In einer zunehmend globalisierten und kapitalmarktorientierten Wirtschaftswelt gewinnt die Comparable Company Analysis (CCA) als Unternehmensbewertungsverfahren an Bedeutung. Trotz ihrer Beliebtheit in der Praxis steht die CCA unter starker Kritik. Diese Seminararbeit zielt darauf ab, die bestehenden Kritikpunkte zu untersuchen, die Eignung der CCA für verschiedene Bewertungszwecke zu bewerten und zu prüfen, ob sie die Anforderungen einer umfassenden Unternehmensbewertung erfüllen kann.
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Grundlagen der CCA, einschließlich der relevantesten Unternehmensbewertungsverfahren und der Einordnung der CCA in diesen Kontext. Sie erklärt die grundlegenden Annahmen und Varianten der CCA. Folgend wird die Durchführung der CCA in vier Schritten beschrieben: Die Analyse des Bewertungsobjekts, Auswahl vergleichbarer Unternehmen, Auswahl und Ermittlung von Multiplikatoren und die finale Berechnung des Unternehmenswertes. Der Hauptteil der Arbeit widmet sich der kritischen Analyse der CCA, indem sowohl ihre positiven als auch negativen Aspekte beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. EINLEITUNG
1.1. Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
2. GRUNDLAGEN DER COMPARABLE COMPANY ANALYSIS
2.1. Einordnung in die Gesamtheit der Bewertungsverfahren
2.2. Annahmen
2.3. Varianten der Comparable Company Analysis
3. DURCHFÜHRUNG DER COMPARABLE COMPANY ANALYSIS
3.1. Analyse des Bewertungsobjektes
3.2. Auswahl vergleichbarer Unternehmen (Peer Group)
3.3. Auswahl und Ermittlung der Multiplikatoren
3.4. Berechnung des Unternehmenswertes
4. KRITISCHE WÜRDIGUNG
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, die Comparable Company Analysis (CCA) kritisch zu hinterfragen, ihre Eignung für verschiedene Bewertungszwecke zu prüfen und zu untersuchen, ob sie den Anforderungen an eine umfassende Unternehmensbewertung gerecht werden kann.
- Grundlagen und Einordnung der marktorientierten Vergleichsverfahren
- Strukturierter Prozess der Durchführung einer CCA
- Kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Annahmen und praktischen Schwachstellen
- Analyse der Ermessensspielräume und Manipulationsrisiken
- Eignung des Verfahrens als Plausibilitäts- oder Argumentationsinstrument
Auszug aus dem Buch
3.2. Auswahl vergleichbarer Unternehmen (Peer Group)
Eine erfolgreiche Durchführung der CCA hängt in hohem Maße davon ab, wie die Gruppe der vergleichbaren Referenzunternehmen, die sog. Peer Group, zusammengestellt wurde. Diese Aufgabe gilt in der Praxis als kritischster Schritt der CCA, da Unternehmen grundsätzlich nicht in allen Merkmalen übereinstimmen und demnach keine gänzlich identischen Unternehmen existieren. Auf Grund dessen ist ein akzeptabler Mittelweg zu finden, zwischen Bewertungskriterien, deren Erfüllung unerlässlich ist und solchen, die nicht unbedingt mit dem Bewertungsobjekt übereinstimmen müssen.
Vorab wird der Kreis der Unternehmen durch das Branchenkriterium eingegrenzt, so dass den übrigen Unternehmen ähnliche Marktbedingungen, Wachstumschancen, Lebenszyklusphasen sowie Geschäfts- und Firmenrisiken unterstellt werden können. Bei der noch relativ umfassenden, branchenabhängigen Suche nach Vergleichsunternehmen, muss gewährleistet sein, dass für diese auch Marktpreise entsprechend der ausgewählten Variante (s. Kapitel 2.3) existieren. Zudem spielt in der Praxis auch das Kriterium der Unternehmensgröße eine Rolle, um eine ähnliche Kapitalstruktur garantieren zu können. Im Anschluss erfolgt nun die Überprüfung weiterer, im Rahmen der Analyse des Bewertungsobjektes aufgestellter, quantitativer und qualitativer Kriterien (s. Kapitel 3.1).
Bzgl. der Anzahl von Vergleichsunternehmen heißt es, dass die Peer Group je nach Bewertungsanspruch mindestens aus fünf oder mehr Objekten bestehen sollte. Eine geringere Anzahl ist nicht sinnvoll, da sonst eventuell bestehende Extremwerte einzelner Unternehmen der Peer Group nicht kompensiert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unternehmensbewertung ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und erläutert den inhaltlichen Aufbau sowie den methodischen Gang der Untersuchung.
2. GRUNDLAGEN DER COMPARABLE COMPANY ANALYSIS: Hier erfolgt die Einordnung des Verfahrens in den Kontext der Unternehmensbewertung, gefolgt von einer Darstellung der theoretischen Annahmen wie Markt- und Informationseffizienz sowie den verschiedenen gängigen Varianten der Methode.
3. DURCHFÜHRUNG DER COMPARABLE COMPANY ANALYSIS: Dieser Abschnitt beschreibt den vierstufigen Prozess der CCA, der von der Analyse des Bewertungsobjekts über die Zusammenstellung der Vergleichsgruppe und Multiplikatorenauswahl bis hin zur finalen Berechnung führt.
4. KRITISCHE WÜRDIGUNG: Das Kapitel setzt sich kritisch mit den Vorteilen der einfachen Anwendbarkeit und den massiven Einschränkungen des Verfahrens, insbesondere den realitätsfremden Annahmen und dem hohen Ermessensspielraum, auseinander.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die CCA als Instrument zur Plausibilitätskontrolle, warnt jedoch vor einer isolierten Anwendung zur Bestimmung exakter Entscheidungswerte.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Comparable Company Analysis, Multiplikatorverfahren, Peer Group, Marktwert, Finanzkennzahlen, Kapitalmarkteffizienz, Unternehmensanalyse, Bewertungsfehler, Ermessensspielraum, Plausibilitätskontrolle, Unternehmenswert, Transaktionspreise, Branchenanalyse, Equity Value.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Comparable Company Analysis (CCA) als Methode der Unternehmensbewertung und untersucht deren praktische Anwendbarkeit sowie ihre theoretischen Schwächen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Einordnung marktorientierter Verfahren, der Prozess der Multiplikatorbestimmung und eine detaillierte kritische Würdigung des Verfahrens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, bestehende Kritikpunkte an der CCA zu hinterfragen und zu prüfen, ob dieses Verfahren den Anforderungen einer umfassenden Unternehmensbewertung grundsätzlich gerecht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Unternehmensbewertung mit praktischen Anwendungsanforderungen vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Durchführung der CCA, angefangen bei der Analyse des Bewertungsobjekts bis hin zur Berechnung des Unternehmenswertes, sowie eine anschließende kritische Analyse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Comparable Company Analysis, Multiplikatoren, Peer Group und die kritische Auseinandersetzung mit Bewertungsverfahren.
Warum ist die Auswahl der Peer Group so kritisch?
Da es in der Realität keine identischen Unternehmen gibt, ist die Auswahl einer Peer Group immer ein konstruierter Kompromiss, der die Aussagekraft des Endergebnisses stark beeinflussen kann.
Wann ist der Einsatz von Equity- vs. Entity-Multiplikatoren sinnvoll?
Equity-Multiplikatoren ignorieren oft Kapitalstrukturunterschiede, weshalb bei deutlichen Abweichungen im Fremdkapitalanteil der Einsatz von Entity-Multiplikatoren empfohlen wird.
Inwiefern beeinflusst der Faktor "Ermessensspielraum" die Manipulation der Bewertung?
Da Bewerter freie Wahl bei der Zusammensetzung der Peer Group und der Auswahl der Multiplikatoren haben, können Ergebnisse gezielt in Richtung von Wunschwerten beeinflusst werden.
Welche Rolle spielt die CCA abschließend für die Praxis?
In der Praxis dient sie primär der schnellen Orientierung oder Plausibilitätskontrolle, sollte jedoch aufgrund ihrer vereinfachten Annahmen nicht zur finalen Entscheidungsfindung isoliert genutzt werden.
- Arbeit zitieren
- Melissa Dharmasena (Autor:in), 2012, Kritische Analyse der Comparable Company Analysis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438897