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Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Die Einführung des Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII

Título: Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Die Einführung des Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII

Tesis (Bachelor) , 2023 , 80 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Bianca Becker (Autor)

Trabajo social - Bienestar infantil y juvenil
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Die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland befindet sich durch die Einführung des Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) im Umbruch. Die Herausforderung besteht darin, eine inklusive Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung zu gewährleisten, indem bisherige Leistungssysteme zusammengeführt werden. Diese Arbeit betrachtet kritisch, ob die öffentliche Jugendhilfe dieser Gesamtzuständigkeit gerecht werden kann.

Die Reform des SGB VIII 2021 markiert einen Paradigmenwechsel, indem sie junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf umfassend stärken will. Der Verfahrenslotsen soll sicherstellen, dass Hilfeleistungen aus einer Hand erfolgen und eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe etabliert wird. Diese Veränderungen werfen jedoch viele Fragen auf, die diese Arbeit beleuchten will.

Die steigende Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit seelischer Behinderung, die Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen, stellt die öffentliche Jugendhilfe vor Herausforderungen. Demographischer Wandel, Fachkräftemangel und knappe Ressourcen verschärfen die Situation. Ob die Jugendhilfe diesen Herausforderungen gewachsen ist und bisherige Exklusionsmechanismen bestehen, sind zentrale Fragen.

Die übergeordnete Forschungsfrage lautet: Welche Aufgaben wird der Verfahrenslotse bei der Zusammenführung der Leistungsträger übernehmen? Um dies zu beantworten, formuliert die Arbeit weitere Unterfragen, die die Komplexität des Themas erhellen.

Die Arbeit setzt auf empirische Sozialforschung, durch Expert*inneninterviews mit ausgewählten Jugendämtern. Dieser Ansatz ermöglicht es, den Transfer von der Theorie des Verfahrenslotsen in die Praxis zu analysieren und aktuelle sowie zukünftige Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe zu identifizieren.

Die Struktur der Arbeit bietet einen systematischen Einblick in das komplexe Thema. Nach der einführenden Darstellung werden die Begriffe Behinderung und Inklusion erläutert. Es folgt die Analyse des aktuellen rechtlichen Rahmens und der Geschichte der Inklusion. Das zweite Kapitel fokussiert auf das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, insbesondere die Einführung des Verfahrenslotsen. Das dritte Kapitel widmet sich der Forschungsmethodik und der Interviewauswertung. Die Arbeit schließt mit einem Resümee und einem Ausblick, der auf weiterführende Forschungen hinweist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Forschungsstand

1.3 Problemdarstellung

1.4 Forschungsfrage

1.5 Methodisches Vorgehen

1.6 Aufbau der Arbeit

2. Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung

2.1 Behinderungsbegriff

2.2 Inklusion- ein Definitionsversuch

2.3 Geschichtlicher Exkurs

2.4 Aufteilung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Rechtssystem

2.4.1 § 35a SGB VIII

2.4.2 § 99 SGB IX

3. Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe

3.1 Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

3.2 Verfahrenslotse nach § 10b SGB VIII

3.3 Case Management- eine Methode der Sozialen Arbeit

3.4 Weitere zukünftige Herausforderungen

4. Qualitative Sozialforschung

4.1 Forschungsinteresse

4.2 Forschungsmethodik

4.3 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse

4.3.1 Fachkräftemangel

4.3.2 Qualifikation des Verfahrenslotsen

4.3.3 Strukturelle Rahmenbedingungen in der öffentlichen Jugendhilfe

4.4 Zusammenfassung

5. Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen der Reform des SGB VIII durch das KJSG die Implementierung und Rolle des Verfahrenslotsen als neue Funktion innerhalb der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, welche Aufgaben dieser Akteur bei der Zusammenführung verschiedener Leistungsträger übernimmt und welche Herausforderungen dies für die Praxis der Sozialen Arbeit mit sich bringt.

  • Analyse des Behinderungsbegriffs und der Inklusionsdebatte im historischen und rechtlichen Kontext.
  • Untersuchung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) als Grundlage für die inklusive Kinder- und Jugendhilfe.
  • Erarbeitung des Anforderungsprofils für Verfahrenslotsen und deren Abgrenzung bzw. Parallelen zum Case Management.
  • Empirische Erhebung mittels Experteninterviews zur aktuellen Umsetzungssituation in kommunalen Jugendämtern.
  • Identifikation struktureller Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Finanzierungsfragen im Zuge der Zusammenführung der Leistungssysteme.

Auszug aus dem Buch

1.3 Problemdarstellung

Die Gesamtzuständigkeit unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zu verankern ist multidimensional und wird die öffentliche Jugendhilfe weiterführend vor komplexere Herausforderungen als bisher stellen.

Die aktuellen Fallzahlen lassen erkennen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung die Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen, welche zukünftig über die öffentliche Jugendhilfe gesteuert werden sollen. Die Zahlen der Inanspruchnahme sind laut dem Statistischen Bundesamt im Zeitraum zwischen 2009 und 2019 um 156 % gestiegen (vgl. Statistisches Bundesamt 2021a, o.S.).

Der gesellschaftliche Wandel und die immer höheren Inanspruchnahmen mit erhöhter Fallkomplexität wirken sich auch auf die Arbeit in der öffentlichen Jugendhilfe aus. Sichtbar wird z.B. ein erheblicher Entwicklungsdruck, der auf den kommunalen Diensten, insbesondere denen der Kinder- und Jugendhilfe lastet (vgl. Geißel-Palkovich, I./ Schubert, H. 2015, S. 145).

Weitere Auswirkungen hat der demographische Wandel, was sich durch einen Mangel an erfahrenen Fachkräften in der Sozialen Arbeit abzeichnet. Immer mehr erfahrene Fachkräfte gehen in den Ruhestand, weshalb die freien Stellen mit Berufseinsteiger*innen besetzt werden. Dies stellt eine zunehmende qualitative und quantitative Arbeitsbelastung der Fachkräfte dar. Die fachlichen Standards und Anforderungen steigen und lassen erkennen, dass die Aufgaben, die im ASD erfüllt werden müssen, denen des Handlungskonzeptes vom ‘Case Management‘ gleichzustellen sind. Dieses Handlungskonzept wird in der folgenden Arbeit nochmals aufgegriffen, weshalb vorab auf eine Begriffserklärung verzichtet wird (vgl. Geißel-Palkovich, I./ Schubert, H. 2015, S. 122f.).

Der Entwicklungsprozess und die aktuelle Situation in der öffentlichen Jugendhilfe stellen zudem eine Paradoxie dar. Auf der einen Seite ergeben sich durch die steigenden Fallzahlen und multiplen Problemlagen immer höhere Anforderungen. Auf der anderen Seite führen knappe zeitliche Ressourcen, fehlendes Personal und eine nicht ausreichende Finanzstruktur, zu immer schlechteren Rahmenbedingungen (vgl. Geißel-Palkovich, I./ Schubert, H. 2015, S. 145f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema der Bachelorarbeit vor, erläutert die Relevanz der Reform des SGB VIII sowie das methodische Vorgehen und den Aufbau der Arbeit.

2. Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung: Hier erfolgt eine Definition des Behinderungsbegriffs sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Inklusionsbegriff und der historischen Entwicklung, ergänzt durch eine juristische Einordnung.

3. Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe: Es wird das KJSG behandelt, der Verfahrenslotse als neue Funktion eingeführt sowie Case Management als Methode diskutiert, um die zukünftigen Herausforderungen der Gesamtzuständigkeit zu bewältigen.

4. Qualitative Sozialforschung: Dieser Teil widmet sich dem empirischen Ansatz, dem Forschungsinteresse, der methodischen Erhebung mittels Experteninterviews und der Interpretation der Ergebnisse bezüglich Fachkräftemangel, Qualifikationsprofilen und Rahmenbedingungen.

5. Resümee und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext einer inklusiven Zukunft.

Schlüsselwörter

Verfahrenslotse, SGB VIII, Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, KJSG, Inklusion, Eingliederungshilfe, Soziale Arbeit, Case Management, öffentliche Jugendhilfe, Fachkräftemangel, Gesamtzuständigkeit, Behinderung, Personalbemessung, Qualitätsentwicklung, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Reform der Kinder- und Jugendhilfe durch das KJSG, insbesondere den Übergang zu einer inklusiven Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und die Einführung der neuen Funktion des Verfahrenslotsen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des SGB VIII und SGB IX, das Konzept der Inklusion, die methodische Einordnung des Case Managements sowie die arbeitsmarktbezogenen Herausforderungen wie der Fachkräftemangel im Jugendamt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ermitteln, welche Aufgaben der Verfahrenslotse bei der Zusammenführung von Leistungsträgern übernimmt und wie die Praxis dieses neue Aufgabengebiet in den kommunalen Strukturen verortet und umsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachkräften aus Jugendämtern in Niedersachsen durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen, eine Analyse der Aufgaben des Verfahrenslotsen im Vergleich zum Case Management und eine empirische Interpretation der gesammelten Expertenmeinungen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inklusion, SGB VIII-Reform, Verfahrenslotse, professionelle Soziale Arbeit, strukturelle Transmissionsaufgaben und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Wie positionieren die befragten Experten den Verfahrenslotsen innerhalb des Jugendamtes?

Die Experten diskutieren verschiedene Ansätze, von einer Verortung als Stabsstelle bei der Amtsleitung bis hin zur Zuordnung im Besonderen Sozialen Dienst, wobei die genaue organisatorische Anbindung aufgrund kommunaler Gestaltungsfreiheit noch variiert.

Welche Rolle spielt das Case Management für das Berufsbild laut Arbeit?

Die Autorin stellt fest, dass die Aufgaben des Verfahrenslotsen strukturell und inhaltlich dem Case Management ähneln, da in beiden Fällen komplexe Prozesse koordiniert und Hilfen aus verschiedenen Leistungssystemen gesteuert werden müssen.

Final del extracto de 80 páginas  - subir

Detalles

Título
Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Die Einführung des Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII
Universidad
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Calificación
1,0
Autor
Bianca Becker (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
80
No. de catálogo
V1438493
ISBN (PDF)
9783346996886
ISBN (Libro)
9783346996893
Idioma
Alemán
Etiqueta
Reform SGB VIII inkusive Kinder- und Jugendhilfe Verfahrenslotse § 10b SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe qualitative Sozialforschung Soziale Arbeit Case Management Behinderungsbegriff Inklusion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bianca Becker (Autor), 2023, Auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Die Einführung des Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438493
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Extracto de  80  Páginas
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