vorliegenden Seminararbeit wird die Absicht verfolgt, die materialeffizienten Lösungsansätze in der IT-Branche zu untersuchen. Im nächsten Kapitel werden die begrifflichen Grundlagen sowie die Ausgangsproblematik dargestellt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit einigen Lösungsansätzen aus dem Rechenzentren-Bereich. Es werden hier auch einige Lösungsansätze vorgestellt, die durch eine Standardisierung von Elektrogeräten erreicht werden können. In dem nächsten Kapitel wird „Green IT“ als ein Begleiter des ganzen Produktlebenszyklus dargestellt. Die Produktlebensphasen werden einzeln betrachtet, um zu zeigen, wo die materialeffizienten Lösungen eine Anwendung finden können. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein kurzer Ausblick gewagt.

2 Green IT und die Problemstellung

Das Thema „Green IT“ ist derzeit in aller Munde. Die Unternehmen und die Verbraucher werden unter diesem Schlagwort heiß umworben, aber was bedeutet es eigentlich? Und wie kann IT „grün“ sein? Eine, gut zu dem Thema dieses Seminars passende Definition, wurde von BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) veröffentlicht, wo Green IT folgendermaßen definiert wird:

„Green IT ermöglicht, innerhalb der Branche und durch innovative ITK-Produkte und -Anwendungen auch in anderen Wirtschaftsbereichen den Energie- und Materialverbrauch zu senken. Der Begriff Green IT umfasst somit die Gesamtheit aller ITK-basierten Potentiale für Energie- und Ressourceneffizienz – und dies über den gesamten Lebenszyklus vom Design zur Produktion über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. Dabei steht der Energieeinsatz bzw. die Energieeffizienz in der Gebrauchsphase von ITK im Vordergrund aktueller Aktivitäten.“ [Bitk09a]

Es geht bei der Green IT also um die Energie- und Materialeffizienz. Die vorhandenen Energie- und Materialressourcen sollen dabei intelligenter ausgenutzt werden. „Die Materialeffizienz stellt das Verhältnis der hergestellten Produkte zur Menge der eingesetzten Materialien dar.“[Dyck94] Mit anderen Worten wird unter Materialeffizienz verstanden, dass ein gewünschter Nutzen mit möglichst wenig Materialeinsatz erreicht werden soll. Man steht somit vor dem Problem – wie ein optimaler Materialeffizienzgrad im Rahmen der „Green IT“ erreicht werden kann. Einige Lösungsansätze zur Materialeffizienzoptimierung werden in darauffolgenden Kapiteln dargestellt.

3 Materialeffiziente Lösungsansätze

3.1 Rechenzentren-Zentralisierung

Die Rechenzentren sind ein wesentlicher Bestandteil der IT-Branche. Es ist sehr wichtig die Arbeit der Rechenzentren zu optimieren bzw. umweltfreundlicher zu gestalten, weil hier einerseits Material- und Kostenpotentiale vorhanden sind, andererseits CO2 Emissionen reduziert werden können.

Es wird für die Kühlung in den Rechenzentren mehr Energie benötigt als vom Hardware selbst verbraucht wird. Dabei geht viel an Energie verloren. Es wurden bereits einige Konzepte entwickelt, um die Energieeffizienz in den Rechenzentren zu steigern. Es gibt zum Beispiel ein entsprechendes Dichtungssystem, womit die Kabeleinlässe und Kabelführungen abgedichtet werden. Diese Methode wurde beispielsweise für Rechenzentrum der Amadeus Data Processing GmbH angewendet. [Daxt] Damit wurde erreicht, dass die Kaltluft, die in vielen Rechenzentren durch den doppelten Boden geblasen wird, nicht verlorengeht. Eine andere Lösung stellt die Ventilatorengeblasetechnik (Internal Fan Booster Technology) dar. [Sdc07] Statt durch einen doppelten Boden zu blasen, werden die Kühlanlagen direkt im Rack installiert. Die internen Ventilatoren ziehen die Heißluft von kritischer Hardware weg und leiten sie ab.

Bisher wurden erst die reinen energieeffizienten Lösungen präsentiert. Die Energieeffizienz der IT-Systeme hat aber auch eine positive Auswirkung auf Materialeffizienz. Wenn die IT-Systeme weniger Strom benötigen und gleichzeitig weniger Abwärme erzeugen, werden damit kleinere USVs (unterbrechungsfreie Spannungsversorgung) und Klimaanlagen benötigt. Die zunehmende Zahl an Daten und immer mehr ansteigende Datengrößen führen dazu, dass die Datenspeicherkapazitäten und Rechenleistungen von Rechenzentren zwangsläufig ansteigen müssen. Dies führt wiederum dazu, dass immer mehr Unternehmen sich für die Rechenzentren-Zentralisierung entscheiden. So hat zum Beispiel IBM die Zahl der Rechenzentren von 155 (1997) auf 7 (2007) verringert. [Ibm07] Auch HP (Hewlett Packard) plant die Anzahl der Rechenzentren von 85 auf 6 zu reduzieren.[Bitk09] Die Rechenzentren-Zentralisierung bedeutet natürlich nicht automatisch eine Materialeffizienzsteigerung, führt aber in der Regel zu einer Verwaltungserleichterung. So kann ein großes Server-Volumen von einer Zentralstelle verwaltet werden. Die Auslastung von Volumen-Servern wird auf 15-Prozent geschätzt. [Bitkom09] Demzufolge werden die restlichen 85-Prozent der Rechenleistung nicht ausgelastet. Die Rechenzentren-Zentralisierung erleichtert den Einsatz von solchen Lösungsansätzen zur Effizienzsteigerung wie Virtualisierung, Grid Computing, Cloud Computing und Server Based Computing. Sie erleichtert auch die Nutzung von zentraler Hardware in den Rechenzentren für diese Lösungsansätze und bringt eine materialeffiziente Hardware-Nutzung mit sich. Um diese Aussage zu verdeutlichen, kann man sich ein Rechenzentrum vorstellen, das nur zum Teil ausgelastet wird. Die aktuellen Software- und Hardwarelösungen ermöglichen einen relativ großen Auslastungsgrad bei den Servern zu erreichen. Generell bedeutet dies bei bereits vorhandenen Serverkapazitäten, dass die freien Rechenkapazitäten für andere Anwendungen bereit gestellt werden. An dieser Stelle ist es sinnvoll, die oben erwähnten Lösungsansätze näher zu betrachten.

3.1.1 Virtualisierung

Die Virtualisierung basiert auf dem Grundgedanken,

„dass sich verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig einen Rechner teilen und zur gleichen Zeit unterschiedliche Aufgaben auf exakt der gleichen Hardware ausführen. Hierbei sind zwei Aspekte wichtig. Virtualisierung ermöglicht zum einen den parallelen Betrieb mehrerer gleicher oder unterschiedlicher Betriebsysteme auf einem Rechner. Zum Anderen bewirkt sie die Separierung des Betriebssystems (oder der Software) von der verwendeten Hardware.“[Fisch08]

Die Virtualisierung ermöglicht dem Benutzer die vorhandenen Computerressourcen zusammenzufassen oder aufzuteilen. So wird mit der Virtualisierung möglich, sich von den tatsächlich vorhandenen Ressourcen (Hardware) zu abstrahieren und auf logische Ressourcen zuzugreifen. Beispielsweise erlaubt die Virtualisierung mehrere Rechner als einen Rechner betrachten zu lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Green IT von der Planung bis zur Entsorgung
Untertitel
RZ-Zentralisierungen, Kombinierung und Standardisierung von IT-Geräten, Materialeffizienz-Treiber
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V143513
ISBN (eBook)
9783640543885
ISBN (Buch)
9783640544462
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Weitere Themen: Virtualisierung, Grid Computing, Cloud Computing, Server Based Computing.
Schlagworte
Virtualisierung, Grid Computing, Cloud Computing, Server Based Computing, Kombinierung und Standardisierung der IT-Geräte, Materialeffizienz-Treiber, Green IT- von der Planung bis zur Entsorgung, Literaturverzeichnis: 24 Quellen
Arbeit zitieren
Roman Schäfer (Autor), 2009, Green IT von der Planung bis zur Entsorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143513

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