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Der Jahrhundertkonflikt zwischen Argentinien und Chile

Ein Vergleich der Mediation der britischen Krone und des Papstes im Beagle-Konflikt

Title: Der Jahrhundertkonflikt zwischen Argentinien und Chile

Term Paper , 2009 , 36 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor of Political Science Stefan Rodrigo Spriestersbach (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Summary Excerpt Details

Der Friedensnobelpreis dürfte die höchste Auszeichnung für Friedensstifter sein. Mit ihm werden Menschen und Organisationen ausgezeichnet, die sich für den Frieden starkgemacht
haben. Bei den Preisträgern handelte es sich überwiegend um politisch aktive Persönlichkeiten wie Politiker oder Diplomaten, auch religiöse Persönlichkeiten wie Mutter Teresa, Erzbischof Desmond Tutu, der 14. Dalai Lama oder der Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo wurden ausgezeichnet.
Sicherlich ist die Ambition religiöser Würdenträger, Frieden stiften zu wollen oder eine Konflikteskalation zu verhindern, in ihrer Religion begründet. Diese Tatsache allein macht sie
aber nicht per se zu erfolgreichen Friedensstiftern.
Dabei ist Mediation durch religiöse Persönlichkeiten kein neues Phänomen, denn „Over the last two decades […] they have become significantly more visible in resolving regional and
international conflicts“. Hierdurch ist eine gestiegene Aufmerksamkeit für religiöse Mediatoren von Konflikten nicht zwangsläufig
gegeben. Vielmehr wurde das Potenzial von religiösen Persönlichkeiten durch „[…] secular, rational problem-solving approaches and methodological, epistemological perspectives […]“ der Wissenschaft selbst ignoriert. Besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York wurde das Konfliktpotenzial von Religion in den Vordergrund gestellt.
Liegt die Gabe, ein erfolgreicher Friedensstifter zu sein, also eher im Bereich persönlicher Fähigkeiten? Haben religiöse Persönlichkeiten durch ihren Glauben ein besonderes Gespür,
sozusagen ein Feeling für Konfliktlösung. Oder ist es vielmehr ihr Amt, das ihnen Würde und Autorität verleiht, um Einfluss in der Konfliktvermittlung auszuüben. Dieser Sachverhalt soll
exemplarisch am Beispiel des Beagle-Konflikts zwischen Argentinien und Chile untersucht werden. Der Konflikt stellt gleich in dreierlei Hinsicht ein besonderes Beispiel dar: Erstens
wurden in ihm mehrere Mediationsversuche vorgenommen. Zu den Vermittlern zählten die USA, die Britische Krone und der Vatikan, wobei nur die letzten
beiden in dieser Untersuchung behandelt werden. Zweitens ist die Konfliktdauer mit über 100 Jahren ungewöhnlich lang. Drittens ist die letzten Endes erfolgreiche Mediation durch die höchste religiöse Instanz einer Weltreligion, Papst Johannes Paul II., erfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Papst Johannes Paul II. schafft Frieden

2. Fragestellung, Definitionen und Untersuchungszeitraum

3. Theoretischer Ansatz: Faith-Based Mediation nach Jacob Bercovitch und Ayse Kadayifci-Orellana

4. Entstehung und Entwicklung der Grenzstreitigkeiten zwischen Argentinien und Chile bis zum Beagle-Konflikt

4.1 Erster Streitpunkt des Beagle-Konflikts: Die Souveränität der Inseln Picton, Nueva und Lennox

4.2 Zweiter Streitpunkt des Beagle-Konflikts: 200-Seemeilen-Zone

4.3 Zwei friedliche Lösungswege bei Grenz- und Territorialstreitigkeiten in Südamerika

5. Analyseeinheit A – Mediation durch die Britische Krone

5.1 Kompetenzen und Aufgaben der britischen Krone als Mediator

5.2 Der Schiedsspruch des Tribunals und die Reaktion der Konfliktparteien

5.3 Die Rolle der britischen Krone als Mediator

6. Analyseeinheit B – Mediation durch den Papst

6.1 Das Problem, einen geeigneten Mediator zur finden

6.2 Kompetenzen und Aufgaben des Papstes als Mediator

6.3 Der Weg bis zum Friedens- und Freundschaftsvertrag von 1984

6.4 Die Vorgehensweise des Papstes in der Mediation

7. Fazit und Schlussfolgerung

8. Anhang

8.1 Schema 1: Faith-Based Key Factors of Mediation

8.2 Schema 2: Secular Key Factors of Mediation

8.3 Karte 1: Kartogrpfische Eingrenzung zum Schiedspruch von 1977

8.4 Karte 2: Päpstlicher Vorschlag von 1980

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Beagle-Konflikt zwischen Argentinien und Chile, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob die Religiosität eines Mediators bei der Konfliktbewältigung vorteilhaft ist. Dabei werden die Mediationsbemühungen der säkularen britischen Krone mit der religiös motivierten Mediation durch den Vatikan verglichen.

  • Vergleich von säkularer Mediation (Britische Krone) und Faith-Based Mediation (Papst).
  • Analyse des Beagle-Konflikts als Fallbeispiel für territoriale Grenzstreitigkeiten.
  • Anwendung theoretischer Ansätze von Jacob Bercovitch und Ayse Kadayifci-Orellana.
  • Bewertung der Einflussmöglichkeiten und der moralischen Autorität von Mediatoren.
  • Untersuchung der Rolle politischer Rahmenbedingungen (Militärjunten) auf den Mediationserfolg.

Auszug aus dem Buch

1. Papst Johannes Paul II. schafft Frieden

Der Friedensnobelpreis dürfte die höchste Auszeichnung für Friedensstifter sein. Mit ihm werden Menschen und Organisationen ausgezeichnet, die sich für den Frieden starkgemacht haben (vgl. Norwegian Nobel Institute 2007). Bei den Preisträgern handelte es sich überwiegend um politisch aktive Persönlichkeiten wie Politiker oder Diplomaten (vgl. ebd. 2009), auch religiöse Persönlichkeiten wie Mutter Teresa, Erzbischof Desmond Tutu, der 14. Dalai Lama oder der Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo wurden ausgezeichnet (vgl. ebd.). Sicherlich ist die Ambition religiöser Würdenträger, Frieden stiften zu wollen oder eine Konflikteskalation zu verhindern, in ihrer Religion begründet. Diese Tatsache allein macht sie aber nicht per se zu erfolgreichen Friedensstiftern (vgl. Weingardt 2007: 11-14).

Dabei ist Mediation durch religiöse Persönlichkeiten kein neues Phänomen, denn „Over the last two decades […] they have become significantly more visible in resolving regional and international conflicts“ (Bercovitch und Kadayifci-Orellana 2009: 176). Hierdurch ist eine gestiegene Aufmerksamkeit für religiöse Mediatoren von Konflikten nicht zwangsläufig gegeben (vgl. ebd.: 176f.). Vielmehr wurde das Potenzial von religiösen Persönlichkeiten durch „[…] secular, rational problem-solving approaches and methodological, epistemological perspectives […]“ der Wissenschaft selbst ignoriert (ebd.: 177). Besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York wurde das Konfliktpotenzial von Religion in den Vordergrund gestellt (vgl. ebd.).

Liegt die Gabe, ein erfolgreicher Friedensstifter zu sein, also eher im Bereich persönlicher Fähigkeiten? Haben religiöse Persönlichkeiten durch ihren Glauben ein besonderes Gespür, sozusagen ein Feeling für Konfliktlösung. Oder ist es vielmehr ihr Amt, das ihnen Würde und Autorität verleiht, um Einfluss in der Konfliktvermittlung auszuüben. Dieser Sachverhalt soll exemplarisch am Beispiel des Beagle-Konflikts zwischen Argentinien und Chile untersucht werden. Der Konflikt stellt gleich in dreierlei Hinsicht ein besonderes Beispiel dar: Erstens wurden in ihm mehrere Mediationsversuche vorgenommen (vgl. Weingardt 2007: 49-66). Zu den Vermittlern zählten die USA, die Britische Krone und der Vatikan, wobei nur die letzten beiden in dieser Untersuchung behandelt werden (vgl. ebd.: 52-55). Zweitens ist die Konfliktdauer mit über 100 Jahren ungewöhnlich lang (vgl. ebd.: 49f.). Drittens ist die letzten Endes erfolgreiche Mediation durch die höchste religiöse Instanz einer Weltreligion, Papst Johannes Paul II., erfolgt (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Papst Johannes Paul II. schafft Frieden: Einführung in das Thema der religiösen Mediation und Begründung der Wahl des Beagle-Konflikts als Fallbeispiel.

2. Fragestellung, Definitionen und Untersuchungszeitraum: Präzisierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Vorteile religiöser Mediatoren und Festlegung des Rahmens der Untersuchung.

3. Theoretischer Ansatz: Faith-Based Mediation nach Jacob Bercovitch und Ayse Kadayifci-Orellana: Vorstellung der theoretischen Kriterien zur Unterscheidung von säkularer und religiöser Mediation.

4. Entstehung und Entwicklung der Grenzstreitigkeiten zwischen Argentinien und Chile bis zum Beagle-Konflikt: Historische Herleitung der Grenzkonflikte und Erläuterung der rechtlichen Grundlagen wie des Prinzips uti possidetis.

5. Analyseeinheit A – Mediation durch die Britische Krone: Untersuchung der Rolle der britischen Krone als Mediator, begrenzt durch das Schiedsabkommen von 1971.

6. Analyseeinheit B – Mediation durch den Papst: Analyse des vatikanischen Mediationsprozesses, der durch Kardinal Samoré und die Akte von Montevideo geprägt war.

7. Fazit und Schlussfolgerung: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Effektivität religiöser Mediatoren.

Schlüsselwörter

Beagle-Konflikt, Argentinien, Chile, Mediation, Faith-Based Mediation, Britische Krone, Papst Johannes Paul II., Kardinal Samoré, Internationale Beziehungen, Konfliktlösung, Souveränität, Grenzstreitigkeiten, Religion, Diplomatie, Frieden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mediation im Beagle-Konflikt zwischen Argentinien und Chile und vergleicht dabei die Herangehensweise einer säkularen Macht (Britische Krone) mit der eines religiösen Akteurs (Vatikan).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Mediation, die Rolle der Religiosität in internationalen Beziehungen, historische Grenzkonflikte in Lateinamerika und die Effektivität verschiedener Vermittlungsansätze.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Religiosität eines Mediators bei der Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten einen Vorteil gegenüber rein säkularen Vermittlern bietet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem er die Mediationserfahrungen der britischen Krone und des Vatikans unter Anwendung theoretischer Frameworks von Bercovitch und Kadayifci-Orellana vergleichend analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Grenzstreitigkeiten, eine detaillierte Untersuchung der gescheiterten britischen Mediation und die Auswertung der erfolgreichen vatikanischen Mediation unter Kardinal Samoré.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Beagle-Konflikt, Faith-Based Mediation, internationale Konfliktlösung, Legitimacy und der Vergleich von säkularen versus religiösen Mediatoren.

Warum lehnte Argentinien das Schiedsurteil der britischen Krone ab?

Aufgrund des schwelenden Konflikts um die Falklandinseln stand die Legitimität Großbritanniens als unparteiischer Mediator in Argentinien massiv in der Kritik, was zur Ablehnung des Schiedsspruchs führte.

Welche Rolle spielte Kardinal Samoré im Mediationsprozess des Vatikans?

Kardinal Samoré fungierte als maßgeblicher Vermittler, der durch "Pendeldiplomatie" und eine geschickte Verhandlungsführung (die sogenannte "Mediation innerhalb der Mediation") das Vertrauen der Parteien gewann.

Wie beeinflusste das politische System der Konfliktparteien die Mediation?

Da beide Länder von Militärjunten regiert wurden, war der Handlungsspielraum für Kompromisse stark eingeschränkt, da diese ihre innenpolitische Stabilität durch Zugeständnisse gefährdet sahen.

Was bedeutet der Begriff "Faith-Based Mediation" in diesem Kontext?

Er beschreibt eine Mediation, bei der der Vermittler seine moralische und spirituelle Autorität sowie die Akzeptanz seines Amtes nutzt, um als glaubwürdiger "High-Ranking Leader" den Konflikt zu moderieren.

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Details

Title
Der Jahrhundertkonflikt zwischen Argentinien und Chile
Subtitle
Ein Vergleich der Mediation der britischen Krone und des Papstes im Beagle-Konflikt
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Religion in den Internationalen Beziehungen
Grade
2,0
Author
Bachelor of Political Science Stefan Rodrigo Spriestersbach (Author)
Publication Year
2009
Pages
36
Catalog Number
V143662
ISBN (eBook)
9783640547296
ISBN (Book)
9783640551248
Language
German
Tags
Mediation Konflikt Katholische Kirche Argentinien Chile Schiedsspruch religiöse Konflikte Friedensstifter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Political Science Stefan Rodrigo Spriestersbach (Author), 2009, Der Jahrhundertkonflikt zwischen Argentinien und Chile , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143662
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