Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Wirkung der 'Constitutio Criminalis Carolina'

Title: Die Wirkung der 'Constitutio Criminalis Carolina'

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniel Conley (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit soll kurz in das Rechtsverständnis im Mittelalter und der frühen Neuzeit einführen und dabei vor allem die Wiedereinführung der Folter anhand der Hexenprozesse skizzieren. Anschließend folgt eine ausführliche Darstellung der Carolina, deren Neuerungen regulierenden und ordnenden Charakter haben sollten. Dabei sollen auch mehrere Originalartikel in die Untersuchung miteinbezogen werden. Daraufhin wird zu klären sein ob die Carolina, die auch als Reichsstrafprozessordnung bezeichnet wurde, die gewünschte Wirkung erzielte oder ob sie scheiterte. Daraus wird sich dann die Frage ergeben, worin die Gründe für ihren Erfolg bzw. ihr Scheitern lagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung der Hausarbeit

Die Revolution des Rechts

Die Folter in Hexenprozessen

Die Neuerungen der Carolina

Die Realität in den Folterkammern nach der Carolina

Gründe für das Scheitern der Carolina

Bewertung der Carolina

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Constitutio Criminalis Carolina (CCC) im Kontext der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtsgeschichte, wobei der Fokus auf ihrer Wirkung im Rahmen der Hexenverfolgung liegt. Es wird untersucht, ob die als Reichsstrafprozessordnung konzipierte Gesetzgebung ihre ordnenden und regulierenden Ziele erreichte oder in der Praxis scheiterte und welche Faktoren für diesen Verlauf verantwortlich waren.

  • Historische Entwicklung des Strafprozessrechts vom Akkusations- zum Inquisitionsprozess
  • Die Rolle der Folter in der zeitgenössischen Rechtsprechung und Hexenverfolgung
  • Strukturelle Neuerungen und Indizienlehre der Carolina
  • Diskrepanz zwischen den rechtlichen Vorgaben der Carolina und der tatsächlichen Praxis
  • Einfluss politischer Faktoren und der territorialen Zersplitterung des Reiches

Auszug aus dem Buch

Die Realität in den Folterkammern nach der Carolina

„Die Masse der erhaltenen Hexenprozessakten zeigt allerdings deutlich, dass die Indizienlehre der Reichsstrafprozessordnung nicht den Gang des Verfahrens bestimmt hat“ und sich in den Folterkammern nur wenig änderte. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, teilweise war dieser Missstand durch persönliche Motive bedingt, weitaus öfter waren aber Unverstand oder Überzeugung die Hauptgründe.

Obwohl die Carolina weder das kumulative Konzept der Hexerei vertrat noch dieses Vergehen als „crimen exzeptum“ wertete, hatte sich im Bewußtsein des Volkes schon längst ein anderer Hexereibegriff herausgebildet, der weitaus näher an dem Bild lag, das der „Hexenhammer“ vermittelte:

„[Die Hexen] sind nicht einfach Ketzerinnen und Abgefallene [...] und erweisen über die Verleugnung hinaus den Dämonen selbst Huldigung, indem sie [ihre] Körper und Seelen preisgeben.“ „Der Grund weshalb er [der Richter] nicht leichtfertig sein darf ist [...], dass sie [die Beschuldigte] [durch Schadenszauber des Teufels] so unempfindlich gegen Schmerzen wird, dass sie sich eher gliederweise zerreißen lässt, als dass sie etwas von der Wahrheit gestehen vermöchte. [...] Diese Verschwiegenheit zu beenden, kann durch keine einzelne und unfehlbare Regel oder Methode angegeben werden. [...] Darum ergreife ein kluger und eifriger Richter die günstige Gelegenheit und Technik des Fragens, sei es aus Antworten der Zeugen, sei es was ihn die Erfahrung sonst gelehrt hat oder was ihm die Schärfe des eigenen Verstandes eingibt [...]

Durch diese gängigen Auffassungen von Hexerei waren praktisch auch brutalste Foltermethoden, die oftmals zu Verstümmelungen oder sogar zum Tod führten, legitimiert. Die ursprünglich in der Carolina ausgearbeitete Idee, dass auf überstandene Folter Freispruch folgen sollte („Tortura purgat a crimine“) wurde in der Praxis regelrecht pervertiert, da man im Widerstehen der Tortur ein neues Indiz der Schuld zu sehen glaubte.

Zusammenfassung der Kapitel

Aufgabenstellung der Hausarbeit: Einführung in das Rechtsverständnis der Vormoderne und Zielsetzung der Untersuchung der Carolina.

Die Revolution des Rechts: Überblick über den historischen Übergang vom Akkusationsprozess zum Inquisitionsprozess.

Die Folter in Hexenprozessen: Erläuterung der Anwendung der Tortur bei Delikten wie Hexerei und die rechtlichen Rahmenbedingungen im Reich.

Die Neuerungen der Carolina: Darstellung der prozessualen Reformen, der Indizienlehre und der Rolle des Richters in der Carolina.

Die Realität in den Folterkammern nach der Carolina: Analyse der Kluft zwischen dem Gesetzestext und der brutalen, von Aberglauben geprägten Prozesspraxis.

Gründe für das Scheitern der Carolina: Untersuchung der Faktoren, die eine effektive Implementierung verhinderten, insbesondere die dezentrale Struktur des Reiches.

Bewertung der Carolina: Würdigung der Carolina als fortschrittliches Gesetzeswerk trotz ihrer limitierten praktischen Wirksamkeit.

Schlüsselwörter

Constitutio Criminalis Carolina, Hexenverfolgung, Inquisitionsprozess, Peinliche Gerichtsordnung, Folter, Rechtsgeschichte, Reichsstrafprozessordnung, Hexenhammer, Indizienlehre, Frühe Neuzeit, Rechtspflege, Strafprozess, Heiliges Römisches Reich, Schadenszauber, Kriminalistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Constitutio Criminalis Carolina (CCC) von 1532 und deren Rolle sowie Wirksamkeit im Kontext der frühneuzeitlichen Hexenprozesse im Heiligen Römischen Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Strafprozessrechts, die rechtliche und tatsächliche Rolle der Folter, sowie die Diskrepanz zwischen dem geschriebenen Recht und der angewandten Justizpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, zu klären, ob die Carolina ihre intendierte regulierende Wirkung entfalten konnte oder ob sie aufgrund struktureller Mängel und politischer Rahmenbedingungen in der Praxis scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Gesetzestexte der Carolina mit historischen Sekundärquellen und Prozessrealitäten vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Übergang zum Inquisitionsprozess, die spezifischen Bestimmungen der Carolina zur Folter und Beweisaufnahme sowie die Gründe für die hohe Hinrichtungsrate, etwa die territoriale Zersplitterung des Reiches.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Carolina, Inquisitionsprozess, Folter, Hexenprozess, Rechtssicherheit und Indizienbeweis charakterisiert.

Warum konnte die Carolina die Folter in Hexenprozessen nicht effektiv einschränken?

Obwohl die Carolina den Prozess formalisieren wollte, wurde sie durch ein tief im Volk verwurzeltes, irrationales Hexenbild und das Fehlen einer starken zentralen Kontrollinstanz in der Praxis oft umgangen.

Welche Rolle spielte der "Aktenversand" laut der Argumentation des Autors?

Der Aktenversand sollte ursprünglich juristischen Rat bei auswärtigen Fakultäten einholen, um die Rechtssprechung zu vereinheitlichen; er scheiterte jedoch häufig an der Befangenheit oder Inkompetenz der lokalen Akteure.

Inwiefern beeinflusste die politische Struktur des Reiches das Scheitern der Carolina?

Die starke territoriale Autonomie und das Fehlen einer effektiven Berufungsinstanz ermöglichten den lokalen Instanzen, die Vorgaben der Carolina in der Prozesspraxis weitgehend zu ignorieren.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wirkung der 'Constitutio Criminalis Carolina'
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar: Hexenverfolgung
Grade
2,0
Author
Daniel Conley (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V144265
ISBN (eBook)
9783640543199
ISBN (Book)
9783640542901
Language
German
Tags
Wirkung Constitutio Criminalis Carolina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Conley (Author), 2005, Die Wirkung der 'Constitutio Criminalis Carolina', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144265
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint