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Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements

Title: Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements

Seminar Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Chris Schaible (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Unternehmerisches Handeln ist mit der Übernahme von Risiken verbunden. Die Entwicklung der Dynamik internationaler Güter- und Finanzmärkte bringt Gefahren mit sich. Eine ansteigende Volatilität von Zinssätzen und Wechselkursen bedroht Unternehmen. Darüber hinaus erhöhen die steigende Rohstoffnachfrage der Schwellenländer sowie spekulative Positionen und Prognosen die Schwankungen von Rohstoffpreisen. Unternehmen, die ihre Geschäftsaktivitäten auf ausländische Märkte ausdehnen, stehen zusätzlichen Gefahren gegenüber. Mögliche Verlustpotentiale
ergeben sich aus politischen Risiken, Wechselkursschwankungen und geringem Informationsstand bei der Markterschließung. Verschärfter internationaler Wettbewerb senkt Gewinnmargen. Der Fokus auf das Kerngeschäft erhöht das unternehmerische Risiko aufgrund rückläufiger Diversifikation.1
Diese Risiken gefährden sowohl den langfristigen ökonomischen Erfolg, als auch den Fortbestand von Unternehmen.2 Eine zunehmende Vielfalt von Finanzderivaten ermöglichen es Unternehmen sich gegen solche Risiken individuell abzusichern.
Allerdings birgt der Einsatz von Derivaten zusätzliche Risiken. In den vergangenen Jahren haben spektakuläre Verluste aus Absicherungsgeschäften für Aufregung gesorgt. Beispielsweise verlor der Daimler Konzern 1995 durch suboptimale Kurssicherungsgeschäfte 1,56 Milliarden Deutsche Mark. Des Weiteren brachten riskante Öltermingeschäfte einer amerikanischen Tochterunternehmung der Metallgesellschaft den Konzern an den Rand der Insolvenz.3 Dennoch hat der Einsatz von Risikomanagement in den letzten beiden Jahrzehnten beachtlich zugenommen. Für den Erfolg eines Unternehmens ist Risikomanagement in heutiger Zeit unverzichtbar. Dabei umfasst unternehmerisches Risikomanagement
Prozesse der Identifikation, Messung, Kontrolle, Aggregation und
Steuerung von Risiken.4 Diese Arbeit diskutiert weder den Risikomanagementprozess noch die technische Umsetzung und Implementierung eines Risikomanagementsystems. Der Fokus dieser Arbeit ist auf das Wertsteigerungspotential des Risikomanagements auf Unternehmensebene gerichtet. Dabei wird geklärt, ob unternehmerisches Risikomanagement Unternehmenswert generieren kann. Des Weiteren geht die Arbeit auf Ansatzpunkte, Möglichkeiten und Beschränkungen der Unternehmenswertsteigerung
durch Risikomanagement ein.

1 Vgl. Glaum (2000), S. 9-13; Oosterhof (2006), S. 1-3.
2 Vgl. Pritsch/Hommel (1997), S. 672.
3 Vgl. Stulz (2003), S. 369-370.
4 Vgl. Hachmeister (2005), S. 134.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Ist unternehmerisches Risikomanagement irrelevant?

3. Unternehmenswertsteigerungen auf unvollkommenen Kapitalmärkten

3.1 Steuern

3.2 Transaktionskosten

3.2.1 Insolvenzkosten

3.2.2 Kosten des Hedgings

3.3 Agency-Kosten

3.3.1 Shareholder-Bondholder Konflikte

3.3.2 Shareholder-Manager Konflikte

3.4 Koordination von Investition und Finanzierung

4. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wertsteigerungspotenzial von Risikomanagement auf Unternehmensebene und klärt, unter welchen Bedingungen finanzwirtschaftliches Risikomanagement zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen kann.

  • Irrelevanz des Risikomanagements bei vollkommenen Kapitalmärkten
  • Einfluss von Steuern auf die Hedging-Entscheidungen
  • Reduktion von Transaktions- und Insolvenzkosten
  • Bewältigung von Agency-Problemen (Shareholder-Bondholder & Shareholder-Manager)
  • Koordination von Investitions- und Finanzierungspolitik

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Insolvenzkosten

Ein wichtigeres Motiv für unternehmerisches Risikomanagement sind Kosten, welche bei finanziellen Notlagen von Unternehmen entstehen. Die Volatilität von Cash Flows kann ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten führen. Daraus resultieren Transaktionskosten. Corporate Hedging erzielt eine Wertsteigerung, indem es die Wahrscheinlichkeit eines Financial Distress durch Glättung der Zahlungsströme reduziert.

Die Literatur beschreibt direkte und indirekte Insolvenzkosten. Direkte Kosten entstehen bei Konkurs, Liquidierung oder Reorganisation einer Unternehmung. Dazu zählen unter anderem Gerichts-, Anwalts-, Beratungs- und Verhandlungskosten sowie Bearbeitungsgebühren.

Bereits im Vorfeld des Konkurses bestehen indirekte Insolvenzkosten. Durch finanzielle Schieflagen erfährt das Unternehmen einen Reputationsverlust. Dieser beeinflusst das Verhalten risikoaverser Stakeholder gegenüber dem Unternehmen. Kunden werden sich bezüglich Garantie- und Serviceleistungen sorgen. Daraus resultieren Kaufzurückhaltung und Herstellerwechsel. Außerdem kann das Unternehmen Probleme mit Zulieferern bekommen. Entweder werden diese ihre Geschäftsbeziehungen beenden oder ausschließlich zu schlechteren Konditionen liefern. Lieferausfälle und verkürzte Zahlungsfristen können das Unternehmen weiter in den Konkurs treiben. Des Weiteren werden Manager und Fachkräfte das Unternehmen wechseln oder höhere Löhne und Gehälter als Kompensation für das erhöhte Arbeitsplatzrisiko fordern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Das Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Risiken durch volatile Finanz- und Gütermärkte und definiert den Fokus der Arbeit auf das Wertsteigerungspotenzial von Risikomanagement.

2. Ist unternehmerisches Risikomanagement irrelevant?: Es wird dargelegt, dass Risikomanagement unter der Annahme vollkommener Kapitalmärkte (Modigliani/Miller) keinen Unternehmenswert generieren kann, da Investoren Risiken selbst diversifizieren können.

3. Unternehmenswertsteigerungen auf unvollkommenen Kapitalmärkten: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Marktunvollkommenheiten wie Steuern, Transaktionskosten und Agency-Probleme, die eine wertsteigernde Wirkung von Risikomanagement rechtfertigen.

4. Thesenförmige Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Argumente und Erkenntnisse der Arbeit in elf prägnanten Thesen zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Risikomanagement, Unternehmenswert, Corporate Hedging, Modigliani-Miller-Theorem, Insolvenzkosten, Agency-Kosten, Steuersystem, Shareholder Value, Finanzderivate, Volatilität, Unterinvestitionsproblem, Asset Substitution, Kapitalmarktunvollkommenheiten, Liquidität, Risikoanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Frage, ob und unter welchen Bedingungen ein unternehmerisches Risikomanagement zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Marktunvollkommenheiten wie Steuern, Insolvenzkosten und Agency-Problemen als Begründung für aktives Risikomanagement.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Wertsteigerungspotenzial von Risikomanagement auf Unternehmensebene zu erörtern und zu klären, warum Risikomanagement Unternehmenswert generieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und diskutiert die neoinstitutionale Finanzierungstheorie im Kontext von Risikomanagement.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, warum das Irrelevanztheorem auf realen, unvollkommenen Märkten nicht gilt und wie Hedging-Maßnahmen durch Steuerersparnisse, Kostensenkungen bei Insolvenzen und die Minderung von Interessenkonflikten den Wert steigern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Corporate Hedging, Marktunvollkommenheiten, Agency-Kosten, Insolvenzwahrscheinlichkeit und Shareholder Value.

Wie unterscheidet sich "Homemade Hedging" von "Corporate Hedging"?

Während bei Homemade Hedging der Anleger selbst versucht, das Risikoprofil durch eigene Transaktionen am Markt anzupassen, ist Corporate Hedging eine Maßnahme des Unternehmens, um Risiken direkt auf Ebene der Zahlungsströme zu reduzieren.

Welchen Einfluss haben Agency-Probleme auf das Risikomanagement?

Agency-Probleme, wie das Unterinvestitionsproblem oder Asset Substitution, führen zu suboptimalen Investitionsentscheidungen; Risikomanagement kann diese durch eine Stabilisierung der Cash Flows mildern und somit Agency-Kosten senken.

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Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements
College
University of Hohenheim  (Institut für Betriebswirtschaftslehre - Lehrstuhl für Rechnungswesen und Finanzierung)
Course
Money, Banking & Finance
Grade
1,3
Author
Chris Schaible (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V144240
ISBN (eBook)
9783640534517
ISBN (Book)
9783640534326
Language
German
Tags
Risk Management Risikomanagement Irrelevanztheorem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chris Schaible (Author), 2009, Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144240
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