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Schizophrenie und kriminelles Potential. Gibt es einen Zusammenhang?

Titel: Schizophrenie und kriminelles Potential. Gibt es einen Zusammenhang?

Forschungsarbeit , 2023 , 23 Seiten , Note: 15 Punkte

Autor:in: Lennard Wulfers (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen Schizophrenie und kriminellem Potential besteht. Die Frage ist von nicht unerheblicher gesellschaftlicher Relevanz. Bestünde kein Zusammenhang zwischen Schizophrenie und kriminellem Potential, könnte die Arbeit zumindest einen Beitrag dazu leisten, mit einem Vorurteil – einer unberechtigten Stigmatisierung – aufzuräumen. Würde sich andererseits doch ein Zusammenhang ergeben, wäre dies ein Ansatz für die Früherkennung von potentiellen Straftätern und für die Verhinderung entsprechender Taten.

Am 15. Oktober 2018 zündet ein Mann in einem Schnellrestaurant im Kölner Bahnhof einen Molotowcocktail, wodurch eine 14-jährige schwere Brandverletzungen erleidet. Anschließend verschanzt sich der Täter in einer Apotheke und nimmt eine Frau als Geisel. In Münster tötet ein Amokfahrer fünf Menschen und verletzt weitere 20. In der Silvesternacht 2018 fährt ein Mann im Ruhrgebiet gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund zu – 14 Personen werden verletzt, eine Frau schwebte in Lebensgefahr. Diese Anschläge ereigneten sich seit 2017 allein in Nordrhein-Westfalen und sind von psychisch Kranken begangen worden, die wegen schizophrener Psychosen behandelt wurden. Die Sicherheitskommission des Landes NRW warnt vor Gefahren durch psychisch kranke Täter.

Im Folgenden wird zunächst das Krankheitsbild der Schizophrenie im Allgemeinen und der wesentlichen Subtypen der Schizophrenie dargestellt. In einem weiteren Kapitel soll der Begriff "Kriminelles Potential" näher erläutert werden, um im Anschluss einen etwaigen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und kriminellem Potential darzulegen. Ebenso soll geklärt werden, welche Risikofaktoren diesen Zusammenhang bzw. das kriminelle Potential beeinflussen können.

In einem Fazit sollen neben einer kurzen Zusammenfassung auch die Konsequenzen dargelegt werden, die aus den gewonnenen Erkenntnissen resultieren, insbesondere im Hinblick auf die Sensibilisierung, Früherkennung und Prävention potentieller krimineller Entgleisungen. Ferner werde ich darlegen, in welchen Bereichen noch Forschungsbedarf besteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schizophrenie

2.1 Subtypen der Schizophrenie

2.1.1 Paranoide Schizophrenie

2.1.2 Hebephrene Schizophrenie

2.1.3 Katatone Schizophrenie

3. Kriminelles Potential

4. Der Zusammenhang zwischen Schizophrenie und kriminellem Potential.

4.1 allgemein

4.2 Schizophrene Subtypen

4.2.1 Paranoide Schizophrenie

4.2.3 Katatone Schizophrenie

4.3 Risikofaktoren

4.3.1 Symptomatik

4.3.2 Komorbidität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern ein wissenschaftlich belegbarer Zusammenhang zwischen der psychiatrischen Diagnose Schizophrenie und einem erhöhten kriminellen Potential besteht, um gängige stigmatisierende Vorurteile zu hinterfragen. Dabei stehen insbesondere die forensische Relevanz, der Einfluss verschiedener Symptome sowie komorbider Faktoren im Vordergrund.

  • Klinisches Krankheitsbild der Schizophrenie und ihrer Subtypen
  • Definition und theoretische Einordnung des kriminellen Potentials
  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Gewaltdelikten und schizophrenen Erkrankungen
  • Einfluss von Risikofaktoren wie Symptomatik und Komorbiditäten
  • Prävention und Sensibilisierung im gesellschaftlichen Umgang mit psychisch Erkrankten

Auszug aus dem Buch

4.1 allgemein

Um eine Vorstellung von dem Kriminalitätsrisiko schizophren Erkrankter zu gewinnen, gibt Schanda auf Grundlage von Daten diverser Studien bestimmte Maximal- und Minimalwerte an, die die Abweichung dieses Risikos von dem der Allgemeinbevölkerung – auch nach gewissen Kriterien wie Geschlecht und Art des Deliktes aufgeschlüsselt – wiedergeben.

Demnach ist das Risiko von Schizophreniekranken – ohne Differenzierung nach Geschlecht –, allgemein kriminelle Taten zu begehen 1,6-fach bzw. sogar 4,8-fach erhöht. Bei der Differenzierung nach Geschlecht konnten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden.

In einer weiteren Studie, in denen schizophrene Patienten in forensischen Kliniken NRWs zwischen 1984 und 2006 untersucht wurden, wurden die begangenen Delikte der Täter nach Art und Häufigkeit ausgewertet. Festgestellt wurde, dass schizophrene Täter überwiegend schwere Gewalthandlungen begehen, insbesondere Körperverletzungen (29,6%) und Tötungsdelikte (29,4%). Darauf folgten Eigentumsdelikte mit 14,9%, Sexualdelikte mit 12,8% und Brandstiftungen mit 8,9%. Andere Delikte, also eher leichte Delikte, wurden hier unter „sonstige Delikte“ gruppiert und machten „nur“ einen Anteil von 4,5% aus. Ebenso wurde erfasst, dass bei den Betroffenen gerade der Anteil an Körperverletzungen (von 13,6% auf 29,6%) und an Brandstiftungen (von 5,1% auf 8,9%) zugenommen hat.

Somit lässt sich sagen, dass Menschen mit Schizophrenie im Verhältnis zur Allgemeinbevölkerung ein moderat erhöhtes Risiko haben, sich kriminell zu verhalten. Besonders schwere Delikte stehen im Zusammenhang mit schizophren Erkrankten und nehmen auch in jüngerer Zeit immer mehr zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet aktuelle spektakuläre Kriminalfälle in Deutschland, die von schizophren Erkrankten begangen wurden, und hinterfragt die mediale Stigmatisierung dieser Patientengruppe.

2. Schizophrenie: Das Kapitel beschreibt das Krankheitsbild der Schizophrenie anhand der ICD-10-Klassifikation und erläutert die verschiedenen Positiv- und Negativsymptome, die für das Verständnis der Verläufe essenziell sind.

3. Kriminelles Potential: Hier wird der Begriff des kriminellen Potentials theoretisch hergeleitet und anhand strafrechtlicher, naturrechtlicher sowie soziologischer Definitionen kritisch beleuchtet.

4. Der Zusammenhang zwischen Schizophrenie und kriminellem Potential.: Dieser Hauptteil analysiert empirische Daten zum erhöhten Gewaltrisiko, differenziert nach Subtypen und untersucht Einflussfaktoren wie Symptomatik und Komorbiditäten.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein wissenschaftlich nachweisbares, moderat erhöhtes Risiko für schwere Straftaten besteht, und plädiert für eine sachliche Aufklärung zur Entstigmatisierung und verbesserten Prävention.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, kriminelles Potential, Gewaltforschung, forensische Psychiatrie, Positivsymptomatik, Negativsymptome, Stigmatisierung, Amoktaten, Komorbidität, Risikofaktoren, Kriminalitätsrisiko, psychische Erkrankung, Prävention, Wahn, Schuldfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Facharbeit untersucht das oft medial thematisierte Vorurteil, dass Menschen mit einer Schizophrenie-Diagnose eine grundsätzlich höhere Gefährlichkeit und ein erhöhtes kriminelles Potential aufweisen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit verknüpft klinische Einblicke in die Symptomatik der Schizophrenie mit kriminologischen Fragestellungen und analysiert die statistischen Korrelationen zwischen psychischen Erkrankungen und Delinquenz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den tatsächlichen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Kriminalität objektiv darzustellen, um zur notwendigen Debatte über Stigmatisierung und frühzeitige Präventionsansätze beizutragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender forensischer Studien, psychiatrischer Klassifikationssysteme (ICD-10) und kriminologischer Fachpublikationen.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie unterschiedliche Subtypen (z.B. paranoide, katatone Schizophrenie) das Risiko beeinflussen und welche Rolle Symptome wie Wahnvorstellungen oder komorbide Faktoren wie Suchterkrankungen dabei spielen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Schizophrenie, kriminelles Potential, objektive Forensik, Symptomatik, Komorbidität und Gewaltprävention.

Wie unterscheidet sich der paranoide vom katatonen Subtyp hinsichtlich des kriminellen Potentials?

Während bei der paranoiden Schizophrenie ein hohes Risiko für Tötungs- und Gewaltdelikte in Verbindung mit Wahnvorstellungen besteht, zeigt der katatone Subtyp ebenfalls ein signifikantes Potential für schwere Verbrechen, wenngleich dieser in der Gesamtpopulation seltener auftritt.

Welchen Einfluss hat eine psychiatrische Behandlung auf das Risiko krimineller Entgleisungen?

Studien deuten darauf hin, dass die antipsychotische Behandlung das Gewaltrisiko schizophren Erkrankter signifikant senken kann, teilweise um den Faktor 16, was die Wichtigkeit der therapeutischen Versorgung unterstreicht.

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Details

Titel
Schizophrenie und kriminelles Potential. Gibt es einen Zusammenhang?
Note
15 Punkte
Autor
Lennard Wulfers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
23
Katalognummer
V1439036
ISBN (PDF)
9783346997609
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schizophrenie potential gibt zusammenhang Kriminologie Kriminalität Psychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lennard Wulfers (Autor:in), 2023, Schizophrenie und kriminelles Potential. Gibt es einen Zusammenhang?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1439036
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Leseprobe aus  23  Seiten
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