Diese Hausarbeit beleuchtet das Thema des Adultismus und sein Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Die Analyse des Machtungleichgewichts in der Familie bietet tiefgreifende Einblicke in die Herausforderungen, denen Kinder in diesem Umfeld gegenüberstehen.
Zunächst ist zu erwähnen, dass Adultismus im Alltag immer dort präsent ist, wo Kinder und Erwachsene aufeinandertreffen, also in Schulen, Kindergärten und Vereinen. Deshalb ist das Thema auch für Sozialarbeiter:innen, Lehrer:innen und
Erzieher:innen von besonderer Bedeutung. Da es im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich ist, das Thema im vollen Umfang zu bearbeiten, wird sich ausschließlich auf Adultismus innerhalb der Familie beschränkt.
Um die Frage, inwiefern sich diese Art von Machtungleichgewicht auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern negativ beeinflusst, endgültig beantworten zu können, soll im weiteren Verlauf näher darauf eingegangen werden, welche Aspekte für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern von besonderer Bedeutung sind. Hier stehen die Identität, das Selbstwertgefühl und die Selbstständigkeit von Kindern in den Vordergrund.
Im zweiten Teil der Arbeit wir der Aspekt von Macht und Autorität im Rahmen der Erziehung besprochen, anschließend im Detail auf Adultismus als Diskriminierungsform eingegangen und analysiert, inwiefern die Familie als Machtstruktur hier eine Rolle spielt. Zum Schluss soll die Fragestellung beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wichtige Aspekte zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern
2.1. Identität und Selbstwertgefühl von Kindern
2.2. Selbstständigkeit von Kindern
3. Macht und Autorität im Rahmen der Erziehung
3.1. Adultismus als Diskriminierungsform
3.2. Die Familie als Machtstruktur
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Adultismus und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern ein Machtungleichgewicht innerhalb der Familie die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern negativ beeinflussen kann.
- Grundlagen der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung
- Die Rolle von Bindung und elterlichem Erziehungsverhalten
- Definition und Wirkungsweise von Adultismus
- Historische und strukturelle Aspekte der Macht in der Familie
Auszug aus dem Buch
3.1.Adultismus als Diskriminierungsform
Nachdem im vorherigen Kapitel auf Macht und Autorität zwischen Eltern und Kindern im Allgemeinem eingegangen wurde, möchte ich mich nun auf eine ganz spezielle Form von Diskriminierung von Kindern fokussieren. Wie bereits in meiner Einleitung definiert, ist Adultismus als Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern zu verstehen (vgl. Ritz 2013, S.128). Erwachsene empfinden sich als fähiger, intelligenter und grundsätzlich besser als Kinder, aufgrund ihres höheren Alters und schenken deshalb den Meinungen und Ansichten der Kinder keinerlei Aufmerksamkeit (vgl. ebd., S.128). Adultismus gilt heute als Norm, da ihre Anwendung im alltäglichen Gebrauch stattfindet (vgl. NCBI 2004, S.12). Da jeder Erwachsene auch Kind gewesen ist, kann mit Sicherheit gesagt werden, dass jeder Erwachsene diese Diskriminierungsform selbst im Leben erfahren hat (vgl. ebd., S.12). Die Normalisierung von Adultismus führt zur Problematik, dass Kinder dieses Verhalten der Eltern imitieren, da es als akzeptabel gesehen wird und dazu neigen es selbst in ihrem Alltag anzuwenden (vgl. ebd.). Wörter wie „kindisch“ oder „unreif“ werden negativ mit dem Verhalten der Kinder in Verbindung gebracht, auch wenn es sich in der Regel um ein normales kindliches Verhalten handelt (vgl. ebd., S.10). Vor allem innerhalb der Familie ist Adultismus ein gängiges Utensil, welches dabei helfen soll, die Autorität der Eltern zu bewahren und um Konfrontationen mit den Kindern aus dem Weg zu gehen (vgl. ebd., S.10). Beim Adultismus handelt es sich demnach um eine Diskriminierungsform, die überwiegend im Sprachgebrauch angewendet wird (vgl. ebd.). Macht und Autorität werden also anhand von Worten verdeutlicht, handelt sich also nicht um eine physische Art von Machtmissbrauch, sondern vielmehr um eine Psychische (vgl. ebd.). Wie bereits erwähnt, sind die Liebe und Unterstützung, die ein Kind erfährt von besonderer Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung (vgl. Aldort 2012, S.57). Erfahren Kinder adultistisches Verhalten lernen sie, dass sie keine Macht haben, diese nur den Älteren beziehungsweise den Erwachsenen zusteht und ihre Bedürfnisse nicht von Bedeutung sind (vgl. NBCI 2004, S.11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, sich mit kindlichen Erfahrungen von Machtungleichgewichten auseinanderzusetzen, definiert den Begriff Adultismus und führt in die Fragestellung ein.
2. Wichtige Aspekte zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Bindungserfahrungen und liebevoller Unterstützung für die psychische und soziale Entwicklung sowie die Identitätsfindung des Kindes.
2.1. Identität und Selbstwertgefühl von Kindern: Der Abschnitt analysiert, wie elterliche Reaktionen und Bewertungen die Selbstwahrnehmung des Kindes prägen und welche Folgen eine mangelnde Förderung des Selbstwertgefühls haben kann.
2.2. Selbstständigkeit von Kindern: Hier wird thematisiert, wie elterliche Erziehung, Überbehütung oder Reglementierung das kindliche Bedürfnis nach Autonomie beeinflussen und zu Abhängigkeitsverhältnissen führen können.
3. Macht und Autorität im Rahmen der Erziehung: Das Kapitel betrachtet verschiedene Erziehungsstile und deren Auswirkungen auf die wahrgenommene Macht der Eltern sowie die Notwendigkeit von Autonomie für Kinder.
3.1. Adultismus als Diskriminierungsform: Es wird dargelegt, wie die Normalisierung der Erwachsenenüberlegenheit dazu führt, dass Bedürfnisse von Kindern ignoriert und deren Verhalten abgewertet wird.
3.2. Die Familie als Machtstruktur: Der Text beleuchtet die historische Entwicklung familiärer Machtstrukturen, in denen Kinder traditionell untergeordnet waren, und diskutiert die Konsequenzen für die individuelle Entwicklung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Adultismus als Diskriminierungsform auch in der sozialen Arbeit wahrzunehmen und zu hinterfragen.
Schlüsselwörter
Adultismus, Machtungleichgewicht, Erziehung, Kindheit, Persönlichkeitsentwicklung, Diskriminierung, Autorität, Eltern-Kind-Beziehung, Identität, Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit, Machtstruktur, Soziale Arbeit, Bindung, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik des Adultismus, also ein Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern, und dessen Auswirkungen auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die kindliche Identitätsbildung, die Bedeutung elterlicher Bindung, Erziehungsstile, Strukturen innerhalb der Familie und die Definition von Diskriminierungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu beantworten, inwiefern das in der Familie vorherrschende Machtungleichgewicht die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern negativ beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, um Begriffe wie Adultismus und Erziehungspraktiken zu analysieren und einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die psychologischen Grundlagen der Kindheitsentwicklung und die Analyse von Machtstrukturen, konkret im Hinblick auf autoritäre Erziehungsstile und adultistische Verhaltensmuster.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Adultismus, Machtungleichgewicht, Persönlichkeitsentwicklung, Autorität, Diskriminierung und kindliche Autonomie.
Wie definiert der Text den Begriff Adultismus?
Adultismus wird als eine Form der Diskriminierung beschrieben, bei der Erwachsene sich aufgrund ihres Alters als kompetenter und überlegen betrachten und die Bedürfnisse oder Meinungen von Kindern aufgrund ihres Kindseins abwerten.
Warum ist das Thema laut der Autorin für die Soziale Arbeit relevant?
Die Autorin betont, dass Fachkräfte wie Sozialarbeiter oder Erzieher selbst in riskante Verhaltensmuster fallen können, falls sie die Machtposition gegenüber Kindern unreflektiert ausnutzen.
Welche Rolle spielt die Familie als Machtstruktur bei der kindlichen Entwicklung?
Historisch gesehen wurde die Familie als Struktur verstanden, die Kinder dem Willen der Eltern unterordnen wollte. Dies kann laut Text die Entwicklung zur eigenständigen Persönlichkeit hemmen.
- Arbeit zitieren
- Alina Fehler (Autor:in), 2023, Adultismus. Inwiefern kann Machtungleichgewicht in der Familie die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern negativ beeinflussen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1444705