Die vorliegende Arbeit stellt eine Untersuchung der Trauergedichte des Prager Domherrn Georgius Bartholdus Pontanus auf Kaiserin Maria von Spanien dar. Es baut auf den vorherigen Untersuchungen zum Gedicht des westböhmischen Poeten Leonhartus Albertus auf und konzentriert sich auf die "Laudatio funebris", die Pontanus im Jahr 1603 in Prag veröffentlichte. Diese Leichenrede besteht aus acht Gedichten in Distichen, die Lob, Klage und Trost für die verstorbene Kaiserin ausdrücken. Die Abhandlung untersucht diese Gedichte eingehend und zeigt ihre Verbindung zur Verehrung der Gottesmutter durch die Zuordnung der Zahl Acht als Symbolzahl.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Textedition und deutsche Übertragung
3. Kommentar
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert und analysiert die acht Trauergedichte des Prager Domherrn Georgius Bartholdus Pontanus auf den Tod der Kaiserin Maria von Spanien aus dem Jahr 1603. Ziel ist es, diese im literarischen Kontext zu verorten, ihre rhetorische und inhaltliche Struktur – insbesondere die Verwendung von Lob (laudatio), Klage (lamentatio) und Trost (consolatio) – zu entschlüsseln und die Verbindung zu zeitgenössischen Trauerbräuchen, wie den castra doloris, zu untersuchen.
- Kritische Edition und deutsche Übersetzung der lateinischen Epigramme.
- Analyse der marianischen Zahlensymbolik in Pontanus' Werk.
- Kontextualisierung der Verstorbenen im habsburgischen Herrschaftsgefüge.
- Untersuchung der rhetorischen Mittel und antiken Versatzstücke.
- Einordnung in die zeitgenössische Trauerkultur und dynastische Publizistik.
Auszug aus dem Buch
1) [C iiijr] EPIGRAMMATA EIVSDEM AVTHORIS.
Christiparam matrem coelum veneratur et orbis,
Caesaream matrem te Mariam orbis amat.
Nulla illi similis in coelis, si singula spectem,
Nulla illi par est, per decus omne solo.
5 Quae Christi cum matre minor, tamen unica terris,
Quae reliquas superat quomodocunque Deas.
Cum regnis dum templa vigent celebrabitur orbe,
Altior est terra, digna Maria polo.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung bettet die Trauergedichte in den literarischen Kontext ein und erläutert die Bedeutung der Kaiserin Maria von Spanien sowie die Quellenlage.
2. Textedition und deutsche Übertragung: Dieses Kapitel präsentiert den lateinischen Originaltext der acht Gedichte sowie deren deutsche Übersetzung.
3. Kommentar: Der Kommentar bietet eine tiefgehende philologische und historische Analyse jedes der acht Gedichte unter besonderer Berücksichtigung rhetorischer und theologischer Ebenen.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und betont die Einzigartigkeit der Gedichte innerhalb der Trauerpublizistik.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden die herangezogenen Quellen, Sekundärliteratur und Online-Ressourcen systematisch aufgeführt.
Schlüsselwörter
Georgius Bartholdus Pontanus, Kaiserin Maria von Spanien, Trauerdichtung, Epigramm, Habsburg, Trauerkultur, Laudatio funebris, Zahlensymbolik, Prager Hof, Humanismus, Frömmigkeit, castrum doloris, lateinische Literatur, dynastische Repräsentation, 1603.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit ediert und analysiert acht Trauergedichte des Prager Domherrn Georgius Bartholdus Pontanus auf den Tod der Kaiserin Maria von Spanien im Jahr 1603.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die dynastische Repräsentation der Habsburger, die barocke Trauerkultur sowie die literarische Verschränkung von menschlichem Schmerz und christlich-theologischen Trostmotiven.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach der literarischen Verortung der Gedichte im Kontext der zeitgenössischen Trauerpublizistik und ihrer spezifischen rhetorischen Ausgestaltung.
Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?
Die Methode umfasst die philologische Textanalyse, die Einbindung historischer Kontexte sowie die Untersuchung rhetorisch-stilistischer Mittel und zahlensymbolischer Strukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Edition der Texte und eine detaillierte, fortlaufende Kommentierung und Interpretation der einzelnen acht Epigramme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Humanismus, Trauerlyrik, Habsburgermonarchie, marianische Symbolik und Funerarkultur.
Welche Bedeutung kommt der Zahlensymbolik in den Gedichten zu?
Die Zahlensymbolik, insbesondere die Ziffer Acht (als Symbol der Gottesmutter) und die Zahl Zehn oder Sechs, dient als tieferliegende Struktur, die Vollkommenheit und göttliche Ordnung in den Trauerfall integriert.
Wird eine Verbindung zu den Trauerfeierlichkeiten in Prag hergestellt?
Ja, die Arbeit diskutiert, ob bestimmte Hinweise in den Gedichten auf die Existenz eines castrum doloris, einer aufwendigen Trauerkapelle, in Prag schließen lassen.
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- Susann El Kholi (Autor), 2024, Die Trauergedichte des Prager Domherrn Georgius Bartholdus Pontanus auf Kaiserin Maria von Spanien. Textedition, deutsche Übertragung und Kommentar, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1441688