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Gottkönigtum (Zug zur Oase Siwa)

Alexanders Motive für den Besuch des Ammon-Orakels

Title: Gottkönigtum (Zug zur Oase Siwa)

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mario Kulbach (Author)

World History - Early and Ancient History
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit einem Teilkapitel des Rache- bzw. Eroberungsfeldzuges Alexanders des Großen, nämlich mit seiner Einnahme Ägyptens 331 v. Chr. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf dem Besuch des Ammon-Orakels in der Oase Siwa liegen.
Die vorliegende Arbeit möchte eine Antwort darauf geben, warum sich Alexander dazu entschloss, eine Reise auf sich zu nehmen, die in rationaler Hinsicht äußerst fragwürdig erschien. Als Alexander Siwa aufsuchte, stand eine Entscheidungsschlacht mit Dareios III. noch aus. So verwundert es, dass Alexander sich die Zeit nahm, knapp 600 km durch öde Wüste zu ziehen, ohne einen greifbaren, nach außen hin sofort ersichtlichen Grund zu haben. Seine Zeitgenossen werden die Gründe wohl im Gesamtkontext verstanden haben, doch heute müssen wir uns auf Rekonstruktionen durch Sekundärquellen einlassen. Ich möchte mich also hauptsächlich mit den überlieferten Alexanderquellen von Plutarch (Alexandervita), Arrian (Anabasis), Curtius Rufus (Historiae Alexandri), Diodor (Buch XVII der Bibliotheca Historica), und Justin (Bücher XI und XII der Historiae Philippicae) befassen, und diese mit Hilfe der Darstellung moderner Historiker dahingehend untersuchen, welche Motive Alexander bewogen, das Ammon-Orakel aufzusuchen. Das Anspruchsvolle bei der Analyse von Quellen über Alexander den Großen ist darin zu sehen, dass alle oben erwähnten Autoren mindestens 400 Jahre später lebten als Alexander selbst, und ihre Erkenntnisse lediglich von den Primärquellenautoren Aristobulos, Kallisthenes, Ptolemaios oder Klitarch abschrieben. Demzufolge sind Aussagen dieser „späteren“ Autoren mit Vorsicht zu betrachten, trotzdem bieten sie uns unersetzliche Eindrücke davon, wie es gewesen sein könnte.
Trotz oder gerade wegen dieser problematischen Quellenlage ist die Erforschung der Expedition nach Siwa, und dementsprechend die Erforschung der Beweggründe Alexanders nach Siwa zu ziehen, eines der meist thematisierten und kontrovers diskutiertesten Felder der Alexanderforschung. Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, diese Komplexität und Kontroversität in all ihren Facetten nachzuzeichnen, sondern es soll ein systematischer Überblick über grundlegende Kontroversen der Forschung im Hinblick auf Alexanders Motivation gegeben werden, ohne dabei die Sekundärquellen aus den Augen zu verlieren. Daher werden die Meinungen moderner Historiker wie SCHACHERMEYER, WILCKEN, KRAFT oder KIENAST schwerpunktmäßig Betrachtung finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alexander in Ägypten

3. Das Ammon-Orakel in der Oase Siwa

a. Geschichte des Ammon-Orakels

b. Alexanders Zug nach Siwa

c. Der Ort Siwa

d. Das Zeremoniell des Orakels

4. Alexanders Motive für den Besuch des Ammon-Orakels

a. Alexanders „pothos“

b. Die Unfehlbarkeit des Orakels

c. Der Wettstreit mit Herakles und Perseus

d. Vergleich mit Kambyses

e. Befragung des Orakels

f. Die Gottessohnschaft

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Beweggründe Alexanders des Großen für seinen beschwerlichen Marsch zur Oase Siwa im Jahr 331 v. Chr. Im Zentrum steht die Analyse der kontroversen Forschungsmeinungen zur Frage, ob Alexander das Ammon-Orakel zur Legitimation seiner Gottessohnschaft aufsuchte oder ob andere politische und persönliche Motive ausschlaggebend waren.

  • Historische Einordnung von Alexander in Ägypten
  • Struktur und Bedeutung des Ammon-Orakels in Siwa
  • Analyse der Quellenlage zu Alexanders „pothos“
  • Untersuchung der Gottessohnschaft als mögliches Motiv
  • Vergleich der Forschungsansätze von Historikern wie Wilcken und Schachermeyer

Auszug aus dem Buch

a. Alexanders „pothos“

In den Quellen, namentlich bei Arrian und Curtius Rufus, begegnet man einer seltsamen Formulierung, mit der Alexanders Motivation, nach Siwa zu ziehen, zu fassen versucht wird. Arrian spricht vom „pothos“ (πόθος) (Curtius nennt den „pothos“ „ingens cupido“), der Alexander bewogen haben soll, diesen Wüstenmarsch auf sich zu nehmen. Tatsächlich trifft man, vor allem bei Arrian, oft auf diese Beschreibung, wenn Alexanders Vorgehen nicht durch rationale Argumente untermauert werden kann. So z.B. beim Besuch der Burg von Gordion, bei der Gründung des ägyptischen Alexandrias und eben auch beim Besuch des Orakels von Ammon in Siwa. Darüber, wie man den Begriff „πόθος“ inhaltlich zu füllen habe, entstand innerhalb der Alexanderforschung eine kleine Kontroverse. Die Frage ist, wie man diesen Begriff deuten könne, bzw. was er konkret bedeutete.

Die Meinungen der Forscher reichen von der Auffassung, dass der „pothos“-Begriff einen wesentlichen inneren Bezug zum Wesen Alexanders habe, dieser evtl. den Begriff sogar selbst geprägt haben könnte, bis zu der Behauptung, dass „pothos“ eigentlich nichts Wichtiges über Alexander aussage.

EHRENBERG ist der Meinung, dass dieser Begriff eine besondere Auffassung vom Wesen Alexanders sei und beschreibt „pothos“ als „kaum bewusste, traumwandlerischen Kräfte, die Alexander überall bis zu den Grenzen der Erde vorstoßen ließen“. EHRENBERG betont, dass er davon ausgehe, dass der Begriff „pothos“ auf Alexander selbst zurückgehe, er gewissermaßen selber von „seiner Sehnsucht“ sprach Dinge zu tun. WILCKEN stimmt mit EHRENBERG überein, dass es sich beim „pothos“ um eine irrationale Komponente in Alexanders Wesen handle, widerspricht EHRENBERG aber darin, dass Alexander ganz bewusst die Grenzen der Erde suchte, und man dies nicht dem „pothos“ schreiben könne. Vielmehr möchte WILCKEN den „pothos“ als „irrationale leidenschaftliche Sehnsucht nach dem Unbekannten, Geheimnisvollen“ verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Ägyptenfeldzuges ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Motiven für den Besuch des Ammon-Orakels unter Berücksichtigung der kritischen Quellenlage.

2. Alexander in Ägypten: Dieses Kapitel behandelt den Einzug Alexanders in Ägypten, seine Begrüßung als Befreier und die pharaonische Anerkennung, die ihn in Ägypten als Gott legitimierte.

3. Das Ammon-Orakel in der Oase Siwa: Es wird die Geschichte, die geographische Lage und die kulturelle Bedeutung des Heiligtums als Tochtergründung des Orakels von Theben sowie das Zeremoniell bei Orakelbefragungen beschrieben.

4. Alexanders Motive für den Besuch des Ammon-Orakels: Das Hauptkapitel analysiert verschiedene Motive wie den „pothos“, die Unfehlbarkeit des Orakels, den Wettstreit mit antiken Heroen, den Vergleich mit Kambyses, die konkrete Befragung und die Gottessohnschaft.

5. Fazit: Das Fazit fasst die multikausale Motivlage zusammen und betont, dass keine einheitliche Antwort möglich ist, die Annahme einer rein propagandistischen Nutzung aber durch Sekundärquellen gestützt wird.

Schlüsselwörter

Alexander der Große, Ammon-Orakel, Oase Siwa, Gottessohnschaft, ägyptische Geschichte, antike Quellen, Arrian, Curtius Rufus, Kambyses, Pothos, Pharao, antike Historiographie, Seibert, Wilcken, Schachermeyer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und persönlichen Beweggründe für den Besuch Alexanders des Großen beim Ammon-Orakel in der Oase Siwa während seines Ägyptenfeldzuges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die kritische Analyse antiker Quellen, die Rolle der Religion im Herrschaftsverständnis Alexanders und die historiographische Debatte über seine Motivation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Frage zu klären, welche Motive – insbesondere die Gottessohnschaft – Alexander zu diesem riskanten Wüstenmarsch bewogen haben könnten und wie modernere Historiker diese Motive interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-historische Analyse der Sekundärquellen (Plutarch, Arrian, Curtius Rufus, Diodor, Justin) und gleicht diese mit der Einschätzung moderner Historiker ab.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert sechs potenzielle Motive: Den „pothos“, die Unfehlbarkeit des Orakels, den Wettstreit mit Heroen, den Vergleich mit Kambyses, die konkrete Befragung und den Aspekt der Gottessohnschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Alexander der Große, Oase Siwa, Ammon-Orakel, Gottessohnschaft, Pothos und antike Geschichtsschreibung.

Warum wird der Begriff „pothos“ so intensiv diskutiert?

Der Begriff beschreibt eine schwer greifbare, irrationale Sehnsucht. Die Diskussion dreht sich darum, ob es sich um eine genuine Eigenschaft Alexanders oder um eine literarische Konvention der Historiker handelt.

Welche Rolle spielt die Gottessohnschaft laut dem Autor?

Der Autor legt dar, dass die Gottessohnschaft vermutlich nicht der primäre Grund für die Reise war, sondern eher ein „Zubrot“ oder eine nachträgliche Legitimation, während die eigentliche Intention eher in einer schicksalhaften Befragung lag.

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Details

Title
Gottkönigtum (Zug zur Oase Siwa)
Subtitle
Alexanders Motive für den Besuch des Ammon-Orakels
College
University of Siegen  (Fachbereich 1 - Geschichte )
Course
Alexander der Große
Grade
1,3
Author
Mario Kulbach (Author)
Publication Year
2010
Pages
33
Catalog Number
V143849
ISBN (eBook)
9783640605507
ISBN (Book)
9783640605644
Language
German
Tags
Gottkönigtum Oase Siwa) Alexanders Motive Besuch Ammon-Orakels
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Kulbach (Author), 2010, Gottkönigtum (Zug zur Oase Siwa), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143849
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