Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die zeremoniellen Akte und Rituale während Otto I. Kaiserkrönung inszeniert wurden. Zu Beginn wird der Forschungsstand erläutert. Der historische Kontext umfasst die Königserhebung von Otto I. im Jahr 937. Der zentrale Fokus dieser wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der anschließenden Analyse. Hierfür werden die Quellenautoren Widukind von Corvey sowie Hrotsvit von Gandersheim vorgestellt. Diese beiden Quellen werden herangezogen, um insbesondere die bei der Königserhebung dargestellten Rituale zu thematisieren und zu analysieren. Hiermit wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Ziele und Absichten dieser Rituale gelegt.
Die Thronfolge Ottos I. ist für Historiker in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Es symbolisiert nicht nur den erfolgreichen Übergang der Königsherrschaft von Heinrich I. auf seinen ältesten Sohn Otto I., sondern auch einen Fortschritt bei der Bildung eines neuen Reiches. Dieser Wandel legte den Grundstein für die Entwicklung von Traditionen, die das spätere "deutsche Reich" prägen. Doch hinter dieser Kontinuität existieren auch komplexe Herausforderungen, die einen Herrscherwechsel im mittelalterlichen Königreich begleiten. Die legitimierenden Rituale des Herrschaftsbeginns haben in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen. Allerdings mussten sie als "Einsetzungsakt" umgestaltet werden, da eine eindeutige Tradition weder aus der Karolingerzeit noch aus den vorangegangenen Herrscherwechseln abgeleitet werden konnte. Im Jahr 936 wurden Rituale durchgeführt, mit dem Ziel, die Machtübergabe an Heinrichs Sohn Otto zu präsentieren und zu legitimieren. Diese Rituale stellen über viele Jahrhunderte hinweg einen basalen Bezug für zeremonielle Einsetzungen von Herrschern im römisch-deutschen Reich dar. Aus diesem Anlass werden diese Rituale anhand der Herrschereinsetzung von Otto I. in ihrem Kontext beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. Quellenbestand
2. Die Thronerhebung Ottos I.
3. Rituale
4.1 Entwicklung der Rituale
4.2 Die Königskrönungen: Insignien, Liturgie und Ablauf
4.3 Königseid
4. Quellenanalyse
5. Fazit
6. Bibliographie
6.1 Quellenverzeichnis
6.2 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die rituelle Inszenierung der Königserhebung Ottos I. im Jahr 936, um ein tieferes Verständnis für die zeremoniellen Akte und die damit verbundene Symbolik der Machtlegitimation im Mittelalter zu gewinnen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die zeitgenössischen Quellenautoren Widukind von Corvey und Hrotsvit von Gandersheim unterschiedliche narrative Schwerpunkte setzen, um den Herrschaftsanspruch des Königs rituell zu begründen.
- Historischer Kontext der Königserhebung Ottos I.
- Die Funktion und Bedeutung mittelalterlicher Herrschaftsrituale
- Vergleichende Analyse der Quellen von Widukind von Corvey und Hrotsvit von Gandersheim
- Wissenschaftliche Untersuchung von Insignien, Salbung und Eidleistung
- Die Rolle von Religion und Gottesgnadentum in der Legitimationsstrategie
Auszug aus dem Buch
4. Quellenanalyse
Angesichts der hier dargelegten historischen Grundlage über die Kaiserkrönung von Otto I. sowie den Ritualen, ergibt sich zwangsläufig die Frage, wie die Kaiserkrönung von Otto I. durch zeremonielle Akte und Rituale inszeniert wurde. Im Rahmen dieser Quellenanalyse werden verschiedene historische Quellen betrachtet, um ein Verständnis für die Zeremonie, die dabei angewendeten Rituale und die damit verbundene Symbolik zu entwickeln. Diese Quellen beinhalten Auszüge aus den Werken der Autoren von Widukind von Corvey sowie Hrotsvit von Gandersheim. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden zunächst die ausgewählten Quellenautoren sowie ihre jeweiligen Werke dargestellt. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen folgende Forschungsfragen:
Was ist das Ziel dieser zeremoniellen Akte? Was sollte hier zum Ausdruck gebracht werden und warum? Welche Akteure werden besonders hervorgehoben und betont? Welche werden übergangen? Welche unterschiedlichen Akzente setzen die Quellenautoren?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Thronfolge Ottos I. ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der rituellen Inszenierung seiner Königserhebung.
1. Quellenbestand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die quellenkritische Lage der Ottonenzeit und stellt die für die Arbeit relevanten Geschichtsschreiber vor.
2. Die Thronerhebung Ottos I.: Hier werden die politischen Umstände und der Ablauf der Wahl Otto I. zum König im Jahr 936 in Aachen dargestellt.
3. Rituale: Dieses Kapitel erläutert die Funktion von Herrschaftsritualen als Verfassung in actu und deren Notwendigkeit zur Sicherung der dynastischen Kontinuität.
4.1 Entwicklung der Rituale: Hier wird der kulturanthropologische Hintergrund und die Entstehung des europäischen Musters für die Einsetzung von Königen analysiert.
4.2 Die Königskrönungen: Insignien, Liturgie und Ablauf: Dieses Kapitel untersucht die symbolische Bedeutung von Insignien, Salbung und Liturgie für die Ausübung königlicher Autorität.
4.3 Königseid: Hier wird die Bedeutung des Eides als religiös sakralisiertes Rechtsinstrument zur Machtfestigung im Mittelalter beleuchtet.
4. Quellenanalyse: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, in dem die Berichte von Widukind von Corvey und Hrotsvit von Gandersheim hinsichtlich ihrer Intentionen und Schwerpunkte verglichen werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie maßgeblich die Autoren an der Bildung des Narrativs der Königserhebung beteiligt waren.
6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die weiterführende wissenschaftliche Literatur auf.
Schlüsselwörter
Otto I., Königserhebung, Rituale, Herrschaftslegitimation, Widukind von Corvey, Hrotsvit von Gandersheim, Salbung, Insignien, Mittelalter, Gottesgnadentum, Sachsengeschichte, Thronfolge, Interritualität, Königskrönung, Machtsymbolik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der rituellen Inszenierung der Königserhebung Ottos I. im Jahr 936 und untersucht, wie diese Rituale zur Legitimierung seiner Herrschaft eingesetzt wurden.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Zentral sind der historische Kontext der ottonischen Königsherrschaft, die Funktion mittelalterlicher Rituale sowie die spezifische Analyse zeitgenössischer historiografischer Quellen.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die zentrale Frage ist, wie die zeremoniellen Akte und Rituale während der Königserhebung inszeniert wurden, um den Herrschaftsanspruch Ottos I. gegenüber Adel und Volk zu legitimieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, bei der insbesondere die Schriften von Widukind von Corvey und Hrotsvit von Gandersheim hinsichtlich ihrer narrativen Strategien untersucht werden.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Herrschaftsritualen, die Analyse der verwendeten Insignien, die Bedeutung der Salbung und den Vergleich der verschiedenen zeitgenössischen Quellenberichte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Königserhebung, Herrschaftslegitimation, Rituale, Gottesgnadentum, Insignien und Historiografie.
Warum spielt die Salbung eine so zentrale Rolle in der Argumentation?
Die Salbung gilt als sakraler Höhepunkt, der den Kandidaten in einen quasi-priesterlichen Status erhebt und damit die göttliche Bestätigung der königlichen Autorität symbolisiert.
Welcher Unterschied besteht in der Darstellung von Widukind und Hrotsvit?
Während Widukind die Zeremonie sehr detailliert in ihre weltlichen und kirchlichen Akte gliedert, fokussiert sich Hrotsvit stärker auf die Salbung als religiöses Kernereignis und idealisiert Otto als von Gott auserwählten Herrscher.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Wie wurden zeremonielle Akte und Rituale während der Kaiserkrönung von Otto I. inszeniert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438523