Gerade in Zeiten der Finanzkrise ist das Thema Sanierung (lat.sanare=heilen) zu einer unternehmerischen Kernaufgabe geworden. Zwar sanken in den Jahren 2004 bis 2007 die Insolvenzzahlen zum Teil erheblich, jedoch ist bereits 2008 wieder ein leichter Anstieg dieser Zahlen erfolgt. Im laufenden Jahr 2009 kann von einem weiteren und stärkerem Anstieg ausgegangen werden, da sich im Vergleich zum Vorjahr die konjunkturelle Lage deutlich verschlechtert hat. Zudem sind nicht alle Unternehmenskrisen konjunkturell bedingt, sondern oftmals struktureller Natur. Unternehmen stehen einem stärkeren Druck zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit gegenüber, da die Geschäftswelt immer komplexer wird. Allgemein leiden viele Unternehmen unter dem Kostendruck, der durch hohe Rohstoffpreise und weltweiten Überkapazitäten, die im Rahmen der Globalisierung entstanden ist. Die Sanierung umfasst alle Maßnahmen zur Existenzsicherung. Die Sanierung soll ein neues Fundament zur Gesundung und zum Wachstum eines Unternehmens schaffen. Doch ist jedes Unternehmen anders und die Ursachen von Unternehmenskrisen ebenso unterschiedlich. Außerdem ist die Unternehmenskrise in den meisten Fällen ein Prozess, der zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Maßnahmen erfordert. Um ein Unternehmen wieder gesunden zu lassen gibt es vielfältige Möglichkeiten. Doch welche Maßnahmen sind in welcher Krisenphase oder Krisenart die Richtigen, wie verhält man sich richtig und woran erkennt man in welcher Phase ein Unternehmen sich befindet und schließlich wie bringt man alle diese Maßnahmen zusammen? Welche Probleme können dabei auftreten? Diese Fragestellungen sollen im Folgenden bezüglich der außergerichtlichen Sanierung beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. UNTERNEHMENSKRISE
2.1 KRISENDEFINITION
2.2 KRISENARTEN
2.3 KRISENURSACHEN
3. ALLGEMEINES SANIERUNGSVERHALTEN IN DEN KRISENPHASEN
3.1 BEWÄLTIGUNG VON SCHLEICHENDEN/LATENTEN UNTERNEHMENSKRISEN
3.1.1 Verhalten in der strategische Krise
3.1.2 Verhalten in der Ertragskrise
3.1.3 Verhalten in der Liquiditätskrise
3.1.4 Die Insolvenz
3.2 BEWÄLTIGUNG VON PLÖTZLICHEN UNTERNEHMENSKRISEN (ENDOGEN)
4. DAS SANIERUNGSKONZEPT
4.1 NOTWENIGKEIT EINES SANIERUNGSKONZEPTS
4.2 RECHTLICHE ANFORDERUNGEN AN SANIERUNGSKONZEPTE
4.3 BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ANFORDERUNGEN AN SANIERUNGSKONZEPTE
4.4 INHALT VON SANIERUNGSKONZEPTEN
4.5 PROBLEME VON SANIERUNGSKONZEPTEN
5. SANIERUNGSMAßNAHMEN
5.1 MAßNAHMEN ZUR LIQUIDITÄTSBESCHAFFUNG
5.2 MAßNAHMEN IM PERSONALBEREICH
5.3 SONSTIGE MAßNAHMEN ZUR UNTERNEHMENSSANIERUNG
5.3.1 Finanzwirtschaftliche Maßnahmen
5.3.2 Leistungswirtschaftliche Maßnahmen
6. SANIERUNGSHILFESTELLUNGEN DES STAATES IM RAHMEN DES KONJUNKTURPAKETES 2
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Problematiken der außergerichtlichen Unternehmenssanierung in Zeiten wirtschaftlicher Krisen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmen in verschiedenen Krisenphasen erfolgreich saniert werden können, welche Maßnahmen in welcher Situation angemessen sind und wie die Kommunikation während des Sanierungsprozesses den Erfolg beeinflusst.
- Phasenmodell der Unternehmenskrisen von der strategischen Krise bis zur Insolvenz
- Notwendigkeit, Aufbau und rechtliche Anforderungen an ein Sanierungskonzept
- Operative Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Liquidität und Personal
- Staatliche Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Konjunkturpaketes 2
- Die Bedeutung von Kommunikation und Managementverhalten für die Sanierung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Verhalten in der Ertragskrise
Im Gegensatz zur strategischen Krise ist bei der Ertragskrise, als latente Krise, die Kommunikation sowohl nach innen als auch nach außen gerichtet. Auch hier ist es wichtig pessimistisch vorzugehen, um den Druck beizubehalten oder gar zu erhöhen. Es ist darauf zu achten, dass der Pessimismus nicht in eine starre Lähmung führt und nicht alles zu schwarz gemalt wird, da dies später, in der Liquiditätskrise, zu großen Schwierigkeiten führen kann. Die Lösung liegt darin, dass man die Probleme klar und direkt anspricht und allen den Ernst der Lage verdeutlicht.
Die wichtigsten Ansatzpunkte sind in der Ertragskrise: Kostensenkung und Prozessoptimierung. Dazu ist es wichtig, dass Produktionsprogramm oder Sortiment zu bereinigen und verlustreiche Produkte nicht mehr länger anzubieten. Es sei denn, dieses Produkt fungiert im Zusammenspiel mit anderen Produkten als Ankerprodukt und ist entscheidend für das Kaufverhalten des Kunden. Die im Unternehmen ablaufenden Prozesse müssen gestrafft, die Durchlaufzeiten verringert werden, will man verhindern in Liquiditätsprobleme und somit in die Liquiditätskrise zu geraten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Unternehmenssanierungen angesichts globaler wirtschaftlicher Herausforderungen und definiert das Ziel der Arbeit, Sanierungsprozesse außerhalb von Insolvenzverfahren zu analysieren.
2. UNTERNEHMENSKRISE: Dieses Kapitel definiert den Krisenbegriff, analysiert die verschiedenen Krisenarten (strategisch, Ertrag, Liquidität, Insolvenz) sowie deren endogene und exogene Ursachen.
3. ALLGEMEINES SANIERUNGSVERHALTEN IN DEN KRISENPHASEN: Das Kapitel erläutert, wie Management und Stakeholder in verschiedenen Stadien der Krise agieren sollten, um ein weiteres Abgleiten in tiefere Krisenphasen zu verhindern.
4. DAS SANIERUNGSKONZEPT: Hier werden die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen an Sanierungskonzepte beschrieben und die Bedeutung einer fundierten Planung zur Fehlervermeidung hervorgehoben.
5. SANIERUNGSMAßNAHMEN: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über konkrete Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung sowie Reorganisationsmöglichkeiten im Personal- und Leistungsbereich.
6. SANIERUNGSHILFESTELLUNGEN DES STAATES IM RAHMEN DES KONJUNKTURPAKETES 2: Das Kapitel untersucht staatliche Rettungsprogramme und Kredithilfen der KfW für in Schieflage geratene Unternehmen während der Finanzkrise.
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, insbesondere die Notwendigkeit von Kommunikation und strategischer Planung, und wagt einen Ausblick auf künftige Sanierungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Unternehmenssanierung, Unternehmenskrise, Sanierungskonzept, Krisenmanagement, Insolvenz, Liquidität, Ertragskrise, Kostensenkung, Prozessoptimierung, Restrukturierung, Konjunkturpaket, Kommunikation, Eigenkapital, Personalmaßnahmen, Finanzkrise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema der Unternehmenssanierung als Kernaufgabe in Krisenzeiten und analysiert, wie Unternehmen durch gezielte Maßnahmen saniert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die verschiedenen Phasen einer Unternehmenskrise, die Erstellung von Sanierungskonzepten sowie konkrete operative Maßnahmen zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Unternehmen durch außergerichtliche Sanierung wieder auf ein stabiles Fundament gestellt werden kann und welche Faktoren für das Gelingen entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Standards, Leitfäden und theoretischer Krisenmodelle sowie der Auswertung aktueller wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasenlehre der Krise, die methodischen Anforderungen an Sanierungskonzepte sowie einen umfangreichen Katalog an konkreten Sanierungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sanierungskonzept, Krisenphasen, Liquidität, Restrukturierung und staatliche Sanierungshilfen.
Warum ist Kommunikation laut Autor so wichtig für den Sanierungserfolg?
Kommunikation schafft Vertrauen bei Mitarbeitern und Stakeholdern, mindert Widerstände gegen notwendige Veränderungen und verhindert den Abfluss von Know-how durch motivierte Führungskräfte.
Wie unterscheidet der Autor zwischen schleichenden und plötzlichen Krisen?
Schleichende Krisen entwickeln sich über einen längeren Zeitraum und erfordern strukturelle Anpassungen, während plötzliche Krisen meist durch externe Schocks oder schwerwiegende Fehltritte eintreten und vor allem ein schnelles, kommunikatives Krisenmanagement verlangen.
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- Matthias Rickers (Author), 2009, Sanierung von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144501