Die folgende Hausarbeit soll die Person Jesu - im Sinne des Korans - darstellen. Ebenso sollen die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten, die beide Religionen aufweisen, angeführt werden.
Der Dialog zwischen Christen und Moslems entbrennt häufig an der Frage, welchen Stellenwert Jesus in der jeweiligen Religion innehat. Christen werden dem Islam vor, dass dieser Jesus nur als Propheten anerkenne und verehre. Er scheint aus islamischer Sicht ein Gesandter Gottes neben anderen Gestalten, was aus christlicher Sicht als eine Herabsetzung der Person Jesu verstanden werden kann.
Moslems werfen dem Christentum eine Abkehr vom Monotheismus vor. Dieser Vorwurf stützt sich auf die christliche Trinitätslehre. Um diese gegenseitigen Vorwürfe verstehen zu können und sich einander anzunähern gilt es, die jeweils fremde Religion kennen zu lernen. Dies ist möglich in der Beschäftigung mit den "Urkunden" einer Religion und die bekannteste "Urkunde" des Islams stellt der Koran dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Koran
2.1 Einführung
2.2 Das Gottes - und Menschenbild des Korans
2.3 Die Religionsauffassung Mohammeds
2.4 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Texte Koran und Bibel in bezug auf Jesus
3. Die koranischen Rollen Jesu
3.1 Einleitung
3.2 Jesus, der Messias
3.3 Jesus, der Prophet und Gesandte Gottes
3.4 Jesus, Wort und Geist Gottes
3.5 Jesus, der Mensch
3.6 Jesus, der Sohn der Maria
3.7 Jesus ist nicht Gottes Sohn
4. Die Themen Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Jesu im Koran
4.1. Die Dreieinigkeit
4.2 Die Geburt Jesu
4.3 Die Kreuzigung Jesu
5. Summa contra christianos: Die Sure 5, 110 – 120
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Bild Jesu im Koran, um die theologischen Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen dem christlichen Glauben und der islamischen Lehre zu analysieren sowie ein tieferes Verständnis für den interreligiösen Dialog zwischen Christen und Moslems zu schaffen.
- Gegenüberstellung des koranischen und biblischen Menschen- und Gottesbildes.
- Analyse der verschiedenen Rollen Jesu im Koran, wie Messias, Prophet und Gesandter.
- Untersuchung der koranischen Interpretation von Ereignissen wie der Geburt und der Kreuzigung Jesu.
- Erläuterung der Sure 5, 110 – 120 als zentrale Quelle für das koranische Verständnis von Jesus.
- Kontrastierung der koranischen Ablehnung der christlichen Trinitätslehre und der Gottessohnschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2 Jesus, der Messias
Der Begriff „Messias“ bedeutet übersetzt „der Gesalbte“. Dieses Wort wird im Alten Testament in dieser Bedeutung für den in Stellvertretung und im Auftrag Jahwes handelnden König verwendet, der bei seiner Krönung in einem rituellen Weiheakt mit Öl gesalbt wird. Aus diesem Grund wird er der „Gesalbte Jahwes“ genannt. Er wurde als geheiligt und mit göttlicher Autorität ausgestattete Persönlichkeit betrachtet. Als nach dem babylonischen Exil (587 – 538 v.Chr.) keinen König mehr gab, wurde der Hohepriester zum Oberhaupt der Gemeinde. Auch er wurde für seine Aufgabe gesalbt. Diese Salbung wurde später auf alle Priester ausgedehnt. Jedoch hat die erstere Bedeutung von dem König als dem Gesalbten Gottes die nachhaltigsten Spuren in der jüdischen Eschatologie hinterlassen. Als kein Messiaskönig mehr an der Spitze des Volkes stand, deutete man die alttestamentlichen Königspsalmen statt auf den gesalbten König auf einen eschatologischen Messias, der die politisch – nationale Einheit des Volkes wiederherstellen und das endgültige Reich Gottes aufrichten werde. Diese Erwartung hat sich – nach dem Neuen Testament – in Jesus erfüllt. Er ist der ersehnte Messias.
Das jüdisch – christlicher Umwelt entstammende Wort „Messias“ hat erst relativ spät Eingang in den Koran gefunden. Es findet sich daher ausschließlich in den Suren aus medinischer Zeit. Muhammad hat diesen Titel, ohne damit biblische Inhalte zu verbinden, übernommen und ihn als Ehrennamen auf Jesus übertragen. Die muslimische Deutung dieses Titels ist vielschichtig. Jesus wird daher Messias genannt, weil er mit Gottes Segen gesalbt wurde, er durch den Engel Gabriel von der Berührung des Satans verschont blieb, weil er Sündenfreiheit erlangte, er jungfräulich empfangen und zum Propheten gesalbt wurde, sowie er selbst Kranke gesalbt und geheilt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Herausforderung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen hinsichtlich der unterschiedlichen Auffassungen der Person Jesu.
2. Der Koran: Hier werden die Grundlagen des Korans als Offenbarungsquelle sowie das koranische Menschen- und Gottesbild im Kontrast zu christlichen Vorstellungen erläutert.
3. Die koranischen Rollen Jesu: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Bezeichnungen und Zuschreibungen, die dem Propheten Isa (Jesus) im Koran verliehen werden, darunter die des Messias und Gesandten Gottes.
4. Die Themen Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Jesu im Koran: Hierbei werden zentrale christliche Glaubensinhalte, wie die Dreieinigkeit und der Kreuzestod Jesu, aus der spezifisch koranischen Perspektive betrachtet und reflektiert.
5. Summa contra christianos: Die Sure 5, 110 – 120: Diese Sure wird als konzentrierte Zusammenfassung verstanden, in der die koranische Christologie und die Ablehnung der christlichen Trinitätslehre ihren Höhepunkt finden.
Schlüsselwörter
Jesus, Koran, Islam, Christentum, Prophet, Gottesbild, Messias, Sure, interreligiöser Dialog, Trinitätslehre, Offenbarung, Gottessohnschaft, Isa, Menschenbild, Kreuzigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Bild und die Rolle Jesu (Isa) im Koran und stellt diese den christlichen Glaubensvorstellungen gegenüber.
Welche zentralen Themenfelder werden in dem Buch behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Gottes- und Menschenbild im Koran, die prophetische Sendung Jesu sowie die koranische Auseinandersetzung mit christlichen Dogmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die islamische Sichtweise auf die Person Jesu wissenschaftlich darzulegen und so ein besseres Verständnis für die Unterschiede und Übereinstimmungen beider Religionen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, bei der koranische Suren direkt herangezogen und mit biblischen Kontexten vergleichend betrachtet werden.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen koranischen Bezeichnungen für Jesus sowie die Untersuchung spezifischer theologischer Themen wie Geburt, Tod und Göttlichkeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Jesus, Koran, Prophet, Gottesbild, Messias und der interreligiöse Dialog.
Wie positioniert sich der Koran zur Gottessohnschaft Jesu?
Der Koran lehnt die Vorstellung der Gottessohnschaft Jesu entschieden ab und betont stattdessen, dass Jesus ein geschaffener Mensch und ein bedeutender Gesandter Gottes war.
Welche Bedeutung kommt der Sure 5, 110 – 120 zu?
Diese Verse dienen als eine Art Zusammenfassung der koranischen Christologie, in der Jesus selbst zu seinem Verhältnis zu Gott und der Verkündigung befragt wird.
- Arbeit zitieren
- Maja Tinthoff (Autor:in), 2001, Jesus im Koran und in der Bibel. Unterschiede und Gemeinsamkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438672