Innerhalb eines Landes/einer Nation sind regionale sprachliche Unterschiede festzustellen. Dies liegt daran, dass sich verschiedene Sprachgemeinschaften entwickelten, die nun nebeneinander herleben. Daraus ergibt sich das Problem, dass die Angehörigen einer Sprachgruppe bezüglich der ihrer Belange informations- und artikulationsfähig sein müssen. Auch die soziale und lokale Mobilität sollte nicht durch Sprachschranken behindert werden. Also müsste es ein einheitliches Kommunikationsnetz geben, die Artikulationsfähigkeit und der Kommunikationsradius aller Staatsangehörigen sollte gleich groß sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung zum Dialekt als Sprachbarriere
2. Der Begriff des Dialektes
3. Die Theorie Basil Bernsteins
4. Sprachbarrierenforschung in Deutschland
5. Anhang (Handout und Folie zum Referat)
6. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Problematik des Dialekts als potenzielle Sprachbarriere innerhalb der deutschen Gesellschaft. Das Hauptziel besteht darin, die theoretischen Ansätze zur Entstehung solcher Barrieren – insbesondere unter Rückgriff auf die soziolinguistischen Thesen von Basil Bernstein – kritisch zu beleuchten und deren Relevanz für den deutschen Bildungskontext sowie das Berufsleben zu analysieren.
- Definition und soziolinguistische Einordnung des Dialektbegriffs
- Die Theorie Basil Bernsteins zu Sprachcodes (elaborierter vs. restringierter Code)
- Historische Entwicklung der Sprachbarrierenforschung in Deutschland
- Kritische Reflexion über den Dialekt als Bildungs- und soziale Barriere
- Bedeutung der Pragmatik und der „Differenzhypothese“ in der aktuellen Diskussion
Auszug aus dem Buch
1.Vorbemerkung zum Dialekt als Sprachbarriere
Innerhalb eines Landes/einer Nation sind regionale sprachliche Unterschiede festzustellen. Dies liegt daran, dass sich verschiedene Sprachgemeinschaften entwickelten, die nun nebeneinander herleben. Daraus ergibt sich das Problem, dass die Angehörigen einer Sprachgruppe bezüglich der ihrer Belange informations- und artikulationsfähig sein müssen. Auch die soziale und lokale Mobilität sollte nicht durch Sprachschranken behindert werden. Also müsste es ein einheitliches Kommunikationsnetz geben, die Artikulationsfähigkeit und der Kommunikationsradius aller Staatsangehörigen sollte gleich groß sein. Folgende drei Ziele ergeben sich daraus: 1. Bewahrung der Identität der Sprachgruppen 2. Gewährleistung von Artikulationsfähigkeit und Mobilität 3. Anschluss an übergreifende Kommuniklationsnetze
Aber wie man nun diese drei Ziele am besten miteinander vereinen sollte, darüber herrscht noch Uneinigkeit. SCHLIEBEN-LANGE¹ eröffnet in ihrem Buch zunächst drei extreme Möglichkeiten eines Staates, dieses Problem zu lösen. Man könnte zum Beispiel sämtliche offiziellen Belange in allen Staatssprachen – in unserem Fall Dialekten - gleichermaßen behandeln. Das beträfe zum Beispiel Gerichtsverhandlungen, Schulen, etc.
Eine weitere Lösung wäre die Durchsetzung einer Einheitssprache im öffentlichen Staatsbetrieb. Das heißt, alle offiziellen und halb offiziellen Angelegenheiten werden in einer Einheitssprache abgehalten. Gruppensprachen könnten allenfalls in Famlie und Freundeskreis fortbestehen. Da aber der offizielle Bereich (Schule, etc) weit in den Privaten Bereich hineinreicht, wird sich die Einheitssprache auch dort durchsetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung zum Dialekt als Sprachbarriere: Einführung in die Problematik regionaler Sprachunterschiede und Darstellung der staatlichen Zielkonflikte bezüglich Identitätsbewahrung und Kommunikation.
2. Der Begriff des Dialektes: Überblick über historische und fachliche Definitionen des Dialektbegriffs durch verschiedene Autoren wie Adelung, Grimm und Löffler.
3. Die Theorie Basil Bernsteins: Analyse des Konzepts von restringiertem und elaboriertem Code als Vermittlungsinstanz zwischen Kognition und Sozialstruktur.
4. Sprachbarrierenforschung in Deutschland: Diskussion der Rezeption von Bernsteins Thesen im deutschen Bildungssystem und deren kritische Hinterfragung ab den 1970er Jahren.
5. Anhang (Handout und Folie zum Referat): Zusammenfassende Übersicht der theoretischen Kernpunkte und schematische Darstellung der Zusammenhänge.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Dialekt, Sprachbarriere, Soziolinguistik, Basil Bernstein, restringierter Code, elaborierter Code, Sprachcode, Sozialstruktur, Bildungssystem, Deutschunterricht, regionale Identität, Sprachnorm, Kommunikation, Defizit-Hypothese, Pragmatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziolinguistische Fragestellung, inwiefern Dialekte in einer Gesellschaft als Kommunikations- und soziale Barrieren fungieren können.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Dialekt zu Standardvarietäten, die soziale Stratifikation durch Sprache sowie die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Sprachbarrieren im Bildungssektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation der Annahme, dass Dialektsprecher aufgrund ihrer sprachlichen Prägung gegenüber Sprechern der Standardvarietät benachteiligt sind, unter Einbeziehung historischer Bildungsdebatten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse soziolinguistischer Fachliteratur und der Rezeption der Thesen von Basil Bernstein basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Definition des Dialekts, die detaillierte Theorie der Sprachcodes nach Bernstein sowie die Entwicklung der Sprachbarrierenforschung in Deutschland inklusive der späteren Gegenstimmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dialekt, Sprachbarriere, Soziolinguistik, Bernstein-Theorie, Sprachcode und Bildungsbenachteiligung charakterisiert.
Warum wird Bernstein in der Arbeit so prominent behandelt?
Bernsteins Theorie zu den Sprachcodes bildete das theoretische Fundament für die deutsche Sprachbarrierenforschung und beeinflusste die Bildungspolitik der 1960er und 1970er Jahre nachhaltig.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Dialekt-Problematik?
Die Schule wird als ein Ort identifiziert, an dem das Aufeinandertreffen von Dialekt und Standardnorm zu direkten Lern- und Erfolgsbarrieren für Schüler führen kann, die primär dialektal geprägt sind.
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- Katrin Niemann (Author), 2003, Dialekt als Sprachbarriere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14391