Das Ziel dieser Masterarbeit besteht darin, den Nutzen von Derivaten im Rahmen des Portfoliomanagements aus der Perspektive des Anlegers zu untersuchen. Angesichts der häufig negativen Wahrnehmung von Derivaten ist es von besonderem Interesse zu ergründen, welchen Mehrwert der gezielte Einsatz dieser Finanzinstrumente bietet. Folglich steht die Erhöhung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses im Vordergrund, wodurch ein Investor seinen individuellen Nutzen erhöhen kann.
In letzter Zeit ist das Thema der Inflation nahezu täglich in den Wirtschaftsnachrichten anzutreffen. So geben die deutschen Bürger in Umfragen ihre Sorge über die signifikanten und anhaltenden Preissteigerungen von Waren und Dienstleistungen im Jahr 2022 als wichtigste Herausforderung an. Der Verlust an Kaufkraft mag insbesondere ein ernsthaftes Problem für den einkommensschwächeren Teil der Gesellschaft sein, welcher über nur begrenzten Spielraum für Ausgabenanpassungen verfügt. Nichtsdestotrotz bedeutet Inflation auch für die mittleren und höheren Einkommensgruppen, dass ihre Ersparnisse in Bezug auf die Kaufkraft schrumpfen. So werden risikolos angelegte Ersparnisse aktuell niedriger verzinst, als die Inflationsrate die Preise in die Höhe treibt.
Zur Kompensation des entstehenden Kaufkraftverlusts fragen Sparer Kapitalmarktprodukte, wie etwa Aktien(-fonds), Anleihen oder Geldmarktpapiere, nach. Dabei ist zu beobachten, dass zuletzt besonders die Assetklasse der Aktien von privaten Haushalten nachgefragt wird. So zeigt eine jährliche Erhebung des Deutschen Aktieninstituts, dass die Gesamtzahl der deutschen Aktionäre für das Jahr 2022 auf einem Rekordniveau seit Beginn der Erhebungen des Instituts liegt. Demnach lege die Mehrheit der deutschen Aktionäre ihr Geld in die Kapitalmarktprodukte der aktiven und passiven Investmentfonds an. Dabei entschieden sich 77% der privaten Haushalte für eine ausschließliche Geldanlage in aktiv verwaltete Investmentfonds.
Inhaltsverzeichnis
- I. Inhaltsverzeichnis
- II. Abbildungsverzeichnis
- III. Tabellenverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Einführung
- 1.2 Zielsetzung und Eingrenzung der Arbeit
- 1.3 Aufbau der Arbeit
- 2. Grundlagen
- 2.1 Begriffsdefinitionen
- 2.2 Performancemessung
- 2.2.1 Sharpe-Maß
- 2.2.2 Treynor-Maß
- 2.2.3 Jensen-Maß
- 2.3 Nutzentheorie und Anlegeranalyse
- 3. Derivate
- 3.1 Begriffsdefinition
- 3.1.1 Systematisierung
- 3.1.2 Handelspositionen und Motive
- 3.2 Optionen
- 3.2.1 Charakteristika
- 3.2.2 Long-Call-Option
- 3.2.3 Long-Put-Option
- 3.2.4 Short-Call-Option
- 3.2.5 Short-Put-Option
- 3.2.6 Determinanten und Bestimmung des Optionspreises
- 3.3 Futures
- 3.4 Handelsstrategien im Optionshandel
- 3.4.1 Protective-Put
- 3.4.2 Covered-Call
- 3.4.3 Bull-Spread
- 3.4.4 Bear-Spread
- 3.4.5 Straddle
- 3.1 Begriffsdefinition
- 4. Historische Untersuchung
- 4.1 Aufbau der historischen Analyse
- 4.1.1 Benchmark
- 4.1.2 Volatilität
- 4.1.3 Berechnung der Optionspreise
- 4.1.4 Annahmen
- 4.2 Historische Simulation Protective-Put
- 4.2.1 Berechnung dynamische Simulation
- 4.2.2 Berechnung der Auswertungsmatrix
- 4.2.3 Auswertung statische Simulation
- 4.2.4 Auswertung dynamische Simulation
- 4.3 Historische Simulation Covered-Call
- 4.3.1 Auswertung statische Simulation
- 4.3.2 Auswertung dynamische Simulation
- 4.4 Historische Simulation Bull-Spread
- 4.4.1 Auswertung statische Simulation
- 4.4.2 Auswertung dynamische Simulation
- 4.5 Historische Simulation Bear-Spread
- 4.5.1 Auswertung statische Simulation
- 4.5.2 Auswertung dynamische Simulation
- 4.6 Historische Simulation Straddle
- 4.6.1 Auswertung statische Simulation
- 4.6.2 Auswertung dynamische Simulation
- 4.1 Aufbau der historischen Analyse
- 5. Fazit
- 5.1 Ausblick
- Anhang
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit besteht darin, den Nutzen von Derivaten im Rahmen des Portfoliomanagements aus der Perspektive des Anlegers zu untersuchen, um den Mehrwert des gezielten Einsatzes dieser Finanzinstrumente zu ergründen und das Risiko-Ertrags-Verhältnis eines Investors zu optimieren.
- Analyse des Einsatzes von Derivaten im Portfoliomanagement
- Untersuchung des Nutzens von Derivaten aus Anlegersicht
- Optimierung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses durch Derivate
- Fokus auf verschiedene Optionsstrategien und deren Anwendung
- Performancemessung mittels Kennzahlen wie dem Sharpe-Maß
- Historische Simulation zur Bewertung der Strategien unter realen Bedingungen
Auszug aus dem Buch
Einsatz von Derivaten im Portfoliomanagement
In letzter Zeit ist das Thema der Inflation nahezu täglich in den Wirtschaftsnachrichten anzutreffen. So geben die deutschen Bürger in Umfragen ihre Sorge über die signifikanten und anhaltenden Preissteigerungen von Waren und Dienstleistungen im Jahr 2022 als wichtigste Herausforderung an. Der Verlust an Kaufkraft mag insbesondere ein ernsthaftes Problem für den einkommensschwächeren Teil der Gesellschaft sein, welcher über nur begrenzten Spielraum für Ausgabenanpassungen verfügt. Nichtsdestotrotz bedeutet Inflation auch für die mittleren und höheren Einkommensgruppen, dass ihre Ersparnisse in Bezug auf die Kaufkraft schrumpfen. So werden risikolos angelegte Ersparnisse aktuell niedriger verzinst als die Inflationsrate die Preise in die Höhe treibt.
Zur Kompensation des entstehenden Kaufkraftverlusts fragen Sparer Kapitalmarktprodukte, wie etwa Aktien(-fonds), Anleihen oder Geldmarktpapiere, nach. Dabei ist zu beobachten, dass zuletzt besonders die Assetklasse der Aktien von privaten Haushalten nachgefragt wird. So zeigt eine jährliche Erhebung des Deutschen Aktieninstituts, dass die Gesamtzahl der deutschen Aktionäre für das Jahr 2022 auf einem Rekordniveau seit Beginn der Erhebungen des Instituts liegt. Demnach lege die Mehrheit der deutschen Aktionäre ihr Geld in die Kapitalmarktprodukte der aktiven und passiven Investmentfonds an. Dabei entschieden sich 77% der privaten Haushalte für eine ausschließliche Geldanlage in aktiv verwaltete Investmentfonds. Ein aktiver Investmentfonds tritt als institutioneller Investor auf, welcher im Interesse seiner Anleger Finanzanlageentscheidungen mit Hilfe eines oder mehrerer Fondsmanager trifft. Dabei werden Gewinne dem Fondsguthaben gutgeschrieben, hingegen Kosten wie bspw. die Vergütung des Fondsmanagers belasten das Fondsvermögen. Prinzipiell gibt es für Investmentfonds keine Beschränkungen bezüglich der Anlageklasse, in die sie investieren dürfen. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich in alle möglichen Finanzinstrumente wie bspw. Wertpapiere, Derivate oder auch Immobilien investieren können, um daraus ein Portfolio zu bilden.
Im Zuge des Portfoliomanagements investieren aktive Investmentfonds und damit ebenfalls private Haushalte unter anderem in Derivate. Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich von einem anderen Finanzprodukt, auch Referenzwert genannt, ableitet. In einfachen Worten handelt es sich bei einem Derivat um ein abgeleitetes Produkt. Im Rahmen des Derivateinsatzes von Investmentfonds ergeben sich immer wieder negative Nachrichten. In jüngster Zeit ist bspw. der niederländische Pensionsfonds ABP (Algemeen Burgerlijk Pensionensfonds) zu nennen, welcher bis vor kurzem mit einem aktiven Management geführt wurde. So entschied sich das Management unter anderem für den Einsatz von Derivaten. Im ersten Halbjahr 2022 erzielte der Fonds aufgrund der eingegangenen Verpflichtungen aus Derivatgeschäften einen Verlust von etwa 88 Milliarden Euro, was fünf Prozent des Gesamtvermögens des Fonds entspricht. Seit kurzem wird der Pensionsfonds nun als passiver Fonds geführt. In welchem Zusammenhang die Umstrukturierung des Fonds zu den Verlusten aus dem Derivatgeschäften steht ist dabei nicht bekannt. Nachrichten solcher Art lösen zweifelsohne bei Anlegern eine ungünstige Assoziation hinsichtlich des Derivathandels aus, wobei Derivate als Finanzinstrumente mit spekulativem Charakter betrachtet werden. So werden Derivate „(...) oft in die Schmuddelecke der Spielcasinos gestellt (...).“ Entgegen diesen Aussagen ist festzuhalten, dass Spekulation bereits im Zeitpunkt des Erwerbs von Aktien oder eines aktiven Investmentfonds präsent sein kann. Demnach kann ein Käufer spekulieren, dass sein investiertes Kapital durch ein einzelnes Unternehmen bzw. dem professionellen Management eines Fonds erfolgreich vermehrt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Gibt eine Einführung in die Thematik der Derivate im Portfoliomanagement, erläutert die Aktualität des Themas (Inflation, Nachfrage nach Aktien) und stellt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit vor.
Kapitel 2: Vermittelt dem Leser die grundlegenden Begriffe und Beurteilungskriterien von Anlagestrategien, einschließlich Rendite, Risiko (Varianz, Volatilität) und Performance-Maßen wie dem Sharpe-Maß, sowie die Nutzentheorie und Anlegeranalyse.
Kapitel 3: Beschreibt umfassend die theoretischen und fachlichen Hintergründe von Derivaten, definiert deren Eigenschaften, Systematisierung und Handelspositionen, mit einem besonderen Fokus auf Optionsstrategien und Futures.
Kapitel 4: Präsentiert den Aufbau und das Datenfundament der Untersuchung, erläutert die Vorgehensweise der historischen Simulation von Optionsstrategien im Vergleich zur Benchmark und bewertet den Nutzen für Investoren.
Kapitel 5: Fasst die Ergebnisse der historischen Simulation von Optionsstrategien zusammen, beleuchtet die Auswirkungen auf das Risiko-Ertrags-Verhältnis und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Derivate, Portfoliomanagement, Optionen, Futures, Risiko-Ertrags-Verhältnis, Sharpe-Maß, Nutzentheorie, Anlegeranalyse, Handelsstrategien, historische Simulation, Volatilität, Dax, Assetmanagement, Investmentfonds
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Nutzen von Derivaten, insbesondere Optionen, im Portfoliomanagement aus der Perspektive des Anlegers, um deren Mehrwert und Einfluss auf das Risiko-Ertrags-Verhältnis zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind der Einsatz von Derivaten im Portfoliomanagement, die Analyse des Risiko-Ertrags-Verhältnisses, verschiedene Optionsstrategien (Hedging- und Spekulationsstrategien), Performancemessung und historische Simulationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen von Derivaten im Portfoliomanagement aus Anlegersicht zu untersuchen und zu ergründen, welchen Mehrwert der gezielte Einsatz dieser Finanzinstrumente zur Erhöhung des individuellen Nutzens eines Investors bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine umfassende Analyse des Einsatzes von Derivaten im Portfoliomanagement mittels historischer Simulationen unterschiedlicher Optionsstrategien und einer Bewertung anhand verschiedener Performancekennzahlen und Nutzenmaße.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen von Anlagestrategien und Derivaten definiert, verschiedene Optionsstrategien vorgestellt (z.B. Protective-Put, Covered-Call, Bull-Spread, Bear-Spread, Straddle) und historische Simulationen dieser Strategien durchgeführt, um deren Nutzen im Vergleich zu einer Benchmark zu bewerten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Derivate, Portfoliomanagement, Optionen, Risiko-Ertrags-Verhältnis, Sharpe-Maß, Nutzentheorie, Handelsstrategien und historische Simulation.
Warum wird in dieser Arbeit der Fokus auf Optionen und nicht auf Futures gelegt?
Der Fokus liegt auf Optionen, da Futures für beide Kontrahenten höhere Gewinn- und Verlustpotentiale aufweisen und kein Wahlrecht zur Ausübung existiert. Zudem sind weniger Strategien mit Futures denkbar, insbesondere da Stillhalterpositionen nicht möglich sind, was den Umfang der Untersuchung begrenzt.
Welche Rolle spielen Risikoaversionsparameter bei der Bewertung von Anlagestrategien in dieser Arbeit?
Risikoaversionsparameter (als Parameter A bezeichnet) sind entscheidend, da sie den Grad der Risikowahrnehmung eines Investors beschreiben und maßgeblich den individuellen Nutzen einer Anlagemöglichkeit bestimmen, wodurch der erwartete Nutzen in Abhängigkeit von der erwarteten Rendite und der Varianz der Renditen definiert wird.
Welche Arten von Optionsstrategien werden simuliert und wie unterscheiden sie sich?
Es werden zwei Absicherungsstrategien (Protective-Put und Bear-Spread) sowie drei Spekulationsstrategien (Covered-Call, Bull-Spread und Straddle) simuliert. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in ihren Gewinn- und Verlustprofilen sowie in der Risikobegrenzung bzw. -erhöhung.
Welchen Einfluss haben Transaktionskosten und Steuern auf die Bewertung der Derivatstrategien?
Transaktionskosten und Steuerbelastungen werden in der Simulation vernachlässigt, da sie in der Praxis als unvorteilhaft für die Derivatstrategien erachtet werden, insbesondere aufgrund der deutschen Verlustverrechnungsbeschränkung für Termingeschäfte, welche die Rentabilität mindern würden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Einsatz von Derivaten im Portfoliomanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1441618