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Energiesicherheit – Europas Herausforderung im 21. Jahrhundert

Title: Energiesicherheit – Europas Herausforderung im 21. Jahrhundert

Seminar Paper , 2009 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christoph Pietsch (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
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Summary Excerpt Details

Das Thema Energieversorgungssicherheit ist spätestens seit dem Gaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine im Winter 2005/2006 wieder auf der europäischen Agenda. Erst im Januar 2009 wurde der alten Welt erneut vorgeführt, wie groß die Abhängigkeit von Energieimporten ist. Energieversorgungssicherheit ist eng mit dem Thema Energieimportabhängigkeit verknüpft. Für die Europäische Union (EU) wird die Abhängigkeit von Importen von derzeit 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs auf bis zu 70 Prozent bis 2030 anwachsen. Insgesamt werden aktuell 45 Prozent der Einfuhren von Erdöl aus der Region Naher und Mittlerer Osten und 40 Prozent des gesamten Ergasbedarfs aus Russland bezogen. Die gesamte Wirtschaftskraft und der Einfluss in der internationalen Politik der „alten Welt“ sind von der kontinuierlichen Versorgung mit Energie abhängig. Die europäischen Lagerstätten (z. B. in Norwegen) reichen schon lange nicht mehr aus, um dem Bedarf nachzukommen. Seit einiger Zeit konzentriert sich die EU deshalb auf eine strategische Ellipse im asiatisch-arabischen Raum. Dabei haben soziale Unruhen, Regimewechsel und Bürgerkriege, aber auch zwischenstaatliche Militärkonflikte Auswirkungen auf eine sichere Versorgung. Es kommt zu einer Verschiebung der Kräfte in der Welt. Durch die Verknappung des Angebots wird die Position der Förder- und Lieferländer deutlich gestärkt, da sie ihre Energielieferungen in die attraktivsten Märkte lenken können. Europäische Abnehmer müssen sich mittelfristig wieder auf Rohölpreise jenseits der 150 US-Dollar pro Barrel einstellen. Insofern ist die Sicherstellung einer kontinuierlichen und ausreichenden Energieversorgung eine der zentralen Herausforderungen im 21. Jahrhunderts für die EU und Deutschland. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage nach den Möglichkeiten, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Dabei sind die außenpolitischen Entwicklungen und die Marktverschiebungen nicht die einzigen Faktoren mit Brisanz für die Versorgung. Auch der technologische Fortschritt erhebliche Bedeutung. Durch ihn wird eine effizientere Nutzung von Energie ermöglicht und eventuell werden neue Perspektiven der Energieerzeugung aufgezeigt. Fragen der Klimapolitik und des technischen Fortschritts wurden bei dieser Arbeit außer Acht gelassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – außen- und sicherheitspolitische Dimension des Themas Energiesicherheit

1.1 Anlage der Arbeit

2 Theoretischer Bezugsrahmen

2.1 Energiesicherheit

2.2 Konflikttypen

2.2.1 Knappheitskonflike

2.2.2 Konflikte durch Verfügbarkeit, Verteilung und Gerechtigkeit

2.2.3 Konflikte durch das Risiko der Ressourcennutzung

2.2.4 Ziel-Mittel-Konflikte

3 Energiesicherheit im 21. Jahrhundert

3.1 Schrumpfende Vorräte – steigender Bedarf. Wie weit reichen die Ressourcen?

3.2 Die Bedeutung fossiler Energieträger

3.3 Steigende Importabhängigkeit und die Folgen

3.4 Risiken der zukünftigen Energieversorgungssicherheit

3.4.1 Steigende Energienachfrage

3.4.2 Hohe Energiepreise

3.4.3 Gefahr terroristischer Anschläge

4 Bundesinnenministerium (BMI) – nationale Scherung kritischer Energieinfrastrukturen

4.1 Kritische Infrastrukturen – Definition und Zuständigkeit

4.2 Energieversorgungssektor als Schlüsselinfrastruktur

4.3 Elektrizität, Mineralöl & Gas als Aspekte der Inneren Sicherheit

4.4 Prävention und Schutz kritischer Infrastrukturen

4.5 Kollektive Zukunftsaufgaben für Staat und Wirtschaft

5 Ausgewählte Aspekte supra- und transnationaler Koordination von Energie auf der EU-Ebene

5.1 Russland – ein zuverlässiger Partner?

5.2 Eine gemeinsame europäische Energieaußenpolitik

5.3 Südosteuropa als wichtige Transitregion

5.4 Die Rolle der NATO in der Energiesicherheit

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Energieversorgungssicherheit für Deutschland und die Europäische Union im 21. Jahrhundert, wobei der Fokus auf den politischen Abhängigkeiten von Importen sowie den Strategien zur Sicherung kritischer Energieinfrastrukturen liegt.

  • Analyse des theoretischen Begriffs der Energiesicherheit und relevanter Konflikttypen.
  • Untersuchung globaler Risiken wie steigende Energienachfrage und Ressourcenverknappung.
  • Darstellung der nationalen Schutzkonzepte für kritische Infrastrukturen durch das BMI.
  • Bewertung supranationaler Koordination, insbesondere der EU-Russland-Beziehungen und der Rolle der NATO.

Auszug aus dem Buch

3.1 Schrumpfende Vorräte – steigender Bedarf. Wie weit reichen die Ressourcen?

Energiepolitik hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und rückt zusehends in das Zentrum der breiten Öffentlichkeit. In naher Zukunft muss eine Antwort auf die anstehenden Probleme gefunden werden, um sowohl Wirtschaft und Wohlstand abzusichern, aber auch die latente Gefahr eines neuen kalten Krieges um Energie abzuwehren. Im Fokus der Debatte steht der Gegensatz wachsenden Energiebedarfs und parallel dazu sinkenden Ressourcen. Triebkräfte sind vor allem Bevölkerungswachstum, schnelle Wirtschaftsprozesse und durch steigenden Wohlstand wachsender Konsum. Bedingt durch die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen wie Erdöl, Erdgas und Uran entwickelt sich eine zusehends konfliktive Gesamtsituation, die durch Aussagen wie „Energie als Waffe“ oder „Gas als Ersatz für Raketen“ aufgegriffen wird.

Um steigenden Abhängigkeiten in einem kooperativen Umfeld zu begegnen, müssen bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden. Rasant wachsende Volkswirtschaften in Asien und Schwellenländern auf der ganzen Welt werden die Energienachfrage in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Schätzungen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) vom August 2007 prognostizieren, dass 2020 mehr als die Hälfte der Öl- und Gasressourcen aus Ländern kommen, die heute Hochrisikozonen zugeordnet werden. Damit verdeutlicht die FES, das eine wirkungsvolle Energiesicherheit von der Fähigkeit abhängt, energiebezogenen Konflikten und Krisen wirkungsvoll zu begegnen. Entscheidend ist auch, inwiefern es nationalen Regierungen gelingt, Energiepolitik in ihrer wirtschafts-, umwelt-, außen- und sicherheitspolitischen Dimension wahrzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung – außen- und sicherheitspolitische Dimension des Themas Energiesicherheit: Einführung in die sicherheitspolitische Relevanz der Energieabhängigkeit der EU und Darlegung des Aufbaus der Arbeit.

2 Theoretischer Bezugsrahmen: Definition des Begriffs Energiesicherheit und Erläuterung von vier zentralen Konflikttypen, die im Energiebereich auftreten können.

3 Energiesicherheit im 21. Jahrhundert: Analyse der globalen Ressourcenknappheit, der Bedeutung fossiler Energieträger und der daraus resultierenden Risiken wie Preissteigerungen und Terrorismus.

4 Bundesinnenministerium (BMI) – nationale Scherung kritischer Energieinfrastrukturen: Untersuchung der nationalen Schutzstrategien für kritische Infrastrukturen (KRITIS) in Deutschland unter Federführung des BMI.

5 Ausgewählte Aspekte supra- und transnationaler Koordination von Energie auf der EU-Ebene: Bewertung der EU-Energieaußenpolitik, der Russland-Beziehungen, der Bedeutung Südosteuropas sowie der energiepolitischen Rolle der NATO.

6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der energiepolitischen Lage und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltigere und institutionell verankerte europäische Energiepolitik.

Schlüsselwörter

Energiesicherheit, Energieaußenpolitik, Europäische Union, Kritische Infrastrukturen, Versorgungssicherheit, Fossile Energieträger, Importabhängigkeit, Ressourcenknappheit, Russland, NATO, Energieinfrastruktur, Konflikttypen, Energiepolitik, Energieverbund, Krisenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitischen Herausforderungen, die sich für Deutschland und Europa aus der zunehmenden Energieabhängigkeit von externen Lieferländern im 21. Jahrhundert ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die globale Ressourcenverknappung, die Sicherheit kritischer Energieinfrastrukturen in Deutschland sowie die Möglichkeiten einer gemeinsamen europäischen Energieaußenpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, mit welchen außen- und sicherheitspolitischen Strategien die EU und Deutschland die Herausforderung der Energiesicherheit erfolgreich meistern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methodik, indem sie politische Konzepte und empirische Daten zur weltweiten Energienachfrage sowie Institutionenstrategien (z. B. BMI, EU-Kommission) auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung von Konflikttypen, eine Analyse der globalen Versorgungsrisiken, die Darstellung nationaler Schutzbemühungen des BMI und eine Untersuchung supranationaler EU-Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Energiesicherheit, Energieaußenpolitik, Versorgungssicherheit, Kritische Infrastrukturen und Energieimporte charakterisiert.

Welche Rolle spielt Russland in der Energiepolitik der EU laut dem Autor?

Russland wird als ein kritischer, aber unverzichtbarer Partner dargestellt, dessen Gaskrisen die Verwundbarkeit der EU-Versorgung offengelegt haben und eine Diversifizierung der Bezugsquellen notwendig machen.

Warum ist der Schutz kritischer Infrastrukturen laut dem BMI so relevant?

Da moderne Gesellschaften hochgradig von einer verlässlichen Stromversorgung abhängen, können Kaskadeneffekte bei Ausfällen zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden und Sicherheitsrisiken führen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der NATO bei der Energiesicherung?

Der Autor sieht die Rolle der NATO als komplementär an, warnt jedoch vor einer Überbewertung des militärischen Instrumentariums gegenüber den ökonomischen Steuerungsmechanismen der EU.

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Details

Title
Energiesicherheit – Europas Herausforderung im 21. Jahrhundert
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Christoph Pietsch (Author)
Publication Year
2009
Pages
36
Catalog Number
V143558
ISBN (eBook)
9783640528356
ISBN (Book)
9783640528240
Language
German
Tags
Energiesicherheit Energieversorgungssicherheit Außenpolitik Sicherheitspolitik Konflikte Energie Rohstoffe kritische Infrastrukturen Europäische Union
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Pietsch (Author), 2009, Energiesicherheit – Europas Herausforderung im 21. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143558
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