Die vorliegende Hausarbeit widmet sich der Fragestellung, welche Zielsetzungen spezifisch für die Gesundheitsförderung in Kitas sind, damit ein Kohärenzgefühl im Kindesalter aufgebaut und ein widerstandsfähiger Umgang bei stressbelastenden Situationen, wie z.B. einer Transition, entwickelt werden kann.
Für die Erstellung der vorliegenden Hausarbeit wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Um umfangreiche Kenntnisse über die behandelten Thematiken zu gewinnen, wurde Literatur aus dem Bibliothekskatalog der Fachhochschule der Diakonie Bielefeld, der Landesbibliothek Detmold, sowie Literatur aus dem Eigenbestand verwendet. Darüber hinaus wurden die Datenbanken LIVIVO, Opac und Google Scholar für die Recherche genutzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3.1 Stressformen
3.2 Stressreaktion
3.3 Stressbewältigung mit dem transaktionalen Stressmodel nach Lazarus
3.4 Der Baustein der Kohärenz
4. Gesundheit von Kindern fördern und erhalten
4.1 Früherkennung von pathologischen Entwicklungen
5. Kindertagesstätte als Ort der Gesundheit
5.1 Gesunde Kita für Kinder durch Individualität und Zugehörigkeit
5.2 Gesunde Kita für Kinder durch Kompetenzerleben und Selbstwirksamkeit
5.3 Gesunde Kita für Kinder durch Autonomie und Partizipation
6. Gesundheitsförderung in Kitas
7. Transition von Kita zur Schule
7.1 Beispiel der Kita Kiebitz
8. Kritische Betrachtung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht spezifische Zielsetzungen der Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen, um ein gesundes Kohärenzgefühl bei Kindern zu fördern und sie beim widerstandsfähigen Umgang mit stressbelastenden Transitionen (wie dem Übergang von der Kita in die Grundschule) zu unterstützen.
- Theoretische Grundlagen zur Stressentstehung und -bewältigung bei Kindern
- Bedeutung der Kindertagesstätte als gesundheitsförderlicher Lebensraum
- Einfluss soziokultureller Faktoren und Transitionsprozesse auf die seelische Gesundheit
- Praxisbeispiel: Das buddY-Programm als Instrument für einen partizipativen Übergang
Auszug aus dem Buch
3.1 Stressformen
Eine Unterscheidung von Stressoren wird nach McNamara (2000) in drei großen Bereich im Kindes- und Jugendalter unterteilt. Damit sind Stressoren auch gleich Risikofaktoren aus der relevanten und direkten Umwelt eines Kindes. Diese werden im Folgenden genauer erörtert.
a) normative Stressoren
Als normativer Stressor werden Ereignisse beschrieben die Zeitgleich oder zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den meisten Individuen einer Altersgruppe auftreten können. Hierbei werden die entwicklungsbezogenen, kontextuellen Aufgaben und Erwartungen von Familie, Freunden und Gesellschaft aber auch den veränderten personellen Ansprüchen berücksichtigt. Besonders bei Kindern sind hierbei der Eintritt in den Kindergarten, Übergänge in Schule und Leistungserwartungen an ihrer Person zu nennen. Auch bei der Autonomieentwicklung bei Kindern entstehen Spannungsfelder von Stressoren, diese und andere Entwicklungsabschnitte treten nicht unvorhersehbar auf und können daher mit Maßnahmen zu ihrer Bewältigung geplant werden (Jungbauer, 2017, S. 134; Beyer & Lohaus, 2007, S. 11 ff.; Schwarzer, 2000, S. 28 f.).
b) kritische Lebensereignisse
Anders ist es bei kritischen Lebensereignisse die nicht am Lebensalter gebunden sind. Die extremen Belastungen von kritischen Lebensereignissen sind häufig mit Änderungen von Alltagsroutinen und Neuanpassungen verknüpft und hinzu kommt das unerwartete Auftreten dieser Situationen. Solche kritischen Lebensereignisse für Kinder und Jugendliche könnten z.B sein die Scheidung der Eltern, Krankheiten oder Tod von Familienmitgliedern oder Menschen im nahen Umfeld und Vernachlässigungen. Untersuchungen aus der Biographie von Kindern und Jugendlichen zeigen, dass eine vermehrte Häufung kritischer Lebensereignisse auch eine psychische Erkrankung mit beeinflussen könnte (Brunner, Parzer, Schuld & Resch, 2000, S.71 ff.; Williamson, Birmaher, Dahl & Ryan, 2005, S. 571 ff.; Lohaus & Seiffge-Krenke, 2001, S. 148 ff. Lohaus & Seiffge-Krenke, 2004, S. 38 ff.; ). Kritische Lebensereignisse zeigen weniger Einfluss auf Anpassungsprobleme als alltägliche Anforderungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der Gesundheitswissenschaft und Salutogenese und begründet die Notwendigkeit von Gesundheitsförderung in Kitas vor dem Hintergrund aktueller Belastungen.
2. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die systematische Literaturrecherche, die zur Erarbeitung der Hausarbeit unter Verwendung aktueller Datenbanken und Bibliotheksbestände durchgeführt wurde.
3.1 Stressformen: Hier werden Stressoren im Kindes- und Jugendalter in normatives Stressgeschehen, kritische Lebensereignisse sowie alltägliche Anforderungen unterteilt und erläutert.
3.2 Stressreaktion: Das Kapitel beschreibt, wie Stress auf physiologisch-vegetativer, kognitiv-emotionaler und verhaltensbezogener Ebene beim Kind in Erscheinung tritt.
3.3 Stressbewältigung mit dem transaktionalen Stressmodel nach Lazarus: Dieser Abschnitt erläutert Stress als relationales Konzept, bei dem das subjektive Belastungserleben durch Coping-Strategien innerhalb einer Interaktion mit der Umwelt entsteht.
3.4 Der Baustein der Kohärenz: Es wird das salutogenetische Modell von Antonovsky vorgestellt, wobei insbesondere die Komponenten Bedeutsamkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit des Kohärenzgefühls definiert werden.
4. Gesundheit von Kindern fördern und erhalten: Dieses Kapitel diskutiert die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und das Recht eines jeden Kindes auf gesundheitliche Vorsorge und Förderung.
4.1 Früherkennung von pathologischen Entwicklungen: Fokus auf medizinische Vorsorgeuntersuchungen (U1-U10) sowie Impfempfehlungen als präventive Maßnahmen gegen Entwicklungsstörungen.
5. Kindertagesstätte als Ort der Gesundheit: Die Kita wird als zentraler Akteur im Präventionsnetzwerk definiert, der durch ganzheitliche Konzepte die Ressourcen frühkindlicher Entwicklung stärkt.
5.1 Gesunde Kita für Kinder durch Individualität und Zugehörigkeit: Beschreibung der Qualitätsdimension, wie Inklusion und wertschätzende Akzeptanz das Kohärenzempfinden stützen.
5.2 Gesunde Kita für Kinder durch Kompetenzerleben und Selbstwirksamkeit: Analyse der Bedeutung von Selbstwirksamkeit für die Resilienz und Bewältigung von Krisen im Kindesalter.
5.3 Gesunde Kita für Kinder durch Autonomie und Partizipation: Darstellung der Bedeutung von Mitbestimmung für die Entwicklung von Engagement und Verantwortung im Kita-Alltag.
6. Gesundheitsförderung in Kitas: Untersucht die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen und wissenschaftlicher Studien (wie KIGGS, BELLA, COPSY) auf die Gesundheitskonzepte in Kindertageseinrichtungen.
7. Transition von Kita zur Schule: Einführung in den Transitionsbegriff als kritisches, aber gestaltbares Lebensereignis im Bildungsweg.
7.1 Beispiel der Kita Kiebitz: Praktische Vorstellung des buddY-Programms als Modell für eine Netzwerkarbeit, die Kindern einen stressfreien Übergang zur Grundschule ermöglicht.
8. Kritische Betrachtung und Fazit: Eine zusammenfassende Reflexion über die Professionalisierung der Fachkräfte und die Notwendigkeit, Kinder aktiv in der Entwicklung ihres Kohärenzgefühls zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Kita, Salutogenese, Stressbewältigung, Kohärenzgefühl, Transition, Kindheit, Resilienz, Prävention, Partizipation, Selbstwirksamkeit, COPSY-Studie, buddY-Programm, Stressoren, Gesundheitswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gesundheitsförderung von Kindern im Setting der Kindertagesstätte, wobei der Fokus besonders auf der Stressbewältigung während wichtiger Übergangsphasen wie dem Wechsel zur Grundschule liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Konzepte der Salutogenese nach Antonovsky, das transaktionale Stressmodell nach Lazarus, die Bedeutung der frühen Bildung für die Lebenswelt Kita sowie die gesundheitlichen Auswirkungen von Pandemieerfahrungen auf Kinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche spezifischen Zielsetzungen in Kitas erarbeitet werden müssen, um ein stabiles Kohärenzgefühl bei Kindern aufzubauen und einen widerstandsfähigen Umgang mit stressbelastenden Situationen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturanalyse, bei der aktuelle Fachliteratur, pädagogische Studien (wie die COPSY-Studie) und wissenschaftliche Konzepte der Gesundheitswissenschaft ausgewertet und auf die Praxis in Kindertageseinrichtungen angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Fundamenten zur Stressentstehung die pädagogischen Handlungsfelder einer "gesunden Kita" analysiert, inklusive der Dimensionen von Partizipation, Kompetenzerleben und der praktischen Umsetzung durch das buddY-Programm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Salutogenese, Kohärenzgefühl, Transition, Resilienz, Prävention und Selbstwirksamkeit im frühkindlichen Bildungs- und Betreuungskontext.
Welche Rolle spielt die Kita "Kiebitz" in der Untersuchung?
Die Kita "Kiebitz" dient als konkretes Best-Practice-Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung des buddY-Programms, bei dem die Netzwerkarbeit und die aktive Einbindung der Kinder als Experten ihres eigenen Übergangs im Vordergrund stehen.
Warum ist das Kohärenzgefühl nach Antonovsky für Kitas so bedeutsam?
Ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl hilft Kindern, die Welt als verstehbar, handhabbar und bedeutend zu erleben, was sie bei Stressereignissen widerstandsfähiger macht; die Autoren argumentieren, dass Kitas durch Partizipation und Akzeptanz genau diese Ressourcen stärken können.
- Arbeit zitieren
- Nelli Kleinschmidt (Autor:in), 2021, Stressbewältigung bei Transition von der Kita in die Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1436486