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Positionen, Perspektiven und schulische Organisationsformen interreligiösen Lernens

Title: Positionen, Perspektiven und schulische Organisationsformen interreligiösen Lernens

Examination Thesis , 2009 , 68 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Waindok (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen des ersten Staatsexamens beschäftigt sich diese schriftliche Arbeit mit dem Thema „Positionen, Perspektiven und schulische Organisations-formen des interreligiösen Lernens“.
Betrachtet man die heutige Gesellschaft, dann wird deutlich, dass sich diese in kultureller und religiöser Hinsicht seit geraumer Zeit verändert hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben in einer Welt, in der die Anwesenheit pluraler Kulturen und Religionen das Alltagsbild prägt und demnach nicht mehr auszublenden ist. Die veränderte Situation hat insbesondere Einfluss auf die heranwachsende Generation. Demzufolge ist es von herausragender Notwendigkeit, in Bildungseinrichtungen auf die religiös plurale Gesellschaft zu reagieren und interkulturelles sowie interreligiöses Lernen zu etablieren. Nur durch Aufklärung, Begegnung und gemeinsames Lernen können Missverständnissen und Unwissenheit über die fremden Kulturen und Religionen un-serer Mitbürger vorgebeugt werden, so dass die Gefahr der Verunsicherung und Intoleranz gegenüber Andersgläubigen gemindert wird. Interkulturelles und interreligiöses Lernen sowie die Fähigkeit zum interreligiösen Dialog gilt als Fundament, um auf ein Leben in einer dauerhaft kulturell und religiös pluralen Gesellschaft vorzubereiten.
Ziel der Arbeit ist es, vier der in Deutschland bereits praktizierten interreligiösen Religionsunterrichtsmodelle hinsichtlich ihrer Eignung zum interreligiösen Lernen sowie ihrer Zukunftsträchtigkeit zu analysieren. Überdies soll untersucht werden, ob sich aus den dargestellten Positionen Perspektiven für einen zukünftig bundesweit verbreiteten interreligiösen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ergeben.
Fragen, welche durch die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen aufgeworfen werden sowie Chancen und Grenzen in der schulischen Umsetzung werden zudem bearbeitet.
Aufgrund der besseren Lesbarkeit und Übersicht werden in dieser Arbeit ausschließlich männliche Termini verwendet. Gemeint sind natürlich stets beide Geschlechter. Ferner sind Zitate der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annäherung an die Begriffswelt des interreligiösen Lernens

2.1 Interkulturelles Lernen

2.2 Interreligiöses Lernen

2.3 Interreligiöser Dialog

3. Gegenwärtige Entwicklungen

3.1 Globalisierung und Migration

3.2 Säkularisierung und Individualisierung

3.3 Gesellschaftlicher Wandel: Konfessionelles Milieu vs. Plurale Gesellschaft

3.4 Religiosität von Kindern und Jugendlichen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

3.5 Notwendigkeit eines interreligiösen Religionsunterrichts

4. Das Christentum im Verhältnis zu außerchristlichen Religionen

4.1 Religionstheologische Modelle des 20. Jahrhunderts

4.1.1 Das Modell des Exklusivismus

4.1.2 Das Modell des Inklusivismus

4.1.3 Das Modell des Pluralismus

4.2 Der Anspruch auf Absolutheit und Wahrheit der Religionen

4.2.1 Absolutheitsanspruch

4.2.2 Wahrheitsbegriff

4.3 Die kirchliche Einstellung zu den nichtchristlichen Religionen

4.3.1 Das Zweite Vatikanische Konzil und neuere Stellungnahmen

4.3.2 Die Stimme der evangelischen Kirche

4.3.3 Der Ökumenische Rat gegenüber dem interreligiösen Dialog

5. Interreligiöses Lernen in der gegenwärtigen Schule

5.1 Interreligiöses Lernen in den Lehrplänen

5.2 Kriterien für interreligiöses Lernen

5.3 Ziele des interreligiösen Lernens

6. Religionspädagogische Reaktionen auf eine multireligiöse Schülerschaft

6.1 Das Modell der Würzburger Synode: Der konfessionelle Religionsunterricht

6.2 Das Brandenburger Modell: LER (Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde)

6.3 Das Hamburger Modell: „Religionsunterricht für alle“

6.4 Das Tübinger Modell: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

6.5 Bilanz: Welches der vorgestellten Religionsunterrichtsmodelle eignet sich am besten für interreligiöses Lernen?

7. Chancen und Grenzen des interreligiösen Lernens in der schulischen Umsetzung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Perspektiven des interreligiösen Lernens in der heutigen, religiös pluralen Gesellschaft. Das primäre Ziel ist es, verschiedene schulische Religionsunterrichtsmodelle in Deutschland hinsichtlich ihrer Eignung für interreligiöses Lernen sowie ihrer Zukunftsfähigkeit zu analysieren und zu bewerten.

  • Grundlagen des interkulturellen und interreligiösen Lernens
  • Gesellschaftlicher Wandel durch Globalisierung, Migration und Individualisierung
  • Positionierung des Christentums im Verhältnis zu außerchristlichen Religionen
  • Analyse und Vergleich verschiedener Unterrichtsmodelle (Würzburg, LER, Hamburg, Tübingen)
  • Diskussion von Chancen und Grenzen einer interreligiösen Schulpraxis

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Das Modell des Inklusivismus

Im inklusivistischen Modell gilt das Christentum als überlegene, aber nicht ausschließliche Religion. In jenem Modell, das seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von der katholischen Kirche vertreten wird, wirkt Gott auch in außerchristlichen Religionen, so dass sich in diesen ebenfalls Spuren von Wahrheit und Heilsmöglichkeiten finden lassen. Folglich partizipieren auch andere Religionen sowie Unwissende, welche Karl Rahner als „anonyme Christen“ bezeichnet, am Heil Christi. Dennoch ist dieses Modell von der Gefahr getragen, andere Religionen zu vereinnahmen und ihnen ihr Anders-Sein zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interreligiösen Lernens in einer kulturell und religiös pluralen Gesellschaft ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.

2. Annäherung an die Begriffswelt des interreligiösen Lernens: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe interkulturelles und interreligiöses Lernen sowie den interreligiösen Dialog als notwendige pädagogische Prozesse.

3. Gegenwärtige Entwicklungen: Hier werden die Faktoren Globalisierung, Migration und Individualisierung als gesellschaftliche Triebkräfte für die Notwendigkeit interreligiöser Bildungskonzepte untersucht.

4. Das Christentum im Verhältnis zu außerchristlichen Religionen: Das Kapitel beleuchtet die theologische Verhältnisbestimmung des Christentums zu anderen Weltreligionen, inklusive des Absolutheits- und Wahrheitsanspruchs sowie kirchlicher Positionen.

5. Interreligiöses Lernen in der gegenwärtigen Schule: Hier wird der Status quo des interreligiösen Lernens in deutschen Lehrplänen sowie dessen Kriterien und pädagogische Ziele erörtert.

6. Religionspädagogische Reaktionen auf eine multireligiöse Schülerschaft: Dieses Kapitel führt eine kritische Analyse und Bilanzierung verschiedener Religionsunterrichtsmodelle in Deutschland durch, um deren Eignung für eine multireligiöse Schülerschaft zu prüfen.

7. Chancen und Grenzen des interreligiösen Lernens in der schulischen Umsetzung: Das Kapitel reflektiert die strukturellen, gesellschaftlichen und didaktischen Möglichkeiten sowie die Hindernisse bei der Implementierung interreligiöser Lernformen.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert politisch-strukturelle Reformen zur Stärkung eines zeitgemäßen, interreligiös ausgerichteten Religionsunterrichts.

Schlüsselwörter

Interreligiöses Lernen, interkulturelles Lernen, Religionspädagogik, religiöse Pluralität, interreligiöser Dialog, Globalisierung, Migration, Christentum, Wahrheitsanspruch, Religionsunterricht, Schulen, Identitätsbildung, Toleranz, religiöse Vielfalt, Schulreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Positionen, Perspektiven und schulischen Organisationsformen, die für ein zeitgemäßes interreligiöses Lernen in Deutschland notwendig sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die gesellschaftlichen Voraussetzungen (Pluralität, Migration), theologische Grundlagen zum Verhältnis des Christentums zu anderen Religionen und die konkrete schulische Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse und der Vergleich gängiger Religionsunterrichtsmodelle, um festzustellen, wie diese auf eine multireligiöse Schülerschaft reagieren und interreligiöses Lernen fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse religionspädagogischer Fachliteratur, kirchlicher Lehrschreiben und aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden gegenwärtige gesellschaftliche Trends, die theologische Einordnung der Weltreligionen und spezifische Unterrichtsmodelle (wie das Würzburger, das Hamburger oder das Tübinger Modell) detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind interreligiöses Lernen, religiöse Pluralität, Religionspädagogik, interreligiöser Dialog und die Reform des Religionsunterrichts.

Wie bewertet die Arbeit das Brandenburger LER-Modell?

Das LER-Modell wird zwar als Reaktion auf eine säkulare Gesellschaft betrachtet, aber hinsichtlich der Identitätsbildung als weniger effektiv eingestuft, da es primär auf religionskundliche Informationen und weniger auf eine bekenntnisorientierte Beheimatung setzt.

Warum ist die Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts für die Autorin zentral?

Die Autorin argumentiert, dass ohne einen als ordentliches Lehrfach eingerichteten islamischen Religionsunterricht ein echtes Gleichgewicht fehlt, um ein wirklich interreligiöses Lernen, das alle Partner einbezieht, zu verwirklichen.

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Details

Title
Positionen, Perspektiven und schulische Organisationsformen interreligiösen Lernens
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,3
Author
Claudia Waindok (Author)
Publication Year
2009
Pages
68
Catalog Number
V143597
ISBN (eBook)
9783640535477
ISBN (Book)
9783640535675
Language
German
Tags
Islam Judentum Christentum Dialog Interreligiosität Schule Pluralität Interkulturalität Religionsunterrichtsmodelle Andersgläubige
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Waindok (Author), 2009, Positionen, Perspektiven und schulische Organisationsformen interreligiösen Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143597
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