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Pädagogik des Jugendreisens

Title: Pädagogik des Jugendreisens

Term Paper , 2003 , 29 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Carsten Becker (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Dieser Text beschäftigt sich mit einem Teilgebiet der Freizeit- und
Erlebnispädagogik, dem Jugendreisen.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Professionalisierung und
Kommerzialisierung der Touristikbranche auch im Jugendbereich wird die moderne
Pädagogik mit neuen Aufgaben und Problemfeldern konfrontiert. Wie es scheint, hat
die pädagogische Praxis wie auch die erziehungswissenschaftliche Disziplin sich aus
der Touristikdebatte zurückgezogen. Wird der pädagogische Anspruch im heutigen
Jugendtourismus zwischen dem Spannungsfeld von Kommerz und Bildung
aufgerieben? Besteht hierbei überhaupt ein Gegensatz? Ist ein pädagogisches
Handeln im vornehmlich auf Entertainment ausgerichteten Tourismus noch gewollt
oder vielleicht gar nötig?
Diese und weitere Fragen stellen sich im Vorfeld der Betrachtung einer Pädagogik
des Jugendreisens. Im Folgendem soll die Chance einer ganzheitlichen
Freizeitbildung verwirklicht im Jugendtourismus aufgezeigt werden. Des Weiteren
werden die Möglichkeiten und Forderungen an eine den heutigen Umständen
angepassten Tourismus- und Reisepädagogik aufgezeigt, sowie deren Grenzen.
Diese Arbeit soll als Überblick und Anregung dienen und auf das pädagogische
Potential des Handlungsfeldes Jugendreisen aufmerksam machen. Es wird von der
betreuten Jugendreise ausgegangen, einem Modell in welchem mehrere
Jugendreiseleiter eine maximal 25 Personen starke Gruppe von Jugendlichen
betreut. Als Beispiel wird des Öfteren das Modell des Bielefelder
Jugendreiseunternehmens „RUF-Jugendreisen“ herangezogen. „Unter betreutem
Jugendreisen verstehen wir organisierte Freiheit - Urlaub mit Gleichaltrigen, bei dem
jugendgerechtes Gruppenleben die Plattform für ein eigenständiges,
erlebnisorientiertes Lernfeld bietet“ (Siewert 1997, S. 67).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökonomie und Bildung

2.1 Entwicklung des Jugendtourismus nach dem 2. Weltkrieg

2.2 Problemfeld Kommerz

3. Lebensfaktor Freizeit

3.1 Freizeit und Bildung

3.2 Jugendreisen als Freizeitlernfeld

4. Tourismus und Pädagogik

4.1 Geselligkeit und Emanzipation

4.2 Der Jugendreiseleiter

5. Theorie der Reisepädagogik

5.1 Funktionale Erziehung

5.2. Marketing als neue Didaktik

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die pädagogischen Möglichkeiten des Jugendreisens in einem zunehmend kommerzialisierten Tourismusmarkt. Sie zielt darauf ab, ein neues Verständnis von Bildungsarbeit im Freizeitbereich zu fördern und die Rolle von professionellem pädagogischen Handeln durch Reiseleiter zu beleuchten.

  • Die Transformation vom staatlich geförderten Jugendtourismus zum marktwirtschaftlichen Produkt.
  • Die Bedeutung der Freizeit als zentrales Lernfeld und Ort der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Die pädagogische Herausforderung, Tourismus und Bildungsanspruch miteinander zu versöhnen.
  • Der Wandel der Rolle des Jugendreiseleiters hin zur pädagogischen Fachkraft und Dienstleister.
  • Die systemtheoretische Betrachtung funktionaler Erziehung und die Integration von Marketing als didaktisches Element.

Auszug aus dem Buch

Der Jugendreiseleiter

Im letzten Unterkapitel im Bezug auf das pädagogische Handeln im Jugendurlaub soll auf den wesentlich Handelnden eingegangen werden, den Jugendreiseleiter, neudeutsch bei vielen Reiseorganisationen auch „Teamer“ genannt.

Der Teamer ist als direkter Ansprechpartner und Urlaubsleiter derjenige, der über die gesamte Dauer des Urlaubs unmittelbar mit den Teilnehmern in Kontakt steht. Er betreut eine Gruppe bestehend aus 15 bis 25 Jugendlichen. Ist die Gesamtzahl der reisenden Jugendlichen im jeweiligen Urlaubsort entsprechend groß, werden den Teamern ein Gesamtreiseleiter, mancherorts auch „Koordinator“ genannt, welcher einerseits wiederum als Ansprechperson für die Teamer fungiert und andererseits das Gesamtkonzept des touristischen Angebots im Clubdorf, Hotel, etc. koordiniert.

Der Jugendreiseleiter oder Teamer ist meist nicht viel älter als die Teilnehmer (zwischen 23 und 29 Jahren) und hat die Aufgabe, die Reiseteilnehmer zu größtmöglicher Zufriedenheit zu führen (vgl. Kapitel 2.2). Ihm obliegt es, wenn auch mit Hilfestellungen, den Urlaub zu einem gelungenen Aufenthalt oder zu einer Enttäuschung werden zu lassen. Trotzdem bleibt er nur ein Faktor zur erfolgreichen Ausgestaltung des Urlaubs. „In dem oft gehörten Satz, alles komme auf den Reiseleiter an, wenn der „gut“ sei, könne nichts mehr schiefgehen, steckt zuviel Illusion“ (Giesecke/Keil/Perle 1967, S. 128).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie pädagogische Praxis und Bildungsanspruch im modernen, kommerziell orientierten Jugendtourismus bestehen können.

2. Ökonomie und Bildung: Das Kapitel analysiert den Paradigmenwechsel vom staatlich subventionierten Jugendtourismus hin zum marktwirtschaftlich orientierten Massentourismus für Jugendliche.

2.1 Entwicklung des Jugendtourismus nach dem 2. Weltkrieg: Hier wird der historische Wandel des Reiseangebots von der ideologisch geprägten Verbandsarbeit zur alternativen Jugendreise nach 1968 beschrieben.

2.2 Problemfeld Kommerz: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderung, Bildung in einem ökonomisch ausgerichteten Marktumfeld als Argument und Ziel zu etablieren, ohne die Autonomie der Jugendlichen zu untergraben.

3. Lebensfaktor Freizeit: Der Fokus liegt auf der wachsenden Bedeutung der Freizeit als zentraler Lebensbereich für Persönlichkeitsbildung in der modernen Gesellschaft.

3.1 Freizeit und Bildung: Dieses Kapitel diskutiert die noch ausstehende systematische Erschließung der Freizeit als außerberufliches Lernfeld.

3.2 Jugendreisen als Freizeitlernfeld: Hier wird dargelegt, warum der Jugendreisekontext, durch Distanz zum Alltag und soziale Interaktion, ideale Bedingungen für gezielte Lernprozesse bietet.

4. Tourismus und Pädagogik: Dieses Kapitel befasst sich mit den negativen Begleiterscheinungen des Tourismus und der Notwendigkeit einer neuen, ethisch fundierten Tourismuspädagogik.

4.1 Geselligkeit und Emanzipation: Hier wird untersucht, wie soziale Kontakte und die Befreiung von festen Rollenbildern im Urlaub zur Identitätsfindung Jugendlicher beitragen.

4.2 Der Jugendreiseleiter: Es wird das Anforderungsprofil an die Teamleitung definiert, die als moderierende und pädagogisch handelnde Instanz zwischen Interessen der Jugendlichen und organisatorischen Vorgaben steht.

5. Theorie der Reisepädagogik: Dieser Teil betrachtet theoretische Ansätze, insbesondere die funktionale Erziehung und die Rolle von Didaktik und Marketing im Tourismus.

5.1 Funktionale Erziehung: Das Kapitel erläutert, wie Erziehung in der Freizeit oft absichtslos oder beiläufig durch Erlebnisse statt durch direkte Instruktion stattfindet.

5.2. Marketing als neue Didaktik: Hier wird diskutiert, wie Marketinginstrumente im pädagogischen Kontext dazu dienen können, Bildungsangebote bedürfnisorientiert zu gestalten.

5. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Zukunftsfähigkeit und Notwendigkeit der Reisepädagogik im Jugendbereich, trotz der notwendigen Anpassung an marktwirtschaftliche Gegebenheiten.

Schlüsselwörter

Jugendreisen, Freizeitpädagogik, Tourismus, Bildung, funktionale Erziehung, Jugendreiseleiter, Marketing, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Marktwirtschaft, Emanzipation, Dienstleistung, Didaktik, Jugendarbeit, Jugendtourismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Tourismus im Kontext betreuter Jugendreisen und untersucht, wie Bildungsansprüche in einem kommerziellen Marktumfeld verwirklicht werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Freizeit als Lernort, die ökonomische Transformation des Jugendtourismus, pädagogische Theorien der Erziehung auf Reisen sowie die Rolle und Ausbildung von Jugendreiseleitern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das pädagogische Potenzial von Jugendreisen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie moderne Tourismuspädagogik trotz ökonomischer Zwänge wirksam gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse freizeit- und erziehungswissenschaftlicher Literatur sowie die Auswertung von Modellen der Reisepädagogik und systemtheoretischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Bedeutung der Freizeit, die ethischen Anforderungen an den Tourismus sowie die praktische Rolle der Teamer als pädagogische Vermittler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Jugendreisen, Freizeitpädagogik, funktionale Erziehung, Tourismusmarketing und die Rolle des Jugendreiseleiters als Dienstleister.

Wie wird das Konzept des "sanften Tourismus" in der Arbeit eingeordnet?

Der Autor ordnet den sanften Tourismus als einen übergeordneten Begriff ein, der darauf abzielt, die Interessen der Touristen mit ökologischer und sozialer Verantwortung gegenüber der Zielregion zu harmonisieren.

Warum ist der Jugendreiseleiter laut Arbeit so essenziell?

Der Jugendreiseleiter fungiert als zentrale Instanz, die bewusst in gruppendynamische Prozesse eingreift, als Ansprechpartner für soziale Interaktionen dient und die Brücke zwischen Bildungsangeboten und den Bedürfnissen der Jugendlichen bildet.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Pädagogik des Jugendreisens
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (FB Pädagogik)
Grade
2.0
Author
Carsten Becker (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V14401
ISBN (eBook)
9783638198165
Language
German
Tags
Pädagogik Jugendreisens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Becker (Author), 2003, Pädagogik des Jugendreisens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14401
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