In dieser Forschungsarbeit wird der Einfluss der Fanbindung auf das Fanverhalten und eine mögliche Übertragbarkeit der Konstrukte des Kunden-Commitments und der Kundenbindung auf Sportfans untersucht. Dies findet in Anlehnung an Eggerts 3-Komponenten-Theorie statt.
Im Fokus steht die Verbindung zwischen dem klassischen Kunden-Marketing und der Verhaltenspsychologie für Vereine, Unternehmen und Wissenschaft. Des Weiteren stehen in Zeiten der digitalen Medien die soziale Interaktion sowie die Emotionalisierung im Fokus der Marketingkonzepte der wirtschaftlichen Organisationen. Diese ermöglichen der Sportindustrie eine umfassende Fan-Reichweite. Mit diesen modernen Entwicklungen und den vorhandenen Erkenntnissen aus den Themenfeldern der Kundenbindung und des Sportmarketings entstehen neue, interessante Untersuchungsfelder sowie mögliche Weiterentwicklungen bestehender Hypothesen.
Aufgrund des hohen gesellschaftlichen Stellenwerts bildet das Thema Sport einen spannenden Forschungsgegenstand, der in vielen wissenschaftlichen Disziplinen aufgegriffen wird. Neben den Wirtschafts-, Medien- und Sportwissenschaften sind die Themen aus dem Sportsegment auch in der Psychologie von Bedeutung. Unabhängig davon, um welche Sportart es sich handelt, Fans prägen die Sportveranstaltungen und tragen maßgeblich, wenn auch nicht immer bewusst, zur Höchstleistung einer Mannschaft bei. Neben dem Image eines Sportvereins ist ein lukratives Sponsoring von beteiligten Unternehmen existenziell wichtig.
Allerdings ist nicht außer Acht zu lassen, dass auch Fans einen fundamentalen, ökonomischen Beitrag leisten. Für die Vereine steht, ähnlich wie für Wirtschaftsunternehmen, die Kundenzufriedenheit und Begeisterung an erster Stelle, damit eine möglichst langfristige Bindung an die jeweilige Organisation erfolgen kann. Die Sportvereine stellt dies vor eine große Herausforderung, da die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Thema Fans, im Kontext der Sportkommunikation, bisher unzureichend erforscht wurden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Stand der Forschung
2.1 Kundenbindung
2.2 Fanbindung
2.3 Fanverhalten
3 Hypothetisches Modell und Forschungsfragen
4 Methode
4.1 Untersuchungsdesign und Stichprobenbeschreibung
4.2 Messinstrumente
4.2.1 Datenerhebung
4.2.2 Durchführung
5 Ergebnisse
5.1 Überprüfung und Anpassung des hypothetischen Modells
5.1.1 Hauptkomponentenanalyse Fanbindung
5.1.2 Hauptkomponentenanalyse Fanverhalten
5.1.3 Anpassung Modell
5.1.4 Deskriptive Statistik der Fanbindung und des Fanverhaltens
5.2 Der Einfluss der Fanbindung auf das Fanverhalten
5.3 Der Einfluss des Geschlechts auf die Fanbindung und das Fanverhalten
6 Diskussion
6.1 Implikationen
6.2 Limitationen und Ausblick
6.3 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Erkenntnisse über die Fanbindung und das Fanverhalten im Sport zu gewinnen. Dabei wird ein theoretisch fundiertes, hypothetisches Modell entwickelt und empirisch überprüft, um den Einfluss verschiedener Bindungsarten auf das Fanverhalten zu analysieren und geschlechterspezifische Unterschiede aufzuzeigen.
- Analyse des Einflusses von Fanbindung auf das Fanverhalten
- Übertragung von Kundenbindungs-Konstrukten auf den Sportkontext
- Entwicklung eines hypothetischen Untersuchungsmodells
- Empirische Überprüfung mittels Online-Befragung
- Untersuchung von geschlechterspezifischen Bindungsunterschieden
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Aufgrund des hohen gesellschaftlichen Stellenwerts bildet das Thema Sport einen spannenden Forschungsgegenstand, der in vielen wissenschaftlichen Disziplinen aufgegriffen wird. Neben den Wirtschafts-, Medien- und Sportwissenschaften sind die Themen aus dem Sportsegment auch in der Psychologie von Bedeutung (vgl. Schneider et al., 2016, S. 159–175). Unabhängig davon, um welche Sportart es sich handelt, Fans prägen die Sportveranstaltungen und tragen maßgeblich, wenn auch nicht immer bewusst, zur Höchstleistung einer Mannschaft bei (vgl. Schneider et al., 2016, S. 1ff.). Neben dem Image eines Sportvereins ist ein lukratives Sponsoring von beteiligten Unternehmen existenziell wichtig (vgl. Ruda & Klug, 2010, S. 1–29). Allerdings ist nicht außer Acht zu lassen, dass auch Fans einen fundamentalen, ökonomischen Beitrag leisten (vgl. Haupt et al., 2017, S. 6–9).
Für die Vereine steht, ähnlich wie für Wirtschaftsunternehmen, die Kundenzufriedenheit und Begeisterung an erster Stelle, damit möglichst langfristige Bindung an die jeweilige Organisation erfolgen kann (vgl. Fritz, 2019, S. 111; vgl. Eggert, 1999, S. 51). Die Sportvereine stellt dies vor eine große Herausforderung, da die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Thema Fans, im Kontext der Sportkommunikation, bisher unzureichend erforscht wurden (vgl. Schneider et al., 2017, S. 22). Bisher sind Experten davon ausgegangen, dass überwiegend die Tradition, der Erfolg einer Mannschaft und die Liebe zum Verein, die möglicherweise seit Generationen fortgeführt wird, maßgeblich für die Fanbindung verantwortlich sind (vgl. Sachse & Rühling, 2017, S. 44).
Aktuelle Studien zeigen hingegen auf, dass weitaus mehr Komponenten, wie bspw. die innere Einstellung oder das aus dem Marketing bekannte „Commitment“ einer Person, für das Bindungsmotiv des Fans verantwortlich sein kann, welches unter Berücksichtigung der verschiedenen Ausprägungen unterschiedliche Ergebnisse zur Folge hat (vgl. van Dick, 2017, S. 8–25). Deshalb ist die Anwendung und Verbindung zwischen dem klassischen Kunden-Marketing und der Verhaltenspsychologie für Vereine, Unternehmen und Wissenschaft relevanter denn je (vgl. Manfred Bruhn, 2003, S. 11 ff.). Des Weiteren stehen in Zeiten der digitalen Medien die soziale Interaktion sowie die Emotionalisierung im Fokus der Marketingkonzepte der wirtschaftlichen Organisationen. Diese ermöglichen der Sportindustrie eine umfassende Fan-Reichweite (vgl. Roose et al., 2017, S. 93–114).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung des Sports sowie die Notwendigkeit, Fanbindung und Fanverhalten wissenschaftlich zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen und Stand der Forschung: Hier werden die Kernbegriffe Kundenbindung, Fanbindung und Fanverhalten definiert und in einen wissenschaftlichen Kontext gesetzt.
3 Hypothetisches Modell und Forschungsfragen: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung eines Modells zur Messung von Fanbindung und definiert die leitenden Forschungsfragen der Arbeit.
4 Methode: Beschreibung des Online-Untersuchungsdesigns, der Stichprobe sowie der eingesetzten Messinstrumente und des analytischen Vorgehens.
5 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen, inklusive Modellprüfung, Analyse des Einflusses der Bindung auf das Verhalten sowie geschlechterspezifische Vergleiche.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Ableitung von Implikationen für die Praxis sowie Limitationen und Ausblick für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Fanbindung, Fanverhalten, Kundenbindung, Sportmanagement, Sportmarketing, Commitment, affektive Bindung, kognitive Bindung, normative Bindung, vertragliche Bindung, Sportvereine, empirisches Projekt, Verhaltenspsychologie, Fanloyalität, Datenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Beziehung zwischen Fans und ihren Sportvereinen, speziell fokussiert auf die Messung von Bindungskonstrukten und deren Auswirkungen auf das Fanverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen das Kundenbeziehungsmanagement, die Sportpsychologie, die Identifikation mit Sportvereinen sowie aktuelle Marketingstrategien im Sportbereich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sich klassische Kundenbindungsmodelle auf Sportfans übertragen lassen und welchen spezifischen Einfluss verschiedene Bindungskomponenten auf das Fanverhalten haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign mit einer Online-Befragung gewählt, dessen Daten mittels statistischer Verfahren wie Hauptkomponentenanalyse und multipler Regression ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Erstellung eines hypothetischen Modells, die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise und die fundierte Auswertung der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Fanbindung, Fanverhalten, Commitment, Sportmarketing und empirische Modellprüfung charakterisiert.
Welche Bindungskomponenten wurden im Modell unterschieden?
Das Modell unterscheidet zwischen affektiver, kognitiver, normativer und vertraglicher Fanbindung, angelehnt an die bewährten Konzepte aus dem allgemeinen Kundenmanagement.
Gab es signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
Die Studie ergab, dass sich Männer und Frauen vor allem in der kognitiven Fanbindung signifikant unterscheiden, wobei die affektive, normative sowie vertragliche Bindung keine signifikanten Geschlechtsunterschiede aufwiesen.
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- Anonym (Author), 2022, Der Einfluss der Fanbindung auf das Fanverhalten. Kundenbindung im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1436276