Dieser Sammelband enthält vier Hausarbeiten.
Der erste Text befasst sich mit Tätowierungen und Körperbemalungen in der indischen Kultur. Es geht zuerst um Körperbemalungen mit Henna, Mehndi und Bindi und anschließend um den Brauch des Tätowierens im Hinduismus. Darauf folgt ein Kapitel über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen indischen Ethnien & den Geschlechtern. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Überblick über Tattoomotive im Hinduismus.
Unter Christen gibt es diskussionsfreudige Themen, die daher kommen, dass die Bibel gewisse Dinge nicht klar adressiert, wie es oft für den Konsens einer gläubigen Christengemeinschaft zu wünschen wäre. In diese Kategorie gehört ebenfalls die Frage: Ist es für Christen in Ordnung, Tattoos zu haben? Ist es Sünde für einen Christen, ein Tattoo zu bekommen? Was sagt die Bibel über Tattoos? Die zweite Arbeit befasst sich genau mit diesen Fragen. Sie beinhaltet zunächst die Darstellung der moralischen Frage und des dahinterstehenden ethischen Problems, anschließend eine kurze Historie und eine Auflistung von Motiven und Ursachen der Anschaffung einer Tätowierung. Darauffolgend werden die relevanten Bibelstellen dargestellt und deren Kontext beleuchtet.
Der dritte Text konzentriert sich auf die Betrachtungsweise des Dienstherrn und der Rechtsprechung gegenüber von Tattoos, die von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in einem sichtbaren Bereich getragen werden. Folglich wird sich diese Hausarbeit auch mit dem Erscheinungsbild einer Polizeibeamtin und eines Polizeibeamten beschäftigen. Des Weiteren möchte diese Hausarbeit darlegen, weshalb die Uniform und die Einhaltung der gegebenen Richtlinien eine hohe Relevanz im Polizeivollzugsdienst haben.
Werden gepiercte Personen in der Personalauswahl für Beamtenstellen benachteiligt? Wenn ja, geschieht dies aus rationalen oder irrationalen Gründen? Die vierte Arbeit untersucht die These, ob gepiercte Bewerber im Beamtentum absichtlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden als ungepiercte und wenn ja, auf welcher Art von Diskriminierung dies beruht.
Inhaltsverzeichnis
Über Tätowierungen und Körperbemalungen in der indischen Kultur
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Körperbemalungen: Henna, Mehndi und Bindi
2.2 Brauch des Tätowierens im Hinduismus
2.3 Unterschiede & Gemeinsamkeiten zwischen indischen Ethnien & den Geschlechtern
2.4 Tattoomotive im Hinduismus
3. Schluss
Tätowierungen bei Christen. Ein ethisches Problem?
1. Einführung
1.1 Darstellung
2. Sachanalyse
2.1 Kurze Historie und Hintergrund
2.2 Motive zur Anlegung von Tätowierungen
3. Biblisch-theologischer Befund
3.1 Biblisches Vorkommen
3.2 Biblischer Kontext
3.3 Exkurs: Ansicht anderer Religionen zu Tattoos
4. Güterabwägung und Perspektiven
5. Urteil/Fazit
Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Die Uniform
2.1.1 Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW
2.2 Tattoos und ihre Relevanz in der Gesellschaft
2.3 Grundlegende gesetzliche Anforderungen
2.3.1 Gehorsamspflicht gemäß § 35 Beamtenstatusgesetz
2.3.2 Gleichheitsgebot gemäß Artikel 3
2.3.3 Freie Entfaltung der Persönlichkeit gemäß Artikel 2 Absatz 1 Grundgesetz
2.3.4 Persönliche Eignung für den Zugang zu einem öffentlichem Amt gemäß Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz
3. Zusammenfassung
Diskriminierung wegen Piercing. Werden gepiercte Personen bei der Personalauswahl im Beamtentum benachteiligt?
1 Einleitung: Relevanz und Fragestellung
2 Theorie und Hypothesen H1 und H2
3 Hypothese H3
4 Methode und Auswertung zu H1 und H2
5 Methode und Auswertung zu H3
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Publikationssammlung untersucht die gesellschaftliche und regulatorische Akzeptanz von Körpermodifikationen wie Tattoos und Piercings in verschiedenen kulturellen, religiösen und beruflichen Kontexten, mit besonderem Blick auf rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Fragestellungen.
- Die vielfältige Tattookultur in Indien und ihre religiöse Einbettung.
- Ethisch-theologische Aspekte von Tätowierungen im Christentum.
- Rechtliche Rechte und Pflichten von Polizisten im Dienst bezüglich äußeren Erscheinungsbilds.
- Wissenschaftliche Untersuchung zur Diskriminierung gepiercter Personen im öffentlichen Dienst.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Tattoos, Tätowierungen, Tattookünstler, tätowieren. Wir alle haben diese Wörter oft schon gehört, genutzt und ausgesprochen. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem Phänomen der Tätowierungen? Als Tätowieren wird das „Einbringen von Farbstoffen in die eingeritzte Haut, durch eine farbige Musterung und eine bildliche Darstellung o.Ä. geschaffen, die nicht wieder verschwindet“ (Duden, 2019). Einige Menschen sehen es als Verunstaltung, persönliche Abgrenzung, Körperverletzung und Folter. Doch was jene nicht im Hinterkopf haben ist, dass es Tätowierungen schon länger als unsere Zeitrechnung gibt. Siehe Ötzi, der Mann, der im Eis verschollen war. Jener besaß um die 61 Strich- und Kreuztattoos, die höchstwahrscheinlich zu Heilzwecken, genauer der Akkupunktur, angewandt wurden (vgl. Rüger, 2009, S.9). In diesem Falle galten sie noch keiner Ästhetik, da sie nicht unter der Kleidung sichtbar gewesen sein konnten.
Jedoch anders war es bei der sogenannten „princess of ice“, die im Jahre 1993, nahezu gleich konserviert wie Ötzi, gefunden wurde. Man könnte meinen, dass sie belegt, dass doch schon in der Frühzeit, Anschaulichkeit eine Rolle gespielt hat. Denn sie besaß großflächige Hautbilder mit Tiermotiven. Nichtsdestoweniger wird dies in der Forschung mit Totemismus und Magie verbunden (vgl. Scheuch, 1997, S.20). Somit ist die Kunst der Tinte in so vielen Kulturen und Religionen zu finden, wie kaum etwas anderes Vergleichbares. Sie kann als Zugehörigkeitssymbol, als Kennzeichnung, als Merkmal und so vieles mehr fungieren. Überlieferungen gab es hierbei zahlreiche: in der Antike fand man Hinweise auf tätowierte Römer/innen, Griechen/innen und bemalte Pikten zur Zeit Cäsars. Häufig wurden Gesetzbrechern in dieser Epoche ihre Untaten auf der Stirn verewigt, aber auch Deserteure und Sklaven bekamen ihre Kennzeichnungen. Folglich waren jene Hautbilder in Europa noch fremdbestimmt und dienten der Ausweisung. Doch der Ursprung all dessen lag in Polynesien, wo das Konzept der Edlen Wilden entstand. Mithilfe dieses kurzen Rundumschlags werde ich nun die Tätowierungen in der indischen Kultur näher betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
Über Tätowierungen und Körperbemalungen in der indischen Kultur: Das Kapitel beleuchtet verschiedene traditionelle Formen des Körperschmucks wie Henna und Mehndi sowie die religiöse und kulturelle Bedeutung von Tattoos bei verschiedenen indischen Ethnien.
Tätowierungen bei Christen. Ein ethisches Problem?: Diese Untersuchung analysiert die ethische Vertretbarkeit von Tätowierungen aus christlicher Sicht, unter Berücksichtigung biblischer Texte und historischer Entwicklungen.
Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst: Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen persönlicher Entfaltungsfreiheit und dienstlichen Anforderungen hinsichtlich des Erscheinungsbildes uniformierter Polizeikräfte.
Diskriminierung wegen Piercing. Werden gepiercte Personen bei der Personalauswahl im Beamtentum benachteiligt?: Dieses Kapitel entwickelt ein Forschungsdesign, um mittels eines Feldexperiments zu prüfen, ob Arbeitnehmer mit Piercings bei der Eignungsauswahl im öffentlichen Dienst institutionell oder statistisch diskriminiert werden.
Schlüsselwörter
Tätowierung, Tattoo, Körpermodifikation, Piercing, Hinduismus, Christentum, Polizeivollzugsdienst, Diskriminierung, Beamtenrecht, Individuelle Freiheit, Erscheinungsbild, Eignungskriterien, Sozialpsychologie, Ethik, Tradition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in mehreren Teilbereichen die gesellschaftliche, religiöse und rechtliche Wahrnehmung von Tattoos und Piercings sowie deren Auswirkungen auf berufliche Einstellungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der indischen Körperkultur, ethischen Debatten innerhalb des Christentums, dem Polizeidienst und Fragen der Diskriminierung im öffentlichen Dienst.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Kulturen und Institutionen mit Körpermodifikationen umgehen und wo Konflikte zwischen individueller Selbstverwirklichung und äußeren Erwartungsansprüchen entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Publikationen nutzen Literaturanalysen, theologische Exegesen sowie methodische Konzepte der Sozialforschung, wie etwa die Entwicklung von Hypothesen für experimentelle Feldstudien.
Was wird im Hauptteil der verschiedenen Beiträge behandelt?
Es werden historische Hintergründe, religiöse Interpretationen, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie statistische und institutionelle Diskriminierungsmechanismen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeiten?
Zentrale Begriffe sind Körpermodifikation, ethische Normen, Beamtenrecht, kulturelle Identität und diskriminierungsfreie Auswahlverfahren.
Wie gehen indische Stämme mit Tätowierungen um?
Tattoos dienen dort oft der Kennzeichnung von Kaste, sozialem Rang, religiösem Schutz oder der Vorbereitung auf wichtige Lebensphasen wie die Pubertät oder Eheschließung.
Dürfen Polizeibeamte sichtbare Tattoos tragen?
Die Situation ist rechtlich umstritten und hängt oft von der spezifischen Verwaltungspraxis und Einzelfallentscheidungen ab, wobei moderne Ansätze zunehmend zu einer Toleranz tendieren.
Gibt es im Christentum ein Tätowierungsverbot?
Es gibt im Alten Testament explizite Verbote, die jedoch in einen spezifischen religiösen Kontext für das Volk Israel eingebettet waren; das Neue Testament enthält diesbezüglich keine ausdrücklichen Verbote.
Können Referenzen das Diskriminierungsrisiko mindern?
Die Arbeit stellt die Hypothese auf, dass die Beilegung von Referenzen bei gepiercten Bewerbern das Informationsdefizit der Personaler beheben und somit die Ablehnungschancen angleichen könnte.
- Quote paper
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Lola Victoria (Author), Karbin Mussa (Author), Olivia Mantwill (Author), 2024, Die Akzeptanz von Tattoos und Piercings in der Gesellschaft. Über Tätowierungen im Job, im Christentum und in der indischen Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1443240