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Die Josijanische Kultreform. Zwischen Theologischer Konstruktion und Historizität

Titel: Die Josijanische Kultreform. Zwischen Theologischer Konstruktion und Historizität

Bachelorarbeit , 2023 , 36 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Paul König (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Bachelorarbeit tauchen wir tief in die faszinierende Lebenswelt von Juda ein und beleuchten insbesondere die Dynamik der Staatenbildung dieses antiken Königreichs. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf den bedeutenden Großmächten, die Juda zu dieser entscheidenden Epoche maßgeblich prägten. Um ein ganzheitliches Verständnis dieses historischen Gefüges zu gewährleisten, wird ein spezieller Blick auf den Bibeltext 2 Kön 22–23 geworfen. Dieser dient als Leitfaden, um den historischen Josia in seinem Wirken und insbesondere seiner Reformtätigkeit in Juda präzise zu analysieren und zu bewerten.

War Josia wirklich der große Reformator und König, wie ihn die biblischen Texte darstellen oder waren diese Taten nur ein Produkt der Literatur? Die Untersuchung der Historizität und literarischen Konstruktion steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Hierbei ist es zunächst erforderlich, den historischen Kontext des Königreichs Juda und seiner angrenzenden Mächte zu klären. Insbesondere wird auf die Großmächte Assyrien und Ägypten eingegangen und ihre Beziehung zum Königreich Juda analysiert. Um eine Grundlage für die Untersuchung der Literargeschichte zu schaffen, wird der Entstehungsprozess des Staates Juda in knapper Form dargestellt. Hierbei wird insbesondere auf die Geschichte Israels von Frevel und Schmitz verwiesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die geopolitische Lage Judas – Spielball der Großmächte

2.1. Das Assyrische Reich

2.2. Ägypten

2.3. Juda

3. Literargeschichte

3.1. Literarische Schichten - Der vordere Königsrahmen und Fund des Buches 22, 1-11

3.2. Literarische Schichten - Die Huldaerzählung 22, 12-20

3.3. Literarische Schichten - Bundesschluss 23,1-3

3.4. Literarischen Schichten - Kultreform 23,4-27

3.5. Literarischen Schichten – Der hintere Königsrahmen und das Ende Josias 23, 28-30

4. Der historische Kern Josias und der Kultreform

4.1. Der historische Kern Josias

4.1.1. Der Vers 4 – Der Baal, die Aschera und das Heer des Himmels

4.1.2. Der Vers 11 – Die Pferde - ein assyrisches Exportprodukt?

4.1.3. Der Vers 12 – Dachaltäre

4.2. Intertextualität – Die Propheten schweigen

4.2.1. Zefanja

4.2.2. Jeremia

5. Theologische Konstruktion – Historische Vorbilder

5.1. Der Fundbericht als Tradition

5.2. Die priesterliche Bestätigung als Tradition

5.3. Die Deuteronomistische Konstruktion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Historizität und die literarische Konstruktion der unter König Josia durchgeführten Kultreform. Dabei wird analysiert, inwieweit der biblische Bericht in 2. Könige 22-23 ein historisches Ereignis widerspiegelt oder als ein von deuteronomistischen Kreisen geschaffenes Narrativ zu verstehen ist, das theologische Ziele mit zeitgenössischen politischen Rahmenbedingungen verknüpft.

  • Historische Kontextualisierung des Königreichs Juda im Spannungsfeld der Großmächte Assyrien und Ägypten.
  • Literarkritische Analyse der Perikope 2. Könige 22-23 zur Identifizierung verschiedener Redaktionsschichten.
  • Untersuchung von Intertextualitätsbezügen zu den zeitgenössischen Propheten Zefanja und Jeremia.
  • Vergleichende Analyse von Fundberichten und priesterlichen Bestätigungen in antiken altorientalischen Traditionen zur Legitimation von Reformen.

Auszug aus dem Buch

4.1. Der historische Kern Josias

Josia bestieg im Alter von lediglich acht Jahren den Thron von Juda, wobei sein Regierungsantritt nicht aus eigenem Willen erfolgte, sondern aufgrund einer Intrige am Hof seines Vorgängers Amon (2 Kön 22,1). Die genauen Hintergründe dieser Intrige bleiben unklar und der Textausschnitt bietet nur begrenzte Informationen darüber. Es scheint allerdings, dass Amon wie sein Vater Manasse, Vasall Assurs war und eine pro-assyrische Politik verfolgte, die auf starken Widerstand stieß.

Nach nur zwei Jahren an der Macht wurde Amon durch Josia ersetzt, wobei Würthwein vermutet, dass dies möglicherweise mit der Herkunft von Josias Mutter zusammenhängt. Dieses Detail ist eines der drei Merkmale, die in der Eingangsformel der Könige erwähnt werden und ist daher von Bedeutung.

Seine Familie hatte also einen entscheidenden Machtanspruch auf den Thron und die Oberhoheit in der Außenpolitik. Dabei ist nicht genau zu bestimmen, aus welchen politischen Gründen Amon entfernt wurde. Es ist dabei zu mutmaßen, ob es an der weitergeführten Außenpolitik seines Vaters lag oder andere Gründe, die nicht erwähnt wurden, zu Grunde liegen.

Über die frühen Jahre seiner Regentschaft Josias schweigt die Geschichtsschreibung der Deuteronomisten und sie beginnt erst im 18. Jahr seiner Regentschaft, also 10 Jahre nach seiner Einsetzung als König. Nach der Vorarbeit der vorigen Kapitel konnte bei dem folgenden Kapiteln kein historischer Grundkern nachgewiesen werden, außer bei 23, 4a.11.12aα und den eingefügten Königsannalen, die die Eckdaten der Herrschaft der Könige abbildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der historischen Realität der josijanischen Kultreform im Vergleich zur literarischen Darstellung in den biblischen Texten vor.

2. Die geopolitische Lage Judas – Spielball der Großmächte: Das Kapitel analysiert das Abhängigkeitsverhältnis Judas von den Großmächten Assyrien und Ägypten sowie deren Einfluss auf die innenpolitische Entwicklung.

3. Literargeschichte: Hier wird der Text der Perikope 2. Könige 22-23 anhand verschiedener literarischer Schichten dekonstruiert, um Entstehungsprozesse und redaktionelle Bearbeitungen durch die Deuteronomisten offenzulegen.

4. Der historische Kern Josias und der Kultreform: Dieses Kapitel prüft, welche wenigen, nicht-konstruierten Fakten zur Kultreform sich aus den Texten und im Vergleich mit intertextuellen Quellen wie den Prophetenbüchern ableiten lassen.

5. Theologische Konstruktion – Historische Vorbilder: Hier wird aufgezeigt, wie die Deuteronomisten die Kultreform historisch legitimierten, indem sie diese in eine Tradition von Fundberichten und priesterlichen Bestätigungen aus dem Alten Orient einordneten.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kultreform Josias maßgeblich als theologische Konstruktion zu werten ist, die jedoch auf einem historischen Kern der Befreiung von assyrischen Kultelementen beruht.

Schlüsselwörter

Josia, Kultreform, Deuteronomisten, 2. Könige 22-23, Historizität, Literarkritik, Juda, Assyrien, Ägypten, JHWH-Kult, Zefanja, Jeremia, Fundbericht, Legitimation, Altorientalische Tradition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die historische Glaubwürdigkeit der sogenannten josijanischen Kultreform, wie sie im biblischen Buch 2. Könige beschrieben wird.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Themenfelder umfassen die literarische Schichtung biblischer Texte, die politische Geschichte Judas im 7. Jahrhundert v. Chr. und die ideologische Konstruktion von Geschichte durch die Deuteronomisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den historischen Kern von der literarischen Überformung zu unterscheiden und die Frage zu klären, ob Josias Reform als reales historisches Ereignis oder als theologisch motiviertes Narrativ zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär literarkritische Methoden der alttestamentlichen Exegese sowie historisch-kritische Analysemethoden unter Einbeziehung alterorientalischer Vergleichstexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-geopolitische Einordnung Judas, eine detaillierte literargeschichtliche Analyse der entsprechenden Bibelstellen und einen Vergleich mit prophetischen Schriften und antiken Fundtraditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Josia, Kultreform, Deuteronomismus, historische Konstruktion, Literarkritik, assyrischer Einfluss und Legitimation.

Warum spielt die Person des Königs im Alten Orient eine solch zentrale Rolle bei Reformen?

Der König fungierte als Mittler zwischen göttlicher Sphäre und dem Volk; sein Handeln galt als Garant für die Ordnung und den religiösen Schutz des Landes durch die Gottheit.

Welche Bedeutung haben die angeführten Vergleichsbeispiele aus Ägypten und Babylon?

Sie belegen, dass die Erzählung eines „zufälligen Fundes“ eines heiligen Textes ein festes literarisches Muster für die Legitimation politischer und religiöser Reformen im Alten Orient war.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Josijanische Kultreform. Zwischen Theologischer Konstruktion und Historizität
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
-
Note
1,7
Autor
Paul König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
36
Katalognummer
V1435832
ISBN (PDF)
9783346987327
ISBN (Buch)
9783346987334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Joschija Josia Kultreform Juda Assyrien Literarkritik Literargeschichte Propheten historischer Josia
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul König (Autor:in), 2023, Die Josijanische Kultreform. Zwischen Theologischer Konstruktion und Historizität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1435832
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Leseprobe aus  36  Seiten
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