Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia des Thomas Morus

Title: Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia des Thomas Morus

Seminar Paper , 2009 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Zimmermann (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Rezeptionsgeschichte der Utopia des Thomas Morus (1478–1535) ist nicht nur eine
zeitlich sehr umfangreiche, sondern auch eine vielgestaltige, in der die verschiedensten Interpretationsansätze
an das Werk herangetragen wurden und noch immer werden. So nahm
die Utopia-Rezeption unmittelbar nach der Veröffentlichung ihren Anfang bei den Humanisten
des frühen 16. Jahrhunderts, dem Freundes- und Bekanntenkreis von Morus, der seine
ursprünglich intendierte Leserschaft ausmachte. Es scheint Morus seinerzeit darum gegangen
zu sein, „die anvisierten Rezipienten in die Diskussion um gesellschaftliche
Probleme miteinzubeziehen und eine Diskussion über die Art und Weise möglicher Reformen
bei den in politischer Verantwortung stehenden Humanisten zu initiieren“, schreibt
Honke. Die Utopia ist „ein schillernder Beitrag zur Reformdiskussion der Zeit“ gewesen.
Das Werk erhielt auch besondere Zuwendung durch die Sozialisten des 19. und die Kommunisten
des 20. Jahrhunderts aufgrund des im zweiten Buch der Utopia beschriebenen
kommunistischen Gemeinwesens, das Morus’ Werk gewissermaßen als einem „programmatischen
Vorläufer“ Geltung verschaffte.
Im Unterschied zur Rezeption der Humanisten des frühen 16. Jahrhunderts, in der vorrangig
auf die politische, gesellschaftskritische Dimension des 'goldenen Büchleins' eingegangen
wurde, zeichnet sich die Rezeption seit dem 19. Jahrhundert durch die Berücksichtigung
der Biographie des Autors und eine stärkere Fokussierung auf die literarische
Komposition und die Bedeutungsdimensionen des Werkes aus. So notiert Kreyssig, es sei
seit „der Entstehung der modernen Philologien im 19. Jahrhundert [...] eine durchgängige
Deutungsmöglichkeit zu erkennen: Die Utopia wird als Spielerei, als jeu d’esprit und – seit
den sechziger Jahren [des 20.] Jahrhunderts – auch als Satire gesehen.“ [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserläuterungen – Satire und Ironie

2.1 Satire

2.2 Ironie

3 Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia

3.1 Entstehungsbedingungen – Gegenwartsbezüge

3.2 Fiktive Welten

3.3 Verzerrende Vorzeichen – Sprechende Eigennamen

3.4 Der Titel

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den satirisch-ironischen Charakter des Werkes Utopia von Thomas Morus, um aufzuzeigen, wie der Autor durch literarische Verfremdungstechniken und eine komplexe Erzählstruktur gesellschaftliche Missstände seiner Zeit kritisiert.

  • Analyse des satirischen Gehalts des ersten Buches von Utopia.
  • Untersuchung von Ironie als rhetorisches Mittel in der Erzählung.
  • Interpretation der Bedeutung sprechender Eigennamen wie "Hythlodeus".
  • Einfluss der zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen.
  • Reflexion über die Rolle der literarischen Maske des Erzählers.

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehungsbedingungen – Gegenwartsbezüge

Norbert Elias merkt an, „daß eine Utopieschrift eigentlich erst dann zum Leben kommt, wenn man sie im Kontext ihrer Zeit sieht, wenn man die realen sozialen Probleme kennt, deren mögliche Lösung [...] eine Utopieschrift vorzustellen versucht.“ Berücksichtigt man in diesem Zusammenhang, daß die Bezugnahme auf die Gegenwart „unabdingbares Kennzeichen jeder Satire“ ist, läßt sich Elias' Aussage ähnlich treffend auf die Satire anwenden, die dem Rezipienten eine gewisse Kenntnis vom Gegenstand des Angriffs abverlangt, um in vollem Umfang einschlagen zu können.

Entscheidend ist jedenfalls für diese Arbeit, daß vor allem das erste Buch von Morus' Utopia sehr klare Gegenwartsbezüge aufweist, die darüber hinaus durchzogen sind von (oft subtilen) ironischen 'Seitenhieben', wie in diesem Kontext zumindest aufgezeigt werden soll. Dafür ist es zunächst notwendig, sich die Hintergründe vor Augen zu führen.

Seeber beschreibt das frühe 16. Jahrhundert prägnant als „eine Zeit besonders heftiger geistiger und wirtschaftlicher Erschütterungen und Umwälzungen“. Es war „ein Bauernlegen großen Stils im Gange“. Auf Getreidebau eingerichtete Kleinbauern und Pächter wurden durch harte Gesetze zur Befolgung der neuen Wirtschaftsordnung gedrängt und litten unter den „Einziehungs- und Modernisierungsbestrebungen der Groß- und Grundbesitzer, die sich am Geschäft mit Wolle und Tuch beteiligen“ wollten. Große Farmen für Schafe nahmen den Platz der getreideproduzierenden Kleinbetriebe ein, die Kluft zwischen arm und reich wurde größer.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vielfältige Rezeptionsgeschichte von Utopias Werk und führt in die wissenschaftliche Debatte um dessen Deutungsmöglichkeiten ein.

2 Begriffserläuterungen – Satire und Ironie: Dieses Kapitel definiert die zentralen literarischen Begriffe der Satire und Ironie als notwendige Grundlage für die anschließende Textanalyse.

3 Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia: Hier erfolgt die eigentliche Untersuchung des Werkes anhand von zeitgeschichtlichen Bezügen, fiktiven Welten, Namensgebungen und dem Titel des Werkes.

4 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Komplexität und der satirisch-ironische Charakter von Utopias Werk eine vielschichtige Interpretation erfordern.

Schlüsselwörter

Thomas Morus, Utopia, Satire, Ironie, Renaissance-Humanismus, Hythlodeus, Gesellschaftskritik, Menippeische Satire, Literaturwissenschaft, Fiktive Welten, Rhetorik, Literaturtheorie, Politische Satire, Zeitkritik, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den satirisch-ironischen Charakter von Thomas Morus' Werk Utopia und zeigt auf, wie der Autor das Genre nutzt, um seine Zeit kritisch zu reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literarischen Gattungen Satire und Ironie sowie deren Anwendung in Utopia zur Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen des 16. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Utopia ein komplexes satirisch-ironisches Werk ist, das durch gezielte Verfremdungstechniken des Autors seine Wirkung entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Text im Kontext seiner Entstehungsgeschichte und unter Berücksichtigung rhetorischer sowie struktureller Merkmale untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Entstehungsbedingungen, die Funktion fiktiver Räume, die Bedeutung der Eigennamen sowie die Aussagekraft des Werktitels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Thomas Morus, Satire, Ironie, Gesellschaftskritik und Hythlodeus.

Warum ist die Figur "Raphael Hythlodeus" für die Satire so wichtig?

Sein Name, abgeleitet aus dem Griechischen für "leeres Geschwätz", dient als rhetorisches Mittel, um den Erzähler ironisch zu distanzieren und den satirischen Gehalt zu unterstreichen.

Inwiefern spielt der Titel des Werkes eine Rolle für die Interpretation?

Der vollständige lateinische Titel enthält logische Verknüpfungen, die laut Autorin auf die ironische Distanz und das bewusste Spiel mit dem Leser hinweisen.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia des Thomas Morus
College
Martin Luther University  (Germanistik)
Course
Das neue Paradies. Utopien in der Literatur
Grade
1,0
Author
Melanie Zimmermann (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V144129
ISBN (eBook)
9783640533626
ISBN (Book)
9783640533862
Language
German
Tags
Satire Ironie Morus Utopia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Zimmermann (Author), 2009, Zum satirisch-ironischen Gehalt der Utopia des Thomas Morus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144129
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint