Funktionale Stadtgeographie


Seminararbeit, 2006

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretisch-konzeptioneller Ansatz
2.1 Nach Hans Bobek
2.2 Nach Walter Christaller
2.2.1 Anwendung der Theorie der zentralen Orte in der funktionale Stadtgeographie
2.3 Nach Brian Berry

3 Definition: Funktionale Stadtgeographie
3.1 Funktionale Gliederungen der City
3.2.1 Innerstädtische Zentrensysteme
3.2.2 Die innerstädtische Hierarchie des Geschäftslebens am Bsp. Wien
3.2.3 Zentraler Standort der Stadt
3.3 Die Veränderung der Wirtschaft in der City
3.4.1 Viertelbildungen in der City
3.4.2 Geschäftzentren und Geschäftsstraßen

4. Die funktionale Stadtgeographie am Beispiel Wien
4.1 Gliederungen der Stadt Wien
4.2 Haupt- und Nebengeschäftstraßen in Wien
4.3 Zentralitätsforschungen in Österreich
4.4 Innerstädtische Hierarchien in der Wiener City
4.5 Auswirkungen des Suburbanisierungsprozesses

5. Fazit

6. Literatur

1 Einleitung

Die funktionale Stadtgeographie untersucht die funktionalen Raumeinheiten innerhalb der Stadt, bezüglich der Veränderung der City, Wohnviertel, Industrie- und Gewerbegebieten (HEINEBERG 2004: 296). Ebenso beinhaltet die funktionale Stadtgeographie die Analysierung von städtischer Viertelsbildung, der Stadt-Umland Funktion und der funktionalen Beziehungen zwischen Städten (BLOTEVOGEL 2001). Diese Veränderungen werden im Allgemeinen und in Bezug auf die Millionenstadt Wien im Laufe der Arbeit dargestellt. Diesbezüglich werden Folgen und Ursachen dieses Prozess des Weiteren erläutert. Mit der um 1930 beginnenden Zentralitätsforschung von Walter Christaller, rücken städtische Wirtschaftsfunktionen in das Zentrum stadtgeographischen Interesses. Auf die Zentralitätsforschung aufbauend, folgen Theorien und Untersuchungen von Hans Bobek, Brian Berry und Elisabeth Lichtenberger. Inwiefern dient die funktionale Stadtgeographie der Wissenschaft zur Untersuchung der Funktionseinheiten in der Stadt. Können diesbezüglich die vorhandenen Theorien auch weiterhin zu Untersuchungszwecken verwendet werden?

2 Theoretisch-konzeptioneller Ansatz

2.1 Nach Hans Bobek

Erste Ansätze über die funktionale Stadtgeographie erstellt Hans Bobek 1927 mit seiner Dissertation „ Innsbruck. Eine Gebirgsstadt, der Lebensraum und ihre Erscheinung “. Es wird neben der Verbreitung von Bebauungstypen in Innsbruck, auch die zahlreichen Verflechtungen einer Stadt mit seinem Umland und ihre zentralörtliche Funktion festgestellt. Bobek untersucht die Wirtschaft in ihrer geographischen Beziehung, bezüglich der Lage von Haupt- und Nebengeschäftsstraßen, der Verteilung des Einzelhandels und dem Einzugsgebiet von Märkten. Ebenso werden erstmals Haupt- und Nebengeschäftsstraßen kartographisch erfasst (MATZNETTER o. J.).

2.2 Nach Walter Christaller

Christaller entwickelt 1933 die Theorie „ Der zentralen Orte in S ü ddeutschland “.

Die Stadt hat Mittelpunktfunktion. In ihr werden Güter und Dienstleistungen zentral und über den Eigenbedarf ihrer Bewohner hinaus angeboten. Dieser, im Vergleich zum Umland relative Bedeutungsüberschuss verleiht der Stadt einen gewissen Zentralitätsgrad. Die zentralen Orte sind hierarchisch gestuft, da mit wachsender Entfernung und damit auch wachsenden Transportkosten die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen unterschiedlich stark abnimmt. Christaller unterscheidet zwischen Ober-, Mittel- und Unterzentren.

Die beste Versorgung wird erreicht, wenn die zentralen Orte gleich weit voneinander entfernt sind. Dies ist durch eine Anordnung von Städten mit einem jeweils ähnlichen oder gleichen Zentralitätsgrad am besten gewährleistet, wenn sie sich an den Eckpunkten einer Bienenwabenform befinden. So ergibt sich auf jeder Stufe der Hierarchie die symmetrische Anordnung des Hexagons. In seiner Theorie setzt Christaller einen unbegrenzten, ebenen und homogenen Raum voraus, in dem überall gleiche Nachfrage und gleiches Angebot in allen Gütern und Dienstleistungen herrscht. Alle Konsumenten minimieren ihren Aufwand, indem sie jeweils den nächstliegenden zentralen Ort aufsuchen (HOFMEISTER 1997: 74-76).

2.2.1 Anwendung der Theorie der zentralen Orte in der funktionale Stadtgeographie

In den 1960er Jahren wird die zentralörtliche Theorie auf die die innerstädtische Geschäftszentrenhierarchie angewendet, mit der Rangfolge der City, der Sub- oder Sekundärzentren, der Nachbarschaftszentren und der lokalen Geschäftszentren (HOFMEISTER 1997: 84). Obwohl die genannten Bedingungen in der Realität nur beschränkt oder auch nirgendwo anzutreffen sind, finden Geographen dennoch zahlreiche Beispiele für zentralörtliche Hierarchien mit regelmäßigen Größenverhältnissen und Raummustern. Zwischen den hierarchischen Stufen der Städtesystemen bestehen funktionale Unterschiede. Die räumliche Arbeitsteilung bewirkt, dass Mittelstädte und Großstädte bestimmte wirtschaftliche Funktionen erfüllen und diesbezüglich auch unterschiedliche Merkmale aufweisen. Es gibt demnach zum Beispiel Stahlindustriestädte in Pittsburgh, Textilindustriestädte in Manchester und Automobilindustriestädte in Detroit. Unter anderem existieren auch Städte ohne prägende Spezialisierung, „die ein breites Spektrum an Funktionen für ihr Umland erfüllen“ (KNOX und MARSTON 2001: 511-512).

Die zentralörtliche Theorie findet Anwendung auf das Geschäftsleben, währenddessen öffentliche Einrichtungen nicht mit einbezogen werden oder separat betrachtet werden. Die zentralörtliche Theorie von Christaller enthält keine Aussagen, die die Entwicklung der städtischen Wirtschaft beschreiben oder erklären könnte (LICHTENBERGER 1991: 207).

2.3 Nach Brian Berry

In den 1950er Jahren wird die Theorie der zentralen Orte zur Klärung innerstädtischer Geschäftsstrukturen herangezogen. Diese Pionierarbeit leistet Brian Berry über Chicago, mit der Untersuchung innerstädtischer Hierarchien von Geschäftszentren. Brian Berry kommt zu dem Ergebnis, dass auf zwischenstädtischer und innerstädtischer Ebene sich eine Hierarchie von vergleichbar ausgestatteten Versorgungszentren feststellen lässt. Ebenso kommt Berry zu dem Ergebnis, dass das innerstädtische Zentrum deutlich mehr Konsumenten versorgt als das Zwischenzentrum. Eine Stufung der Zentrenhierarchien konnte er nur im Fall der geplanten Einkaufzentren und der ungeplanten Geschäftsanhäufung feststellen (MATZNETTER o. J.). Anhand von Untersuchungen vergleicht Brian Berry die Einzugsbereiche von Zentren der Stadt mit den Einzugsbereichen der Zentren des Landes. Am Beispiel von Iowa/USA und Chicago/USA kommt Berry zu dem Entschluss, dass gleichwertige Zentren in der Stadt mehr Einwohner versorgen, als vergleichbare Zentren auf dem Land (MATZNETTER o. J.).

3 Definition: Funktionale Stadtgeographie

Seit den 1920er Jahren haben sich die Stadtgeographen zunehmend mit der Genese und der Funktionen der Städte beschäftigt. Die funktionale Phase beginnt 1927 mit dem Aufsatz von Bobek „ Grundfragen der Stadtgeographie “. Nach dem 2. Weltkrieg erlangt die Stadtgeographie, aufgrund der aktuellen Situation mit vermehrter Verstädterung zunehmende Bedeutung. Untersuchungsgegenstand ist das innerstädtische Zentrum, mit Bezug auf die USA mit ihren Problemen in der Stadt (SANDER 2003).

Seit Ende der 1960er Jahre erfolgt eine Schwerpunktsetzung in der funktionalen Stadtgeographie, bezüglich der Analyse innerstädtischer Geschäftszentren und Geschäftsstraßen. Prozesse der Citybildung und der Konzentration des Dienstleistungssektors in den Stadtzentren werden hierbei systematisch untersucht. In neueren Untersuchungen beschäftigt sich die funktionale Stadtgeographie unter anderem mit der funktionalen Cityausstattung, der speziellen Dienstleistungs- und Büronutzungen, der Standortentwicklung und Standortproblematik, sowie der Ansiedlung neuer Einkaufszentren an peripheren Standorten. Der wachsende Anteil von Beiträgen der funktionalen Stadtgeographie führt zu einer Zunahme der Bedeutung im Bereich der Kommunalplanung und Stadtplanung (HEINEBERG 2004: 296-299).

Die Analyse innerstädtischer Zentren ist einer der wichtigen Aufgaben der funktionalen Stadtgeographie. Sie beschäftigt sich mit der Struktur und der Standortwahl des tertiären und quartären Sektors. Bei der Untersuchung der innerstädtischen Hierarchien wird auf die Zentralitätsforschung zurückgegriffen. Diese beschäftigt sich ebenfalls mit den Funktionen des Dienstleistungssektors und deren Angebot in unterschiedlichen Standorträumen. Hierbei dient die Zentralitätsforschung viel mehr der Untersuchung der Inanspruchnahme zentraler Funktionen durch Konsumenten und Besucher (HEINEBERG 2000: 159).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Funktionale Stadtgeographie
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Geograhisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar: Geographische Stadtforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V143537
ISBN (eBook)
9783640547142
ISBN (Buch)
9783640550623
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Theoretisch-konzeptioneller Ansatz (Bobek, Christaller, Berry), Innerstädtische Zentrensysteme, Viertelsbildungen in Cities, Geschäftszentren und Geschäftsstraßen, funktionale Stadtgeographie am Bsp. Wien
Schlagworte
Funktionale, Stadtgeographie
Arbeit zitieren
Benedikt Breitenbach (Autor), 2006, Funktionale Stadtgeographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143537

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