In der Arbeit geht es um die ASS im Kindesalter. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich das pädagogisch-therapeutische Konzept – der TEACCH-Ansatz – in der Schule umsetzten lässt. Das Ziel der Ausarbeitung ist es, Wissen über Erscheinungsbilder des Autismus und deren Auswirkungen zu vermitteln und Grundlagen sowie Anwendungsmöglichkeiten des TEACCH-Ansatzes unter dem besonderen Aspekt des Unterrichts von Kindern im AS darzustellen.
In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Menschen im Autismus-Spektrum (AS) verändert. Eine stetig wachsende Anzahl von Förderschüler*innen, welche dem Bereich der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zuzuordnen sind, ist festzustellen. Ohne eine spezifische Förderung und ohne ausreichende Kommunikationsmöglichkeiten kann oft keine gesicherte Aussage über die individuellen kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten beziehungsweise die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der betroffenen Schüler gemacht werden. Der prozentuale Anteil an Kindern und Jugendlichen im AS an Förderschulen für körperliche und motorische Entwicklung liegt mittlerweile bei zehn Prozent.
Der erste Teil der Arbeit widmet sich der terminologischen Klärung der ASS und umfasst sechs Kapitel. Zunächst wird ein Überblick über die Begrifflichkeit und die Geschichte des Autismus gegeben. Darauf aufbauend wird im zweiten Teil die Symptomatik untersucht. Im Mittelpunkt des dritten Kapitels steht die Ursachenforschung einer ASS, gefolgt von der Klassifikation nach den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-5. Das sechste Kapitel befasst sich mit den einzelnen autismusspezifischen Förderbedarfen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird zum einen ein kurzer Überblick über verschiedene Interventionsansätze gegeben. Zum anderen werden die Grundlagen und Ziele des TEACCH-Ansatzes detailliert vorgestellt.
Es folgt der dritte Teil der Ausarbeitung, in dem praktische Umsetzungen des TEACCH-Ansatzes beschrieben und dargestellt werden. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen beschließen die Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
2.1 BEGRIFF UND GESCHICHTE
2.2 SYMPTOMATIK
2.3 URSACHEN EINER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
2.4 FORMEN DER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
2.4.1 Frühkindlicher Autismus
2.4.2 Asperger-Syndrom
2.4.3 Atypischer Autismus
2.4.4 „High-functioning“-Autismus
2.5 KLASSIFIKATION NACH UNTERSCHIEDLICHEN KLASSIFIKATIONSSYSTEMEN
2.5.1 Klassifikation nach der ICD-10
2.5.2 Klassifikation nach der DSM-5
2.6 AUTISMUSSPEZIFISCHER FÖRDERBEDARF
2.6.1 Förderbedarf im Bereich der Kommunikation
2.6.2 Förderbedarf im Bereich des Sozialverhaltens
2.6.3 Der eingeschränkte Handlungs- und Interessensbereich
2.6.4 Besonderheiten im schulischen Lernen
2.6.5 Abläufe und Aufgaben organisieren – die beeinträchtigten exekutiven Funktionen
2.6.6 Räumliche beeinträchtigte Orientierung
2.6.7 Zeitliche Orientierung
2.6.8 Motorische Ungeschicklichkeit
3 MÖGLICHE INTERVENTIONSANSÄTZE BEI EINER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
3.1 EIN KURZER EINBLICK IN VERSCHIEDENE INTERVENTIONSANSÄTZE
3.2 DER TEACCH-ANSATZ
3.2.1 Grundlagen des TEACCH-Ansatzes
3.2.2 Ziele des TEACCH-Ansatzes
4 DER TEACCH-ANSATZ IM SCHULISCHEN KONTEXT
4.1 PRAKTISCHE UMSETZUNG ZUR RÄUMLICHEN ORIENTIERUNG
4.2 PRAKTISCHE UMSETZUNG ZUR ZEITLICHEN ORIENTIERUNG UND ZUM TAGESABLAUF
4.3 PRAKTISCHE UMSETZUNG ZUR ARBEITSORGANISATION UND TEILHABE AM UNTERRICHT
4.4 PRAKTISCHE UMSETZUNG ZUR STRUKTURIERUNG VON MATERIAL UND INSTRUKTIONEN
4.5 PRAKTISCHE UMSETZUNG IN VERBINDUNG MIT ASSISTIVEN TECHNOLOGIEN
4.5.1 Assistive Technologien
4.5.2 Elektronische Kommunikationshilfen
5 ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Interventionsmöglichkeiten für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im schulischen Kontext mit einem besonderen Fokus auf den TEACCH-Ansatz. Das Ziel besteht darin, ein grundlegendes Verständnis für die Störungsbilder zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie durch eine gezielte räumliche und zeitliche Strukturierung sowie Visualisierung der Lernprozess für betroffene Kinder optimiert und ihre Teilhabe im Unterricht gestärkt werden kann.
- Autismus-Spektrum-Störung und ihre Symptomatik
- Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-5)
- Grundlagen und Ziele des TEACCH-Ansatzes
- Praktische Implementierung von TEACCH im schulischen Alltag
- Nutzung assistiver Technologien als Unterstützung
Auszug aus dem Buch
2.3 URSACHEN EINER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
Beschäftigt man sich mit der Ursachenforschung von Autismus liest man oft, dass zwar bedeutende Fortschritte gemacht wurden, man jedoch noch weit von einem detaillierten Verständnis der Ursachen des Autismus entfernt ist (Bernard & Bernard-Opitz, 2017, S. 17). Menschen mit AS haben Schwierigkeiten bei sozialen Interaktionen, einschließlich verbaler und nonverbaler Kommunikation, und zeigen sich wiederholende und stereotype Verhaltensweisen. Das Krankheitsbild beruht auf Störungen der Hirnentwicklung, meist in der Funktion von Synapsen, die primär genetisch bedingt sind, aber auch durch Umweltfaktoren beeinflusst werden können. Solche Gendefekte betreffen das „ASS-Risiko-Gene“. Mutationen in diesen Genen führen zu Veränderungen von Proteinen, die direkt an der neuronalen Struktur und Funktion beteiligt sind oder die neuronale Differenzierung regulieren. Derartige Mutation entstehen meist in der Keimbahn, also während der Reifung von Spermien und Eizellen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme von Diagnosen im Autismus-Spektrum und definiert das Forschungsziel der Arbeit hinsichtlich des TEACCH-Ansatzes in der Schule.
AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Begriffs, die Symptomatik sowie die verschiedenen Formen und Klassifikationssysteme der ASS.
MÖGLICHE INTERVENTIONSANSÄTZE BEI EINER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene therapeutische Ansätze und stellt den TEACCH-Ansatz in seinen theoretischen Grundlagen und Zielsetzungen vor.
DER TEACCH-ANSATZ IM SCHULISCHEN KONTEXT: Hier wird die konkrete Anwendung des TEACCH-Konzepts im Unterrichtsalltag beschrieben, inklusive räumlicher und zeitlicher Strukturierung sowie dem Einsatz assistiver Technologien.
ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSFOLGERUNG: Die Schlussfolgerung resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer individuellen Anpassung der Methoden an das jeweilige Kind sowie den Bedarf an weiterer Forschung im Bereich digitaler Hilfsmittel.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum-Störung, ASS, TEACCH-Ansatz, schulische Inklusion, Sonderpädagogik, Strukturierung, Visualisierung, Kommunikation, Sozialverhalten, exekutive Funktionen, räumliche Orientierung, zeitliche Orientierung, Förderung, Kindesalter, Arbeitsorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Es geht um die Möglichkeiten, Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung im schulischen Umfeld durch den TEACCH-Ansatz gezielt zu fördern.
Welche Teilbereiche der ASS werden besonders beleuchtet?
Die Arbeit fokussiert sich auf soziale Kommunikation, das Sozialverhalten, exekutive Funktionen sowie die Bedürfnisse nach räumlicher und zeitlicher Orientierung.
Was ist das Hauptziel dieser Bachelorarbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von Wissen über das Störungsbild und die Darlegung von Anwendungsmöglichkeiten des TEACCH-Ansatzes im Unterrichtsalltag.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Grundlagen sowie praktischer Umsetzungsideen für den sonderpädagogischen Kontext.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klärung der Begrifflichkeiten, die Ursachenforschung, die Klassifikation nach ICD-10/DSM-5 und die detaillierte Darstellung schulpraktischer Strukturierungshilfen.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern beschreiben?
Die Arbeit ist zentral durch Kategorien wie TEACCH-Ansatz, Autismus-Spektrum-Störung, pädagogische Förderung und schulisches Lernen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die visuelle Strukturierung im TEACCH-Ansatz?
Visuelle Strukturierung ist entscheidend, da betroffene Kinder visuelle Reize oft besser verarbeiten können als auditive; Pläne bieten somit Orientierung und Handlungssicherheit.
Wie unterscheidet sich der Umgang mit Zeit nach dem TEACCH-Konzept?
Durch spezielle Hilfsmittel wie den TimeTimer oder visuelle Ablaufpläne wird der abstrakte Zeitbegriff für die Kinder greifbar und somit der Stress bei Übergängen verringert.
Warum ist die Arbeit insbesondere für Lehrkräfte im sonderpädagogischen Bereich relevant?
Sie bietet konkrete, praxisnahe Anleitungen zur Gestaltung von Lernumgebungen, die auf die individuellen kognitiven Besonderheiten von Kindern im Autismus-Spektrum zugeschnitten sind.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Autismus-Spektrum-Störung im Kindesalter. Interventionsmöglichkeiten mit Fokus auf den TEACCH-Ansatz im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438125