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Die Österreichische Hyperinflation der Zwischenkriegszeit

Währungsreform 1924/25 - Einführung des Schillings

Title: Die Österreichische Hyperinflation der Zwischenkriegszeit

Seminar Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Andreas Kern (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Ausgehend von der Krise am Finanzsektor 2008 fand ich es spannend mich mit historischen Krisen unseres kapitalistischen Finanzsystems auseinanderzusetzen. In den Medien wird zwar ohnehin immer der vereinfachende Vergleich einer direkten Genealogie zu der Weltwirtschaftkrise von 1929 bemüht, jedoch sollte man sich vertiefend und umfassender mit der Thematik auseinandersetzen um voreilige Schlussfolgerungen zu vermeiden.
Bei meinen Recherchen zum Thema „Inflation“ wurde mir ohne meine Intention bewusst, das entgegen meiner medial geprägten Vorstellung dieses ökonomischen Fachbegriffs, es sich bei der „Inflation“ um kein unwillkürliches wirtschaftliches Ereignis oder eine Naturkatastrophe handelt das aus heiterem Himmel hereinbricht – sondern zwangsläufig die Folge menschlichen Handelns ist. Somit möchte ich in dieser Arbeit darlegen, das es immer die Menschen sind die mit ihren Entscheidungen und Handlungen den Lauf der ökonomischen Dinge bestimmen, und der (Aus)Weg der Inflation im vorliegenden Fallbeispiel der ersten Republik von den politischen Entscheidungsträgern bewusst und willentlich beschritten wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG – WAS SOLL DIE ARBEIT LEISTEN?

2 BEGRIFFSDEFINITIONEN

2.1 DIE URSPRÜNGE DER INFLATION

2.2 INFLATION, HYPERINFLATION

3 DIE FINANZIERUNG DES ERSTEN WELTKRIEGES

4 1918 – AUSGANGSLAGE DES RUMPFSTAATS D-ÖSTERREICH

5 POLITISCHE LÖSUNGSKONZEPTE BIS ZUR SANIERUNG

5.1 DEFLATION ODER SPARPOLITIK

5.2 INFLATION / INVESTITIONEN

5.3 BUDGETPOLITIK BIS ZUR GENFER ANLEIHE 1922

5.3.1 THESE DER WIRTSCHAFTLICHEN LEBENSUNFÄHIGKEIT

5.3.2 SOZIALPOLITIK ALS APPEASEMENT-POLITIK

5.4 AUSUFERNDE BUDGETDEFIZITE

6 WIRTSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN DER INFLATION

6.1 INFLATIONSKONJUNKTUR

6.2 DER VERLAUF DER HYPERINFLATION

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Hyperinflation in Österreich während der Zwischenkriegszeit. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie politische Entscheidungen und bewusste Handlungen von Entscheidungsträgern zur Geldentwertung führten und welche wirtschaftlichen sowie sozialen Konsequenzen dieser Prozess für die Erste Republik hatte.

  • Die Ursachen der Inflation durch Kriegsfinanzierung und Geldmengenausweitung.
  • Die ökonomischen Herausforderungen des Rumpfstaates Deutsch-Österreich nach dem Zerfall der Monarchie.
  • Politische Strategien, wie etwa die Sparpolitik im Vergleich zur inflationären Investitionspolitik.
  • Die Wechselwirkungen zwischen Budgetdefiziten, Sozialpolitik und dem Vertrauensverlust in die Währung.
  • Die realwirtschaftlichen Auswirkungen und die Rolle der Hyperinflation als konjunkturelles Stimulanzmittel.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Ursprünge der Inflation

Bis zur Einführung des Papiergeldes waren die Möglichkeiten eine Metallumlaufwährung, zumeist basierend auf dem inneren Wert der Edelmetalle Silber oder Gold, zu inflationieren eher bescheiden. Überliefert sind uns Beispiele in der römischen Geschichte wobei Kupfermünzen versilbert, oder einfach die Metalllegierung zuungunsten der Edelmetalle verschlechtert wurden. Diese Methoden waren jedoch überwiegend den Machthabern des Münzmonopols vorbehalten. Die Bevölkerung begnügte sich dagegen üblicherweise damit den Rand der Münze abzufeilen um diese um wenige Gramm Edelmetall zu erleichtern (der geriffelte Rand unserer heutigen Münzen als Schutz vor dieser Praxis ist ein Erbe davon). 1762 wurde unter Kaiserin Maria Theresia der erste Vorläufer des Papiergeldes zu einem spezifischen Zweck ausgegeben: „Um den Siebenjährigen Krieg gegen Preußen um den Besitz Schlesiens finanzieren zu können, wurde in Österreich das erste Papiergeld Mitteleuropas ausgegeben, gedruckt mit Holztafeln“.

Das Problem bei der Einführung des Papiergeldes beruhte in der Trennung von Geldfunktion und tatsächlichem Wert. Damit die Bevölkerung die an sich wertlosen Zettel als Geld annahm, musste garantiert werden, sie jederzeit in Edelmetall umtauschen zu können. Die Banken hatten daher für die Umlaufsumme eine Währungsdeckung in Edelmetall zu halten, wobei man realistisch davon ausging, dass nie alle Zettelinhaber gleichzeitig den Umtausch verlangen würden und eine geringere Deckungssumme reichen müsste.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG – WAS SOLL DIE ARBEIT LEISTEN?: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Untersuchung im Kontext historischer Finanzkrisen und stellt die These auf, dass Inflation kein Naturereignis ist, sondern das Resultat bewusster politischer Weichenstellungen.

2 BEGRIFFSDEFINITIONEN: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge von Geldentwertung und definiert die theoretischen Grundlagen von Inflation sowie Hyperinflation nach ökonomischen Standards.

3 DIE FINANZIERUNG DES ERSTEN WELTKRIEGES: Der Abschnitt beschreibt die kriegsbedingte Aufhebung der Golddeckung und den Rückgriff auf die Notenpresse als primäre Methode der Kriegsfinanzierung in Österreich-Ungarn.

4 1918 – AUSGANGSLAGE DES RUMPFSTAATS D-ÖSTERREICH: Es wird analysiert, wie der Zerfall der Monarchie und der Wegfall wirtschaftlich verflochtener Regionen die ökonomische Basis des neuen Kleinstaates massiv unter Druck setzte.

5 POLITISCHE LÖSUNGSKONZEPTE BIS ZUR SANIERUNG: Das Kapitel vergleicht internationale Sparmodelle mit der österreichischen Situation, in der Budgetdefizite durch eine expansive Sozialpolitik und bewusste Geldpolitik gestützt wurden.

6 WIRTSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN DER INFLATION: Abschließend werden die Folgen der Inflation diskutiert, wobei sowohl die konjunkturellen Aufschwungphasen als auch die drastische Flucht in Sachwerte und das schließliche Ende der Hyperinflation betrachtet werden.

Schlüsselwörter

Inflation, Hyperinflation, Österreich, Zwischenkriegszeit, Währungsreform, Erste Republik, Geldpolitik, Kriegsfinanzierung, Budgetdefizit, Sozialpolitik, Goldstandard, Wirtschaftsgeschichte, Kronenwährung, Kaufkraftverlust, Spekulation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und den Verlauf der Hyperinflation in Österreich in der Zwischenkriegszeit und analysiert, wie politische Entscheidungen diesen wirtschaftlichen Prozess maßgeblich beeinflussten.

Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?

Zu den zentralen Themen gehören die Kriegsfinanzierung des Ersten Weltkriegs, die wirtschaftliche Ausgangslage des neuen österreichischen Staates nach 1918 sowie die politischen Lösungsansätze und deren soziale Auswirkungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Hyperinflation nicht unvorhersehbar war, sondern als Ergebnis willentlicher politischer Entscheidungen innerhalb der Ersten Republik verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde in der Arbeit angewandt?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine historische Analyse von Finanzdaten, Gesetzen und zeitgenössischen Quellen, um den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Zerfall und politischer Steuerung herzustellen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Budgetpolitik, die Expansionsphase der Sozialgesetzgebung und die konjunkturellen Auswirkungen der Inflation auf Industrie und Gesellschaft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Währungsstabilität, fiskalpolitische Expansion, Hyperinflation, staatliche Budgetdefizite und historische ökonomische Krisen charakterisieren.

Warum wird die Sozialpolitik der Nachkriegszeit als "Appeasement-Politik" bezeichnet?

In der Arbeit wird argumentiert, dass die Ausweitung sozialer Gesetze dazu diente, angesichts der Gefahr kommunistischer Bewegungen den sozialen Frieden zu wahren, auch wenn dafür keine finanzielle Deckung vorhanden war.

Inwiefern beeinflusste die Inflation die österreichische Exportwirtschaft?

Die Arbeit beschreibt eine sogenannte "Exportprämie", bei der die Diskrepanz zwischen dem inländischen Preisniveau und dem Außenwert der Währung den Export kurzfristig begünstigte, das Leistungsbilanzdefizit jedoch nicht nachhaltig lösen konnte.

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Details

Title
Die Österreichische Hyperinflation der Zwischenkriegszeit
Subtitle
Währungsreform 1924/25 - Einführung des Schillings
College
University of Vienna  (Zeitgeschichte)
Grade
1
Author
Andreas Kern (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V144258
ISBN (eBook)
9783640540426
ISBN (Book)
9783640540358
Language
German
Tags
Hyperinflation Österreich Schilling Genfer Anleihe Ignaz Seipel Sozialpolitik 1.Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Kern (Author), 2009, Die Österreichische Hyperinflation der Zwischenkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144258
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