Liederarbeitung mit Tanz und Rhythmus (Musik, 5. Klasse)

Lehrprobe am Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2010
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Angaben zur Lerngruppe / Klassensituation

2. Thema der Doppelstunde und der Unterrichtseinheit
2.1 Thema der Stunde
2.2 Thema der Unterrichtseinheit

3. Einbettung der Stunde in die Gesamtplanung

4. Ziele

5. Sachanalytische Hinweise

6. Didaktische Begründungen

7. Begründung der Methoden- und Medienauswahl

1. Angaben zur Lerngruppe / Klassensituation

Bei der Lerngruppe handelt es sich um eine fünfte Klasse, die eine große Neugier und Lebhaftigkeit an den Tag legt. Bei Unterrichtsgesprächen kann ich stets mit vielen Beiträgen rechnen, wodurch wir meist schnell zu einem guten Ergebnis gelangen. Viele der Kinder spielen selbst ein Instrument. Allein sechs Kinder spielen Klavier. Davon wollen mindestens drei am liebsten jede Woche der Klasse etwas vorspielen. Es ist zu einer Art Selbstverständlichkeit geworden, dass die Schülerinnen und Schüler (im folgenden: SuS) durch ihren Instrumentalunterricht und ihre musikalischen Interessen gern und regelmäßig etwas zum Unterricht beitragen. So hat Enno kürzlich seine Trompete vorgestellt und ein Stück vorgespielt. Des Weiteren spielte Lucas vor einigen Wochen eine Eigenkomposition am Klavier vor. Die SuS der Klasse singen auch sehr gerne, so dass bereits am Anfang jeder Stunde diverse Liedwünsche geäußert werden. Der Gesang gehört zu einem selbstverständlichen und regelmäßigen Bestandteil des Musikunterrichts.

Das Arbeitsklima in der Klasse ist generell eher positiv. Allerdings führt die allgemeine Lebhaftigkeit der Klasse teilweise auch zu Disziplinschwierigkeiten. Dabei fallen einige SuS immer wieder mit störenden Aktionen auf, welche den Unterrichtsablauf verzögern. Diese lassen sich jedoch durch einfache Maßnahmen eindämmen, wie z.B. die SuS auseinander zu setzen oder eine Mitteilung ins blaue Heft an die Eltern zu schreiben. Seit Anfang des Schuljahres konnte ich eine zunehmende Verbesserung im Arbeitsverhalten der SuS feststellen. Diese Tendenz gilt es nun weiter fortzusetzen.

2. Thema der Doppelstunde und der Unterrichtseinheit

2.1 Thema der Stunde

Liederarbeitung:

Erarbeitung von Text und Melodie des Liedes „In dem dunklen Wald von Paganowo“ sowie musikalische Anreicherung durch Rhythmus und Tanz

2.2 Thema der Unterrichtseinheit

Singen und Musizieren:

Wie können Lieder ansprechend gesungen sowie rhythmisch und klanglich begleitet werden?

3. Einbettung der Stunde in die Gesamtplanung

Die SuS haben seit den Sommerferien drei Unterrichtseinheiten absolviert: Rock n’ Roll, Notenschrift und eine Einheit zu Musikerporträts (W.A. Mozart und Michael Jackson). Zur Gestaltung dieser Unterrichtseinheiten wurden viele Lieder und Musikbeispiele herangezogen. So haben die SuS z.B. zum Thema Rock n’ Roll den Song „Rock around the clock“ gesungen. Zum Thema Musikerporträts haben die SuS z.B. einen Song der Jackson Five, einen Song von Michael Jackson und eine Arie von Mozart gesungen. Das Singen hat also die bisherigen Einheiten regelmäßig begleitet, damit die SuS die Musik nicht nur hörend, sondern auch einer fünften Klasse angemessen handelnd erfahren. Ein weiteres Element, das regelmäßig eingebunden wird, ist der Tanz. So haben die SuS zum Thema Rock n’ Roll einen Grundschritt erlernt und zum Thema Musikerporträts den Moonwalk von Michael Jackson erlernt.

Mit der heutigen Unterrichtsstunde beginnt eine neue Unterrichtseinheit. Auch hier sollen Gesang und Tanz methodisch am Anfang und im Mittelpunkt stehen. Anhand des russischen Volksliedes „In dem dunklen Wald von Paganowo“ sollen die SuS schrittweise lernen, dieses Lied zu singen, dazu zu tanzen und einen stilistisch angemessenen Rhythmus dazu zu klatschen. Letzterer soll, je nach erforderlicher Länge der Liederarbeitung in dieser oder der nächsten Stunde von einigen SuS durch Handtrommeln und Schellenkränze ausgeführt werden. Bei der Gesamtaufführung sollen die SuS abwechselnd singen, tanzen und klatschen, wobei eine Gruppe von SuS den Klatschrhythmus gegebenenfalls auf den soeben genannten Instrumenten begleitet. Eine in der Mitte des Raumes auf dem Boden platzierte Scheibe visualisiert, welche Gruppe von SuS gerade was tun soll.

Im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit soll vermehrt auf Rhythmusinstrumente, deren Begleitmöglichkeiten und rhythmische Notation eingegangen werden. Die SuS sollen weiterhin handelnd in ihrem Rhythmusgefühl geschult werden, so dass ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klassenmusizieren erfolgt. Der Zugang über russische Folklore bietet aufgrund seiner rhythmischen Klarheit weitere Möglichkeiten für das Klassenmusizieren, soll jedoch nicht die ganze Unterrichtseinheit über verwendet werden. Weitere Lieder, die mit Perkussionsinstrumenten erarbeitet werden sollen, sind „Samba lélé – kleiner Chico“ und „The Lion sleeps tonight“. Mit Hilfe dieser Lieder können die SuS neben russischer Folklore auch etwas über andere Lebensbereiche und dazu passende Musik erfahren.

4. Ziele

Die SuS

- können das Lied „In dem dunklen Wald von Paganowo“ singen.
- können einen einfachen Tanzschritt des Kasatschok tanzen.
- können einen einfachen Begleitrhythmus klatschen bzw. auf der Handtrommel oder dem Schellenkranz spielen.
- können die drei genannten Elemente zusammenführen, indem sie gleichzeitig erklingen und während des Musizierens gewechselt werden.

5. Sachanalytische Hinweise

Das hier erarbeitete Lied ist ursprünglich ein russisches Liebeslied mit dem Titel „Katjuscha“ (russ. "Katharinchen"), komponiert von Matwei Blanter (1903–1990). Das Lied entwickelte sich zu einem beliebten Volkslied, das bis heute populär geblieben ist. In Deutschland ist das Lied mit der Textfassung „In dem dunklen Wald von Paganowo“ bekannt geworden. Es weist eine einfache A-B-B-Form auf, wobei es keine stets wiederkehrende Textzeile in Form eines Refrains aufweist. Der A-Teil besteht aus acht Takten, ebenso wie der B-Teil, der allerdings wiederholt wird. Inhaltlich erzählt das Lied eine Geschichte eines gefürchteten Räubers, der durch einen Leutnant und sein Gefolge zur Strecke gebracht wird.

Gemäß der Herkunft des Liedes lassen sich am besten so genannte „Kasatschok-Rhythmen“ dazu musizieren und tanzen. Kasatschok, ursprünglich auch Cossachok (russisch: Kosakentanz), ist ein Tanz der als Kosaken bezeichneten russischen Wehrbauern im Osten der heutigen Ukraine. Er wurzelt in der jahrhundertealten mündlichen Überlieferung der Bylin (Epen, erzählende Poesie) und Duma, langen lyrischen Balladen, in welchen die Taten der Kosaken glorifiziert werden. Gelegenheit zum Singen gaben Feste in der Dorfgemeinschaft und in den Familien.

Der Kasatschok weist viele tänzerische Improvisationen auf und steht im 2/4-Takt. Die Tänzer treten einzeln, paarweise oder in Gruppen auf und zeigen teils geradezu artistische Einlagen. Typisch für den Tanz sind die vor der Brust gekreuzten Arme, das geräuschvolle Zusammenschlagen der Absätze und die so genannte Prisjadka, der Wechselsprung zwischen gestrecktem und angewinkeltem Bein aus der Hocke. Typisch für den Musikstil der russischen Folklore ist ein gerades Metrum (hier im 2/4-Takt) mit Betonung auf der Zählzeit Eins. Daher bietet es sich für einen Begleitrhythmus an, jeweils die Eins zu betonen. Die Handtrommel, ebenso wie der Schellenkranz, sind typische russische Volksmusikinstrumente und entsprechen daher dem Stil dieses Liedes.[1] Darüber hinaus sind sie gerade für eine spontane Verwendung im Unterricht praktisch, da handlich und leicht zu erklären.

6. Didaktische Begründungen

Singen gehört nicht nur zu den verbindlichen Unterrichtsinhalten im Musikunterricht[2], sondern ist für SuS einer fünften Klasse oft auch Teil des täglichen Lebens. Es ist nicht nur originär-menschliches musikalisches Ausdrucksmittel, sondern darüber hinaus auch Ausdruck von Kultur und Zeitgeschichte. Daher bietet der Gesang wichtiges und vielfältiges didaktisches Potenzial und verortet sich nah an der Lebenswelt der SuS. Der handelnde Umgang mit Musik, zu dem neben dem Singen auch das Tanzen und das Spielen auf Instrumenten gehört, bringt die SuS dazu, aktiv Erfahrungen mit dem Unterrichtsgegenstand zu machen.

Das Lied „In dem dunklen Wald von Paganowo“ bietet sich meines Erachtens für eine fünfte Klasse an, da es einerseits nicht zu schwer ist und daher im Rahmen einer Schulstunde Platz für Erweiterungen beim Musizieren (z.B. Gestaltung, Tanz) lässt. Der nicht allzu große Tonumfang von einer Oktave ist in der Regel für alle SuS singbar. Da das hohe d’’ in den Noten meines Erachtens für einige SuS etwas hoch sein könnte, singen wir das Lied einen Ganzton tiefer, in C-Moll. Dies entspricht auch eher dem „dunklen“ Charakter des Textes. Die Melodie ist im A-Teil eher leicht, d.h. von allen SuS singbar und wird im B-Teil etwas schwieriger und höher. Sie ist aber aufgrund der Wiederholung und der Prägnanz der Melodie schnell erlernbar und nicht zu kompliziert (siehe Notentext im Anhang). Thematisch erscheint mir das Lied reizvoll, da es eine geheimnisvolle Geschichte erzählt, die in einem dunklen Wald spielt und von einem Räuber handelt. Da dieses Thema meines Erachtens die fantasievollen Vorstellungen der SuS anspricht, lässt es sich viel leichter sinnerfüllt und ausdrucksstark musizieren. Die SuS können das Lied leichter emotional ausfüllen, wenn sie mit dem Text etwas anfangen können. Die Tatsache, dass der Text in deutscher Sprache steht, erleichtert ebenfalls eine schnelle inhaltliche Erfassung seitens der SuS.

Das „Warming-up“ soll die SuS zum Thema der Stunde hinführen und einstimmen, indem einerseits bereits gesungen wird und andererseits Elemente des Liedes (z.B. das Tongeschlecht Moll) verwendet werden. Außerdem soll natürlich die Stimme der SuS aufgewärmt und eingesungen werden. Die Verwendung des Textes „In dem dunklen Wald“ soll dabei bewusst kurios erscheinen (sie kennen das Lied ja noch nicht), was sich mit erstem Hören des Liedes aufklärt. Das Klatschen dazu soll bereits das rhythmische (und metrische) Bewusstsein der SuS ansprechen und von Anfang an einbeziehen. Da es in dieser Stunde um körperbetontes Musizieren geht, bietet sich diese Vorgehensweise bereits im „Warming-up“ an. Der erlernte Klatschrhythmus kann sowohl später wieder aufgegriffen werden, als auch leicht auf perkussive Instrumente übertragen werden. Beim Klatschen kann es passieren, dass die SuS das Tempo nicht halten und schneller werden. In diesem Fall kann die Chance genutzt werden, an einem gleichmäßigen Klatschtempo / Metrum zu arbeiten.

[...]


[1] Vgl. http://www.face-music.ch/instrum/siberia_nstrumde.html, abgerufen am 06.01.2010.

[2] Vgl. Rahmenplan Musik, Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.), Hamburg, 2004, S.9.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Liederarbeitung mit Tanz und Rhythmus (Musik, 5. Klasse)
Untertitel
Lehrprobe am Gymnasium
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V144176
ISBN (eBook)
9783668384323
ISBN (Buch)
9783668384330
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liederarbeitung, tanz, rhythmus, musik, klasse, lehrprobe, gymnasium
Arbeit zitieren
Marco Vorwig (Autor), 2010, Liederarbeitung mit Tanz und Rhythmus (Musik, 5. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144176

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