Die Hausarbeit beschreibt gängige Symptome und Symptomkontrollmöglichkeiten im Rahmen palliativmedizinischer Maßnahmen am Lebensende.
Mit dem Voranschreiten des medizinischen Wissens und der Spezifikation der gesundheitlichen Pflege in der Mitte des 20. Jahrhunderts erlangte der Bereich der Versorgung von Patienten in der krankheitsbedingten Sterbephase kumulativ an Bedeutung. Die Erkenntnis, dass Patienten mit fortschreitenden Erkrankungen insbesondere im Bereich der Onkologie unzureichend versorgt wurden und mit erheblichen Symptomen zu kämpfen hatten, wurde von Dame Ciceley Saunders erkannt. Sie war eine englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und später Ärztin, die daraufhin das erste moderne Hospiz, das St. Christopher's Hospice in London gründete. Ihre eminente Arbeit entfachte die Verbreitung solcher Einrichtungen im europäischen Raum. In Deutschland wurde die erste Palliativstation 1983 in Köln, das erste Hospiz 1986 in Aachen eröffnet.
Weitere Zäsuren in der deutschen Palliativversorgung können verzeichnet werden; im Jahr 2007 wurde die Richtlinie für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gesetzlich verankert. Zwei Jahre später wurde die Palliativmedizin in die ärztliche Approbationsordnung eingegliedert und ist seitdem fester Bestandteil der ärztlichen Ausbildung. Die nationale Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland wurde im Jahr 2010 veröffentlicht. 2015 wurde die S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung entwickelt; im selben Jahr wurde das Hospiz- und Palliativgesetz eingeführt.
Diese kurze historische Einführung dient der besseren Einordnung des Begriffs. Im Rahmen dieser Arbeit soll allerdings weder eine geschichtliche noch eine rechtliche Kontextualisierung stattfinden. Vielmehr wird eine prägnante Übersicht palliativmedizinischer Maßnahmen hinsichtlich der hier allenfalls paradigmatisch erläuterten gängigen Symptome am Lebensende dargeboten werden. Dazu gilt es zunächst den Begriff der Palliativmedizin bzw. -versorgung zu definieren. Nach der Beschreibung der Symptome am Lebensende und der entsprechenden Kontrollmöglichkeiten durch palliativ-medizinische Maßnahmen wird im Rahmen des Fazits die Bedeutung einer multimodalen Versorgung unterstrichen.
Inhaltsverzeichnis
Sprachliche Gleichstellung
A. Einleitung und Geschichte
B. Begriffserklärung
C. Symptome und Kontrollmöglichkeiten
I. Schmerzen
1. Schmerzkontrolle
II. Dyspnoe
1. Kontrolle der Dyspnoe
III. Übelkeit und Erbrechen
1. Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen
IV. Angst
1. Angstkontrolle
V. Depression
1. Kontrolle der Depression
VI. Weitere häufige Symptome am Lebensende
D. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über gängige Symptome am Lebensende zu geben und aufzuzeigen, wie diese im Rahmen der palliativmedizinischen Versorgung durch multimodale Ansätze effektiv kontrolliert und gelindert werden können.
- Grundlagen der Palliativmedizin und Begriffliche Einordnung
- Schmerztherapie und Schmerzkontrolle in der Sterbephase
- Management von Atemnot (Dyspnoe)
- Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen
- Psychosoziale Symptomkontrolle bei Angst und Depression
Auszug aus dem Buch
I. Schmerzen
Die International Association for the Study of Pain (IASP) definiert den Begriff folgendermaßen: “An unpleasant sensory and emotional experience associated with, or resembling that associated with, actual or potential tissue damage.” Im palliativen Setting treten Schmerzen häufig auf, z. B. sind etwa 90% der Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium betroffen.
Die Schmerzarten lassen sich in der Literatur unterschiedlich aufteilen, jedoch hauptsächlich zwischen Nozizeptorschmerz und neuropathischem Schmerz. Nozizeptorschmerz entsteht durch direkte Gewebeschädigung durch mechanische, thermische oder chemische Noxen. Beispielsweise können das Tumorwachstum selbst oder begleitende Symptome die Nozizeptoren reizen. Neuropathische Schmerzen können dem zentralen oder peripheren Nervensystem zugeordnet werden. Im Gegensatz zum Nozizeptorschmerz wird der Ort der Schmerzentstehung und -wahrnehmung unterschiedlich wahrgenommen, da der Schmerz in das Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs projiziert wird. Diese Schmerzen können beispielsweise im Zusammenhang mit einer Polyneuropathie in Folge einer Chemotherapie auftreten.
Zusammenfassung der Kapitel
Sprachliche Gleichstellung: Erläutert die Verwendung des generischen Maskulinums zur besseren Lesbarkeit des Textes.
A. Einleitung und Geschichte: Vermittelt einen historischen Abriss über die Entwicklung der Hospiz- und Palliativbewegung sowie wichtige Meilensteine der Versorgung in Deutschland.
B. Begriffserklärung: Definiert den Begriff der Palliativmedizin anhand internationaler Standards wie der WHO und grenzt ihn von kurativen Ansätzen ab.
C. Symptome und Kontrollmöglichkeiten: Bildet den Hauptteil, in dem spezifische physische und psychische Belastungen sowie deren jeweilige therapeutische Interventionsmöglichkeiten detailliert betrachtet werden.
I. Schmerzen: Analysiert die Entstehung und Einstufung von Schmerzen bei Palliativpatienten sowie die Methoden zu deren Identifikation.
1. Schmerzkontrolle: Beschreibt das Fundament einer multimodalen Schmerztherapie und stellt das 3-Stufenschema der WHO zur Medikamentengabe vor.
II. Dyspnoe: Beschreibt die Ausprägung von Atemnot in der Sterbephase und die Notwendigkeit zur differenzierten Symptombeurteilung.
1. Kontrolle der Dyspnoe: Erläutert sowohl nichtmedikamentöse Maßnahmen als auch den Goldstandard der opioidhaltigen medikamentösen Therapie.
III. Übelkeit und Erbrechen: Untersucht die hohen Prävalenzraten dieser Symptome und deren Ursachen in der palliativen Versorgung.
1. Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen: Fokus liegt auf der prophylaktischen Behandlung und dem gezielten Einsatz von Antiemetika.
IV. Angst: Kategorisiert verschiedene Ängste von Palliativpatienten, von situativen bis hin zu existenziellen Formen.
1. Angstkontrolle: Diskutiert therapeutische Ansätze von der Gesprächsführung bis hin zur Pharmakotherapie bei perpetueller Angst.
V. Depression: Differenziert zwischen reaktiven und organischen depressiven Störungen am Lebensende.
1. Kontrolle der Depression: Betont die Wichtigkeit der Abgrenzung zu einer natürlichen Trauerreaktion und die Bedeutung psychosozialer Betreuung.
VI. Weitere häufige Symptome am Lebensende: Gibt einen kurzen Ausblick auf ein breites Spektrum weiterer Symptome wie Fatigue oder Obstipation.
D. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, multidisziplinären Ansatzes in der Palliativmedizin.
Schlüsselwörter
Palliativmedizin, Symptomkontrolle, Lebensqualität, Sterbephase, Schmerztherapie, Dyspnoe, Antiemetika, Angst, Depression, Multimodale Versorgung, Hospiz, Schmerzanamnese, Ganzheitlicher Ansatz, Psychosoziale Betreuung, Symptomlinderung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist die Erörterung gängiger belastender Symptome in der Palliativphase und die Darstellung praxisnaher medizinischer Maßnahmen zu deren Kontrolle.
Welche Themenfelder werden vorrangig behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen sowie psychische Symptome wie Angst und Depression.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit fokussiert darauf, wie eine optimale und multimodale Symptomkontrolle zur Verbesserung der Lebensqualität sterbender Patienten beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Leitlinienanalyse, insbesondere unter Berücksichtigung etablierter medizinischer Standards und Fachliteratur.
Was umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil ist in einzelne Symptomkomplexe unterteilt, die jeweils aktuelle Definitionsansätze und konkrete Kontroll- bzw. Therapiemöglichkeiten beschreiben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Palliativmedizin, Symptomkontrolle, Ganzheitlichkeit und Multidisziplinarität geprägt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Schmerzarten eine Rolle für die Therapie?
Da Nozizeptorschmerzen und neuropathische Schmerzen unterschiedliche Ursachen und Wahrnehmungsorte haben, erfordern sie jeweils differenzierte therapeutische Ansätze.
Welche Medikamentengruppe gilt als Goldstandard bei der symptomatischen Behandlung der Dyspnoe?
Trotz fehlender spezifischer Evidenz für die Heilung der Atemnot selbst, werden hierfür weiterhin Opioide eingesetzt, um den Atemantrieb zu senken.
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- Anonym (Author), 2023, Palliativmedizinische Maßnahmen am Lebensende. Symptome und Symptomkontrollmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1440938