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Bündnis "Letzte Generation". Berechtigter Klimaaktivismus oder antidemokratische Praktiken durch zivilen Ungehorsam?

Titel: Bündnis "Letzte Generation". Berechtigter Klimaaktivismus oder antidemokratische Praktiken durch zivilen Ungehorsam?

Bachelorarbeit , 2024 , 66 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Alisa Röder (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Verwaltungsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die heutige Zeit ist geprägt von einer Vielzahl von Krisen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die sowohl lokale als auch globale Auswirkungen haben. Besonders deutlich wird dies im Kontext des Klimawandels, der zunehmend an Bedeutung gewinnt und als eine der größten existenziellen Herausforderungen unserer Zeit betrachtet wird. Angesichts der drohenden ökologischen und sozialen Folgen des Klimawandels fühlen sich insbesondere junge Generationen weltweit dazu aufgerufen, sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen.

In diesem Zusammenhang ist das Bündnis "Letzte Generation" ein herausragendes Beispiel für eine Bewegung, die sich für den Klimaschutz einsetzt und durch vielfältige Protestaktionen auf sich aufmerksam macht. Die Mitglieder dieses Bündnisses setzen auf zivilen Ungehorsam als Mittel des Protests, um die Dringlichkeit des Handelns gegen den Klimawandel zu verdeutlichen.

Diese Arbeit hat zum Ziel, die Berechtigung des Klimaaktivismus des Bündnisses "Letzte Generation" aus verschiedenen nationalen Perspektiven zu untersuchen und zu bewerten. Dabei sollen nicht nur rechtliche Aspekte berücksichtigt werden, sondern auch gesellschaftliche, politische und ethische Dimensionen in die Betrachtung einfließen.

Im ersten Kapitel werden die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und seine gesellschaftliche Relevanz eingehend erläutert. Anschließend wird in Kapitel 2 die Entwicklung und Bedeutung von Klimaschutzbewegungen in Deutschland, insbesondere das Bündnis "Letzte Generation", näher betrachtet.

Kapitel 3 widmet sich den Themenschwerpunkten und den verschiedenen Protestformen des Bündnisses, wobei insbesondere der Einsatz von zivilem Ungehorsam im Fokus steht. In Kapitel 4 werden die rechtlichen Aspekte des Klimaaktivismus beleuchtet, darunter das Versammlungsrecht und die Frage nach der Legitimität der Protestaktionen.

Das folgende Kapitel 5 untersucht das polizeiliche Handeln in Bezug auf die "Letzte Generation", während Kapitel 6 eine strafrechtliche Bewertung der Protestaktionen vornimmt. In Kapitel 7 werden die Auswirkungen der Protestaktionen auf kommunaler, gesellschaftlicher und politischer Ebene analysiert. Abschließend werden in Kapitel 8 Schlussbetrachtungen und Ausblicke gegeben, in denen die Ergebnisse zusammengefasst und mögliche Perspektiven für zukünftigen Klimaaktivismus diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Klimawandel und dessen zunehmende Bedeutung für Politik und Gesellschaft

3 Klimaschutzbewegungen in Deutschland

4 Das Bündnis „Letzte Generation“

4.1 Allgemeines und Themenschwerpunkte

4.2 Protestformen

4.2.1 Sitz- und Klebeblockaden

4.2.2 Weitere Aktionsformen

4.3 Bedeutung der Medien

5 Versammlungsrecht und Klimaschützer

5.1 Grundzüge des Art. 8 GG

5.2 Meinungsäußerungsfreiheit im Kontext der Versammlungsfreiheit

5.3 Anwendung auf Klimademonstrationen der „Letzten Generation“

6 Polizeiliches Handeln in Bezug auf die „Letzte Generation“

6.1 Polizeiliche Gefahrenabwehr

6.2 Schutzpflichten im Straf- und Strafprozessrecht

6.3 Herausforderungen

7 Strafrechtliche Bewertung der Protestaktionen

8 Auswirkungen der Aktionen der „Letzten Generation“

8.1 Kommunale Reaktionen

8.2 Gesellschaftliche und politische Sichtweisen

9 Berechtigter Klimaaktivismus der „Letzten Generation“ oder Darbietung einer Gefährdung für den Rechtsstaat

10 Schlussbetrachtungen und Ausblicke

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit und soziale Angemessenheit des Klimaaktivismus der Gruppierung „Letzte Generation“, indem sie die Versammlungsfreiheit und polizeiliche Maßnahmen analysiert und die Protestformen kritisch bewertet.

  • Rechtliche Einordnung von zivilem Ungehorsam und Sitzblockaden
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Versammlungsfreiheit und öffentlicher Sicherheit
  • Polizeiliche Handlungsoptionen bei Klimaprotesten
  • Strafrechtliche Bewertung der Protestmethoden
  • Gesellschaftspolitische Auswirkungen und Reaktionen auf die Aktionen

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Krisen und Kriege waren seit jeher Teil von Gesellschaften. Die heutigen Generationen haben neben der Covid-19-Pandemie und etlichen Extremwetterereignissen auch mit Preisanstiegen von Waren und Dienstleistungen und innergesellschaftlichen Konflikten zu kämpfen. Hinzu kommt der anhaltende Russisch-Ukrainische Krieg, welcher durch den Angriff der russischen Armee im Februar des Jahres 2022 auf das ukrainische Territorium begann und bis heute weltweite gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Folgen nach sich zieht. Eine weitere, seit Jahren andauernde Herausforderung für die Menschheit ist zudem der voranschreitende Klimawandel und seine Folgen für Mensch und Natur.

Vermehrt bewegen diese Krisen und die Ungewissheit über deren Entwicklung die jungen Generationen unserer Gesellschaft. Sie sehen sich zunehmend in der Verantwortung, sich – insbesondere hinsichtlich des Klimawandels und dem damit verbundenen Klimaschutz – einzusetzen. Dabei ist unter anderem das Bündnis „Letzte Generation“ Ausdruck des Klimaaktivismus.

Diese Arbeit hat zum Ziel, die Berechtigung des Klimaaktivismus dieses Bündnisses hinsichtlich verschiedener Perspektiven auf nationaler Ebene zu bewerten. Dabei wird das Mittel des zivilen Ungehorsams, welcher bei den Protestaktionen angewendet wird, beleuchtet und inwiefern hierdurch antidemokratische Züge bestehen. Zudem wird thematisiert, ob der zivile Ungehorsam ein effektives Demonstrationsmittel ist, um die Gesellschaft und Politik im Hinblick auf den Klimawandel zu sensibilisieren und zu mehr Klimaschutz aufzurufen. Denn historisch betrachtet hatte der zivile Ungehorsam teils Erfolge. Als Beispiel ist die Bürgerrechtsbewegung der fünfziger und sechziger Jahre in den USA zu nennen, welche durch Formen des zivilen Widerstandes für die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß kämpften. Durch die Proteste wurde das Problem der Rassendiskriminierung öffentlich thematisiert und Kongressabgeordnete unter Druck gesetzt, sodass die Rassentrennung schlussendlich als verfassungswidrig erklärt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die aktuelle Krisenlage und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich des Klimaaktivismus der „Letzten Generation“.

2 Klimawandel und dessen zunehmende Bedeutung für Politik und Gesellschaft: Analyse der wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und der politischen Reaktionen.

3 Klimaschutzbewegungen in Deutschland: Vorstellung der Ziele und Protestformen etablierter Klimaschutzbewegungen.

4 Das Bündnis „Letzte Generation“: Detaillierte Betrachtung der Organisation, der Protestformen und der Medienarbeit dieser Gruppierung.

5 Versammlungsrecht und Klimaschützer: Rechtliche Einordnung der Protestaktionen in das Versammlungsgesetz und das Grundgesetz.

6 Polizeiliches Handeln in Bezug auf die „Letzte Generation“: Untersuchung der polizeilichen Schutzpflichten und Eingriffsbefugnisse bei Blockaden.

7 Strafrechtliche Bewertung der Protestaktionen: Analyse der strafrechtlichen Konsequenzen, insbesondere im Hinblick auf Nötigung.

8 Auswirkungen der Aktionen der „Letzten Generation“: Betrachtung kommunaler Reaktionen und gesellschaftlicher Sichtweisen.

9 Berechtigter Klimaaktivismus der „Letzten Generation“ oder Darbietung einer Gefährdung für den Rechtsstaat: Kritische Abwägung der Rechtmäßigkeit zivilen Ungehorsams.

10 Schlussbetrachtungen und Ausblicke: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Klimaaktivismus, Letzte Generation, ziviler Ungehorsam, Versammlungsfreiheit, Grundgesetz, Klimawandel, Nötigung, polizeiliche Gefahrenabwehr, Rechtsstaat, Demonstrationsrecht, Sitzblockaden, Klebeblockaden, Klimaschutz, Verwaltungsrecht, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Klimaaktivismus der Gruppierung „Letzte Generation“ und untersucht, wie sich deren Protestformen rechtlich und gesellschaftlich bewerten lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das Versammlungsrecht, die Polizeiarbeit bei Klimaprotesten, strafrechtliche Aspekte zivilen Ungehorsams sowie die gesellschaftliche Debatte um den Klimaschutz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu bewerten, ob der zivile Ungehorsam der „Letzten Generation“ unter verschiedenen rechtlichen und ethischen Perspektiven berechtigt ist und ob er als effektives Mittel zur Sensibilisierung dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristische und gesellschaftspolitische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Gesetzestexten und Gerichtsurteilen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Organisation, die Rechtsgrundlagen für Versammlungen, die polizeilichen Maßnahmen zur Auflösung von Blockaden und die strafrechtliche Einordnung der Taten detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsstaat, Klimawandel, ziviler Ungehorsam, Letzte Generation und Versammlungsfreiheit sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet die Arbeit die Protestformen der „Letzten Generation“?

Die Arbeit differenziert zwischen Sitz- und Klebeblockaden auf Straßen sowie weiteren Aktionsformen wie Sachbeschädigungen oder Sabotageakten und bewertet deren unterschiedliche rechtliche Schwere.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur Wirkung der Aktionen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die illegalen Klimaproteste bisher eine nur geringe Wirkung erzielen und aus keiner Perspektive eine tatsächliche Berechtigung für die begangenen Straftaten hergeleitet werden kann.

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Details

Titel
Bündnis "Letzte Generation". Berechtigter Klimaaktivismus oder antidemokratische Praktiken durch zivilen Ungehorsam?
Hochschule
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg; ehem. Fachhochschule Ludwigsburg  (Fakultät I - Management und Recht)
Veranstaltung
Abschlussarbeit Bachelorthesis
Note
1,4
Autor
Alisa Röder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
66
Katalognummer
V1444714
ISBN (PDF)
9783964879967
ISBN (Buch)
9783964879974
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klimaaktivismus Letzte Generation Polizei Versammlung Grundrecht ziviler Ungehorsam Gesellschaft Politik Klimawandel Umweltschutz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alisa Röder (Autor:in), 2024, Bündnis "Letzte Generation". Berechtigter Klimaaktivismus oder antidemokratische Praktiken durch zivilen Ungehorsam?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1444714
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Leseprobe aus  66  Seiten
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