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Klimakatastrophe und Neue Musik – Sind wir noch zu retten?

Beobachtungen und Gedanken zur Klimakatastrophe und zur Neuen Musik

Title: Klimakatastrophe und Neue Musik – Sind wir noch zu retten?

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Lorenz (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Ausgangspunkt ist die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung für den Klimawandel.
Diese Frage soll gewisse Sachzwänge im gesellschaftlichen Denken und Handeln deutlich werden
lassen und es ermöglichen, eine Brücke zu schlagen in das Denken und Handeln der neuen Musik
des 20. Jahrhunderts, in welchem sich ebenfalls Sachzwänge finden lassen.
Hierbei wird die Auffassung des Begriffs der Notwendigkeit, welche elementarer Bestandteil
unseres Denkens ist, einen zentralen Punkt darstellen.
Jedes System, welches nach bestimmten Regeln abläuft, basiert auf Notwendigkeiten in Form
kausaler Zusammenhänge. Solche Zusammenhänge findet man in Gesellschaftssystemen wie in
Kompositionssystemen.
Das Kompositionssystem der Reihe wurde im Serialismus auf die Spitze getrieben und hat ihn
womöglich in eine Sackgasse geführt.
Man könnte fragen, ob das Gesellschaftssystem des uneingeschränkten Kapitalismus zum
Klimawandel geführt hat, oder wie notwendig die Notwendigkeiten in solchen Systemen wirklich
sind, was Aufschluss über das Maß der Verantwortung bringen könnte.
Von solchen Überlegungen aus Gesellschaft und Musik ist diese Arbeit angeregt.
Der fast schon banal erscheinende Zusammenhang zwischen Naturzerstörung und einem Denken,
welches Verantwortung durch scheinbare Notwendigkeiten abzuschieben versucht, soll sowohl im
ersten wie auch im letzten Kapitel durchschimmern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Klimawandel - Sind wir noch zu retten?

Freie Kunst unter dem Diktat des Materials?

Zufall als Notwendigkeit - Der Einzug des Zufalls in die neue Musik Europas

Die Gleichgültigkeit John Cages

Die Brücke zurück zur Naturzerstörung

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der globalen Klimakatastrophe und den Denkstrukturen der neuen Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf den Begriff der Notwendigkeit und gesellschaftliche Sachzwänge.

  • Gesellschaftliche Verantwortung für den Klimawandel
  • Kritik an Systemen des uneingeschränkten Kapitalismus
  • Das "Diktat des Materials" in der europäischen Avantgarde
  • Die ästhetische Rolle des Zufalls bei John Cage
  • Überwindung deterministischer Denkweisen

Auszug aus dem Buch

Die Gleichgültigkeit John Cages

Um die Motive für Cage's Verwendung des Zufalls zu verstehen, möchte ich zunächst eine andere Seite des Zufalls hervorheben:

Das reine Wesen des Zufalls oder das Wesen des "reinen" Zufalls, wie es so schön heißt, kann man durchaus als wertfrei beschreiben.

Ob ein Atomkern zu diesem oder jenem Zeitpunkt zerfällt oder ob ich beim Spaziergang vom Blitz getroffen werde oder nicht, ist zunächst einmal reiner Zufall. Wenn wir anfangen, von Glück oder Pech zu reden, so ist dies ein Inbeziehungsetzen des Zufalls zu einem wünschenswerteren bzw. weniger wünschenswerten Ergebnis.

Sich frei zu machen von solchen wünschenswerteren und weniger wünschenswerten Ereignissen und das Erlangen einer Gleichgültigkeit im eigentlichen Wortsinn, nämlich dass alle Möglichkeiten gleich gültig sind, ist wesentliches Bestreben auf dem Weg zur Erleuchtung im Zen-Buddhismus. Eine Problematik, wie sie die moderne Physik aufwirft, könnte im Zen gar nicht existieren, denn "Zen [...] strebt an, sich über die Logik zu erheben, Zen strebt darnach, eine höhere Art von Gültigkeit zu finden, der gegenüber es Gegenbehauptungen nicht gibt."

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Verbindung zwischen der Klimakatastrophe und den gesellschaftlichen sowie musikalischen Systemen, die auf vermeintlichen Notwendigkeiten basieren.

Der Klimawandel - Sind wir noch zu retten?: Dieses Kapitel analysiert den Klimawandel als Konsequenz eines technischen Fortschrittsglaubens, der in ein System des uneingeschränkten Kapitalismus eingebettet ist.

Freie Kunst unter dem Diktat des Materials?: Hier wird der serielle Kompositionsansatz der europäischen Avantgarde untersucht, der den Komponisten durch materialimmanente Regeln in eine neue Unfreiheit führt.

Zufall als Notwendigkeit - Der Einzug des Zufalls in die neue Musik Europas: Das Kapitel betrachtet, wie die totale Determination im Serialismus in den Zufall umschlägt und diesen als neues kompositorisches Element etabliert.

Die Gleichgültigkeit John Cages: Die ästhetische Philosophie von John Cage wird als Gegenentwurf vorgestellt, der durch die Verwendung des Zufalls eine Freiheit von Intentionen und eine neue Form des ästhetischen Erlebens sucht.

Die Brücke zurück zur Naturzerstörung: Abschließend wird der Bogen gespannt, indem die im Serialismus und Kapitalismus verankerten Zwangssysteme hinterfragt und ein aufklärerischer Ausweg jenseits der Schicksalhaftigkeit gefordert wird.

Literatur: Verzeichnis der zitierten Quellen und weiterführender musiktheoretischer sowie philosophischer Texte.

Schlüsselwörter

Klimawandel, neue Musik, Serialismus, John Cage, Notwendigkeit, Kapitalismus, Zufall, Zen-Buddhismus, Ästhetik, Determiniertheit, Naturzerstörung, gesellschaftliche Verantwortung, Materialdenken, Avantgarde, Fortschrittsglaube

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit reflektiert über den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen, die zum Klimawandel führen, und analogen Denkweisen in der Kunstmusik des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen ökologischer Krise, kapitalistischer Wirtschaftslogik und den ästhetischen bzw. kompositorischen Theorien des Serialismus und des Werks von John Cage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Denken in "scheinbaren Notwendigkeiten" sowohl den Kapitalismus als auch die europäische Avantgarde prägt und wie Alternativen, wie sie beispielsweise John Cage vorschlägt, zu einer freieren Sichtweise beitragen könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt philosophische und musikwissenschaftliche Diskursanalysen, um Parallelen zwischen gesellschaftlichen Systemen und künstlerischen Kompositionsmodellen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Weg vom Serialismus über die Einführung aleatorischer Prinzipien bis hin zur Ästhetik der Interesselosigkeit bei John Cage und der kritischen Reflexion über den Kapitalismus detailliert nachgezeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Klimawandel, Diktat des Materials, Serialismus, John Cage, Zufall, gesellschaftliche Verantwortung und Systemkritik.

Warum wird John Cage als Kontrast zu europäischen Serialisten dargestellt?

Während die europäischen Serialisten den Fortschritt des musikalischen Materials durch immer striktere Regeln vorantrieben, nutzte Cage den Zufall, um sich von eben solchen deterministischen Zwängen zu lösen und das "Erleben des Lebens" in den Vordergrund zu stellen.

Inwiefern beeinflusst der Zen-Buddhismus Cages Ansatz?

Cages Beschäftigung mit dem Zen-Buddhismus führte ihn dazu, eine Haltung der "Gleichgültigkeit" zu entwickeln, bei der alle Klänge als gleichberechtigt wahrgenommen werden, anstatt sie durch ein intellektualisiertes Wertesystem zu filtern.

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Details

Title
Klimakatastrophe und Neue Musik – Sind wir noch zu retten?
Subtitle
Beobachtungen und Gedanken zur Klimakatastrophe und zur Neuen Musik
College
Academy of Music Cologne
Grade
1,0
Author
Manuel Lorenz (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V143796
ISBN (eBook)
9783640547425
ISBN (Book)
9783640550975
Language
German
Tags
neue Musik Klimakatastrophe Cage Serialismus serielle Musik musikalisches Material Diktat des Materials Diktat des Kapitals Zufall Aleatorik Unbestimmtheit Schicksal Vernunft Klimawandel Stockhausen Notwendigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Lorenz (Author), 2008, Klimakatastrophe und Neue Musik – Sind wir noch zu retten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143796
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