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Eugenik in Skandinavien – ab 1930 bis in die 70er Jahre

Title: Eugenik in Skandinavien – ab 1930 bis in die 70er Jahre

Seminar Paper , 2008 , 10 Pages , Grade: 1

Autor:in: Andreas Kern (Author)

History of Europe - European Postwar Period
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Während der erste Höhepunkt der Eugenik-Bewegung ab der Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg von der „Mainline – Eugenik“ geprägt wurde, kristallisierte sich ab 1930 eine „Reform-Eugenik“ Bewegung heraus. Diese zweite Phase begnügte sich nicht mehr mit den relativ simplen sozialen Zusammenhängen als Erklärungstheorie, sondern beschäftigte sich mit anspruchsvolleren genetischen Theorien und war antirassistisch geprägt. Die Idee für die Zurückweisung des Rassismus kam von der linksliberalen, egalitären Ideologie jener Zeit und von dem wachsenden, wissenschaftlichen Wissen über biologische Vererbungsvorgänge. „Similarly, the idea that the upper social classes were genetically superior to the lower classes had been subjected to sever criticism. […] The reform eugenics that emerges in the 1930s was wary of discrimination against race, class and sex.”
Die Motivation dahinter bestand in der zunehmenden Sorge vor Degeneration, Sittenverfall, Sexualverbrechen und einem Anstieg der Sozialausgaben – diese sollten schon im Vorfeld verhindert werden. Dahinter stand eine breite Allianz unterschiedlichster, gesellschaftlicher Gruppen bestehende aus Sozialdemokraten, Frauenorganisationen, konservativen wie progressiven Politikern und Ärzten. „The welfare states established in 1930s served the interests of the middle classes as well as the proletariat in creating a new cooperative consens resulting in social stability and economic growth. […] Reform eugenics was a philosophy of social efficiency that fitted easily into a welfare ideology.”

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 REFORM - EUGENIK, ENTWICKLUNGEN AB 1930

1.1 REFORM – EUGENIK IN SKANDINAVIEN

1.2 ZIELGRUPPE

1.3 GESETZGEBUNG

1.4 WIDERSTAND GEGEN DIE EUGENIK-GESETZE:

1.5 GESCHLECHTERVERTEILUNG:

2 EUGENIK WÄHREND DER BESATZUNGSZEIT, 1940 – 1945

3 EUGENIK NACH DEM ENDE DES 2. WELTKRIEGS

3.1 SINKENDE BEFÜRWORTUNG

3.2 HEUTIGE SITUATION

4 VERGLEICHS - STATISTIK

5 PRAKTISCHES FALLBEISPIEL AUS DEN 50ERN

6 SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Umsetzung eugenischer Maßnahmen in den skandinavischen Ländern ab 1930. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese Praktiken als Ausdruck einer pragmatischen Sozialpolitik im Rahmen des aufkommenden Wohlfahrtsstaates und nicht primär als Ergebnis rassischer Ideologien zu verstehen sind.

  • Die Transformation von der "Mainline-Eugenik" zur "Reform-Eugenik" ab 1930.
  • Soziale Indikationen und die Definition eugenischer Zielgruppen.
  • Der gesellschaftliche Konsens und die Rolle der Gesetzgebung in Skandinavien.
  • Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der Besatzungszeit auf die Sterilisationsraten.
  • Die moralische und ethische Einordnung der Eugenik im Kontext von Demokratie und Individuum.

Auszug aus dem Buch

1.1 Reform – Eugenik in Skandinavien

Während der erste Höhepunkt der Eugenik-Bewegung ab der Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg von der „Mainline – Eugenik“ geprägt wurde, kristallisierte sich ab 1930 eine „Reform-Eugenik“ Bewegung heraus. Diese zweite Phase begnügte sich nicht mehr mit den relativ simplen sozialen Zusammenhängen als Erklärungstheorie, sondern beschäftigte sich mit anspruchsvolleren genetischen Theorien und war antirassistisch geprägt. Die Idee für die Zurückweisung des Rassismus kam von der linksliberalen, egalitären Ideologie jener Zeit und von dem wachsenden, wissenschaftlichen Wissen über biologische Vererbungsvorgänge. „Similarly, the idea that the upper social classes were genetically superior to the lower classes had been subjected to sever criticism. […] The reform eugenics that emerges in the 1930s was wary of discrimination against race, class and sex.”

Die Motivation dahinter bestand in der zunehmenden Sorge vor Degeneration, Sittenverfall, Sexualverbrechen und einem Anstieg der Sozialausgaben – diese sollten schon im Vorfeld verhindert werden. Dahinter stand eine breite Allianz unterschiedlichster, gesellschaftlicher Gruppen bestehende aus Sozialdemokraten, Frauenorganisationen, konservativen wie progressiven Politikern und Ärzten. „The welfare states established in 1930s served the interests of the middle classes as well as the proletariat in creating a new cooperative consens resulting in social stability and economic growth. […] Reform eugenics was a philosophy of social efficiency that fitted easily into a welfare ideology.”

Zusammenfassung der Kapitel

1 REFORM - EUGENIK, ENTWICKLUNGEN AB 1930: Dieses Kapitel erläutert den Übergang zur "Reform-Eugenik", bei der soziale Kriterien und der Wohlfahrtsgedanke an die Stelle rassistischer Motivationen traten.

2 EUGENIK WÄHREND DER BESATZUNGSZEIT, 1940 – 1945: Es wird analysiert, wie sich die eugenische Politik während des Zweiten Weltkriegs unter dem Einfluss von Besatzung und Krieg veränderte.

3 EUGENIK NACH DEM ENDE DES 2. WELTKRIEGS: Das Kapitel beschreibt den Rückgang eugenischer Sterilisationen und den Wandel hin zu medizinischen bzw. sozial motivierten Eingriffen.

4 VERGLEICHS - STATISTIK: Hier werden statistische Daten der Zwangssterilisationen in skandinavischen Ländern mit denen des nationalsozialistischen Deutschlands in Relation gesetzt.

5 PRAKTISCHES FALLBEISPIEL AUS DEN 50ERN: Ein Interviewbericht beleuchtet die subjektiven Erfahrungen und traumatischen Folgen von Zwangssterilisationen für Betroffene und deren Familien.

6 SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit fasst zusammen, dass die skandinavische Eugenik als pragmatisches, wenn auch ethisch hochproblematisches Instrument der Sozialpolitik innerhalb der Wohlfahrtsstaats-Ideologie zu betrachten ist.

Schlüsselwörter

Eugenik, Reform-Eugenik, Skandinavien, Zwangssterilisation, Wohlfahrtsstaat, Sozialpolitik, Degeneration, Bevölkerungspolitik, Rassismus, Medizingeschichte, Nordische Länder, Ethik, Soziale Indikation, Sozialdemokratie, Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Praxis der eugenisch motivierten Sterilisationen in den skandinavischen Ländern im 20. Jahrhundert und deren Einbettung in die sozialpolitischen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung der Reform-Eugenik, die gesetzlichen Grundlagen in den nordischen Staaten, die Rolle des Wohlfahrtsstaates und die ethische Bewertung dieser staatlichen Eingriffe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die skandinavische Eugenik primär als Instrument der sozialen Effizienz und Stabilisierung im Kontext der Wohlfahrtsgesellschaft konzipiert war, statt als rassistisches Projekt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die Primärquellen, Statistiken sowie wissenschaftliche Fachliteratur zur Eugenik-Forschung auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Eugenik ab 1930, die Auswirkungen der Besatzungszeit, die Entwicklungen nach 1945 sowie einen statistischen und Fall-basierten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Eugenik, Wohlfahrtsstaat, Sozialpolitik, Zwangssterilisation und der historische Kontext der nordischen Gesetzgebung.

Warum war die Sterilisationsrate in Finnland während des Zweiten Weltkriegs rückläufig?

Das Sinken der Rate in Finnland wird primär als direktes Resultat des Krieges und des damit verbundenen hohen Verlusts an jungen Männern erklärt.

Welche Rolle spielten die Geschlechter bei den Sterilisationspraktiken?

Es zeigt sich ein deutliches Gefälle, bei dem Frauen überproportional häufig von Sterilisierungen betroffen waren, was unter anderem mit männlich geprägten Normvorstellungen der damaligen Wissenschaft zusammenhing.

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Details

Title
Eugenik in Skandinavien – ab 1930 bis in die 70er Jahre
College
University of Vienna  (Zeitgeschichte)
Grade
1
Author
Andreas Kern (Author)
Publication Year
2008
Pages
10
Catalog Number
V144256
ISBN (eBook)
9783640547944
ISBN (Book)
9783640553211
Language
German
Tags
Eugenik Skandinavien Behinderte Sterilisation Geburtenkontrolle Sozialismus Rassismus Schweden Norwegen Finnland Dänemark
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Kern (Author), 2008, Eugenik in Skandinavien – ab 1930 bis in die 70er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144256
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