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Grundlagen rehapädagogischer Diskurse zur Behinderung

Title: Grundlagen rehapädagogischer Diskurse zur Behinderung

Term Paper , 2023 , 20 Pages , Grade: 12

Autor:in: Isabel May (Author)

Sport - Sport Psychology
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Wenn wir als Gesellschaft über Behinderung reden, so ist diese Begrifflichkeit deutlich negativ besetzt. Es gibt es viele Wörter, die Behinderung zu beschreiben versuchen. Krüppel, Autist, Blinder. Das sind nur einige Beispiele. Hierbei fällt auf, dass sich diese bis heute haltenden Begriffe auf die Medizin verweisen und sie damit gesellschaftlich gerechtfertigt werden. Wieso jene Einstellung aber längst überholt ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.

Dieser Text beinhaltet Essays über den Umgang mit Behinderung. Der erste behandelt die Notwenigkeit des pädagogischen Umgangs mit dem Thema. Danach wird Behinderung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, anschließend folgt ein Exkurs über Zuschreibungspraxen und den Bezug auf Minderheiten. Danach werden die Problematiken besonderer Wohnformen beschrieben und den Abschluss bildet ein Vergleich verschiedener Lebensentwürfe von Menschen mit Behinderungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Block 1 & 2: Die Notwendigkeit des pädagogischen Umgangs mit dem Thema

2 Block 3: Behinderung aus unterschiedlichen Perspektiven

3 Block 4: Zuschreibungspraxen und der Bezug auf Minderheiten

4 Block 5: Die Problematiken besonderer Wohnformen

5 Block 6: Lebensentwürfe von Menschen mit Behinderungen – ein Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Diskurse und Zuschreibungspraxen im Kontext von Behinderung, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen und Strukturen die Lebensentwürfe von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen prägen und einschränken.

  • Kritische Analyse des Behinderungsbegriffs und der zugrunde liegenden Modelle (individuelles vs. soziales Modell).
  • Untersuchung von Stigmatisierung und der Macht der Sprache durch Zuschreibungspraxen (Labeling).
  • Herausforderungen in besonderen Wohnformen und der bürokratische Umgang mit der Privatsphäre.
  • Vergleich von Lebensentwürfen und dem Streben nach Selbstbestimmung unter eingeschränkten Rahmenbedingungen.
  • Die Rolle der Integration und Inklusion im Vergleich zu internationalen Ansätzen wie in Schweden.

Auszug aus dem Buch

3 Block 4: Zuschreibungspraxen und der Bezug auf Minderheiten

Das Problem mit dem Thema Behinderung ist, dass oft eine Zuschreibungspraxis vollzogen wird. Dies meint, dass jemand als behindert gilt, weil die Person von der Mehrheitsgesellschaft behindert gemacht wird. Verdeutlicht werden kann diese Zuschreibungspraxis anhand einiger ausgewählter Begriffe. Ein solcher Begriff ist der geistig Behinderte. Dieser besitzt einen Subjektstatus, was meint, dass ein Mensch, welcher als geistig Behinderter bezeichnet wird, auch als solcher gesehen und behandelt wird. Der Mensch als Individuum steht hier längst nicht mehr im Vordergrund, sondern nur dessen Behinderung. Diese ist gleichzeitig ein Produkt des Ausschlusses aus der Mehrheitsgesellschaft. Werden solche Wörter gebraucht, wird der Mensch nicht nur abgewertet - da die Vorstellung von Behinderung gesellschaftlich negativ beladen ist- sondern er wird in der Praxis auch zum Behinderten gemacht und als solcher behandelt. Ein weiterer Zuschreibungsbegriff ist das Wort Penner. Die Menschen werden ausschließlich als Obdach-/Wohnungslose gesehen und behandelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Block 1 & 2: Die Notwendigkeit des pädagogischen Umgangs mit dem Thema: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftliche Notwendigkeit, den pädagogischen Blick auf Behinderung zu richten, um das medizinisch geprägte Verständnis zu überwinden und den Menschen als ganzheitliches Subjekt zu betrachten.

2 Block 3: Behinderung aus unterschiedlichen Perspektiven: Dieser Abschnitt beschreibt das individuelle und soziale Modell von Behinderung und diskutiert deren Auswirkungen auf die Teilhabe des Individuums an der Gesellschaft.

3 Block 4: Zuschreibungspraxen und der Bezug auf Minderheiten: Hier wird der Prozess des Labelings und die machtvolle Zuschreibung von Identitäten als Behinderung thematisiert, wobei auch die Analogie zu anderen Minderheiten gezogen wird.

4 Block 5: Die Problematiken besonderer Wohnformen: Das Kapitel beleuchtet, wie institutionalisierte Wohnformen oft die Privatsphäre und Selbstbestimmung der Bewohner einschränken und bürokratische Abläufe über das individuelle Wohl stellen.

5 Block 6: Lebensentwürfe von Menschen mit Behinderungen – ein Vergleich: Dieser Abschnitt vergleicht mittels Fallbeispielen die eingeschränkten Lebensentwürfe in Deutschland mit Lösungsansätzen aus Schweden und unterstreicht den hohen Stellenwert von Selbstbestimmung.

Schlüsselwörter

Behinderung, Inklusion, Integration, Zuschreibungspraxis, Subjektstatus, Selbstbestimmung, Mehrheitsgesellschaft, Wohnformen, Stigmatisierung, Lebensentwurf, pädagogischer Fokus, Privatsphäre, Ableism, Gesellschaftskritik, Teilhabe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Konstruktion des Behinderungsbegriffs und wie dieser durch Zuschreibungspraxen die Lebensrealität und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung pädagogischer Sichtweisen, der Kritik an defizitorientierten Modellen, der institutionellen Wohnsituation und dem Recht auf Selbstbestimmung im gesellschaftlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch (Inklusion) und der tatsächlichen Ausgrenzungspraxis in Deutschland offenzulegen und durch einen Vergleich mit skandinavischen Modellen Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?

Die Arbeit basiert auf einer diskursanalytischen und pädagogischen Perspektive, die theoretische Konzepte (wie das individuelle und soziale Modell) mit empirischen sowie beispielhaften Befunden der Lebensrealität kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Zuschreibungspraxen (Labeling), die Problematik stationärer Wohnformen und den Vergleich individueller Lebensentwürfe in Deutschland und Schweden.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Typische Schlüsselbegriffe sind Zuschreibungspraxis, Inklusion, Selbstbestimmung, Subjektstatus und die Dekonstruktion gesellschaftlicher Normen gegenüber Menschen mit Behinderungen.

Warum spielt das Thema der Wohnformen eine so große Rolle in der Arbeit?

Wohnformen sind ein zentraler Ort der Fremdbestimmung, in denen bürokratische Strukturen oft die Privatsphäre und die Intimität der Bewohner verletzen, was im Widerspruch zu einem selbstbestimmten Leben steht.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Schweden?

Schweden dient als positives Beispiel dafür, wie Kinder mit Behinderungen reguläre Strukturen nutzen können, um eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, was einen Kontrast zur noch stark segregierten deutschen Förder- und Wohnlandschaft darstellt.

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Details

Title
Grundlagen rehapädagogischer Diskurse zur Behinderung
College
University of Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Course
Einführung in die Rehabilitationspädagogik
Grade
12
Author
Isabel May (Author)
Publication Year
2023
Pages
20
Catalog Number
V1437826
ISBN (PDF)
9783346993809
ISBN (Book)
9783346993816
Language
German
Tags
Lebensentwürfe Umgangsformen Behinderung Wohnformen Pädagogischer Umgang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel May (Author), 2023, Grundlagen rehapädagogischer Diskurse zur Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1437826
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