Analyse der Argumentationsstruktur eines Sachtextes

Didaktische Analyse und methodische Vorschläge


Unterrichtsentwurf, 2007
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1 Orientierung am Schüler
3.2 Pädagogische Legitimation
3.3 Zielorientierung

4. Methodische Analyse

5. Verlaufsplanung

6. Kritische Stundenreflexion

7. Persönliches Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Um einen guten Unterricht zu halten, ist eine ausführliche Planung und Vorbereitung einer Stunde unabdingbar, um den fachlichen, sowie didaktischen Anforderungen in angemessener Art und Weise gerecht zu werden. Die folgende Arbeit gibt einen Überblick über den Verlauf des Studienbegleitenden Praktikums im Sommersemester 2007 am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium in Bayreuth, wobei vor allem die schriftliche Ausarbeitung der Stundenplanung zum Thema „Analyse der Argumentationsstruktur eines Sachtextes“ und deren anschließende didaktische Reflexion im Zentrum stehen sollen.

Hierbei werden zunächst in einer Sachanalyse wesentliche fachwissenschaftliche Fragen geklärt, um diese dann anschließend im didaktischen Teil aufzubereiten und auf die Schüler zu beziehen. Die Gliederung des didaktischen Teils orientiert sich eng an Klafki und fragt nach der pädagogischen Legitimation, dem Lehrplanbezug, der Zielorientierung und der methodischen Analyse. Die Zielorientierung unterteilt sich in die Definierung von Richt-, Grob-, und Feinzielen, während die methodische Analyse eine Bewertung und kritische Betrachtung der verwendeten Methoden vornimmt.[1]

Im letzten Punkt soll dann noch eine kritische Reflexion über den eigentlichen Verlauf der Stunde erfolgen, in dem auch mögliche Probleme und Handlungsalternativen erörtert werden, die im Kontext der Unterrichtsstunde eine Rolle spielen können.

Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit und dem Versuch einer Bewertung des Studienbegleitenden Praktikums, sowie der begleitenden Lehrveranstaltung.

2. Sachanalyse

Die Sachanalyse umfasst die genaue fachwissenschaftliche Untersuchung des zu behandelnden Themengebietes und stellt zudem auch weitere Gesichtspunkte, die über Rahmen der Stunde hinausgehen können, in den Vordergrund. Hierzu werden die zwei zugrunde liegenden Texte des Stundenthemas „Analyse der Argumentationsstruktur eines Sachtextes“ auf Inhalt, Form, rhetorische Gestaltung, sowie auf ihre Argumentationsstruktur hin untersucht.

Beide Texte sind renommierten Zeitschriften aus Politik und Zeitgeschichte[2] entnommen und beschäftigen sich mit dem Thema Klimawandel, welches zurzeit ausführlich in der Medienwelt diskutiert wird. Dabei lässt sich eine zunehmend starke Gegenbewegung zur bereits etablierten Klimaforschung erkennen, die die Folgen des Klimawandels verneint und auf eine unnötige Hysterisierung der Gesellschaft hinweist. Diese Spaltung spiegelt sich auch in den Beiträgen der „Zeit“ und des „Spiegels“ wieder, welche zu einem jeweils anderen Ergebnis der Klimaproblematik kommen und im Folgenden analysiert werden sollen. Zunächst wird der Text von Fritz Vorholz näher betrachtet, der anhand zahlreicher Beispiele auf die Gefahren des Klimawandels hinweist und die Politik zu einem Umdenken auffordert.

Bereits die Überschrift legt die Thematik des Artikels eindeutig fest: „Es wird heiß auf dem Planeten Erde“ und schuld daran ist der, von den Menschen verursachte, Klimawandel.[3] Der zweite Teil des Satzes zeigt jedoch an, dass es nach Meinung des Autors noch nicht zu spät sei und Möglichkeiten zur Abwendung der Katastrophe existieren. Der Artikel beginnt mit einer Häufung von Beispielen, die einen außergewöhnlichen Temperaturanstieg im Herbst und Winter belegen. Dabei wird eine Klimax konstruiert, welche sich vom Speziellen ins Allgemeine steigert und somit eine universale Wirkung erzielt. Die Beispiele beginnen bei einem Temperaturanstieg in Berlin oder bei der frühen Kirschbaumblüte in Hamburg und reichen schließlich bis zur Darstellung eines weltweiten Temperaturanstiegs, der der höchste seit über hundert Jahren sei.[4] All dies unterstützt die These des Autors, dass der Klimawandel tatsächlich stattfindet und negative Folgen für die Welt verursacht. Die rhetorische Frage in Zeile 19 ist deshalb als Trennmarke für die zwei Teile des Textes zu sehen, da sie nach Meinung des Autors ja schon längst beantwortet ist. Er verneint diese deshalb sogleich und bedient sich eines ironischen Stilmittels. Durch die verwendete Metapher des „Grillfests“[5] zeigt er deutlich wie drastisch der Klimawandel bereits die Welt verändert und weist damit eindeutig den Menschen die Verantwortung dafür zu, welche durch den Verbrauch von Gas, Öl und Kohle den Temperaturanstieg immer weiter antreiben.[6] Dies wird in den nächsten beiden Abschnitten noch näher behandelt, wobei offizielle Institutionen wie die EU-Kommission und die Weltbank herangezogen werden. Zunächst erfährt jedoch der Begriff des Klimawandels eine weitere Konkretisierung, da er sich nicht nur auf den Temperaturanstieg beschränkt, sondern noch weitere Katastrophen verursachen kann, die das Leben der Menschheit insgesamt nicht unmöglich, wohl aber erschweren können.[7] Hier schaffen wieder zahlreiche Beispiele eine Illustration der Gefahren und es werden Stürme, verdorrte Äcker und Sintfluten als Belege herangezogen.[8] Dabei beruft der Text sich auch auf die Weltbank, welche auf die enormen Kosten des Klimawandels hinweist.[9]

Der letzte Abschnitt bezieht sich schließlich auf mögliche Lösungsstrategien und ist deshalb als Ausklang des Artikels zu werten. Hierbei wird vor allem auf die Notwendigkeit eines Post-Kyoto-Protokolls aufmerksam gemacht, welchem sich die deutsche EU-Ratspräsidentschaft widmen will. Der Text schließt mit einem Rückbezug auf die anfänglichen Beispiele, indem er der Erde eine unangenehmere Zukunft als ein zu warmer Januar prophezeit, wenn nicht bald von den bisher „untauglichen Bemühungen“ Abstand genommen wird.[10] Somit wird eine Klammer zwischen Einführung und Schluss geschaffen und die Argumentation schlüssig zu Ende geführt.

Eine gegensätzliche Position zum Klimawandel nimmt hingegen der Artikel von Olaf Stampf ein und steht somit charakteristisch für die Skeptiker des Klimawandels, welchen der Spiegel vor kurzen eine Titelgeschichte widmete. Die Klimaskeptiker bestreiten die Ergebnisse der Forschung zum Klimawandel und weisen auf unwägbare Faktoren hin, die in keinem Modell berechnet werden können. Eine weitere Argumentationstaktik ist es, die Folgen des Klimawandels positiv zu betrachten und vor einer Hysterisierung der Gesellschaft zu warnen. Der folgende Text geht nach einem ähnlichen Muster vor.

[...]


[1] Als weitere Grundlage der Arbeit dient der Reader der Begleitveranstaltung zum schulpädagogischen Blockpraktikum, welcher ausführliche Informationen zur Vorbereitung einer Unterrichtsstunde und möglichen Methoden bereitstellt. Vgl. Haag,L., Hopperdietzel, H. (Hg.), Reader zum schulpädagogischen Blockpraktikum, Bayreuth 2006. Im Folgenden abgekürzt als: Reader Blockpraktikum.

[2] Die Texte sind der Monatszeitung „Die Zeit“ und dem Magazin „Der Spiegel“ entnommen. Für die Unterrichtsstunde wurde eine gekürzte Fassung verwendet. Sie ist im Anhang enthalten.
Vgl. Vorholz, Fritz, Es wird heiß auf dem Planenten Erde, in: Die Zeit, 11. 1. 2007, Nr. 3. Im Folgenden abgekürzt als Zeit.
Vgl. Stampf, Olaf, Abschied vom Weltuntergang, in: Der Spiegel, 7. 5. 2007, Nr. 19. Im Folgenden abgekürzt als Spiegel.

[3] Vgl. Zeit, Z. 3f.

[4] Vgl. Zeit, Z. 5-18.

[5] Zeit, Z. 20.

[6] Vgl. Zeit, Z. 20-23.

[7] Vgl. Zeit, Z. 31f.

[8] Vgl. Zeit, Z. 27-30.

[9] Vgl. Zeit, Z. 36f.

[10] Vgl. Zeit, Z. 41f.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Analyse der Argumentationsstruktur eines Sachtextes
Untertitel
Didaktische Analyse und methodische Vorschläge
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V143898
ISBN (eBook)
9783668757783
ISBN (Buch)
9783668757790
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, argumentationsstruktur, sachtextes, didaktische, vorschläge
Arbeit zitieren
Frank Hoyer (Autor), 2007, Analyse der Argumentationsstruktur eines Sachtextes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143898

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