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Dialogik und Phänomenologie. Die Konzeption des Anderen in Sartres Philosophie

Titel: Dialogik und Phänomenologie. Die Konzeption des Anderen in Sartres Philosophie

Seminararbeit , 1985 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Armin Schmidt (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Text bietet eine tiefgehende Analyse der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Konzept des "Anderen" im 20. Jahrhundert, insbesondere durch die Methoden der Dialogik und Phänomenologie. Der Schwerpunkt liegt auf Jean-Paul Sartres Ansatz, der sich von der traditionellen formalontologischen Einordnung des Anderen abhebt. Sartre betrachtet den Anderen als eine Erscheinung aus einem "Jenseits", die die eigene Welt transzendiert. Diese Perspektive betont die Rolle des Bewusstseins und die Priorität der Subjektivität, wodurch eine grundlegende Trennung zwischen dem Selbst und dem Anderen entsteht. Der Text zielt darauf ab, die Komplexität und Bedeutung von Sartres Theorie zu erläutern und deren Auswirkungen auf die philosophische Betrachtung des Anderen zu untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Vorbemerkung

1. Der Existenzialismus

1.1. Phänomenologische Ontologie und die Frage nach dem Anderen

1.2. Die menschliche Existenz als „Freiheit“

1.3. Entwurf und Transzendenz

2. Der Blick

2.1. Der Einbruch des Anderen in meine Welt

2.2. Ich-Erfahrung durch den Anderen

2.3. Die alternierende Verobjektivierung

2.4. Der Konflikt als Wesen des Für-Andere-Seins

3. Das Phänomen der Liebe

4. Kritische Würdigung

Exkurse:

1. Das Nichts im Herzen des Seins

2. An-sich-Sein und Für-sich-Sein

3. Das „praereflexive cogito“

4. Die Frage nach Gott

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Konzeption des „Anderen“ im Denken von Jean-Paul Sartre, wobei der Fokus insbesondere auf der Dynamik der gegenseitigen Verobjektivierung und dem daraus resultierenden ontologischen Konflikt zwischenmenschlicher Beziehungen liegt.

  • Existenzialistische Grundlagen und der Begriff der menschlichen Freiheit.
  • Die ontologische Bedeutung des „Blicks“ als zwischenmenschliches Ereignis.
  • Die Entfremdung und Dezentrierung der eigenen Welt durch das Erscheinen des Anderen.
  • Die widersprüchliche Natur der Liebe als Versuch der Selbstverwirklichung und gegenseitigen Vernichtung.
  • Die Unüberwindbarkeit des Konfliktes im „Für-Andere-Sein“.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die alternierende Verobjektivierung

Der Andere, der mich anblickt, raubt mir meine Transzendenz14. Ich werde durch ihn zum Objekt gemacht, was ich für mich nicht bin und nicht sein kann, was ich aber durch den Blick des Anderen mit absoluter Notwendigkeit sein muss15. Ich muss vor dem Anderen in meiner ‘Außenseite‘ leben, und so macht er mich zu einem Gegenstand in seiner Welt und benutzt mich im Entwurf seiner Möglichkeiten als „Weltstück“ (vgl. SN 350).

Ich bin mir im Blick des Anderen entfremdet und habe das Gefühl, inmitten der Welt ‘außer mir‘ zu sein. Daher sagt Sartre: „Mein eigentlicher Sündenfall ist die Existenz des Anderen“ (SN 350). Als raum-zeitliches Objekt bin ich der Macht des Anderen ausgeliefert. Der Andere ist der, der mir auflauert, der darauf aus ist, meine Möglichkeiten zu zerstören, um über mich verfügen zu können. Das Angeblickt-werden setzt Sartre mit dem Versklavt-werden gleich: „Ich bin in dem Maße Sklave, in dem ich in der Tiefe meines Seins von einer Freiheit abhängig bin, die nicht die meine ist und die doch die Bedingung meines Seins ist“ (SN 356). Durch den Anderen bin ich beständig in Gefahr: „Und diese Gefahr ist keine zufällige, sondern die beständige Struktur meines Für-den-Anderen-Seins“ (SN 356).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorbemerkung: Einleitende Skizzierung von Sartres Philosophie im Kontext seiner Zeit und ihrer gesellschaftlichen Rezeption.

1. Der Existenzialismus: Definition des existenzphilosophischen Ansatzes bei Sartre unter Einbezug von Hegel, Kierkegaard und ontologischer Kernbegriffe.

2. Der Blick: Analyse des „Blicks“ als zentrales Ereignis, das die zwischenmenschliche Begegnung konstituiert und das Individuum in seiner Welt dezentriert.

3. Das Phänomen der Liebe: Untersuchung der Liebe als widersprüchliches Unterfangen, das zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der gegenseitigen Verobjektivierung oszilliert.

4. Kritische Würdigung: Reflexion über die Grenzen von Sartres Subjektivitätskonzept und die Unversöhnlichkeit des Konflikts im Sartreschen Denken.

Schlüsselwörter

Existenzialismus, Freiheit, Phänomenologie, Der Andere, Blick, Verobjektivierung, Für-Andere-Seins, Ontologie, Transzendenz, Scham, Liebe, Selbstsein, Entfremdung, Konflikt, Sein und Nichts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Sartres existenzialistische Philosophie in Bezug auf die Begegnung mit dem „Anderen“ und wie diese Begegnung das menschliche Selbstverständnis beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Freiheit, ontologische Strukturen des Seins, die Dynamik des Blicks sowie die daraus resultierende Spannung zwischen Individuen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Beziehung zum Anderen bei Sartre zwangsläufig als ein fundamentaler und unüberwindbarer Konflikt verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die phänomenologische Beschreibung und die dialektische Auslegung der menschlichen Existenz in Anlehnung an Sartres Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Existenzialismus, die Analyse des Blicks als raumzeitliches Ereignis sowie eine tiefgehende Untersuchung der Liebe als gescheiterten Versöhnungsversuch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Freiheit, Objektivierung, Transzendenz und der Konfliktcharakter des zwischenmenschlichen Daseins.

Warum bezeichnet Sartre die Existenz des Anderen als „Sündenfall“?

Weil der Andere mich in seiner Welt als Objekt fixiert, meine Subjektivität einschränkt und mir somit meine ursprüngliche Freiheit und Transzendenz „raubt“.

Lässt sich der Konflikt zwischen Ich und Du laut Sartre durch Liebe lösen?

Nein, Sartre sieht die Liebe als in sich widersprüchlich und zum Scheitern verurteilt an, da sie letztlich zur gegenseitigen Vernichtung der Freiheit führt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dialogik und Phänomenologie. Die Konzeption des Anderen in Sartres Philosophie
Veranstaltung
Hauptseminar "Personalistische Philosophie und Theologie"
Note
1
Autor
Armin Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1985
Seiten
20
Katalognummer
V1438843
ISBN (PDF)
9783346997487
ISBN (Buch)
9783346997494
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalismus Sartre Dialogik Jean-Paul Sartre Philosophie des Anderen Dialogik Phänomenologie Bewusstsein und Subjektivität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Armin Schmidt (Autor:in), 1985, Dialogik und Phänomenologie. Die Konzeption des Anderen in Sartres Philosophie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438843
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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