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Feministische Sprachkritik: Versuchte Sprachlenkung am Beispiel der geschlechtergerechten Sprache

Title: Feministische Sprachkritik: Versuchte Sprachlenkung am Beispiel der geschlechtergerechten Sprache

Seminar Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sabine Winkler (Author)

German Studies - Linguistics
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit feministischer Sprachkritik. Es soll dargelegt werden, dass sprachfeministische Kritik einen durch Sprachlenkung intendierten Sprachwandel herbeiführen und damit auch außersprachliche Veränderungen der Gesellschaft forcieren will.
Zunächst wird ein kurzer Überblick der feministischen Sprachkritik skizziert und die Aufsätze von Senta Tröml-Plötz, Hartwig Kalverkämper und Luise F: Pusch exemplarisch vorgestellt. Daran anschließend werden Lösungsvorschläge für die angesprochenen Probleme aufgezeigt.
Im darauffolgenden Hauptteil der Arbeit soll der Prozess und die angestrebte Wirkung von Sprachlenkung am Beispiel der geschlechtsneutralen Sprache gezeigt werden.
Abschließend bietet sich der Tatsache wegen, dass feministische Sprachkritik vor allem durch "Glossen" verbreitet wurde, eine Auseinandersetzung mit der Kolumne von Bastian Sick an.
Diese Arbeit soll, das ist sie dem Thema schuldig, weitestgehend die Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs berücksichtigen und sich einer geschlechtergerechten Sprache bedienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Einleitung

1 Feministische Sprachkritik

1.1 Kurze Einführung in die feministische Sprachkritik

1.2 Die Kritik von Senta Trömel-Plötz

1.3 Die Reaktion von Hartwig Kalverkämper

1.4 Die Antwort von Luise F. Pusch auf Kalverkämper

2. Lösungsvorschläge von Luise F. Pusch

2.1 Neutralisation

2.2 Totale Feminisierung

3. Richtlinien, Handbücher und Ratgeber zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs bzw. zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch

3.1 Geschlechtergerechte Personenbezeichnungen

3.2 Geschlechtergerechter Umgang mit Pronomen

3.3 Das Pronomen " man"

4. Sprache und Gesellschaft

5. Sprachwandel durch Sprachlenkung

5.1 Prozess und Wirkung der sprachpolitisch gelenkten Sprachentwicklung

5.2 Zeugnisse des Sprachwandels

6. Feministische Sprachkritik im Spiegel der Populärwissenschaft am Beispiel Bastian Sick

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss feministischer Sprachkritik auf den Sprachwandel. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sprachpolitisch gelenkter Sprachentwicklung und der angestrebten Veränderung gesellschaftlicher Strukturen durch geschlechtergerechte Sprache zu analysieren.

  • Ursprünge und Kernargumente der feministischen Sprachkritik
  • Konkrete Lösungsvorschläge zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs
  • Der Prozess der Sprachlenkung und seine gesellschaftliche Wirkung
  • Kritische Auseinandersetzung mit populärwissenschaftlichen Gegenpositionen
  • Institutionalisierung geschlechtergerechter Sprache in Rechts- und Verwaltungstexten

Auszug aus dem Buch

1.1 Kurze Einführung in die feministische Sprachkritik

Die Frauenbewegung in Deutschland lässt sich grob in zwei Phasen aufteilen. In der ersten Phase, die von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1933 andauerte, kämpften die Frauen um ihre politische, soziale, ökonomische und kulturelle Gleichberechtigung. Während des Nationalsozialismus fand keine Frauenbewegung statt. Nach 1945 schlossen sich die alten Frauenverbände, die vor 1933 gegründet wurden, neu zum „Deutschen Frauenrat“ zusammen. Ende der 1960er Jahre begann die zweite Phase der Frauenbewegung, auch „neue Frauenbewegung“ genannt. Sie stand in engem Zusammenhang mit den Studentenrevolten 1967/68 in den USA und beschäftigte sich erstmals mit der Ungleichbehandlung der Geschlechter durch Sprache.

In Deutschland galt die Aufmerksamkeit der "neuen" Feministinnen zunächst der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Erst gegen Ende der 1970er Jahre geriet auch die Sprache als Mittel der Diskriminierung in Misskredit.

Revolutionär war das Erstlingswerk von Verena Stefan "Häutungen" (Stefan 1975) nicht nur inhaltlich (es beschäftigte sich aus weiblicher Perspektive mit Sexualität), sondern auch, weil hier zum ersten Mal das klein geschriebene Pronomen „frau“ an Stelle von „man“ benutzt wurde: „Beim schreiben dieses buches, dessen inhalt hierzulande überfällig ist, bin ich wort für wort und begriff um begriff an der vorhandenen sprache angeeckt. Sicher habe ich das zunächst so krass empfunden, weil ich über sexualität schreibe [...] Die sprache versagt, sobald ich über neue erfahrungen berichten will [...] Ich zerstöre vertraute zusammenhänge. ich stelle begriffe, mit denen nichts mehr geklärt werden kann, in frage oder sortiere sie aus [...] Mit dem wörtchen 'man' fängt es an. 'man' hat, 'man' tut, 'man' fühlt [...] Entlarvend sind sätze, die mit, "als frau hat 'man' ja", beginnen. 'man' hat als frau keine identität. frau kann sie nur als frau suchen." (Stefan 1975: 3f.)

Zusammenfassung der Kapitel

Feministische Sprachkritik: Gibt einen Überblick über die historischen Phasen der Frauenbewegung und die Entstehung der sprachkritischen Debatte.

Lösungsvorschläge von Luise F. Pusch: Erläutert die radikalen Ansätze der Neutralisation und der totalen Feminisierung zur Sichtbarmachung von Frauen.

Richtlinien, Handbücher und Ratgeber zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs bzw. zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch: Stellt methodische Ansätze wie das Splitting, Binnen-I und die Verwendung von Paarformen vor.

Sprache und Gesellschaft: Diskutiert die theoretische Grundlage, ob Sprache die Gesellschaft determiniert oder widerspiegelt.

Sprachwandel durch Sprachlenkung: Analysiert den Prozess der Sprachpolitik von der Bewusstseinsbildung bis zur institutionellen Umsetzung.

Feministische Sprachkritik im Spiegel der Populärwissenschaft am Beispiel Bastian Sick: Untersucht kritisch die Gegenargumente in der populärwissenschaftlichen Literatur.

Schlussbemerkung: Zieht Bilanz über den Erfolg feministischer Reformbemühungen und den Stand des aktuellen Sprachgebrauchs.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachkritik, Sprachlenkung, Geschlechtergerechte Sprache, Generisches Maskulinum, Sprachwandel, Personenbezeichnungen, Luise F. Pusch, Senta Trömel-Plötz, Sprachpolitik, Diskriminierung, Gleichstellung, Sprache und Gesellschaft, Binnen-I, Splitting, Bastian Sick

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie feministische Sprachkritik versucht, durch gezielte Sprachlenkung gesellschaftliche Veränderungen zu forcieren und das Bewusstsein über Geschlechterrollen zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kritik am generischen Maskulinum, die Untersuchung verschiedener Sprachreform-Modelle (wie Neutralisation oder Feminisierung) sowie die Wirksamkeit von Sprachpolitik in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie feministische Sprachkritik als Instrument genutzt wird, um durch einen intendierten Sprachwandel langfristig die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine linguistische Analyse einschlägiger Fachliteratur, die Auswertung von Richtlinien zur geschlechtergerechten Sprache sowie eine kritische Untersuchung populärwissenschaftlicher Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Sprachkritik, stellt konkrete Vorschläge zur Sprachreform vor und analysiert den Prozess der institutionellen Durchsetzung durch Gesetzgebungen und Richtlinien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind feministische Sprachkritik, Sprachlenkung, generisches Maskulinum, Sprachwandel und geschlechtergerechte Sprache.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Bastian Sick?

Die Autorin betrachtet Bastian Sicks Kritik an der feministischen Sprachreform in seinem Werk "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" als oberflächlich und methodisch mangelhaft recherchiert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den Erfolg der Sprachkritik?

Trotz des Scheiterns radikaler Konzepte wie der totalen Feminisierung stuft die Autorin den Sprachlenkungsversuch als geglückt ein, da eine deutliche Sensibilisierung in der Sprachgemeinschaft erreicht wurde.

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Details

Title
Feministische Sprachkritik: Versuchte Sprachlenkung am Beispiel der geschlechtergerechten Sprache
College
Technical University of Darmstadt  (Sprachwissenschaftliches Institut)
Course
Tendenzen deutscher Gegenwartssprache
Grade
2
Author
Sabine Winkler (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V144086
ISBN (eBook)
9783640668021
Language
German
Tags
Feministische Sprachkritik Versuchte Sprachlenkung Beispiel Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Winkler (Author), 2006, Feministische Sprachkritik: Versuchte Sprachlenkung am Beispiel der geschlechtergerechten Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144086
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