Diese Arbeit beleuchtet die vielfältige Sprachlandschaft Mexikos, die über die Amtssprache Spanisch hinausgeht und 56 indigene Sprachen umfasst. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Bundesstaat Oaxaca im Süden Mexikos, wo das Zapotekische, eine indigene Sprache der Zapoteken, bis heute überlebt hat. Die Stadt Juchitán de Zaragoza in dieser Region steht im Fokus, insbesondere ihr einzigartiges Matriarchat der Frauen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwiefern sich das Zapotekische in den Alltag der Bevölkerung integriert hat. Mithilfe einer Umfrage werden Fragen zu Sprachgebrauch, kulturellen Bereichen und der Bedeutung des Zapotekischen für die Identität der Sprecher untersucht. Die Arbeit gibt einen geschichtlichen Überblick über die Zapoteken und betrachtet, welche Bemühungen unternommen werden, um den Erhalt dieser indigenen Sprache zu fördern.
Fragen und Probleme, die sich im Zusammenhang damit herausstellten, werden durch eine beiliegende Umfrage und deren Ergebnisse zu klären versucht. Wie wichtig ist das Zapotekische heute und was bedeutet es für die eigene Identität der Sprecher und deren Kultur? Und welche Bemühungen werden getroffen, um den Erhalt dieser indigenen Sprache zu fördern? Durch persönlichen Erfahrungen während eines einjährigen Aufenthalts in Juchitán und durch lange Gespräche mit dort ansässigen Freunden, werden im Fazit auch individuelle Eindrücke mit eingebracht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Geschichte und Kultur der Zapoteken
Das Zapotekische
Sprachgebrauch des Zapotekischen in Juchitán de Zaragoza
Umfrage zum Sprachgebrauch und deren Erhalt
Auswertung und Interpretation
Das Verhältnis der indigenen Sprache und dem Spanischen
Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel der Stadt Juchitán de Zaragoza, inwieweit die indigene Sprache der Zapoteken in den Alltag der lokalen Bevölkerung integriert ist und welche Bedeutung sie für die kulturelle Identität der Sprecher sowie deren Erhalt besitzt.
- Aktueller Sprachgebrauch des Zapotekischen in Juchitán
- Kulturelle Identität und Bedeutung der Sprache
- Einfluss des Spanischen als Amtssprache
- Herausforderungen beim Erhalt der indigenen Sprache
- Analyse durch eine qualitative Umfrage vor Ort
Auszug aus dem Buch
Sprachgebrauch des Zapotekischen in Juchitán de Zaragoza
Die Stadt Juchitán mit ihren knapp 100.000 Einwohnern, wurde erstmals 1994 durch die Autorin Veronika Bennholdt-Thomsen in den Vordergrund der Sozialwissenschaften gerückt und somit als „Stadt der Frauen“ bekannt. Der Name der Stadt bedeutet ursprünglich „Stadt der Blumen“ und leitet sich von dem aztekischen Wort xotchitlan ab. In ihrem Buch „Frauen-Wirtschaft: Juchitán – Mexikos Stadt der Frauen“ von 2000 beschreibt sie ihren einjährigen Aufenthalt in Juchitán. Durch Forschungsgelder finanziert und von einem Kamerateam begleitet, begann sie ihr Projekt mit dem Ziel „diese außergewöhnliche Gesellschaft, die mir als Frau so viel Mut machte, durch eine Forschung bekannt [zu] machen“.
Juchitán weist keinerlei architektonische Besonderheiten auf. Die meisten Häuser haben nicht mehr als zwei Stockwerke und unterscheiden sich, wenn überhaupt, nur aufgrund ihres farbigen Anstrichs. Im Zentrum der Stadt befindet sich das wohl wichtigste Augenmerkmal. Der Palacio Municipal, der zugleich eine zentrale Rolle in der Ökonomie von Juchitán darstellt. Er fungiert nämlich als Markt- und Handelsplatz. Neben maroden Straßen, in denen an jeder Ecke Straßenhunde nach Essbarem suchen, spielt sich hier von morgens bis abends das Leben der Bewohner ab. Über Fisch und Fleisch, Gemüse und Obst, bis hin zu Goldschmuck, Kleidern und Tongefäßen, wird auf dem Markt alles verkauft, was man für das alltägliche Leben braucht. Das Handeln ist in Juchitán den Frauen vorbehalten und so ist es kein Wunder, dass hier nicht nur über Kauf und Verkauf diskutiert wird, sondern es gleichzeitig um das Knüpfen sozialer Beziehungen und den Austausch der neusten Geschehnisse geht. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Bewohner hat oberste Priorität und so spielt auch ihre indigene Sprache eine bedeutende Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der indigenen Sprachen Mexikos mit Fokus auf die Region Oaxaca und die Stadt Juchitán de Zaragoza als Untersuchungsgegenstand.
Geschichte und Kultur der Zapoteken: Darstellung der historischen Entwicklung der Zapoteken, ihrer gesellschaftlichen Struktur sowie ihrer kulturellen Errungenschaften auf dem Monte Albán.
Das Zapotekische: Linguistische Einordnung der Sprache als Tonsprache und Diskussion über die Herausforderungen bei der Schätzung der aktuellen Sprecherzahlen.
Sprachgebrauch des Zapotekischen in Juchitán de Zaragoza: Untersuchung der sozio-kulturellen Rahmenbedingungen Juchitáns, insbesondere des Marktes als zentralem Ort des Sprachgebrauchs.
Umfrage zum Sprachgebrauch und deren Erhalt: Beschreibung der methodischen Durchführung der Umfrage unter zehn Akteuren mittels digitaler Kommunikationstools.
Auswertung und Interpretation: Analyse der Umfrageantworten hinsichtlich der Sprachverwendung in verschiedenen Lebensbereichen und der Rolle des sozialen Umfelds.
Das Verhältnis der indigenen Sprache und dem Spanischen: Reflexion über die Konkurrenzsituation zwischen dem Zapotekischen und der dominierenden Amtssprache Spanisch.
Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse über die Vitalität und die zukünftige Gefährdung des Zapotekischen in Juchitán.
Schlüsselwörter
Zapotekisch, Juchitán de Zaragoza, Mexiko, indigene Sprachen, Sprachkontakt, kulturelle Identität, Sprachgebrauch, Sprachverlust, Zweisprachigkeit, Oaxaca, Soziolinguistik, ethnische Identität, Tradierung, Sprachpflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Vitalität und dem Stellenwert der indigenen zapotekischen Sprache in der Stadt Juchitán de Zaragoza im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der Sprachgebrauch im Alltag, die Verknüpfung der Sprache mit der lokalen Identität sowie der Einfluss des Spanischen als dominierende Bildungssprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit das Zapotekische in den Alltag der Bevölkerung integriert ist und welche Faktoren zum Erhalt oder zum Rückgang der Sprache beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine qualitative Methode in Form einer Umfrage unter zehn in Juchitán ansässigen Personen sowie eine Auswertung einschlägiger Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Nach einem historischen und linguistischen Überblick folgt die empirische Auswertung der Umfragedaten, die Aufschluss über Situationen des Sprachgebrauchs und die Einstellung der Sprecher gibt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Sprachkontaktphänomene, das Zapotekische, kulturelle Identität und die soziolinguistische Situation in Lateinamerika.
Welche Bedeutung hat das „Matriarchat der Frauen“ für die Sprache?
Da Frauen das Handelswesen in Juchitán beherrschen, fungiert der Markt als zentraler privater und öffentlicher Raum, in dem das Zapotekische auch heute noch aktiv gelebt und tradiert wird.
Warum geht das Zapotekische laut der Befragten zurück?
Die Befragten identifizieren den sozialen Druck, das Spanische als Sprache für berufliche Aufstiegschancen zu favorisieren, sowie eine mangelnde Weitergabe der indigenen Sprache durch die Eltern an ihre Kinder als Hauptursachen.
- Quote paper
- Sherina Beha (Author), 2018, Sprache und Identität in der vielfältigen Sprachlandschaft Mexikos. Das Zapotekische in Juchitán de Zaragoza, Oaxac, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1437602