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Interkulturelle Kompetenz

Ein modisches Konstrukt unter sozialwissenschaftlicher Perspektive

Title: Interkulturelle Kompetenz

Master's Thesis , 2009 , 102 Pages

Autor:in: Erika Flegrova (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Summary Excerpt Details

Interkulturelle Kompetenz ist der zentrale Begriff der vorliegenden Arbeit. Um ihn erfolgreich mit der Erlernbarkeit in einen Zusammenhang zu stellen, wird im nächsten Teil der Arbeit der Begriff der ‚Kultur‘ betrachtet. Weiterhin wird in diesem Teil der Arbeit auf Hofstedes Untersuchungen zu Kulturebenen eingegangen.
Im dritten Kapitel der Arbeit werden verschiedene Interpretationen, die das Zusammentreffen von Kulturen erklären möchten, vorgestellt.
Im vierten Kapitel wird dann der Kernbegriff ‚interkulturelle Kompetenz‘ näher betrachtet. Im Mittelpunkt dieses Arbeitsschrittes steht der Versuch eine Definition des Begriffes zu erarbeiten, die es hilft die Frage zu beantworten, ob es sich bei der interkulturellen Kompetenz um eine einzeln zu erlernende Kompetenz handelt oder eher um eine Teilkompetenz, die nur in Verbindung mit weiteren sozialen Fähigkeiten erlangt werden kann. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, ob interkulturelle Fähigkeiten im Erwachsenenalter für alle Menschen gleichermaßen erlernbar sind.
Im fünften Abschnitt wird dann auf ein Beispiel eingegangen – an die globalen Unternehmen, in denen die modischen Trainingsprogramme angeboten werden. Hier wird der Frage nachgegangen, inwieweit und unter welchen Bedingungen diese Trainingsprogramme auch nützlich sein können. Hiermit soll das hergestellte Konstrukt der interkulturellen Kompetenz in der Praxis angewendet werden.
Auch andere Bereiche mit welchen die ‚interkulturelle Kompetenz‘ in Zusammenhang gebracht wird dürfen aber nicht vergessen werden. Deshalb werden im letzen Kapitel drei Bereiche ausgewählt und näher betrachtet, um eine kurze Einsicht in die Komplexität (und Aktualität) des Themas ‚interkulturelle Zusammenarbeit und interkulturelle Kompetenz‘ zu leisten.
Um den Anspruch der Arbeit gerecht zu werden, bedient sich diese einer interdisziplinären Betrachtungsweise. Dies ist notwendig, da das Thema der vorliegenden Arbeit neben der Soziologie auch in den Fachrichtungen Psychologie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften verortet ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Themeneinführung

1.2 Fragestellung

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Einflussfaktor Kultur

2.1 Annährung an dem Untersuchungsgegenstand

2.2 Definitionen von Kultur

2.3 Kulturelle Programmierung

2.4 Wertesysteme

2.5 Kultur und Kommunikation

2.5.1 Der Begriff der Kommunikation

2.5.2 Interkulturelle Kommunikation

2.5.3 Kommunikation und Humor

2.6 Kulturinterpretationen

2.6.1 Das Konzept der Kulturstandards

2.6.2 Das Konzept der Kulturdimensionen nach Hofstede

2.6.3 Das Konzept der Kulturdimensionen nach Fons Trompenaars

2.6.4 Nutzen der Kulturinterpretationen

3. Zusammentreffen von Kulturen

3.1 Interpretationen

3.1.1 Das Eigene und das Fremde - Überschneidungssituationen

3.1.2 Kulturshock

4. Interkulturelle Kompetenz

4.1 Die Begrifferklärung

4.2 Dimensionen interkultureller Kompetenz

4.2.1 Kognitive Dimension

4.2.2 Affektive Dimension

4.2.3 Verhaltensbezogene Dimension

4.3 Interkulturelle Sensibilität

4.4 Entwicklungsprozess interkultureller Kompetenz

4.5 Internationale Handlungskompetenz

4.6 Interkulturelle Kompetenz als Teilkomponente der Handlungskompetenz

4.6.1 Sachkompetenz

4.6.2 Sozialkompetenz

4.6.3 Selbstkompetenz

4.7 Zwischenfazit

5. Globale Unternehmen

5.1 Unternehmensebene

5.1.1 Unternehmenskultur

5.1.2 Begrifferklärung

5.1.3 Die Unternehmenskultur im Kontext der Internationalisierung

5.2 Interkulturelle Kompetenzen als Inhalt der interkulturellen Trainingsmaßnahmen

5.2.1 Möglichkeiten der Messung interkultureller Kompetenz

5.2.2 Interkulturelle Kompetenz als Gegenstand internationaler Personalentwicklung

5.2.3 Interkulturelle Trainings

5.2.4 Evaluation interkultureller Trainings - Forschungsstand

6. Anwendungsgebiete

6.1 Internationaler Marketing

6.2 Tourismus

6.3 Entwicklungszusammenarbeit

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den interdisziplinären Begriff der "Interkulturellen Kompetenz" kritisch unter sozialwissenschaftlicher Perspektive, mit einem besonderen Fokus auf die Erlernbarkeit dieses Konstrukts in globalen Unternehmenskontexten und anderen Handlungsfeldern.

  • Sozialwissenschaftliche Analyse des Kulturbegriffs und von Wertesystemen.
  • Untersuchung von interkulturellen Überschneidungssituationen und dem Phänomen des Kulturschocks.
  • Systematisierung der Dimensionen interkultureller Kompetenz (kognitiv, affektiv, verhaltensbezogen).
  • Kritische Bewertung von Trainingsprogrammen und Messverfahren in der internationalen Personalentwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.5.3 Kommunikation und Humor

Was als lustig gilt, ist auch kulturspezifisch. Diese Wirklichkeit möchte ich an einem Beispiel demonstrieren, der die unterschiedliche Auffassung von indonesischem und holländischem Humor analysiert:

„Es war ein ganz normaler Morgen […]. Alle saßen um den Besprechungstisch herum und stellten fest, dass ein Stuhl fehlte. Markus, einer der indonesischen Manager, ging durch die Verbindungstür in das Büro nebenan, um nachzuschauen, ob dort ein freier Stuhl war. Dieses Büro gehörte Frans, einem holländischem Manager. Er war nicht da, aber er würde nichts dagegen haben, einen Stuhl auszuleihen. Die ganzen Möbel gehörten sowieso der Firma. Markus schob gerade einen Stuhl aus Frans‘ Büro durch die Verbindungstür, als Frans von der anderen Seite hereinkam. Frans war gut aufgelegt. […] Im Vorbeigehen warf er Markus ein freundliches Grinsen zu und rief ihm über die Schulter zu: „Du bist mir ja reizender Dieb, Markus“. Er ging hinaus, ohne eine Antwort abzuwarten.

Als Frans nach dem Mittagsessen in sein Büro zurückkam, wartete Markus schon auf ihn. Frans fiel auf, dass Markus eine Krawatte angezogen hatte, was ungewöhnlich war. „Markus, mein Lieber, was kann ich für dich tun?“, fragte er. Markus schaute ihn bedrückt an, saß kerzengerade auf seinem Stuhl und sagte mit fester und ernster Stimme: „Frans, ich erkläre hiermit, dass ich kein Dieb bin“. Verdutzt fragte Frans, was zum Teufel er ihm da erzähle. Er brauchte dann weitere fünfundvierzig Minuten, um das Missverständnis zu klären.“

In der holländischen Kultur ist die „freundlich gemeinte Beleidigung“ unter Freunden im Spaß durchaus gängig. Wörter wie „du Schurke“ oder „du bist doof“ sind, wenn sie richtig betont werden, Ausdruck echter Sympathie. In Indonesien, wo der Status heilig ist, wird eine Beleidigung immer wörtlich aufgenommen. Frans hätte dies wissen müssen (vgl. Hofstede, 2006, S. 452f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung interkultureller Begegnungen durch Globalisierung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Erlernbarkeit interkultureller Kompetenz.

2. Einflussfaktor Kultur: Das Kapitel definiert den Kulturbegriff sowie verschiedene Wertesysteme und erläutert die Bedeutung von Kulturstandards und Kulturdimensionen für die Kommunikation.

3. Zusammentreffen von Kulturen: Hier werden Überschneidungssituationen und der Prozess eines Kulturschocks bei Auslandsaufenthalten theoretisch beleuchtet.

4. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel erarbeitet Definitionen und systematisiert interkulturelle Kompetenz in kognitive, affektive und verhaltensbezogene Dimensionen.

5. Globale Unternehmen: Anhand des Beispiels global agierender Unternehmen wird diskutiert, wie interkulturelle Trainingskonzepte und Personalentwicklung zur Kompetenzvermittlung beitragen können.

6. Anwendungsgebiete: Hier wird der Transfer interkultureller Forschung auf die Bereiche Internationales Marketing, Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit dargestellt.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass interkulturelle Kompetenz eine Erweiterung bestehender Handlungskompetenzen darstellt und deren Erwerb an individuelle Voraussetzungen geknüpft ist.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Kommunikation, Globalisierung, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Trainingsmaßnahmen, Kulturschock, Wertesysteme, Handlungskompetenz, Sozialkompetenz, Selbstkompetenz, Sachkompetenz, Interkulturelle Sensibilität, Diversität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Konstrukt der interkulturellen Kompetenz und analysiert kritisch, inwieweit diese Fähigkeit erlernbar ist oder ob sie auf festen persönlichen Merkmalen basiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die psychologischen Auswirkungen von Kulturkontakten, Dimensionen interkultureller Kompetenz sowie deren praktische Anwendung und Förderung in der globalen Wirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Kernfrage, ob interkulturelle Kompetenz als eigenständige, erlernbare Fähigkeit betrachtet werden kann oder ob sie als erweiterte Teilkomponente allgemeiner Handlungskompetenz verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz unter interdisziplinärer Perspektive, wobei Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften zur Systematisierung des Konstrukts herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse von Kulturbegriffen, die Systematisierung der Kompetenzdimensionen in kognitive, affektive und verhaltensbezogene Cluster sowie die Untersuchung von Trainings- und Messmethoden in globalen Unternehmen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Interkulturelle Kompetenz", "Personalentwicklung", "Kulturelle Überschneidung", "Handlungskompetenz" und "Lernprozess" beschreiben.

Wie wird das "Marionettenmodell" der Kultur kritisch bewertet?

Die Autorin weist darauf hin, dass das Marionettenmodell eine weit verbreitete, aber falsche Sichtweise darstellt, bei der Kultur als statische, homogene Größe wahrgenommen wird, die das Individuum vollständig determiniert, ohne dessen Eigenheiten oder Mehrfachzugehörigkeiten zu berücksichtigen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen kognitiver, affektiver und konativer Ebene wichtig?

Die Unterscheidung hilft dabei, die unterschiedlichen Anforderungen an den Kompetenzerwerb zu verstehen, da affektive Aspekte (z.B. Ambiguitätstoleranz) schwerer durch Trainings zu verändern sind als kognitive Aspekte (Wissensvermittlung).

Welche Rolle spielen Trainings in der internationalen Personalentwicklung?

Trainingsmaßnahmen werden als wichtiges Instrument für die Personalentwicklung gesehen, wobei die Autorin betont, dass diese Trainings nur an bereits bestehende allgemeine Handlungskompetenzen anknüpfen und keine "Wunderlösung" für interkulturelle Konflikte darstellen.

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Details

Title
Interkulturelle Kompetenz
Subtitle
Ein modisches Konstrukt unter sozialwissenschaftlicher Perspektive
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Author
Erika Flegrova (Author)
Publication Year
2009
Pages
102
Catalog Number
V143789
ISBN (eBook)
9783640536061
Language
German
Tags
Interkulturelle Kompetenz Konstrukt Perspektive Thema Interkulturelle Kompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erika Flegrova (Author), 2009, Interkulturelle Kompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143789
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