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Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft

Titre: Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft

Dossier / Travail de Séminaire , 2003 , 24 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Monika Goerke (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Die nachfolgende Untersuchung beschäftigt sich mit den Grundgedanken des
Ordoliberalismus und der Sozialen Marktwirtschaft.
Beide Ideen stellen eine Alternative zum klassischen Liberalismus dar. Seine
wirtschaftliche Ausgestaltung, der Kapitalismus, kennzeichnet sich insbesondere durch
das Prinzip des „Laissez faire“ – also durch die Ablehnung staatlichen Eingreifens in
das Wirtschaftsgeschehen. Die Wirtschaftskrise in den zwanziger und dreißiger Jahren
des 20. Jahrhunderts führte in der Wissenschaft dazu, diese Methode zu überdenken. In
Deutschland entwickelte sich daraus eine ökonomische Richtung, die den Kapitalismus
als Wirtschaftsform kritisierte. Gleichzeitig nahm sie aber auch Abstand von den Ideen
des Sozialismus und der Planwirtschaft, die in der Krisenzeit großen Anklang in der
Gesellschaft fanden. Die Vertreter dieser wirtschaftswissenschaftlichen Schule wurden
später als Ordoliberale bezeichnet. Sie vertraten die Überzeugung, dass wirtschaftliche
Freiheit eine konsequente Ordnung braucht, um sich positiv auf eine Gesellschaft
auswirken zu können1.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung von der
nationalsozialistischen Diktatur, musste Deutschland politisch und wirtschaftlich neu
geordnet werden. Die weit verbreitete Angst, das Land könne zwischen den
Siegermächten und ihren gegensätzlichen Gesellschaftssystemen zerrissen werden, ließ
die politisch Verantwortlichen nach Alternativen suchen2. Der sog. „Dritte Weg“ sollte
von der Zentralverwaltungswirtschaft und der reinen Marktwirtschaft gleich weit
entfernt sein. Die Bevölkerung, die unmittelbar nach Kriegsende eine sozialistische
Wirtschaftsform für Deutschland bevorzugt hätte, empfand die vorherrschende
staatliche Bewirtschaftung bereits 1948 als Zwang. Diese Meinungsänderung und die
amerikanische Besatzungspolitik kamen den liberalen Kräften und ihren
Ordnungsvorstellungen zugute.3 Der Wunsch nach einer zwar freien, aber nicht rein
kapitalistischen Wirtschaft erlaubte die Einführung einer Wirtschaftsform, die unter
dem Schlagwort „Soziale Marktwirtschaft“ bekannt wurde. [...]

1 Blum, Reinhard: Soziale Marktwirtschaft. Wirtschaftspolitik zwischen Neoliberalismus und
Ordoliberalismus, Tübingen 1969, S. 47 – S. 49
2 Blum, Reinhard: Soziale Marktwirtschaft, in: Woll, Artur (Hrsg.): Wirtschaftslexikon, München et al.
81996, S. 623
3 Haselbach, Dieter: Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft. Gesellschaft und Politik im
Ordoliberalismus, Baden-Baden 1991, S. 156

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ordoliberalismus

I. Entstehungsgeschichte und Grundlagen des Ordoliberalismus

II. Vertreter des Ordoliberalismus

III. Charakteristika der ordoliberalen Wirtschaft

C. Soziale Marktwirtschaft

I. Entstehungsgeschichte und Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft

II. Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft

III. Charakteristika der Sozialen Marktwirtschaft

D. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den ökonomischen Lehren des Ordoliberalismus und deren praktischer Anwendung in der Sozialen Marktwirtschaft auseinander, um deren historischen Kontext, theoretische Grundlagen sowie ihre Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zu beleuchten.

  • Historische Genese des Ordoliberalismus in der Weimarer Republik und dessen theoretische Fundierung.
  • Biographische Porträts prägender Vertreter wie Walter Eucken, Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke.
  • Abgrenzung der ordoliberalen Wettbewerbsordnung von Kapitalismus und sozialistischer Zentralverwaltungswirtschaft.
  • Analyse der Sozialen Marktwirtschaft als politisches Konzept und dessen Umsetzung durch Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack.
  • Kritische Reflexion über die heutige Relevanz und den Wandel der ursprünglichen ordoliberalen Prinzipien.

Auszug aus dem Buch

1. Walter Eucken

Walter Eucken wurde 1891 in Jena geboren. Das Studium der Nationalökonomie schloss er 1914 mit einer Dissertation im Themenbereich Verbandsbildung in der Seeschifffahrt ab.

1921 habilitierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin und war im Reichsverband der Deutschen Industrie tätig. Nach einer Zwischenstation in Tübingen erhielt Eucken 1925 eine Professur an der Universität Freiburg im Breisgau. Da die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät frei vom nationalsozialistischen Einfluss gehalten werden konnte, behielt der dem Regime kritisch gegenüberstehende Eucken seinen Lehrstuhl auch während der NS-Herrschaft und konnte an seinen Theorien zur wirtschaftlichen Ordnung arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Eucken seine wirtschaftspolitischen Ansichten als Mitglied im wirtschaftlichen Beirat der Bundesregierung ein. Die Meldung seines Todes überraschte 1950 die Öffentlichkeit.

Leitmotiv in Euckens Werk ist die Frage, wie die moderne industrialisierte Wirtschaft eine funktionsfähige Ordnung erhalten kann. In dieser Ordnung sollte die Knappheit an Gütern so weitgehend wie möglich und andauernd überwunden werden. Zugleich sollte in dieser Ordnung ein selbstverantwortliches Leben der einzelnen Bürger möglich sein. Zudem entwickelte Eucken eine Marktformenlehre, in der er die Anzahl von Anbietern und Nachfragern auf einem Markt analysierte und prüfte, ob der Preis als vorgegebene Größe von diesen Marktteilnehmern akzeptiert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Grundgedanken des Ordoliberalismus und der Sozialen Marktwirtschaft ein und skizziert den historischen Bedarf nach einem „Dritten Weg“ nach 1945.

B. Ordoliberalismus: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der ordoliberalen Schule als spezifisch deutsche Bewegung, stellt ihre Hauptvertreter vor und beschreibt die ordoliberale Wettbewerbsordnung sowie deren wirtschaftspolitische Instrumente.

C. Soziale Marktwirtschaft: Hier wird der Übergang von der Theorie zur praktischen Umsetzung in der Nachkriegszeit behandelt, die Rolle zentraler Akteure wie Erhard und Müller-Armack analysiert sowie die Grundmerkmale dieses Wirtschaftsmodells definiert.

D. Resümee: Das Resümee fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bewertet kritisch die heutige Distanz der realen Wirtschaftsordnung vom ursprünglichen ordoliberalen Konzept.

Schlüsselwörter

Ordoliberalismus, Soziale Marktwirtschaft, Freiburger Schule, Walter Eucken, Ludwig Erhard, Wettbewerbsordnung, Wirtschaftspolitik, Rahmenpolitik, Marktmechanismus, Wirtschaftsordnung, Neoliberalismus, Vollständige Konkurrenz, Sozialstaat, Preisbildung, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Ursprünge des Ordoliberalismus und zeigt auf, wie diese in der Sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland praktisch angewendet wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der ökonomischen Denkschulen, die kritische Auseinandersetzung mit Marktversagen sowie die staatliche Rolle in der Gestaltung einer Wirtschaftsordnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Entwicklung der ökonomischen Konzepte nachzuvollziehen und zu prüfen, ob die ursprünglichen Ziele der Ordoliberalen im heutigen Wirtschaftssystem noch Bestand haben.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung wissenschaftsgeschichtlicher Quellen sowie biographischer Hintergründe der Vordenker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ordoliberalen Grundgedanken und Vertreter sowie die darauf aufbauende Untersuchung der Sozialen Marktwirtschaft, ihrer Akteure und ihrer Prinzipien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Freiburger Schule, Wettbewerbsordnung, Soziale Marktwirtschaft, Wirtschaftspolitik und Vollständige Konkurrenz.

Warum gilt der Ordoliberalismus als spezifisch deutsche Bewegung?

Der Ordoliberalismus entstand in direkter Auseinandersetzung mit den traumatischen wirtschaftlichen und politischen Erfahrungen der Weimarer Republik und der Weltwirtschaftskrise in Deutschland.

Wie bewertet die Autorin die heutige Relevanz des Konzepts?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die heutige Wirtschaftsordnung kaum noch Gemeinsamkeiten mit dem ursprünglichen, gemeinwohlorientierten Konzept aufweist und zunehmend persönlichem Eigennutz gewichen ist.

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Résumé des informations

Titre
Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft
Université
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften)
Cours
Geschichte des ökonomischen Denkens
Note
2,0
Auteur
Monika Goerke (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
24
N° de catalogue
V14383
ISBN (ebook)
9783638197991
Langue
allemand
mots-clé
Ordoliberalismus Soziale Marktwirtschaft Geschichte Denkens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Monika Goerke (Auteur), 2003, Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14383
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Extrait de  24  pages
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