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Der Schutz patentrechtlicher Ansprüche durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen im zivilprozessualen Parteienstreit

Title: Der Schutz patentrechtlicher Ansprüche durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen im zivilprozessualen Parteienstreit

Master's Thesis , 2023 , 81 Pages

Autor:in: Sebastian Geidel (Author)

Law - Miscellaneous
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Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung wird in Unternehmen auch die Frage nach dem richtigen Schutz wichtiger Geschäftsgeheimnisse immer dringlicher, da sie oft auch digital gespeichert werden. Zudem können aus Geschäftsgeheimnissen später einmal patentierbare Methoden oder Produkte werden. Um diese auch rechtlich besser zu schützen, trat 2019 das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) in Kraft.

Wie können Unternehmen Geschäftsgeheimnisse rechtlich schützen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit §§ 16-19 des GeschGehG zur Anwendung kommen? Wo gibt es Berührungspunkte zwischen dem GeschGehG und dem Patentrecht? Wer ist nach § 19 GeschGehG eine „zuverlässige Person“? Ist das „Düsseldorfer Verfahren“ noch aktuell oder braucht es eine Modernisierung?

Diese und weitere Fragen beantwortet Sebastian Geidel in seinem Buch. Dabei veranschaulicht der Autor die Funktionsweise des GeschGehG anhand eines Fallbeispiels. Besonderes Augenmerk legt Geidel zudem auf Überschneidungen des GeschGehG und des Patentrechts. Mit seinem Buch richtet der Autor sich vor allem an Jurastudierende, Jurist:innen und Justiziar:innen in Unternehmen, aber auch an andere interessierte Lesenden.

Excerpt


Gliederung

A. Einleitung

I. Anlass und Gegenstand der Untersuchung

II. Aufbau der Masterarbeit

B. Grundlagen

I. Rechtshistorische Entwicklung des Geschäftsgeheimnisses

II. Regelungen der ZPO und Geheimnisschutz

1. Zivilprozessuale Regelungen in Bezug auf den Geheimnisschutz

a) Zivilprozessuale Grundsätze

aa) Recht auf ein faires Verfahren, Art. 6 EMRK

bb) Rechtliches Gehör, Art. 103 Abs. 1 GG, Art. 47 Abs. 2 GRC

cc) Grundsatz der Öffentlichkeit § 169 GVG

b) Materiellrechtliche und prozessuale Anforderungen

aa) Gebot der Bestimmtheit und der Konkretisierung

bb) Beibringungsgrundsatz

cc) Substantiierungslast

dd) Mitwirkungspflichten des Beklagten

ee) Vorlage- und Besichtigungsanspruch

2. Stellung des GeschGehG im Rechtssystem

a) Verhältnis zum Grundgesetz

b) Verhältnis zur ZPO und dem GVG

III. Begriffsbestimmung im Geheimnisschutz

1. Know-how

2. Vom Betriebs- und Geschäftsgeheimnis …

3. … zum Geschäftsgeheimnis i.S.d. GeschGehG

IV. Geheimnisschutz im Patentrechtsstreit

1. Geheimnisschutz im patentrechtlichen Zivilverfahren

a) Patentstreitigkeit

b) Parteien

2. Eröffnung des Geheimnisschutzes

a) Eröffnung des Geheimnisschutzes durch „Türöffnungsanträge“

b) Im Patentrechtsstreit nach § 145a PatG

C. Auswirkungen des Geheimnisschutzes auf den Zivilprozess im Patentrecht

I. Zugangsbeschränkungen

II. Problemstellungen

1. Zuverlässige natürliche Person

a) Anforderungen

b) Sachkunde

c) Prozessvertreter und Syndikusrechtsanwälte

d) Weitere Kriterien der Zuverlässigkeit

2. Zivilprozessuale Gestaltungsmöglichkeiten des Geheimnisschutzes

a) Ausschluss der Öffentlichkeit

b) Black-Box-Verfahren

c) In-camera-Verfahren

d) Düsseldorfer Verfahren

e) Ende des Düsseldorfer Verfahrens?

f) Confidentiality Club

g) Zusammenfassung

III. Rechtsfolgen bei Verstößen gegen das GeschGehG

1. Ordnungsgelder/Ordnungshaft

2. Zivilrechtliche Sanktionsmittel

3. Strafrechtliche Sanktionsmittel

D. Zusammenfassung

I. Auswertung der Forschungsergebnisse

II. Ausblick

Zielsetzung & Themenschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den zivilprozessualen Geheimnisschutz durch das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG), insbesondere im Kontext von Patentstreitigkeiten, um das bestehende Dilemma zwischen Beweisführung und dem Schutz betrieblicher Geheimnisse aufzulösen und eine Forschungslücke im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit ZPO und GVG zu schließen.

  • Analyse der Vereinbarkeit von Geheimnisschutz-Normen mit den zivilprozessualen Grundsätzen.
  • Untersuchung der Anforderungen an "zuverlässige Personen" im Sinne des Geheimnisschutzes.
  • Kritische Bewertung von Verfahrensmodellen wie dem "Düsseldorfer Verfahren" und dem "Confidentiality Club".
  • Erörterung der Sanktionsmechanismen bei Verstößen gegen Vertraulichkeitsanordnungen.

Auszug aus dem Buch

I. Rechtshistorische Entwicklung des Geschäftsgeheimnisses

Bereits seit über 100 Jahren beschäftigen sich Juristen mit der Frage, wie man die unrechtmäßige Kenntnisnahme, Verwertung und Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen durch Dritte wirksam verhindern kann. Es ist daher sinnvoll, einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Geschäftsgeheimnisses zu geben, um ein Grundverständnis für das Thema zu entwickeln.

Mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert gewann auch der Schutz von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Strafnormen zum Schutz dieser Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse wurden erstmals 1896 in den §§ 9 und 10 UWG 1896 verankert. Auffällig ist, dass bereits 1896 die Terminologie des Geschäfts- und Betriebsgeheimnisses verwendet wurde, von der bis zur Einführung des GeschGehG nicht abgewichen wurde.

In der Fassung des UWG von 1909 finden sich die nahezu wortgleichen Strafnormen nunmehr in den §§ 17, 19-22 UWG 1909. Ergänzt wurden sie um den Tatbestand der sog. Vorlagenfreibeuterei in § 18 UWG 1909. Diese Norm stellt die unrechtmäßige Verwendung von Vorlagen und Vorschriften technischer Art unter Strafe. Dies ist eine unmittelbare Folge der Entwicklung in der Stickerei- und Spitzenindustrie, wo immer wieder überlassene Schablonen zweckentfremdet wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Abwägens zwischen Beweisführung und Geheimnisschutz ein und definiert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Forschungsarbeit.

B. Grundlagen: Hier erfolgt eine historische Einordnung des Geschäftsgeheimnisses sowie eine detaillierte Analyse der zivilprozessualen Grundsätze und des Begriffsverständnisses innerhalb des GeschGehG.

C. Auswirkungen des Geheimnisschutzes auf den Zivilprozess im Patentrecht: Dieses Kapitel analysiert konkrete Instrumente der Zugangsbeschränkung und Verfahrensgestaltung, wie das Düsseldorfer Verfahren, und bewertet deren Wirksamkeit und Zulässigkeit im Kontext des Patentrechts.

D. Zusammenfassung: Der abschließende Teil wertet die Forschungsergebnisse aus und gibt einen Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung des Geheimnisschutzes.

Schlüsselwörter

Geschäftsgeheimnis, GeschGehG, Geheimnisschutz, Patentrechtsstreit, Zivilprozess, Know-how, Düsseldorfer Verfahren, Confidentiality Club, Beweisführung, Verfahrensgrundsätze, Vertraulichkeit, Ordnungsgeld, Patentverletzung, Prozessrecht, Informationspflicht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptziel dieser Masterarbeit?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Schutz von Patentansprüchen unter Anwendung des Geschäftsgeheimnisgesetzes im zivilrechtlichen Parteienstreit zu untersuchen und zu analysieren, wie das Spannungsfeld zwischen Beweisführung und Geheimhaltung gelöst werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die zivilprozessualen Grundsätze, der Geheimnisschutz im Patentrecht, die Wirksamkeit von Zugangsbeschränkungen und die Analyse der straf- sowie zivilrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten bei Geheimnisverrat.

Wie wird der Geheimnisschutz rechtstheoretisch eingeordnet?

Die Arbeit verankert das Geschäftsgeheimnis als vermögenswertes Gut, das sowohl unter die Berufsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 GG als auch unter die Eigentumsgarantie des Art. 14 Abs. 1 GG fällt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es erfolgt eine kritische Analyse der aktuellen Rechtsprechung und Fachliteratur unter Berücksichtigung der gesetzlichen Neuregelungen durch das GeschGehG und deren systematischer Einordnung in das prozessuale Regelwerk.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung vertieft?

Der Hauptteil widmet sich den Auswirkungen des Geheimnisschutzes auf den Zivilprozess, beleuchtet spezifisch das Düsseldorfer Verfahren und den Confidentiality Club und bewertet deren Anwendbarkeit und Vereinbarkeit mit dem geltenden Zivilprozessrecht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Geschäftsgeheimnis, Patentstreitsache, prozessualer Geheimnisschutz und Verfahrensgrundsätze definieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Klage- und Widerklage für den Geheimnisschutz relevant?

Diese Unterscheidung ist für die Frage des "Türöffnungsantrags" entscheidend, da sie bestimmt, ob ein Sachverhalt als "streitgegenständlich" gilt und somit unter den Schutzbereich des GeschGehG fällt.

Welche Kritik wird am "Düsseldorfer Verfahren" geübt?

Kritisiert wird insbesondere, dass es als "Alles-oder-Nichts"-Lösung funktioniere, kaum Zwischenstufen biete und primär auf den Schutz des Patentinhabers abziele, ohne den Beklagten in vergleichbarer Weise zu entlasten.

Sind die Sanktionen bei Verstoß gegen das GeschGehG ausreichend?

Der Autor argumentiert, dass die vorgesehenen Ordnungsgelder im Vergleich zu den wirtschaftlichen Interessen bei Schlüsselinformationen oft zu moderat sind und eine Anpassung an das Sanktionsniveau des § 890 Abs. 1 ZPO logisch konsequent wäre.

Welche Rolle spielt das "Black-Box-Verfahren"?

Das Black-Box-Verfahren ist eine äußerst restriktive Form des Geheimnisschutzes, die vom Autor aufgrund der Unvereinbarkeit mit dem Unmittelbarkeitsgrundsatz der ZPO für Patentstreitigkeiten als nicht in Betracht kommend eingestuft wird.

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Details

Title
Der Schutz patentrechtlicher Ansprüche durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen im zivilprozessualen Parteienstreit
College
University of Hagen  (Wilhelm Peter Radt Stiftungslehr-stuhl für Bürgerliches Recht, Gewerblichen Rechtsschutz, Internationales Privat- und Zivilprozessrecht)
Course
Masterarbeit
Author
Sebastian Geidel (Author)
Publication Year
2023
Pages
81
Catalog Number
V1438046
ISBN (PDF)
9783346995810
ISBN (Book)
9783346995827
Language
German
Tags
Geschäftsgeheimnis Geheimnisschutz Betriebs- und Geschäftsgeheimnis Patentrecht Patentansprüche Know-How Rechtsstreit Zivilprozess Rechtsgrundlage Firmengeheimnisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Geidel (Author), 2023, Der Schutz patentrechtlicher Ansprüche durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen im zivilprozessualen Parteienstreit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438046
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