Navigation im Web 2.0

Von der designorientierten zur nutzerorganisierten Navigation


Seminararbeit, 2008

29 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalthaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung in die Tematik
1.2 Problemstellung
1.3 Untersuchungsziel und Vorgehensweise

2. Navigation im Internet
2.1 Begrisffsdefinition von Navigation
2.2 Aufgaben von Navigation im Internet

3. Grundlagen zu Web 2.0
3.1 Innovationen im Internet
3.2 Der Weg von Web 1.0 zu Web 2.0
3.3 Definition des Begriffs Web 2.0
3.4 Die sieben Punkte von O’Reilly
3.4.1 Web als Service-Plattform
3.4.2 Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer
3.4.3 Daten stehen im Mittelpunkt der Anwendungen
3.4.4 Neue Formen der Softwareentwicklung
3.4.5 „Leichtgewichtige“ Programmiermodelle
3.4.6 Software, die auf vielen Geräten nutzbar wird
3.4.7 Rich User Experience
3.5 Social Web

4. Navigieren im Web 2.0
4.1 Navigationsmechanismen und Überblick
4.1.1 Step Navigation
4.1.2 Paging Navigation
4.1.3 Breadcrumb Trail
4.1.4 Tree Navigation
4.1.5 Site Map
4.1.6 Tag Clouds
4.1.7 A-Z Index
4.1.8 Navigationsleisten und Reiter
4.1.9 Dynamisches Menü
4.2 Social Navigation
4.3 Tagging
4.4 Adaptive Navigation

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Web 2.0 Meme Map

Abbildung 2: Prinzipien des Web 2.0

Abbildung 3: Web als Software

Abbildung 4: Weg vom Produzenten zum Nutzer im Web 2.0

Abbildung 5: Beispiel Stap Navigation

Abbildung 6: Beispiel Paging Navigation

Abbildung 7: Beispiel Breadcrump Trail

Abbildung 8: Beispiel Tree Navigation

Abbildung 9: Beispiel Sitemap

Abbildung 10: Beispiel Tag Cloud

Abbildung 11: Beispiel A-Z Index

Abbildung 12: Beispiel Navigationsleiste

Abbildung 13: Beispiel Reiter

Abbildung 14: Beispiel dynamisches Menü

Abbildung 15: Beispiel Anmeldung

Abbildung 16: Beispiel Empfehlungen

Abbildung 17: Beispiel passive Navigation

Abbildung 18: Beispiel aktive Navigation

Abbildung 19: Beispiel adaptive Navigation

Einleitung

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

Als 2001 die Dotcom-Blase platzte, änderte sich vieles im Internet. Viele Ideen sind untergegan- gen, einige sind geblieben, andere sind wiederum aufgetaucht. Web 2.0 ist ein Schlagwort, dass in den Jahren 2003 - 2004 zum ersten mal auftauchte1 und von vielen hauptsächlich als Marketing- instrument benutzt wird. Es gibt jedoch einige signifikante Veränderungen von Web 1.0 zu Web 2.0. Schaut man sich im Netz um, erkennt man, das Webseiten eine neue Form angenommen haben. Lag vor wenigen Jahren der Hauptschwerpunkt einer Webseite auf den präsentierten Inhalten, geht es heute darum, den Webnutzer einzubinden, interaktive Online-Plattformen zu nutzen und diesen in die Gestaltung der Webseite mit einzubeziehen.

Die Nutzer lagern viele ihrer Tätigkeiten ins Internet aus, das Internet wird mobiler und plattfor- munabhängiger. Die Seiten wirken weniger komplex, sind dafür einfach zu bedienen und somit ein bequemes Medium für den Internetnutzer. Das Web hat sich verändert, neue visuelle Ansätze lassen sich finden und seit 2004 ist der Begriff Web 2.0 in aller Munde. Dieser Begriff ist vielfältig in Gebrauch und die Diskussionen „drehen sich um Blogs, Partizipation, Social Software, Ajax [...], Tagging“2 und - für die vorliegende Arbeit besonders interessant - Social Navigation.

1.2 Problemstellung

Technische Fortschritte sowie große Innovationsfreude machen das Internet zu einem sehr schnell- lebigen Medium, was heute noch State of the Art ist kann morgen schon antiquiert oder überholt sein. Die meisten Internetseiten unterliegen daher einer permanenten Weiterentwicklung und An- passung an neue technische Gegebenheiten oder Trends, das gilt nicht nur für Design sondern auch für die Navigation. Sie spielt eine entscheidende Rolle um sich auf Internetseiten zu recht zu finden. Diese Arbeit soll einen Überblick über aktuelle Trends in der Web 2.0-Navigation gewähren.

1.3 Untersuchungsziel und Vorgehensweise

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung der Veränderungen von Web 1.0 zu Web 2.0 mit dem Schwerpunkt der Veränderungen im Bereich Navigation. Dazu wird zu Beginn der Begriff Navigation definiert. Die Rolle des navigierenden Users wird im Anschluss daran analysiert. Im weiteren Verlauf wird die Veränderung des Internets hin zu Web 2.0 dargestellt und herausgearbeitet welche Web 2.0-Tools zur Anwendung kommen. Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Darstellung der unterschiedlichen Navigationstypen und -mechanismen im Web 2.0.

2. Navigation im Internet

Eine effiziente Navigation ermöglicht es dem Besucher einer Internetseite, sich sinnvoll orientieren zu können und in wenigen Schritten zu dem gesuchten Inhalt zu gelangen. „Die meisten Anwender sind bei der Suche extrem zielgerichtet. Je weniger Zeit sie [...] benötigen, desto benutzerfreundlicher empfinden sie den Webauftritt.“3 Um eine weitere Analyse von Navigation und deren Entwicklung im Web 2.0 durchführen zu können, ist es zuerst einmal wichtig, zu betrachten, wie sich Webnavigation definiert und was dessen Aufgaben sind.

2.1 Begrisffsdefinition von Navigation

Web-Navigation ist auf drei unterschiedliche Arten definiert:

1. Die Teorie und Aus ü bung, wie sich User von Seite zu Seite im Web bewegen.
2. Der Prozess zielorientierter Suche sowie das Auffinden verlinkter Informationen.
3. Alle Links, Labels und weitere Elemente, welche dem User helfen, sich auf einer Seite oder im Web zurechtzufinden.4

Navigation basiert auf Links. Sie sind Texte oder Grafiken in einer Webanwendung, die verschie- dene Seiten oder verschiedene Stellen einer Seite miteinander verbinden.5 Webnavigation ist eine systematische Organisation von Links um den Zugang zu Informationen zu bieten und sinnvolle Verbindungen herzustellen.6 Liest man zum Beispiel einen Artikel über die Wahlen in den USA und kann von diesem zu einem Artikel über das Wahlrecht in den USA springen, wird dies durch Links ermöglicht.

2.2 Aufgaben von Navigation im Internet

Es ist jedoch nicht nur wichtig zu betrachten, dass Navigation den Zugang zu Informationen be- reithält. Wichtiger dabei ist, auf welche Art und Weise die Informationen dargestellt werden. Durch Navigation eine Seite im Internet zu finden ist ein Aspekt, eine weiterer ist es, sich auf der gefundenen Seite zurechtzufinden.7 Hauptaufgabe von Navigationssystemen ist es, Informationen über die Inhalte der Seite anschaulich zu vermitteln. Priorität hat in diesem Zusammenhang, dem User zu vermitteln:

· Wo er sich gerade befindet.

In welchem Seitenbereich befindet er sich? Welche Temeninhalte stehen zur Verfügung?

- Wohin er gehen kann.

Die Struktur der Seite muss erkennbar sein.

- Wo er bereits gewesen ist.

Für den Nutzer ist es wichtig, auf vorher besuchten Seiten hin- und herwechseln zu können. Dies erfolgt in der Regel über den Vor- und Zurück- Button.8

Weiterhin spielt Webnavigation eine entscheidende Rolle bei der Präsentation einer Marke. Sie spiegelt die Unternehmenswerte durch die Aufteilung in Kategorien, die Aufteilung der Optionen und die Farbigkeit wider. Der Internetnutzer scheint einer gut strukturierten und einfach zu ver- stehenden Navigation Vertrauen zu schenken.9 Laut einer Studie von Nielsen/Loranges aus dem Jahr 2006 landen mehr als die Hälfte der Nutzer zuerst auf einer untergeordneten Webseite, da sie diese über das Suchen in einer Suchmaschine erreichen.10 Aus diesem Grund sollte die Navigation auf jeder untergeordneten Seite stringent bleiben,11 somit wird sichergestellt, dass der User sich auf der Seite zurecht findet und die Navigation als verlässlicher Wegweiser fungieren kann. Beispiel für eine gelungene Navigation nach den genannten Kriterien bietet z.B. der Internetauftritt von dem Computerhersteller Apple (www.apple.com).

Letztendlich hat Navigation auch einen finanziellen Aspekt, welchen es zu betrachten gilt. Die Kos­ ten, Informationen zu finden, sind hoch. Die Kosten, Informationen nicht zu finden, sind unter Umständen noch höher.12

3. Grundlagen zu Web 2.0

3.1 Innovationen im Internet

Schaut man sich im Internet um, stellt man schnell fest, dass Webseiten sich verändert haben und ständigen Änderungen unterliegen. Wo es vor wenigen Jahren um die präsentierten Inhalte ging, geht es heute darum, Informationen attraktiver zu gestalten und den User in das Online-Gesche- hen einzubeziehen.13 Farbenfrohe und gleichzeitig minimalistisch-strukturierte Seiten fallen eben- so auf wie neue Funktionalitäten, wie z.B. in eine Webseite eingebundene Videos oder Musik- stücke. Das Web 2.0 ist jedoch weder ein Re-Design der früheren Webseiten, noch kann man es allein an neuen Funktionen festmachen.14 Was ist es also, das viel besprochene Web 2.0?

3.2 Der Weg von Web 1.0 zu Web 2.0

Das viele Webseiten heute anders anmuten als zu Beginn des Internetzeitalters, lässt sich vor allem mit den damaligen technischen Begrenzungen begründen. Setzt man als Beginn des Internetzeital- ters den 24. Oktober 1995 fest (dieser Tag wird auch heute noch von vielen Experten als Geburts- stunde des Internet gesehen, weil zu diesem Zeitpunkt ein Beratergremium der US- Regierung mit einer noch heute gültigen Definition offiziell das Internet formulierte15 ), so lässt sich festhalten, dass zu dieser Zeit der Durchschnittsnutzer mit Modems surfte, die eine Übertragungsrate von max. 14,4 KB/s boten. Ende der 1990er Jahre lag die Übertragungsrate mittels Modem bei 56 KB/s, dies bedeutete aber immer noch eine Blockierung der Telefonleitung und hohe Kosten.16 Eine wirkliche Verbesserung lässt sich erst mit der Einführung von DSL (Digital Subscriber Line - englisch für Digitaler Teilnehmeranschluss: Breitbandübertragung mit hohen Übertragungsraten) festmachen.17 Der Austausch von Fotos oder das Downloaden von Musik wäre zu Modemzeiten kaum denkbar gewesen. Nach und nach entwickelte sich das Internet also weiter, hauptsächlich bestand es jedoch aus statischen Websites. Das Platzen der Dotcom-Blase im Herbst 2001 stellte einen Wendepunkt für das Internet dar.18

3.3 Definition des Begriffs Web 2.0

Im Jahr 2004 veranstaltete der Verleger und Internetpionier Tim O’Reilly zusammen mit Dale Dougherty (Vizepräsident von O ’ Reilly) und MediaLive International19 eine Brainstormin-Session, bei der es zuerst einmal darum ging, zu identifizieren, was die (Online-)Firmen ausmacht, die den „Crash der New Economy“20 überlebt haben.

Die Veränderungen des Internets sind kaum Tema der Konferenz, die von O’Reilly angespro- chenen Beispiele sind jedoch genau die, die aufgrund der in Kapitel 3.2 erwähnten Begrenzungen nicht realisierbar gewesen wären.21 Beispielhaft sind Google AdSense, Flickr, Wikipidia und Blogging zu nennen. Laut O’Reilly ließen sich die Beispiele endlos fortsetzen, doch es sollte festge- halten werden, was das Web 2.0 tatsächlich ausmachte. In der Brainstorming-Sitzung wurde eine Karte herausgearbeitet, die die Vielzahl der vom Web 2.0 ausgehenden Ideen festhielt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Web 2.0 Meme Map

Quelle: http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html (eingesehen am: 24.11.2008 )

Die vorliegende Arbeit geht nicht auf jedes einzelne Merkmal der Web 2.0 Prinzipien ein, sondern beschäftigt sich mit den Merkmalen und Aufgaben von Navigation im Web 2.0. Die Mindmap veranschaulicht jedoch sehr deutlich, welche Menge von Ideen hinter dem Begriff Web 2.0 stehen. Auch Markus Angermeier entwickelte 2004/2005 eine Mindmap zu diesem Tema, welche die Prinzipien visualisiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prinzipien des Web 2.0

Quelle: http://nerdwideweb.com/web20/index.html#web20de (eingesehen am: 24.11.2008 )

3.4 Die sieben Punkte von O’Reilly

Da eine Vielzahl von Unternehmen den Begriff Web 2.0 sehr willkürlich zu Marketingzwecken verwendet haben, arbeitete O’Reilly ein Jahr nach der Konferenz 7 Punkte heraus, welche diesen definieren sollten:

3.4.1 Web als Service-Plattform

Breitbandkommunikation und die neue Funktionalität moderner Webapplikationen bieten dem User eine Alternative zur Desktop-Anwendung.22 Terminplanung, Projektmanagement und Textsowie Bildverarbeitung können im Internet angelegt und verwaltet werden, so bietet Google Docs z.B. ein komplettes Office-Paket im Netz an.23

[...]


1 Vgl.: Cormode, G., (2007).

2 Alby, T., (2007), S. 1.

3 Friedmann, V., (2007), S. 221.

4 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 4.

5 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 4.

6 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 22.

7 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 22.

8 Vgl. Friedmann, V., (2007), S. 222.

9 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 22.

10 Vgl. Friedmann, V., (2007), S. 222.

11 Vgl. Friedmann, V., (2007), S. 222.

12 Vgl. Kalbach, J., ( 2007), S. 22.

13 Vgl. Friedmann, V., (2007), S. 26.

14 Vgl. Alby, T., (2007), S. 1.

15 Vgl. http://www.netplanet.org/geschichte/internet.shtml

16 Vgl. Kienitz, G. W., (2007), S. 15.

17 Vgl. Alby, T., (2007), S. 2.

18 O’Reilly, T., (2005).Navigation im Web 2.0

19 O’Reilly, T., (2005).

20 Vgl. Kienitz, G. W., (2007), S. 15.

21 Vgl. Kienitz, G. W., (2007), S. 15.

22 Vgl. Friedmann, V., (2007), S. 36.

23 Vgl. Ebersbach, A., et al., (2008), S. 24.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Navigation im Web 2.0
Untertitel
Von der designorientierten zur nutzerorganisierten Navigation
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V144443
ISBN (eBook)
9783640558025
ISBN (Buch)
9783640558735
Dateigröße
5021 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Navigation, Web 2.0, Mediengestaltung, Navigationsdesign, Kapischke
Arbeit zitieren
Kim Kapischke (Autor:in), 2008, Navigation im Web 2.0, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144443

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