Diese Arbeit zielt darauf ab, die tiefgreifenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das deutsche Gesundheitssystem zu beleuchten, insbesondere die Herausforderungen und Veränderungen, die durch wiederkehrende Infektionswellen hervorgerufen wurden. Daraus resultierend ergibt sich folgende Fragestellung: Welche kurz- und langfristigen Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems?
Die Corona-Pandemie, die Ende 2019 ihren Ursprung in Wuhan, China, nahm, hat weltweit zu gravierenden Veränderungen geführt, insbesondere im Gesundheitssektor. Deutschland, das seit Januar 2020 von der Pandemie betroffen ist, erlebte eine drastische Beeinflussung seines Gesundheitssystems. Durch unterschiedliche Ausbreitungsmuster des Virus, bedingt durch klimatische, finanzielle, personelle und technologische Faktoren sowie demografische und wohnliche Gegebenheiten, sahen sich die Gesundheitssysteme verschiedener Länder unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber. In Deutschland führte dies zu Engpässen bei der Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln sowie zu einer hohen Belastung der Krankenhaus- und Intensivkapazitäten. Zudem musste sich die Gesundheitspolitik mit neuen Fragestellungen auseinandersetzen, um das Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten. Die zentrale Frage, die sich stellt, ist, welche kurz- und langfristigen Auswirkungen die Pandemie auf das deutsche Gesundheitssystem hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Ergebnisse
3.1 Digitalisierung
3.2 Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
3.3 Medizinische Güter
3.4 Kapazitäten
3.5 Weitere gesetzliche Änderungen
4. Diskussion
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems, da die Pandemie das System vor erhebliche Herausforderungen stellte und eine Anpassung der politischen und strukturellen Rahmenbedingungen erforderte.
- Digitalisierung im Gesundheitswesen und Telemedizin
- Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)
- Versorgung mit medizinischen Gütern und Impfstoffmanagement
- Entwicklung von Krankenhaus- und Intensivpflegekapazitäten
- Gesetzliche Anpassungen und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie
Auszug aus dem Buch
3.4 Kapazitäten
Sind Testungen auf das Coronavirus und Impfungen anfangs nur in Arztpraxen möglich, so zeigt sich eine Verschiebung von Arztpraxen auf eigens dafür geschaffene Test- und Impfzentren. Die Testkapazitäten werden durch die Schaffung von mehr als 15.000 Teststellen massiv ausgeweitet (Bundesregierung, 2021b). Bundesweit werden zudem 430 Impfzentren geschaffen, um eine schnelle Impfung der Bevölkerung zu erreichen (Bundesregierung, 2021a).
Gegenteilig zu den Impf- und Testkapazitäten entwickeln sich die personellen und Intensivbettenkapazitäten. Das Problem des Fachkräftemangels beschäftigte das Gesundheitswesen bereits seit vielen Jahren. Die ohnehin schon angespannte Personalsituation im Pflegebereich hat sich durch die Pandemie weiter verschlechtert.
Das Deutsche Krankenhausinstitut hat im Oktober 2021 eine Blitzumfrage durchgeführt, um den Rückgang des Intensivpersonals zu bewerten und in Zusammenhang mit den rückläufigen Intensivkapazitäten zu setzen. In 72% der befragten Krankenhäuser sind im Vergleich zum letzten Jahr weniger Intensivpflegekräfte durch Abwanderung, Kündigung, interne Stellenwechsel oder Arbeitszeitreduktionen beschäftigt. Dabei stehen in rund einem Drittel der Kliniken 5% weniger Intensivpflegekräfte zur Verfügung, während sich der Rückgang in knapp 30% der Intensivbereiche auf 5-10% beläuft. In fast 10% der Kliniken wird eine Abwanderung von mehr als 10% der Intensivpflegekräfte beobachtet (Anhang 1). Ursächlich hierfür seien schlechtere Arbeitsbedingungen und eine schlechtere Stimmung auf Intensivstationen aufgrund von erhöhten Belastungen durch die COVID-19 Pandemie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Ausbruch der Pandemie, ihre globale Ausbreitung sowie die spezifischen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem und leitet daraus die Forschungsfrage ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen von COVID-19, die Übertragungswege sowie den bisherigen Verlauf und die Auswirkungen in Deutschland.
3. Ergebnisse: Der Hauptteil analysiert die strukturellen Anpassungen, den Fortschritt bei der Digitalisierung, die Stärkung des ÖGD sowie die Versorgungslage bei medizinischen Gütern und Intensivkapazitäten.
4. Diskussion: Hier werden die erarbeiteten Ergebnisse kritisch reflektiert, wobei sowohl die Fortschritte bei digitalen Lösungen als auch die negativen Folgen der hohen Belastung auf das Krankenhauspersonal diskutiert werden.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die notwendigen politischen Schritte zusammen und bewertet die zukünftige Stabilität des Gesundheitssystems angesichts neuer Herausforderungen wie der Omikron-Variante.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Gesundheitssystem, Digitalisierung, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Intensivpflege, Fachkräftemangel, Medizinische Güter, Impfstoffmanagement, Krankenhauskapazitäten, COVID-19, Pandemie-Management, Gesundheitsvorsorge, Infektionsschutzgesetz, Telemedizin, Long-Covid
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die strukturelle Organisation und Funktionsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Digitalisierungsschub, die Rolle des ÖGD, die Versorgungssicherheit mit medizinischen Gütern und die kritische Lage des Personals im Intensivbereich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, kurz- und langfristige Veränderungen im Gesundheitssystem zu identifizieren, die durch die Pandemie hervorgerufen wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine literaturbasierte Analyse durchgeführt, die aktuelle Berichte, politische Gesetzesvorlagen und statistische Daten wie das DIVI-Intensivregister auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Bereiche: Digitalisierung, ÖGD, medizinische Güter, personelle Kapazitäten sowie gesetzliche Änderungen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gesundheitswissenschaft, Pandemiefolgen, Strukturwandel und Krisenmanagement beschreiben.
Welche Rolle spielt das DIVI-Intensivregister für die Ergebnisse?
Das DIVI-Intensivregister dient als empirische Datenquelle, um den Rückgang an verfügbaren High-Care- und Low-Care-Betten sowie die allgemeine Bettenauslastung nachzuweisen.
Welche Rolle spielt das Koalitionsversprechen (Ampelkoalition) im Kontext der Forschung?
Die Arbeit nimmt Bezug auf das Koalitionsprogramm, insbesondere zur geplanten Gründung eines Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit, um zukünftige Krisen besser bewältigen zu können.
Welche Bedeutung kommt der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zu?
Die Impfpflicht wird als gesetzliche Maßnahme betrachtet, bei der jedoch unklar bleibt, wie sie sich konkret auf die bereits angespannte Personalsituation in der Pflege auswirken wird.
- Quote paper
- Daria Kozica (Author), 2022, Corona und die Auswirkungen auf die Strukturen des Gesundheitssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1436112